Ausgabe 
21.5.1899
 
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Tuss

Nr. 21.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite J.

Das Uebrige erzählen Sie mir auf unserem Spaziergang, wenn Sie nicht zu ermüdet sind, um auszugehen.

Tussy zeigte sich sofort bereit.

So wanderten nun die Zwei in die knospende, junge Frühlingswelt hinein, auf dem bald breiteren, bald schmäleren Fußpfad, der sich der westlichen Thalwand entlang in allmählicher Steigerung nach dem höchsten Punkte des Pla⸗ teaus, dem sogenanntenSignal, hinaufwand. Waren es schon früher Oettingers schönste Stunden gewesen, wenn er seiner Pflichten los und ledig hier herumstreifen konnte, ganz der Natur hingegeben, die für seine noch immer nicht verharschten Wunden heilender Balsam war, wie viel wonniger empfand er heute den Zauber dieser frühlingsgrünen Einsamkeit, da ihm zur Seite ein so liebes, holdes Wesen ging, das tausend teure Erinnerungen mit seinem Leben verknüpften.

Tussy schritt leicht wie eine Elfe bald vor, bald neben ihm, je nachdem der Weg es er⸗ laubte, überstreut von dem Sonnengold, das durch das flimmernde, junge Birkenlaub fiel. Ihr den Arm zu bieten, wagte Oettinger nicht 5 undefinierbares Etwas hielt ihn davon zurück.

Nun war die Höhe erreicht. Als sie aus dem Dämmer, das droben zwischen den alten Buchenstämmen herrschte, trotzdem ihre Kronen noch unbelaubt waren, ins Freie hinaustraten, schlug Tussy entzückt die Hände zusammen und stand wie bezaubert da. Vor ihnen, von dem goldnen Glanz der Mittagssonne überflutet, lag der See in seinem Kranze von Gebirgen, von den vielparigen waadtländer Alpen bis zu den im Sonnennebel verschwimmenden Wellen⸗ linien des Jura, und zu ihren Füßen die Stadt, überragt von der herrlichen Kathedrale. Die in zwei Bogenreihen über das Thal des Ilon führende grandiose Brücke, welche die Stadt mit der weltberühmten Promenade Monbenon verbindet, leuchtete in der Sonne wie Marmor. Nach allen Seiten waren weiße Villen zwischen dem jungen Grün der Bäume zerstreut, und auf dem bläulich glitzernden Spiegel des Sees entfalteten lateinische Segel ihre vogelähnlichen Schwingen.

Wie mußte diese Pracht ein Auge entzücken, das an die vergleichsweise Formenanmut und Farblosigkeit der norddeutschen Ebene gewöhnt war. Tussy lebte nun zwar schon einige Zeit in diesem Paradiese, aber sie war nie so hoch gestiegen, hatte alle Schönheit immer nur vom Ufer aus geschaut. Oettinger weidete sich an ihrem Entzücken.

Am Rande des Gehölzes stand eine Bank, auf der sich beide niederließen. Hier saßen sie in vertraulichem Gespräch, bis die immer weicher werdende Nachmittagsstimmung der Landschaft, der sich vertiefende bläuliche Schatten in den Einklüftungen der savoyer Alpen drüben sie daran mahnte, daß es Zeit sei, aufzubrechen, wenn sie um sieben Uhr in Ouchy sein wollten.

Sie hatten einen ziemlich weiten Weg vor sich, aber beide waren gut zu Fuß, und nach einer Stunde tüchtigen Zuschreitens, wobei es durch die auf⸗ und absteichenden Straßen der Stadt ging, langten sie an dem Ufer des Sees an, über dessen tiefblauer Flut ein rosiger Flor sich zu breiten begann. Oettinger nahm eine Barke, um Tussy nach dem nahegelegenen Hotel zu rudern und dann umzukehren. Es war nicht seine Absicht, gleich heute Frau Malms Einladung zu folgen. Morgen, wenn er seine Stunden im Pensionat absolviert hatte, wollte er sich ihr in aller Form vorstellen. Tussy war damit einverstanden.

Als sie an der Debarkadere des Hotels hielten, hörten sie über sich eine Stimme rufen: Gott sei Dank, da sind Sie endlich. Ich habe schon schreckliche Langeweile gehabt.

Emporschauend sah Oettinger eine noch jugendliche dunkeläugige Blondine, ganz in schwarzen Atlas gekleidet, die sich unter fort⸗ währendem Geplauder mit heiterer Miene über das Geländer beugte, bis die Ankömmlinge oben waren und die Vorstellung vor sich ging. Frau Malm, die, als sie nun aufgerichtet da⸗ stand, eine majestätische Erscheinung war, aber das leutseligste Gesicht von der Welt hatte,

reichte Oettinger sogleich die Hand und wollte durchaus nichts davon hören, daß er wieder umkehre.

