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Ar. S.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
rohe Gesinnung an den Tag legen, über die zunehmende Verrohung der Jugend. Welche Heuchelei!.
Der Schwager des Kaisers.
In den Reichs landen wird nach den Münchener„Neuest. Nachr.“ seit einiger Zeit schon in wirklich gut unterrichteten Kreisen sehr ernsthaft mit einem noch in diesem Jahre zu er⸗ wartenden Wechsel in der Person des Statthalters gerechnet. Es unterliege kaum noch einem Zweifel, daß in Berlin an hoher Stelle thatsächlich der Wunsch besteht, den Prinzen von Schaumburg, den Schwager des Kaisers, zum Statthalter von Elsaß⸗ Lothringen zu ernennen.— Vielleicht wird bei dieser Ernennung gleich der alte Plan ver⸗ wirklicht, die Reichslande in einen monarchisch regierten Bundesstaat zu verwandeln.
Des Schwindels Ende.
Die römische Opinione erhält„von erster Seite“ aus Alexandrien Einzelheiten über das bekannte angebliche Komplott gegen den deutschen Kaiser. Hiernach hat die Ratskammer des italienischen Konsulargerichtes die Anklage auf ein geplantes Attentat wegen Mangels aller Be⸗ weise thatsächlich fallen lassen und erhebt nur Anklage„wegen gewöhnlicher anarchistischer Umtriebe“. Daß die aufgefundenen Bomben vou einem in diesem Metier bewanderten Lock⸗ spitzel hergestellt und bei dem Wirte Pinelli insgeheim niedergelegt wurden, ist gleichfalls festgestellt. Ja, der verhaftete Spitzel hat bereits ein diesbezügliches Geständnis abgelegt. Es wäre interessant, zu wissen, ob dieser Spitzel, wie hie und da behauptet wurde, wirklich ein Werk⸗ zeug gewisser deutscher Polizeileute war.
Fort mit der Freizügigkeit.
Nur immer offenherzig! Die Beschränkung der Freizügigkeit, das ist des Pudels Kern! So schreibt das Organ des Bundes der Landwirte, die deutsche Tageszeitung.
Sie faßt das Ergebnis der Leutenot-Debatte in der Landratskammer so zusammen: Alles in allem ist als Ergebnis der Beratungen festzu⸗ stellen, daß ohne eine Beschneidung der Auswüchse der Freizügigkeit, wie sie von uns mehrfach im einzelnen dargelegt worden ist, eine wesentliche Besserung der Verhältnisse nicht eintreten wird.“
Wahlrechts⸗Umstürzler.
Die königlich sächsische„Leipziger Zeitung“ hat vor einigen Tagen wieder einmal das große Geheimnis der herrschenden Klassen ausgeplaudert, die gewaltige Sehnsucht nach der Vernichtung des Reichstags⸗Wahlrechts. Das amtliche Blatt schreibr:
„Weder die Oeffentlichkeit der Stimmabgabe, noch der Wahlzwang und alle die kleinen Mittel, die man zur Einschränkung des allgemeinen Wahlrechts sonst noch vorschlägt, treffen das Uebel an der Wurzel. Es sind sämtlich Ver⸗ legenheitsmittel und bestätigen von Neuem den auch gestern wieder hervorgetretenen Mangel an Mut, der in dieser Beziehung unter den staatserhaltenden Parteien noch immer wahr⸗ zunehmen ist. Mit wahrscheinlich nur ganz wenigen Ausnahmen pflichten sie unserer Ueberzeugung bei, daß das Grund⸗ übel unserer staatlichen Zustände dieses gleiche und allgemeine Wahlrecht ist, daß es die größte Lüge unseres öffentlichen Lebens ist, bei allen Staatsbürgern eine Gleich⸗ heit der politischen Reife und Einsicht, des po⸗ litischen Interesses und des Rechtes der Anteil⸗ nahme an den öffentlichen Geschäften voraus⸗ zusetzen, die thatsächlich nicht existiert und niemals bestehen wird, solange es Staaten und Menschen giebt. Die Herren mögen sagen, was sie wollen, die Beseitigung dieses vernunft⸗ widrigen Wahlrechts wird doch kommen, und sie muß kommen aus innerer Notwendig⸗ keit. Des Staatsstreiches, den man von jener Seite wünscht, wird es dazu garnicht bedürfen.“
Merkts euch alle, ihr Wähler! In den Augen der herrschenden Klasse seid ihr viel zu dumm
zum Wählen.
Lehrer im Stall.
