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Nr. 30.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 7.
um Untersuchung und Bestrafung der Gewalt⸗ that, sondern um vorläufige nähere Information bei dem Junker von Tronka eingekommen sei. Der Gerichtsherr, der vor Kohlhaasens Wohnung im Wagen haltend, den Auftrag zu haben schien, dem Roßhändler diese Eröffnung zu machen, konnte ihm auf die auf die betroffene Frage: warum man also verfahren? keine befriedigende Auskunft geben. Er fügte nur noch hinzu: Der Stadthauptmann ließe ihm sagen, er möchte sich in Geduld fassen; schien bedrängt seine Reise fortzusetzen; und erst am Schluß der kurzen Unterredung errieth Kohlhaas, aus einigen hin⸗ geworfenen Worten, daß der Graf Kallheim mit dem Hause Derer von Tronka verschwägert sei.— Kohlhaas, der keine Freude mehr, weder an seiner Pserdezucht, noch an Haus und Hof, kaum an Weib und Kind hatte, durchharrte in drüber Ahndung der Zukunft den nächsten Mond; und ganz seiner Erwartung gemäß kam nach Verlauf dieser Zeit Herse, dem das Bad einige Linderung verschaft hatte, von Brandenburg mit einem ein größeres Rescript begleitenden Schreiben des Stadthauptmanns, des Inhalts: es thue ihm leid, daß er nichts in seiner Sache thun könne; er schicke ihm eine an ihn ergangene Resolution der Staatskanzlei, und rate ihm, die Pferde, die in der Tronkenburg zurückgelassen, wieder abführen und die Sache übrigens ruhen zu lassen.— Die Resolution lautete:„er sei, nach dem Bericht des Tribunals in[Dresden, ein unützer Querulaut; der Junker, bei dem er die Pferde zurückgelassen, halte ihm dieselben auf keine Weise zurück; er möchte nach der Burg schicken und sie holen, oder dem Junker wenig⸗ stens wissen lassen, wohin er sie ihm senden solle; die Staatskanzlei aber auf jeden Fall mit solchen Plackereien und Stänkereien verschonen.“
Kohlhaas, dem es nicht um die Pferde zu thun war— er hätte gleichen Schmerz empfunden, wenn es ein Paar Hunde geholt hätte— Kohl⸗ haas schäumte vor Wuth, als er diesen Brief em⸗ pfing. Er sah, so oft sich ein Geräusch im Hofe hören ließ, mit der widerwärtigsten Erwartung, die seine Brust jemals bewegt hatte, nach dem Thorwege, ob die Leute des Jungherren erscheinen, und ihm vielleicht gar mit einer Entschuldigung die Pferde abgehungert und abgehärmt wieder zustellen würden; der einzige Fall, in welchem seine von der Welt wohlerzogene Seele auf nichts, das ihrem Gefühl völlig entsprach, gefaßt war. Er hörte aber in kurzer Zeit schon durch einen Bekannten, der die Straße gereiset war, daß die Gäule auf der Tronkeaburg, nach wie vor, wie die übrigen Pferde des Landjunkers auf dem Felde gebraucht würden; und mitten durch den Schmerz, die Welt in einer so ungeheuren Unordnung zu erblicken, zuckte die innere Zufriedenheit empor, seine eigne Brust nunmehr in Ordnung zu sehen. Er lud einen Amtmann, seinen Nachbar, zu sich, der längst mit dem Glan umgegangen war, seine Besitzungen durch den Ankauf der ihre Grenze berührenden Grundstücke zu vergrößern, und fragte ihn, nachdem sich derselbe bei ihm niedergelassen, was er für seine Besitzungen im Brandenburgischen Sächsischen, Haus und Hof, in Pausch und Bogen, es sei nagelfest oder nicht, geben wolle? Lisbeth sein Weib erblaßte bei seinen Worten. Sie wandte sich und hob ihr fünstes auf, das hinter ihr auf dem Boden spielte, Blicke, in welchen sich der Tod malte, bei den roten Wangen des Knaben vorbei, der mit ihren Halsbändern spielte, auf den Roßkamm und ein Papier werfend, das er in der Hand hielt.
