2
—— — —
en“,
1 schoy
em
eine eelen einen ein ahren
Vol⸗
des ollen gen ene ichen,
seit lend
r. 25.
i Minderzahl. Die meisten treten mit 14 Jahren,
1
Mitteldeutsche Sonntags ⸗Zeitung.
Seite 7.
Werkmeister können von 5— 10 Fr. pro Tag verdienen, aber diese bilden immerhin eine kleine
frisch von der Schule weg, ein, man kennt es 1 anders und da die jugendlichen Ar⸗ eiter gleich verdienen, so hat ein Kind aus dem Creuzot kaum je eine andere Wahl vor sich.
Einige der Begabtesten werden von dem Unternehmer auf gewerbliche Fortbildungss chulen übung und erhalten dann nach erfolgter Aus⸗ ildung Posten als Zeichner, Werkmeister oder Inspektoren; die andern werden blos Arbeiter. Arbeiter“ ruft Hurra aus,„das heißt hier Wesen, die beständig dem glühenden Höllenracheu gegen⸗ überstehen, Menschen mit verfallenen, fieberhaften Gesichtern, mit geröteten Augenlidern und ver⸗ engten Brauen, mit schweißtriefenden, rußge⸗ chwärzten Leibern.
Wenige Schritte von den Oefen verzehrten ste, auf Eisenstücken kauernd, inmitten der giftigen Dünste, die den Hunger in Ekel verkebren, ihr Mahl, und seit ihrer Kindheit kennen sie nichts als den Dienst bei den Feuerungetümen, die nie, nie stille stehen, so wie ihr Leben nie, nie eine Ruhepause kennt, nicht vierzehn Tage, nicht eine Woche!
Werden diese Menschen sich nie im Schatten eines Waldes ausruhen können, werden sie denn nie aus dem Frohndienst der Maschine los⸗ kommen? Es wurde mir das ganze Elend klar, das hier das eine Wort„Arbeiter“ ausdrückt, ich hatte das Gefühl, daß wenn ich einer dieser nackten, schwitzenden, keuchenden Männer wäre, ich mich gegen mein Los auflehnen würde und ich nahm mir vor, die Leute zu fragen, warum sie nicht revoltieren?“
Huret hat sie gefragt und sie haben ge⸗ antwortet, aber ehe er es that, suchte er noch den Herren über all diese elenden Leben, den Eisenkönig Schneider auf. Der Begründer des Werkes, Eugene Schneider, war der Vater des jetzigen Besitzers. Sein Denkmal steht in Bronze auf dem Marktplatz, das einzige Monument von Creuzot. Eine symbolische Gruppe am Fuße des Denkmals veranschaulicht die Dank⸗ barkeit für den„Wohlthäter“. Herr Schneider 92 wird als Mann von energischem und
rutalem Aussehen geschildert, er trägt ein durch— aus selbstzufriedene Miene zur Schau und ver⸗ sichert ein über das andre Mal, daß die Ar⸗ beiter ganz befriedigt seien und garnicht daran dächten den socialistischen Theorien Gehör zu eben. Nicht ohne Stolz weist er auf die für die Arbeiter getroffenen Wohlfahrtseinrichtungen hin. Es besteht eine Krankenkasse, welche täg⸗ lich 2 Fr. Unterstützung gewährt und die stark in anspruch genommen wird, da Verletzungen bei der Arbeit überaus häufig sind.
Die Altersrente beginnt mit dem 60. Jahre und schwankt zwischen 10 und 40 Fr. monat⸗ lich, und die Wohnhäuser werden den Arbeitern auf Abzahlung überlassen, so daß sie mit der Zeit in den Besitz derselben übergehen.
Ganz ideale Zustände! Herr Schneider wird auch von der Arbeiterschaft anerkannt, er besitzt ihr Vertrauen, das wohl durch die Wahl zum
Abgeordneten und Bürgermeister genügend dok⸗ umentiert ist.
Der Es ist heute Sonntag
benimmt den Atem. Der Fremde betr
herbei.
fragt er den Vater. „Ich meine „Wollen be
kostet's mich.“
kauften?“
„Sie scherzen. O
beläuft sich gehen für alle rund
das Häus schlechter „Die
schlimmste ist, und nicht mehr esse
vorstehenden
„Und wenn Sie der Besucher.