Der preußische Landwirtschaftsminister von Hammerstein sagte dieser Tage im preußischen Abgeordnetenhause unter dem Beifall der Rechten,„eine der wichtigsten Fragen sei die Erziehung der Kinder, ihnen müsse die Liebe zum landwirtschaftlichen Berufe wieder beigebracht werden und da biete sich ein dankbares Feld der Thätigkeit für landwirtschaftliche Vereine, für Geistliche und Lehrer. Aber gerade die letzteren und die Schulverwaltungen lassen es in dieser Beziehung vielfach fehlen, die Lehrer stehen dem landwirtschaftlichen Berufe zu fern und die Kinder verlernen ganz den Begriff dafür, wozu sie der liebe Gott auf das Land gesetzt hat. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Statt in den landwirtschaftlichen Betrieb eingeführt zu werden und Liebe für die Einzelheiten der landwirt⸗ schaftlichen Berufsthätigkeit, für die Wartung des Viehes, für das Melken ꝛc. zu lernen, lernen die Kinder stricken(Heiterkeit und lebhafte Zu⸗ stimmung rechts) und was weiß ich sonst noch, wofür sie keine Verwendung haben. Die Lehrer selbst verderben die Geistesrichtung der bäuerlichen Bevölkerung. Der Niedersachse lebt mit seiner Kuh und seinem Vieh unter einem Dache und hat darin niemals etwas Entehrendes gefunden, aber der Lehrer thut es nicht, er will einen eigenen Stall haben und giebt damit ein schlechtes Beispiel.(Lebhafte Zustimmung rechts.)“— Trotz alledem giebt es doch noch Lehrer, die für preußische Junker politische Schlepperdienste leisten, Agitation für Leute betreiben, die den Lehrern am liebsten den Kuhstall als Wohnung anweisen möchten.
Bauernschinder in Rumänien.
Sämtliche der Teilnahme an den Bauern⸗ revolten schuldigen Fremden oder in Rumänien nicht naturalisierten Sozialisten wurden polizeilich ausgewiesen. So meldet der Telegraph aus Bukarest.„Ausländer, Fremde sinds zumeist...“ Die Beutepolitiker im halbasiatischen Rumänien ahmen nicht ungeschickt ihre reaktionären Vor⸗ bilder im„zivilisterten“ Westeuropa nach. Aber die Fremden sind es auch in Rumänien wirklich nicht, die Bauernrevolten machen. Das sind Bojaren selbst, die rumänischen Junker. Sie verpachten ihren Besitz an bulgarische, rumänische oder griechische Bauernschinder. Und derweil der Bojar, mit seiner oder seinen Maitressen in Bud apest, Paris oder sonst einer lustigen Stadt die Pachtsummen verpraßt, schindet, prügelt mit Hilfe der Ortspolizei, des Militärs, der Pächter die armen, unwissenden Landarbeiter. Das wird selbst diesen armseligen, ausgehungerten Bauern zuviel und so überfällt sie die Wut und ein Pächter oder ein Primar fällt zum Opfer. Dann kommt Militär ins„Dorf“, wie die paar Höhlen, in denen die Bauern hausen und hungern, fälschlich genannt werden und einige Bauern werden auf die schändlichste Weise gemartet oder man macht kürzeren Prozeß und schlägt die„Rädelsführer“ gleich tot. Das ist die Entstehungsgeschichte und der Verlauf der meisten rumänischen Bauern⸗ revolten. Die„Fremden“ aber können nichts dafür.
Aus dem Reichstag.
Die widerstreitenden Interessen, die um die Reichsbank mit einander ringen, zeichneten sich in der Freitagssitzung recht scharf ab. Das agrarische Junkertum mit seiner mittel⸗ ständisch-zünftlerischen Junkerschutztruppe war vertreten durch v. Kardorff, Dr. Hahn, v. Wangen⸗ heim, Liebermann v. Sonnenberg— so ziemlich der ganze Generalstab. Und nicht der Firnis weltmännischer Bildung, wie beim Grafen Kanitz. Der Pferdefuß wurde denn auch nicht kunstvoll verhüllt. Leichterer Kredit, d. h. Pump nach Belieben für die Junker und Junkergenossen — Vernichtung der Goldwährung, damit die „Notleidenden“ sich wie weiland bankrotte Fürsten mit falschem Geld auf die Beine helfen können — kurz, die Losung: Her mit dem Kapital— für die richtigen Leute!
Den bürgerlich-kapitalistischen Standpunkt verfochten die Freihändler und Freisinnigen
9 Fischbeck und Brömel; und Bankdirektor Koch, der eine gute Klinge führt, sprang mit den Agrariern unbarmherzig um, sie in ihrer ganzen Unwissenheit an den Pranger stellend.
