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Nr. 17.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Der Weltuntergang in Berlin.
Der Weltuntergang, der für den 13. No⸗ vember angesetzt war, ist in der Reichshaupt⸗ stadt und wahrscheinlich auch anderswo, nicht ganz ohne Folgen geblieben. Davon berichtet der lokale Teil Berliner Blätter. Bereits am Samstag wurden von verschiedenen Vereinen „Abschiedsfeierlichkeiten“ veranstaltet, bei denen es recht lustig zuging. Manche Klubs waren mit Erfolg bemüht, das Vereinsgeld noch rasch in Form von Getränken„kleiu“ zumachen. In der Nacht zum Sonntag fand in der Ger⸗ traudtenstraße eine Schlägerei statt, die von dem Angreifer damit begründet wurde, daß ja die Welt untergehe und eine Strafe ihn nicht mehr ereilen könne. Ein Schutzmann war aber anderer Ansicht und nahm den Maun fest. Ernsthafter zu nehmen ist ein weiterer Fall: Aus Furcht vor dem Weltuntergang hat sich
das etwas schwachsiunige Dienstmädchen Anna
Kubitschek aus der Köpenickerstraße am Samstag Abend die Pulsadern durchschnitten. Nach An⸗ legung eines Notverbandes wurde sie ins Krankenhaus gebracht.— Ein Charlottenburger erzählt der„Tgl. R.“ folgendes Erlebniß, das er Montag früh in seiner Familie gehabt: Der siebenjährige„Buwi“ will heute nicht zur Schule gehen, weil er nicht mit dem Lehrer, sondern mit der Mama„untergehen“ will. Nach längerem Hin⸗ und Herreden nimmt ihn seine zehnjährige Schwester auf die Seite und erklärt ihm, er brauche keine Angst zu haben, der Komet, ein Stern so groß wie ein Mann, komme allerdings, er werde aber in der Berliner⸗ straße von zehn starken Männern, die als Be⸗ waffnung große— große Stangen haben, er⸗ wartet und diese würden ihn wieder verjagen. Die strengen Worte des Vater haben nicht ge⸗ holfen— die Phantasie eines Kindes war dem Kinde aber zugänglich, und„Buwi“ ging be⸗ ruhigt mit seinen Schwestern zur Schule.
Alkoholismus als Ehehindernis.
Immer lebhafter wird in allen Staaten Nordamerikas die Volksbewegung gegen die Verehelichung von Personen, die mit irgend einem schweren Gebrechen behaftet sind. Bereits verbieten die Staaten Pennsylvanien und Massa⸗ chusets die Heirath unter Syphilitischen, Trunk⸗ süchtigen, Epileptischen und Schwindsüchtigen. Texas schließt nur die Epileptischen aus, während Ohio und Maryland im Begriff stehen, Phthisische, Alkoholiker und Syyphilitische von der Verheiratung ausschließen. In Amerika ist man also bereits auf dem Standpunkt, daß Alkoholismus iu Bezug auf Vererbung und auf Austeckung den gefaͤhrlichsten Volksseuchen, wie Lungenschwinsucht, Syphilis u. A. m., gleichzustellen ist.
Kleine Mitteilungen.
* Gießen. Gortrag.) Am Sonntag, den 26. November, wird der Arb.-Bildungs⸗ Verein(Gewerkschafts⸗Kartell) seine General— versammlung abhalten. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Vortrag des Parteige⸗ nossen Albert Meyer⸗ Marburg. Siehe die Notiz:„Wie die Naumänner ablösen“ in heu⸗ tiger Nummer.)
* Gießen.(Stadttheater.) Ein sehr erfolgreiches Gastspiel hat der bekannte Charakter- komiker C. W. Büller hier absolviert. Außer dem großen künstlerischen Erfolg sicherte Büller der Direktion auch volle Häuser. Bisher sind fünf Volksvorstellungen gegeben worden, davon waren die vier letzten Lustspiele. Es dürfte sich nunmehr empfehlen, auch einmal etwas anderes zu spielen.
