—
ktober einge⸗
hnacht e man 1 alt 8 ge. as.
find 1 bon mehr ier er. r auß
5 bel⸗
enk.“
it ihm
u Lauf, oc
einem
— fett e erst neuen,
abel seines lotlert, das“
f fun- Deckel Sti
e Fal
unten Wo
terste „ ob Wär nung 7 elle vit di el l 1 fh 1 Hal diesc in 10 ch
und Flamme und beschlug die wildesten Pferde, alles in Gedanken. Phantasie spielen anmutiger mit uns, als wir
Lanze dieses Ulanen eine deutsche Fünfpfennig⸗
Nr. 26.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
Leim, malte ohne Pinsel, lötete ohne Kolben Und die Werke unserer
mit den wirllichsten Dingen. Auch mit Ruhm und Macht und Geld spielt es sich ja hübscher in der Phantasie als in Wirklichkeit.„Alles wiederholt sich nur im Leben—“
Also freu' Dich nur an Deinem Deckelglas.
Nachdem wir nun noch aus dieser Tasche eine Mundharmonika, ein kleines Weinglas⸗ thermometer und einen Soldaten von der bleiernen Kavallerie gehoben haben, bemerken wir an der
marke— pardon:— eine norddeutsche Fünf⸗ pfennigmarke!
Eine furchtbare Nerven.
„Was soll die denn?“ frage ich.
„Die sammel ich,“ erklärt er ganz un⸗ schuldig.
„Mein Sohn,“ spreche ich und lege mit ehr⸗ würdig⸗großer Geste die Vaterhand auf seine Schulter,„ich will es keineswegs als unmöglich hinstellen, daß die Sammler von Briefmarken und Trambahnbillets irgend einen Gedanken daneben haben. Der Mensch soll nicht hochmütig sein: was wissen wir z. B. vom Seelenleben des Meerschweinchens oder des Laubfrosches! Aber bei einem Erben meines Blutes dulde ich Briefmarkensammeln nicht. Darin erlaube ich mir nun Despot zu sein. Willst Du schöne Dinge sammeln— sehr gut! Willst Du lehr⸗ reiche Dinge sammeln: Tiere, Pflanzen u. dgl. — auch gut! Aber Briefmarkensammelu ist ausgesprochene Antikultur, und darauf steht bei mir Enterbung.“(Der Junge verfärbt sich.) „Man weiß ja, wie's geht: Erst kommt das Crici und das Monocle, dann das Sammeln von Briefmarken und Pferdebahnbillets und schließlich der Klerikalismus, ohne daß man die Uebergänge merkt!“
Meine Frau hat sich inzwischen an die Er⸗ schließung der anderen Tasche gemacht und mit diversen Muscheln und Hosenknöpfen auch eine zusammengedrückte Kapsel von einer Weinflasche an den Tag gebracht.
„Und was willst Du damit?“
„Die will ich verkaufen.“
„Verkaufen?“
„Ja, Willy Steinmann sagt, wenn man en Pfund davon hat, dann kann man sie ver⸗ kaufen, und das Geld will ich mir dann auf⸗ sparen, und dann sehe ich zu, daß ich immer mehr dazu krieg', bis ich fix reich bin.“
Aah— daher pfeift der Wind! Er hat offenbar von jenen„gemeinnützigen“ Geschichten gekostet, in denen immer erzählt wird, wie irgend jemand schon als 6 jähriger Knabe jede Sieckna del aufhob, jede Gänsedaune für ein künftiges Kopfkissen reservierte und so schließlich ein ungeheuer großer, reicher und berühmter Kaufherr wurde. Ich habe nie die Ueberzeugung los werden können, daß diese Geschichten von Spekulanten, Bankdirektoren, Testamentsvoll⸗ streckern, Schwankdichtern und ähnlichen Leuten eefunden worden sind, um die anderen Leute von der Fährte abzulenken. Mein Junge— wenn du der Sohn deiner Eltern bist, so wirst du diesen„fremden Tropfen in deinem Blute“ bald wieder hinauswerfen, davor ist mir nicht bange. Stecknadelnsammelu liegt nicht in der Familie.