„O, das wäre fügte er mit
füllten sich mit Th kräftig und die Fur
ich meine wie weit langt das
ihn zum Abgeordne
All diese Dinge sind keine Unwahrheiten, sie sind nur in verschiedner Beleuchtung anzusehen
wählt?“
und Huret hat es vorgezogen, Arbeiter zu fragen, er wollte wissen, vielleicht aus Zufriedenheit nicht revoltieren. Arbeiter, den Huret, als Gewährs⸗ mann ausersehen, steht vor seinem Häuschen.
mau denn Begriff des Sonntags kaum. Wie alltäglich dröhnt der schwere Hammer, wie immer glühen die Hochöfen, Luft mit Schwefelgeruch und
Kinder von 5 und 7 Jahren verkriechen sich scheu bei seinem Kommen, drinnen auf der Bank säugt die Frau ihr Jüngstes kleine Geschöpfchen spielen in der Ecke. Das älteste Mädchen, ein mageres, traurig aussehen⸗ des Kind von 14 Jahren schiebt einen Stuhl
„Und das ist Ihre ganze kleine Familie?“
8'ist genug sechse! Was das ißt, das ist unglaublich. Das Brot müßte immer auf dem Tisch stehen. 5 sie mir nicht ihr Gärtchen zeigen?“ Der Arbeiter macht eine geringschätzige Ge⸗
rde:
„Pah, das heißt nicht viel, 10 Quadratmeter, ein paar Rüben und Kartoffeln, das ist alles und die Kinder ziehen sich ein paar Blumen.“ „Das Häuschen und den Grund giebt Ihnen wohl die Gesellschaft?“
„Giebt? Sie verkauft es uns,
„Sie hatten wohl Ersparnisse,
das Kapital mit 5 Proz. Interesse. schwer mir's fällt! Mein Monatseinkommen auf etwa 140 Fr., 40 Fr. davon
100 Fr.— rechnen Sie selbst; ich
will nicht klagen, es giebt Leute, denen es geht, aber———“
Arbeit ist wohl anstrengend?“
„Sehr, aber man wird es gewöhnt. Das
daß man den Hunger verliert
Grad, vor den Oefen benimmt den Appetit. Besonders die Kartoffeln widerstehen einem, aber was soll man machen, man kann doch nicht immer Fleisch kaufen!“
Und das sagte der Mann ruhig, ohne Bitter— keit im Ton. Sein gelbes Gesicht mit den Backenknochen, den entzündenten Augen und versengten aus traurigen Eindruck.
Unterstützung könnten wir nicht leben, ich müßte,“ einem verzweifelten Blick hinzu,„die Kinder betteln schicken.“ Die Augen des Mannes
„Mit 60 Jahren“, fuhr er
Alterspension, 20 Fr monatlich, aber „und dann— wer wird Arbeit!“
denn gleich 60 Jahre, bei unsere! „Euer Herr scheint beliebt zu sein,
doch noch die ob sie
— aber in Creuzot kennt wie immer ist die Rauch erfüllt und itt das Häuschen, zwei
und zwei andere
10
3500 Fr. als Sie es nein, ich muß es abzahlen, Und wie
chen ab, bleiben für uns
n kann. Die Hitze, 1200
Brauen machte ein über⸗
krank würden?“ fragte ihn
furchtbar, von den 2 Fr.
ränen, er fühlte sich nicht cht ergriff ihn. fort,„bekomme
Ihr habt ten und Bürgermeister ge—
Der Mann senkte die Stimme und flüsterte: „Pah, wir wagen's nicht anders, man fürchtet sich bei den Wahlen, daß es herauskäme, und man will doch nicht an die Luft gesetzt werden.“ „Aber habt Ihr den keine Organisation, warum organistert ihr euch denn nicht?“
„Ist nicht möglich, Herr; früher gab es wohl socialistische Versammlungen; aber alle, die daran teilnahmen, sind entlassen worden. O, nicht auf einmal, so bei jeder passenden Gelegenheit— aber alle nach und nach. Man kann sein Brot nicht aufs Spiel setzen. Jedes Haus ist voll Kinder. Ach, wir wollten gern 1 zufrieden sein, wenn nur die Herren uns etwas 9 mehr übrig ließen und wenn man nicht immer
so müde wäre und wüßte, daß man Weib und
Kind nicht im Elend zurückläßt, wir werden ja
doch nicht alt!“ „Aber, warum laßt ihr euch alles gefallen, warum revoltiert Ihr denn nicht?“
„Sie sind doch die Stärkeren. Herr, und dann,“ fügte er im Tone tiefster Verzweiflung hinzu,„wir sind zu müde!“ 5
*
Soweit die Schilderungen des französischen Autors. Wenige Jahre sind, seit fie geschrieben wurden, verflossen, und die müden Arbeiter des Creuzot haben ihre Gleichgültigkeit abgeschüttelt, ihr Klassenbewußtsein wiedergefunden. Freilich, auch diesmal noch werden sie es nicht vermögen, der Macht des Kapitals lange Widerstand zu leisten; sie sind müde, die Kinder hungern und, wie es Ada Negri in dem ergreifenden Gedicht „Ende des Ausstandes“ schildert:
Majestätisch in ihren zerfetzten Kleidern
Schluchzend vor Scham und bebenden Herzens,
Düster verzweifelte Schatten, kehren sie
wieder zurück Zur Arbeit. 55 Wann kommt die Erlösung?