Lieber, goldener Herr Oettinger, rief sie mit ostpreußischer Zutraulichkeit,das können Sie mir nicht anthun, nachdem ich um Ihret⸗ willen den ganzen Tag wie in einer Wüste zu⸗ gebracht habe. Mit diesen Leuten ist ja hier nicht zu reden. Die einen gurgeln englisch, die andern näseln französisch und die dritten glauben zwar deutsch zu sprechen, es ist aber nur ihr abscheuliches Schwizerditsch, das kein anständiger Mensch verstehen kann. Nein, nein, ich habe mich so auf Sie gefreut, ich lasse Sie nicht los. Den Kahn? ach den schicken wir durch einen Knecht aus dem Hotel zurück. Und Sie, Kleine, wandte sie sich an Tussy, deren Hand sie mittlerweile in der ihrigen ge⸗ halten hatte.Sie machen jetzt eiligst zu Tisch Toilette, Sie haben höchstens uoch eine Viertel⸗ stunde Zeit. Ih gehe mit Herrn Oettinger nach der Terrasse, dort finden Sie uns. Und, hören Sie, Tußchen, rief sie der Davoneilenden nach,daß Sie sich hübsch machen! Das blaue Kleid mit der Sammettaille und dem breiten Spitzenkragen, Sie wissen. Ich will heute mit Ihnen Staat machen. Da sind so ein paar aufgeblasene Engländerinnen angekommen, wandte sie sich erklärend an Oettinger,die müssen wir ausstechen, das habe ich wir fest vorgenommen. Dabei ballte sie ihre milch⸗ weißen Händchen und schlug damit wie ein schadenfrohes Kind aufeinander. So schritt sie mit Oettinger, den ihr Geplauder höchlichst er⸗ götzte, die Kieswege zwischen den Blumenstöcken zu dem höher gelegenen Hotel hinan, auf dessen prächtiger, von farbigen Marmorsäulen ge⸗ tragenen Veranda die versammelten Gäste der Ankündigung des Diners harrten. Als die beiden sich umkehrten, strahlte die ganze Kette der savoyer Alpen in durchsichtigem Rosenrot.

Oh, que c'est beau, que c'est beau! tönte es begeistert von allen Seiten und dazwischen 958 sich hier und dort ein bedächtigesbeautiful

ören.

Tussy kam gerade noch zum Schluß des herrlichen Schauspiels. Oettinger hatte sie noch nie so elegant gekleidet gesehen und war von ihrer Erscheinung wirklich überrascht. Der dunkelblaue Sammet, der ihren zierlichen Wuchs eng umspannte, machte sie zwar etwas bleich, aber es war eine weiche, liebliche Blässe, die, wie von innerer Erregung stammend, den Augen e höhten Glanz verlieh.

Frau Malm drückte ihre Zufriedenheit mit Tussys Toilette aus, zupfte an dem Spitzen⸗ kragen und den Stirnlöckchen, die jene auf ihren Wunsch jetzt trug, hier und da noch etwas zurecht, und legte, als die Glocke zum Diner ertönte, ohne viel Umstände ihre zarte kleine Hand in Oettingers Arm, um sich von ihm zu Tisch führen zu lassen. Sie hatte die Plätze am oberen Ende des Tisches belegt und nahm an der schmalen Seite Platz, während Oettinger rechts und Tussy links von ihr saßen.

Das Mahl verlief in der heitersten Stim⸗ mung, Dank dem ungenierten naiven Geplauder von Frau Malm, die in ihrem wirklichen oder eingebildeten Triumph über jene Engländerinnen schwelgte und mit Oettinger so vertraut that, als hätte sie ihn von Kindheit an gekannt. Am Schluß machte sie den Vorschlag, morgen zusammen nach Genf zu gehen. Sie kenne das waadtländische Ufer nun schon aus⸗ und in⸗ wendig und hätte eine Abwechselung dringend nötig.

Oettinger bedauerte indessen, die Damen nicht begleiten zu können, da seine Pflichten ihn in Lausanne zurückhielten.

Die veränderungssüchtige schöne Frau war zwar untröstlich darüber, meinte aber doch, die Fahrt nicht aufschieben zu können; übermorgen sei ja Sonnabend, da rechne sie bestimmt darauf, daß er am Nachmittag nachkäme und den Sonn⸗ tag mit ihnen in Genf zubrächte. Ihr Bleiben hinge ganz davon ab, wie es ihr in Genf gefiele.

Oettinger war plötzlich alle Freude vergällt. Er hatte darauf gerechnet, Tussy längere Zeit in der Nähe zu behalten. So sehr ihm Frau Malm gefallen hatte, sie erschien ihm jetzt als eine schlimme Egoistin. Er gab kein bestimmtes

Versprechen, und traurig nahm er vorläufig Abschied, um den Heimweg anzutreten. (Schluß folgt.)