„Na, und wenn Du nun fix reich bist— was dann?“
„Dann kauf' ich mir Kühe und Ochsen und en Geographiebuch.“
„So.“ Bei mir war es immer ein Schloß. Das wollt' ich mir bauen, wenn ich reich wäre. Ich sehe noch heute die breite, schimmernde Marmortreppe, auf deren oberster Stufe ich stehe als ein Grand Seigneur, um im nächsten Augenblick mit vornehmer Gelassenheit hinabzu⸗ steigen. Oder ich lag auf einem Ruhebett hin⸗ gestreckt und sah durch hohe Bogenfenster weiße
olken durch blaue Himmelsfluren ziehen— langsam— so langsam. Oder ich hielt auf
der Zugbrücke hoch zu Pferd, die Faust auf den Schenkel gestemmt, und sah in einem Blick Thäler und Berge, Wälder und Ströme. Ich
Ahnung spannt meine
Wiedergeburt in dieser Welt giebt, daß wir mehr als einmal auf dieser Erde erscheinen. Vielleicht daher diese leisen, fernen, geheimnis⸗ vollen Erinnerungen, die wir uns nicht erklären können. Und ich fürchte, ich fürchte: ich bin— vielleicht im 13. Jahrhundert oder so— ein wenig beschäftigter Junker gewesen. Ich habe seitdem noch immer eine merkwürdige Neigung, mit dem Schauen nach schwebenden Wolken und mit dem Reiten durch rauschende Thäler meinen Unterhalt zu verdienen.
Während diese Erinnerungen schnell wie Schwalbenflug vor meinem inneren Blicke vor⸗ überziehen, stößt meine Frau plötzlich einen heftigen Schrei aus und springt vom Stuhle empor. Sie muß auf etwas entsetzliches ge⸗ stoßen sein; denn sie ist von Natur sehr mutig. Sie würde ihr Kind aus dem Rachen des Löwen reißen, wie jene berühmte Mutter von Florenz. Es muß etwas Furchtbareres sein als ein Löwe. Und so ist es. Es ist ein„Gemeiner Mistkäfer“, Geotrupes stercorarius, den meine Frau von ihren Fingern fortgeschleudert hat und der jetzt langsam auf den Dielen dahinkriecht.
„Ooh, mein Käfer!“ jammert Erasmus.
Das Krabbeltier ist aus einer Streichholz⸗ schachtel entwischt und hat sich frei in der Hosen⸗ tasche ergangen. Während meine Frau noch immer ein bischen weiß um die Nase ist, hat Erasmus das Tierchen aufgenommen und läße es mit geradezu wissenschaftlicher Kaltblütigkeit und Vorurteilslosigkeit über seine Finger krabbeln.
„Wozu hast Du den denn gefangen?“
„Für'ne Käfersammlung.“
„Na— weißt Du— das halt ich eigentlich für unnötig. Du kannst ihn Dir auch so ordent⸗ lich ansehen. Und dann kannst Du ihn jedes Jahr in ungezählten Mengen wiederfinden. Wenn's was Seltenes wäre, woll' ich nichts sagen. Was selten ist, muß immer dran glauben. Aber das verstehst Du noch nicht. Also: ich denke, Du läßt ihn laufen, he? Andere Mist⸗ käfer wollen auch leben.“
Mit schnell aufblitzendem Blick sieht er mir forschend in die Augen, dann lächelt er und be⸗ trachtet verstohlen seine Hände. Sie sind heute zum zweitenmal gewaschen und zum drittenmal schmutzig. Er gebraucht sie ungeniert und fleißig, wenn er in Haus und Garten, Wald und Feld naturforschend sich ins All versenkt.
An den Gegenständen, die der zweiten Tasche entstammen, zuletzt an der Streichholzschachtel, sowie an der rechten Hand meiner Frau ist uns mehr und mehr eine merkwürdig übereinstimmende Röte aufgefallen. Jetzt kommen wir auch dem Ursprung dieser Farbe nah: ein beträchtliches Stück Rötel hat offenbar schon ein paar Tage in diesem Raume zugebracht und dessen Wände mit einem gleichmäßigen Rot bedeckt. Endlich findet sich noch ein schön abgeschliffenes, eirundes Rollsteinchen vom Meeresufer.
„Was ist denn das?“
„Das ist'n Glücksstein.“
„Ein Glücksstein?“
Das kann stimmen. Wer sich an solch einem Steinchen freut, der ist glücklich.
„Wo hast Du denn die hübsche kleine Silber⸗ münze gelassen, die Du neulich hattest?“
„Och, die hab ich Georg Petersen gegeben, der will mir 18 Fahnen und 25 Lanzen dafür geben.“
Seine Augen leuchteten.
Ja, das sind so Augenblicke, in denen einem das Herz ein wenig groß und das Auge— pardon— ein wenig warm wird. Denn man denkt an die vielen Male, daß dieser junge Mann in seinem Leben noch betrogen werden wird. Was wird dem sein guter Glaube noch kosten! Man fragt sich, ob man nicht unrecht thut, wenn man einem Kinde sagt:„Sei immer wahr!“ ob man es nicht wehrlos macht? Man säh es so gern das Gebot der Wahrhaftigkeit befolgen, und man sieht dabei alle die Leider voraus, die dann seiner warten. Also dem Achtjährigen schon sagen:„Paß auf, daß Du nicht betrogen wirst!?“— Nein.