* Abgeordnetenwahl. Die Wahl der Abgeordneten durch die Wahlmänner soll am Samstag stattfinden. Für den Kreis Gießen⸗ Land findet die Wahl im Burgsaal auf dem Staufenberg statt. 1
* Marburg. In der Asbsicht, die „Oberhessische Zeitung“ auf den Leim zu locken hatte das hiesige nationalsoziale Blatt in zwei Exemplaren ihrer Nummer vom 4. März d. J. eine Nachricht eingeschoben, in welcher von einem angeblichen Morde auf einer Mühle Mitteilung gemacht wurde. Die Folge davon
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war eine Klage des Müllers Saenger gegen den Berichterstatter J. Becker, der die Verant⸗ wortung für die betr. Notiz übernommen hatte. Becker wurde der verleumderischen Beleidigung schuldig gesprochen und zu 14 Tagen Gefäng⸗ nis verurteilt.
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Partei⸗ Nachrichten.
Versammlungs⸗Kalender.
Sonntag, 19. No vember: Wieseck. Tabakarbeiterversammlung nachm. 3 Uhr bei Wacker.
Friedberg. Wahlverein bei Gastwirt Ihl zur „Stadt Newyork“ um 10 Uhr.
Marktbericht.
Gießen, 11. Nov.(Marktbericht.) Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter p. Pfd. 0.90.— bis 1.00 Mk., Hühnereier p. St. 7—9, 2 St. 00- 00Pfg., Enteneier 1 St. 0—0 Pfg., Gänseeier p. St. 00 bis 00 Pfg., Käse 2 St. 5—8 Pfg., Käsematte 2 St 5— 6 Pfg., Erbsen p. Ltr. 18 Pfg., Linsen p. Ltr. 29 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.70— 0.80, Hühner per Stück Mk. 1.00— 1.10, Hahnen per Stück Mk. 0.60— 1.00, Enten per Stück Mk. 1.50— 2.40, Gänse per Pfund Mk. 0.48— 0.60, Ochsenfleisch per Pfund 68— 74 Pfg., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfd. 62 64 Pfg., Schweine⸗ fleisch per Pfd. 66—74 Pfg., Schweinefleisch, ge⸗ salzen, per Pfd. 78 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 64 bis 66 Pfg., Hammelfleisch ver Pfd. 50—60 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 4.00— 0.00, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. Mk. 5.00— 6.00, Milch p. Liter 16 Pfg., Zwetschen per Ctr. 00 00. Mk.
Letzte Nachrichten.
Landtagswahlen in Baden. Es wurden vier Sozialdemokraten gewählt: Dreesbach und Geiß in Mannheim, Opifizius in Pforzheim und Fendrich in Durlach. In Karlsruhe ging der ganze Mischmasch gegen uns und so unterlag Gen. Lutz mit 74 Stimmen gegen den Konservativen Stockhorner, der 97
Stimmen erhielt. Schiffsbrand. Der deutsche Dampfer
„Patria“ ist auf der Reise von Amerika nach Hamburg in Brand geraten. Die Passagiere wurden von einem anderen Schiff gerettet und in England gelandet.
Vom afrikanischen Kriegsschau⸗ platz. Ladysmith, ein gut befestigter und wichtiger Stützpunkt der Engländer, hat sich nach 14 tägiger Belagerung den Buren er⸗ geben. Es sind somit die Hoffnungen der Engländer auf Entsatz dieses Waffenplatzes durch die am Kap eingetroffenen neuen Truppen zu nichte gemacht worden.
b iessesn Stacttheates
Sonntag, den 19. Nov., nachm. 4 Uhr: Kinder vorstellung.
Hönig Tussendschön. Abends 8 Uhr:
Die wilde Katze.
Dienstag, den 21. Nov.: Im weissen Rössl.