Herr Liebermann, der nicht begreifen kann, daß es etwas anderes ist, die Reichsbank einer Junkerklique auszuliefern als sie in einem demo⸗ kratischen Staat zu verstaatlichen, machte uns den komischen Vorwurf der Inkonsequenz. Er wurde von Gen. Schoenlank, den er besonders angegriffen hatte, mit Leichtigkeit heimgeschickt.— Die Vorlage ging an eine Kommission.
Die ganze Samstagssitzung wurde in An⸗ spruch genommen durch die Interpellation des Grafen Kanitz über den Stand der handels⸗ politischen Verhandlungen mit den Ver⸗ einigten Staaten von Amerika. Graf Kanitz hielt im ersten Teil seiner Begründung eine längere schutzzöllnerische Rede und kam erst im zweiten Teil auf den eigentlichen Inhalt der Interpellation. Aus der Antwort des Staats⸗ sekretärs v. Bülow ergab sich, mit ziemlicher Sicherheit, daß die Junker von der Regierung bestellte Arbeit geliefert hatten mit ihrer Inter⸗ pellation.
Die Rede des Staatssekretärs war sorgsam vorbereitet. Sie war in jeder Beziehung geeignet, auf ein besseres Verständnis der Amerikaner hin⸗ zu wirken.
Montag, Dienstag und Mittwoch waren der Beratung des neuen Invaliditätsver⸗ sicherungsgesetzes gewidmet. Unsererseits sprach Gen. Molkenbuhr. Er wies über⸗ zeugend nach, daß auch dieses Gesetz wieder so gemacht werden soll, daß es neben winzigen Ver⸗ besserungen große Nachteile mit sich bringe. Es sollten die Agrarer auch hier entlastet werden durch weitere Belastung der städtischen resp. industriellen Kreise. Molkenbuhr erklärte, daß die Sozialdemokratie für eine Reform der Versicherung sei. Wenn aber dieser Novelle die agrarischen Krallen nicht abgeschnitten werden, so werden wir gegen das Gesetz stimmen. Verbesserungen sind nicht schwer anzubringen. Die Novelle ist so voller Mängel, daß faft jede Aenderung an ihr eine Verbesserung darstellen wird.
Im weiteren Verlauf der Verhandlungen, die, wie gewöhnlich wieder allerlei Dummheiten und Verleumdungen gegen unsere Partei gezeitigt hatten, kamen noch die Genossen Wurm und Sachße zum Wort.
Wurm wendet sich gegen die zwangs⸗ weise Unterbringung der Arbeiter in die mit Recht als Rentenquetschen bezeichneten Heitanstalten. Die ganze Arbeiterver⸗ sicherung, mit Ausnahme der auf der Haft⸗ pflicht beruhenden Unfallversicherung ist nur eine Ausgestaltung der Armenpflege. Die Rentenstellen könnten eine Bedeutung nur erlangen, wenn man die Arbeiter dazu heranziehen wollte, namentlich auch die Frauen. Die Vorlage hat im Ganzen wenig Freunde, ich hoffe, daß sie in die Kommission geht; wir werden beweisen, daß auf dem Boden der heutigen Gesellschafts⸗ ordnung dieselbe noch ganz gut ausge⸗ staltet werden kann.
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Kommunales aus Gießen.
II. ps. Wir haben folgendes Schreiben erhalten: Oberbürgermeister Gnauth. Gießen, den 13. Februar 1899. An
verehrliche Redaction der Mitteldeutschen Sontags-Zeitung, hier.
Die Bemerkungen, welche Sie in Nr. 7 Ihrer Zeitung hinsichtlich der Unterstützung unseres Theaters aus städt. Mitteln gemacht haben, bedürfen in zwei⸗ facher Hinsicht der Ergänzung.
Zunächst ist in der Spielzeit 1897/8 die Direction nicht nur durch den angegebenen Gaspreisnachlaß, sondern auch weiterhin dadurch unterstützt worden, daß für die Anschaffung von(in das Eigentum der Stadt übergehenden) Decorations- und Einrichtungs- Gegenständen insgesamt 1500 M. verwilligt wurden.
Des Weiteren aber hat die Stadt für die laufende Spielzeit die Saalmiethe bis zum Betrag von 3000 M. übernommen(unter Wegsall des früheren Gaspreis, nachlasses) und unter der Bedingung, daß die ie! tion sich verpflichtet,„mindestens 12 sogen.“