Der Amtmann fragte, indem er ihn befremdet ansah, was ihn plötzlich auf solche Gedanken bringe; worauf jener mit so viel Heiterkeit als er erzwingen konnte erwiderte: der Gedanke, seinen Maierhof an den Ufern der Havel zu verkaufen sei nicht allzuneu; sie hätten beide schon oft über diesen Gegenstand verhandelt; sein Haus in der Vorstadt von Dresden sei im Vergleich damit ein bloßer Anhang der nicht in Erwägung komme; und kurz, wenn er ihm seinen Willen thun und beide Grundstücke über⸗ nehmen wolle, so sei er bereit, den Contract da⸗ rüber mit ihm abzuschließen. Er setzte mit einem etwas erzwungenen Scherz hinzu, Kohl⸗ haasenbrück sei ja nicht die Welt; es könne
Zwecke geben, in Vergleich mit welchen seinem Hauswesen als ein ordentlicher Vater vorzustehen, untergeordnet und nichtswürdig sei: und kurz, seine Seele, müsse er ihm sagen, sei auf große Dinge gestellt, von welchen er vielleicht bald hören werde. Der Amtmann durch diese Worte beruhigt, sagte auf eine lustige Art zur Frau, die das Kind einmal über das andere küßte: er werde doch nicht gleich Bezahlung verlangen? legte Hut und Stock, die er zwischen den Knieen gehalten hatte, auf den Tisch, und nahm das Blatt, das der Roßkamm in der Hand hielt, um es durchzulesen. Kohlhaas, indem er dem- selben näher rückte, erklärte ihm, daß es ein von ihm aufgesetzter eventuell in vier Wochen verfallener Kaufcontract sei; zeigte ihm, daß darin nichts fehle als die Unterschrift und die Einrückung der Summen, sowohl was den Kaufpreis selbst, als auch den Reukauf d. h. die Leistung betreffe, zu der er sich, falls er binnen vier Wochen zurückträte, verstehen wolle; und forderte ihn noch einmal munter auf, ein entsprechendes Gebot zu thun, indem er ihn versicherte, daß er billig sein und keine großen Umstände machen würde. Die Frau ging in der Stube auf und ab; ihre Brust flog, daß das Tuch, an welchem der Knabe gezupft hatte, ihr völlig von der Schulter herabzufallen drohte. Der Amtmann sagte, daß er ja den Wert der Besitzung in Dresden keineswegs benrtheilen könne; worauf ihm Kohlhaas Briefe, die bei ihrem Ankauf gewechselt worden waren, hin⸗ schiebend, antwortete: daß er sie zu 100 Gold⸗ gülden anschlage; obschon daraus hervorging, daß sie ihn fast um die Hälfte mehe gekostet hatte.(Fortsetzung folgt.)
Was kost't de Welt, ich will se koof'n!
Der bekannte sächsische Weltpolitiker Bieder⸗ meier schreibt an den Südd. Postillon, der durch die Expedition der M. S.⸗Z. bezogen werden kann:
Mei liewer Bostilljohn! Nee, das wurde ooch weeßknebbch'n de heechste Zeit, daß unser Vaderland wieder e Häbbch'n greeßer ge— word'n is unn daß m'r wieder e baar neie Karlin'n f'r unsern Kolonial-Harem gekooft hamm, denn wodermit sollt'n m'r denn schbäder de nei'n Flott'nforderungen begrind'n, wenn keene nei'n Kollenien mehr zu beschützen sinn? Kollenien miss'n sein— unn wenn mirsche koof'n sollt'n! Das verlangt schon de Welt— machtsbolledick. Also von d'r gebansert'n Faust sein m'r nu glicklich schon bis off's volle Borde⸗ manneh gekomm'n unn der alde scheene Schbruch:„Was kost't de Welt, ich will se koof'n!“ is nu boch in d'r Bolledick eingefiehrt. Ich gloowe, daß ich mich nich im Geringst'n deisch'n duhe, wenn ich ahnnehme, daß des schon e Einfluß von d'r groß'n Friedenskonferenz in Holland is. Zu was soll m'r denn erscht e baar Mißjohnare dodschlag'n lass'n, wenn m'r blos in de Dasche zu greif'n braucht, um boch an's Ziel seiner Winsche zu komm'n? Awer freilich, die sibbz'n Milljohn'r, die die Karlin'n kost'n duhn, die dauern mich schon e bissel, denn dad'rvor hätt m'r ja weeßknebbch'n e baar neie Kriegsschiffe koof'n kenn! Am best'n wärsch, m'r dähd'n enne neie Lodderie mach'n, wie da⸗ mals bei d'r Schloßfreiheet; da dähd sich so gans sacht'ch'n e Fong zusamm'nläbbern, wo m'r d'rmit eene Insel unn eene Kollenie nach d'r andern koof'n kennt'n, unn wenn nachert keene Kollenien und keene Inseln mehr zu hamm wär'n, wenn gans Afrika unn Ahs'ch'n unn Amehrika unser wärn, nachert dähd'n m'r bei Eiroba anfangen unn dähd'n de Großmächte koof'n, z'rerscht nadierlich Frankreich unn Eng⸗ land, unn nachert de andern; unn Auschtrahl'ch'n dähd'n m'r boch koof'n, unn d'n Nordbohl, unn— unn—— kurz unn gud: de ganse Weld dähd'n m'r koofen! Unn wer sich etwan nich verkoof'n lass'n wollte, der wirde geanek⸗ dierd unn sei Geld wirde konfiszirt, unn dader⸗ von kooft'n wir wieder neie Länder— bis nischt mehr da wäre. Nachert erscht wär'n m'r be⸗
friedigt, unn der deitsche Michel kennte sein'n
Schild off d'n Bod'n schtell'n unn sich off de
faule Bär'nhaud leg'n, womit ich verbleiwe Dei gedreier Biedermeier.