Lustspiel in drei Akten. Mittwoch, den 22. Nov.:
Sechste Volksvorstellung:
Der Hüttenbesitzer. Schauspiel in vier Akten. Freitag, 17. Nov.: Das Opferlamm. Lustspiel⸗Novität von Walter und Stein. Sonntag, den 26. Nov.:
Marianne, ein Weib aus dem Volke. Schauspiel von Drexler- Manfred.
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Unterhaltungs⸗Teil.
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Mannessinn.
Drei Dinge will ich preisen, So lang ich singen kann,
Uud keine Macht der Erden Raubt mir den Glauben dran.
Das erste thut mir schüchtern Ein zart Geheimnis kund, Das ist in weichen Armen Ein Kuß von liebem Mund.
Das andre klingt und jubelt, Hell auf in lauter Lust,
Das ist im Freundeskreise Ein Lied aus froher Brust.
Das dritte braust wie Wetter And trifft mit Blitzeskraft, Das ist im Menschenleben Die That, die Rechtes schafft.
Der Kuß erstirbt im Kusse, Das Lied verweht die Seit: Die That des Mannesmutes Gehört der Ewigkeit.
Glückselig, wem die Liebe, Und wem die Muse lacht! Doch selig, dreifach selig, Wer eine That vollbracht! (Aus E. Bormanns humoristischem Hausschatz.)
Warum? Skizze von Fritz v. Schönfeld.
„... Ja richtig, noch etwas wollte ich Ihnen sagen, bevor Sie gehen! Dieser Karger, der da in ihrer Abteilung arbeitet, hat gestern in einer Parteiversammlung— wie diese Auf⸗ wiegler es nennen— wieder einen großmäch⸗ tigen Lärm gemacht über die Unterdrückung der Arbeiter in meiner Fabrik... Der Kerl macht Propaganda für Unzufriedenheit und Ungehorsam unter den Leuten... Lassen Sie ihm heute Abend nach Arbeitsschluß seinen Lohn auszahlen. Mag der Halunke hingehen, wohin er will;... soche Leute mache ich schon noch kirre, denn, gottlob, noch sind wir die Herren!
„Herr Baumann, es wäre vielleicht doch etwas voreilig, wenn man den Mann so Knall und Fall entläßt“, gab der Aufseher seinem Chef, dem Besitzer der großen Spinnerei, zur Antwort;„Karger ist einer der besten Arbeiter und beliebt bei seinen Kameraden.. Es könnte böses Blut...“
„Was?... Wollen Sie vielleicht auch noch diesen Lumpen in Schutz nehmen und mich belehren, was ich zu thun habe?... Sie .. nehmen Sie sich in Acht!... Ich habe jetzt überhaupt schon öfters bemerkt, daß Sie viel zu nachsichtig sind gegen die Leute!.. Und jetzt wollen Sie gar noch so einen noto⸗ rischen Hetzer verteidigen?...“
„Der Mann hat ein krankes Weib und drei kleine Kinder zu ernähren“, wagte der Aufseher bescheiden einzuwenden.„Herr Baumann, ich bitte Sie für ihn um Nachsicht. Wenn Karger von hier entlassen wird, so ist er brotlos— und so arg meint er es ja nicht mit dem, was er spricht, es ist nur das Elend, die Not, die ihm vielleicht etwas schärfere Worte in den Mund legen...“
„.. Jetzt habe ich aber genug davon!“ brauste der Fabrikherr auf;„noch ein Wort und Sie sind ebenfalls entlassen!.. Das fehlte mir noch!... Schweigen Sie... kein Wort mehr... es bleibt bei dem, was ich angeordnet habe.. So... und jetzt können Sie wieder gehen... Gott befohlen!“
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„Der Mann, über dessen Haupt das Ver⸗ hängnis lauernd kreist, steht unterdessen ahnungs⸗ los vor dem Spinnstuhl, der mit monotoner Regelmäßigkeit auf⸗ und abläuft Auf
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