Nein. Es lieber der Zeit überlassen, die
sondern selbst betrogen zu werden.
ist ja auch der Mensch so genial konstruiert. daß er einen merkwürdig großen Wert darauf legt, nicht aus fremdem Schaden zu lernen, Und dann ist es ja auch vorteilhaft, sich mäßig betrügen und belügen zu lassen. Zu viel ist freilich hier wie überasl vom Uebel. Wer gar zu leicht zu betrügen ist, der verleitet schließlich auch honette Leute. Die sagen dann:„Na— wenn er selbst nicht anders will——.“ Man glaubt nicht, wie verderblich ein einziger Vertrauensseliger für ein ganzes Rudel von ziemlich anständigen Menschen werden kann! Aber sonst—: Die Leute vom Adel haben ganz recht: Sich mäßig betrügen lassen, gehört zum Adel. Wer einen Rock zu 40 Mark für 50 Mark verkauft, wer im niederen und höheren Pferdehandel einen Gentleman hineinleat oder wer das Drama eines Rivalen aus dem Spielplan hinausintriguiert, damit er noch ein bißchen mehr Ruhm mit Tantiemen ergattere— und wer sich bei alle dem steif und fest einredet, Klugheit und Vor⸗ teil seien auf seiner Seite und nur auf seiner Seite— ja, wer wollte solch einem armen Teufel das kleine Veranügen des Betruges nicht gönnen?! Man zahlt je nach seinen Verhältnissen die 10 Pfennige oder die 10 Goldstücke oder die 10 braunen Scheine, und wenn man den Betrug merkt, lacht man sich ins Fäustchen und freut sich, daß man keine Wanze ist, und was einem leid thut, ist nur der arme Kerl, der nun womöglich ganz stolz ist auf seinen„Coup“
Meine Frau und ich haben beschlossen, dem jungen Herrn ein eigenes Schubfach zur Ver⸗ fügung zu stellen, damit er darin seine Kinder⸗ welt baue. Nach meinem eigenen Jungentum zu schließen, wird er allerdings die Hosentasche vorziehen. Das Verhältnis zu den Dingen ist hier ein intimeres. Man hat auch alles für den ersten Griff bereit und nett beisammen: Kreisel, Mistkäfer, Aepfel und Schusterpech. Und dann— die Haupsache!— es liegt nicht offen vor aller Augen da. Obwobl wir höchst diskret ver⸗ fahren sind mit dem Geheimschatz des Prinzen Erasmus und uns das Lachen tapfer verbissen haben— er schien unser Vorgehen doch als eine Indiskretion zu empfinden. Es war eine Sache der Scham für ihn. Und man soll auch nicht einfallen ins Land der Kinderseele, man soll es behutsam anstellen, daß sie einen selbst hereinziehen. Wenn ihr Entzücken einmal recht groß ist, thun sie's schon.
Eine zartgebaute Welt, das Kinderparadies! Ein einziger rauher Hauch aus der kalten Welt der Erwachsenen— und tausend Blüten fallen auf einmal von seinen Bäumen. Es giebt ein Wunder so groß wie ein Pfennig und mild⸗ glänzend wie der Mond; du bewegst es ein wenig und versteckte Farben leuchten daraus hervor: das durchsichtige Grün des Nordmeeres, die Röte des Abendhimmels.. Laß aber ein paar unrechte und grobe Finger darüberkommen und es verächtlich auf den Tisch werfen— so ist es ein armseliger Perlmutterknopf!———
Aus unserer Sammelmappe. Rechtsbruch an Uns ist eures Bundes Siegel. O, Himmel wappne Dich, zu strafen,
Die eidvergessenen Könige.—
„König Johann.“
Beine hat uns zwei gegeben Gott der Herr, um fortzustreben, Wollte nicht, daß an der Scholle Uns're Menschheit kleben solle; Um ein Stillstandknecht zu sein, G'nügte uns ein einz'ges Bein.
Gott versah uns mit zwei Händen, Daß wir doppelt Gutes spenden, Nicht um doppelt zuzugreifen Und die Beute aufzuhäufen, In den großen Eisentruh'n, Wie gewisse Leute thun.
N Heine. Will einer in der Welt was erjagen, Mag er sich rühren und mag sich plagen; Will er zu hohen Ehren und Würden, Bückt er sich unter die goldenen Bürden.
„Wallenstein.“
Humoristisches. Offizier zum Burschen:„Johann versuch mal
schließlich doch den Arglosesten warnt. Bei
möchte fast mit Lessing glauben, daß es eine
manchem braucht's freilich viel Zeit. Und dann
das Wasser, ob es der Gaul saufen kann.“