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Der Lieblings ⸗Frosch. (Mit Benutzung desTierfreundes.)

Von all' dem Froschgetier, welches unsere Gärten, Wiesen, Wälder, Sümpfe, Teiche ꝛc. belebt, hat sich nur der Laubfrosch zu einem Liebling der Menschen, wenn auch durchaus nicht aller, zu machen gewußt. Es giebt eben noch heutzutage Leute genug, welchen Tiere, die man nicht essen, zu Pelzen, Hutschmuck oder sonstwie nützlich verwenden kann, in die Seele hinein verhaßt sind, und die deshalb den schenkel⸗ spendenden Gras⸗ und Wasserfrosch eher zum Fressen lieb haben. Seine schöne grüne Färbung und seine wenngleich nicht ganz ein⸗ wandfreie Gabe der Wetterprophezeiung haben ihm neben dem Goldfische ein Plätzchen auf dem Fensterbrett, als Haustier zweiten Ranges gesichert. Er genießt bei seinen Pflegern wohl stets gute Behandlung, wird reichlich gefüttert freilich glauben viele Personen heute noch, daß der Laubfrosch Gras frißt und daher seine schöne grüne Farbe hat, nach welcher Ansicht allerdings auch die Kuh und der Hase grün sein müßten und freut sich seines Lebens, dessen Hauptbedürfnisse viel Fliegen und Mehl⸗ würmer, Gras oder Blätter und ein Schälchen reinen Wassers zum Baden sind. Hitze verträgt er aber nicht und stirbt, der Sommersonne aus⸗ gesetzt, sehr bald, wenn er sich nicht in Gras oder Laub tief verkriechen kann. Jede Gelegen⸗ heit, zu entschlüpfen, benützt er, und es ist oft wunderbar, wie plötzlich er verschwindet; tage⸗ lang sitzt er in den Vorhängen, die ihn bergen ehe ihm die Gelegenheit günstig ist und er durch das offene Fenster den Sprung in die Freiheit wagt.

Humoristisches.

Er weiß sich zu helfen. Der Direktor des Sadttheaters in Ssamara erließ anfangs Januar eine Anzeige des Inhalts, daß er für einen bestimmten Abend die Preise erhöhen müsse. Das Publikum, das in letzter Zeit das Theater ziemlich vernachlässigt hatte, konnte sich den Grund dieser Maßregel nicht erklären und nahm an, daß etwas Besonderes zu erwarten sei. Noch vor Eröffnung der Abendkasse war das Theater ausverkauft. Nach Schluß der Vorstellung erfuhr man endlich, daß einige Tage früher aus der Garderobe ein Pelz gestohlen worden war, den der Direktor ersetzen mußte, und zu diesem Zwecke hatte er die Preise er höht.

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Amtsstil. Verteidiger: Die von dem Herrn Staatsanwalt mehrfach angezogenen Damenstrümpfe kann man unmöglich meinem Klienten in die Schuhe schieben, da er, wie aus dem Sachverhalt hervorgeht, berechtigt war, diese Damenstrümpfe als herrenlos anzusehen.

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Motivierung. Kadett:Hören Sie mal, warum verlangen Sie denn von mir für's Rasieren um 20 Pfennig mehr als von Ihren andern Kunden? Barbier:Ja, wissen Sie, Herr Kadett, bei Ihnen kommt halt noch der Finderlohn dazu!

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Ein Unterofsizier redete die neuen Rekruten al so an:So, Ihr seid jetzt Soldaten, und wer Euch beschimpft, beschimpft mit Euch des Königs Rock. Ihr dürft Euch also auf keinen Fall von jemand beleidigen lassen. Was macht denn der Saukerl da im zweiten Glied für ein Gesicht. Ich glaube gar, das Rhinozeros will in der Front zu lachen anfangen. Das Rindvieh...

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Der Predigtamtskandidat. Jo sephine: Ach, Herr Kandidat, lassen Sie mich; ich muß in die Küche, sonst brennt mir meine Gans an!Josephine, sei unbesorgt; so lange Du bei mir bist, steht deine Gans in Gottes Hand! f

Was ist der Gipfel der Unverfrorenheit? In einem Schirmladen warten, bis es aufhört zu regnen,

Neu eingelaufene Schriften.

Besprechung wichtigerer Erscheinung behalten wir uns vor.

3 hübsche Ansichtspostkarten sind im Ver⸗ lage desWahren Jakob(J. H. W. Dietz Nachf., Stuttgart) erschienen. 4 Karten sind einfarbig(blau⸗ schwarz) gedruckt, 4 in Buntdruck hergestellt. Die Sujets sind teils humoristischen, teils politischen Inhalts.