Humoristisches.
Einfache Lösung. Chef:„Sagten Sie nicht neulich, Sie kämen mit Ihrem Gehalt nicht aus, Maier?“ — Kommis:„Allerdings; es reicht gerade für Mittag⸗ und Abendbrot!“— Chef:„Hm, hm, ich habe mir die Sache überlegt... Da könnten wir ja in Zukunft die Frühstückspause wegfallen lassen!“
*
Verschnappt. Herr(im Konzertsaal):„Wann tritt denn der fünfjährige Klaviervirtuose auf?“ Diener:„In der nächsten Nummer... er wird, eben rasiert!“— —
Professors Mittagstisch. Sie:„Nun, Männ⸗ chen, die Suppe schmeckt schön?“
Er:„Kind, schön' ist ein Begriff aus der Aesthetik.“
Sie:„Na, sie schmeckt doch gut?“
Er:„Gut' ist ein Begriff— aus der Ethik——“
Sie:„Na, dann schmeckt sie hundsmiserabel Du Begriffsjäger!“—
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Variante.„Mein Sohn will Taucher werden.“ —„Also liegt seine Zukunft unter dem Wasser.“— (Meggend. hum. Bl.)
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— Druckfehlerteufel.(Aus einem Roman.) „Schüchtern, mit hochwogendem Besen trat sie ihm ent⸗ gegen, während er mit vor Erregung zitternder Hand ihr eine weiße duftende Hose reichte.“—(Lust. Bl.)
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Neu eingelaufene Schriften.
Besprechung wichtigerer Erscheinung behalten wir uns vor.
Einen neuen Tendenzroman beginnt die im Verlag der Buchhandlung„Vorwärts“ soeben ein neues Abonnement eröffnende Illustrierte Romanbibliothel In freien Stunden, die in Wochenheften zu je 10 Pfg. 24 Seiten Romantext und 2 Seiten Kleines Feuilleton bringt. Der neue Roman: Unter den Dolomiten von Konrad Telmann ist ein Tendenz⸗ roman, der nicht bloß seiner spannenden Handlung und freiheitlichen Tendenz wegen Beifall finden wird, sondern der auch seines Inhalt wegen heute besonders zeitgemäß ist, wo die Religion wieder den Deckmantel für alle reaktionären Bestrebungen bilden soll. Mit schonungs⸗ losem Freimut werden die herz- und sittenlose Ausbeutung der Kirche, die Geistesknechtung, die schleichende jesuitische Niedertracht bloßgelegt. Auf dem Boden eines abge— legenen Gebirgsdorfes in den Dolomiten schildert der Dichter die allmähliche Selbstbefreiung eines katholischen Priesters aus den Banden des tötenden Buchstaben⸗ glaubens im Umgang mit einer freigesinnten Frau, die er bekehren soll, um der Kirche das reiche Erbe zu sichern; das Erwachen der Liebe in seiner Brust, der Kampf zwischen Priesterpflicht und Mannesehre, das Milieu der durch den Buchstabenglauben sittlich ver⸗ wahrlosten Dorfbevölkerung und die Herzensrohheit der im Alter fromm gewordenen Gräfin, die in dem Priester plötzlich den Zeugen ihres Fehltrittes erblickt— man kann es begreifen, daß das Zelotentum bei Erscheinen dieses Romans über Volksverführung und Lästerung der „heiligsten Güter der Nation aufschäumte und Polizei und Staatsanwalt in Bewegung setzte. In dem Münchener Maler J. Damberger hat der Dichter einen Illustrator gefunden, der nicht bloß die Figuren in voller Lebens⸗ wahrheit, sondern auch die Gebirgswelt in ihrer ganzen erhabenen Schönheit erfaßt und in künstlerischer Vollendung wiedergegeben hat. Wir können unseren Lesern die Freien Stunden bestens empfehlen.“
Die Unfallversicherung. Die Berufsgenossen⸗ schaften und ihre Vertrauensärzte. Geschildert nach den eigenen Erfahrungen von Karl Hofstädt, ergänzt v. Joh.
Rein. Selbstverlag. Preis 15 Pfennig. wegen unregel⸗ Beschwerden wanne.
stellung der„M. S.⸗Ztg.“ bitten wir an die Expedition, Sonnenstraße 25,(Buchhandlung) zu richten. In Gießen muß die„M. S.⸗Ztg.“ bis spätestens Samstag Abend in den Händen unserer Abonnenten sein, da die Drucklegung und Ausgabe an unsere Austräger bereits Freitag Nachmittag erfolgt.