*
Daß aber die in Furcht und Scheu aufge⸗ wachsene Arbeiterschaft des Creuzots es wagt an ihren Fesseln zu rütteln, daß die geistige Knechtschaft abgeschüttelt hat und aus ihrer Betäubung erwacht ist, muß jedenfalls als ein Schritt vorwärts auf dem Wege zu dieser Er⸗ lösung begrüßt werden.„As.“ im Vorw.
r Humoristisches.
Agrarier im Stall. Ein Offizier kommt zu einem jüdischen Pferdehändler und wünscht ein schneidiges Pferd zu kaufen. Der Pferdehändler offeriert ihm nun einen Hengst mit Namen„Agrarier“.— Leutenant: „Den famosen Hengst haben Sie wohl seines vornehmen Exterieurs wegen„Agrarier“ getauft?“— Pferde⸗ händler:„Nee, die Stallknechte haben den Hengst „Agrarier“ genannt, weil er vorzüglich frißt, großartig säuft und nachher immer stöhnt!“
*
Lehrbuben⸗Bosheit. Schusterlehrling(dessen Meister von seiner Frau geprügelt wurde):„Ni, nu Meester, ick jloobte immer, wir wären die Herren der Schöpfung!“
*
Sparsam. Magistratsrat(zu seinem Sohn): „Mensch, dicht' nik! Wozu willst Du machen Deiner Vaterstadt unnötige Denkmal⸗Ausgaben?!“—
(Flieg. Bl.) *
Zivilversorgung. Papa, was ist eigentlich Zivilversorgung?— Wenn der ausgediente Unteroffizier irgend eine Versorgungsstelle bekommt und der aktive
Offizier eine Bankierstochter heiratet.
5 5 Schulstraße 5 Nachfolger, Marburg, Franz Neumeier, E. Bendler's 17 1 0 Ia.
Gießen,
Son nenstraße 22 Specialgeschäft in Lichten, 1 n ee Sa enpnspel 10. 12. 16 Pf. v. 94 Mitteldeuts chen
eiupfiehlt sein großes Lager ane Seifen und Parfümerien Preisen in anerkaunt vorzüglicher Stärse 28, 30 Pf. per Pfund. 0 Sorten Schuhe und Stiefel empfiehlt alle in dies Fach ein⸗ Qualität: Vora. 1 1 0 Sonntags⸗ Zeitung zu billigsten Preisen. schlagenden, sowie sämtliche Kaffee rob, 60, 70, 80, 90 ꝛc. Pf. e 1 00 tauft man
Ein größerer Posten zurückge⸗ Toilette 2 Artikel do. 105 085 9), 100, 120, Jhocolade 85, 100 Pf. 2 setzter Arbeiter ⸗ Schuhe und 7555 EN de f., 5 Caße⸗ per Pfund v. 40 Pf. an Ur 10 f Stiefel wird zu und unter von den billigsten bis zu den Reis 1 1 kein Abfall. 5 H Einkaufspreis abgegeben. feinsten 11 8 51 20, 25 Pi. Pf. Bei Mehrabnahme billiger. 2 in den
1 e 5 25, 30 Pf +
NB. Anfertigung nach Maaß, e Goossens 5005 28 350 97 13 werden billig aus⸗ Buch h andlun ge 1 e e Pansr 44 Tibsen 10, 12, 15 Pf, oge gestopft von Sonnenstraße 25 und
rden in eigener Werkstätte prom f eie esch. 16, 2 f 5 n n„In Nacht u. Cis“ de gegen 12 f J. Gelzenleucher, Wallthorstraße 21.
und billig angefertigt.
neueste Aufl., kompl., billig abzug.
e ee e eee. Buchh. Schneider, Sonnenstr.
do.
gespaltene 12 Pf. Vohnen 12, 16 Pf. Linsen 16, 20, 24 Pf.
6 οοοοο Carl Freudenstein:
Weidenhäuserstraße,
lt 20. 22 Pfl. NN zamielesc waz. f. Einzel⸗Nummern do. gelb 20 Pf der
Hoda per Pfund 5 Pf
25 n 5 l 8 nn,
N
Neuen Bäue 2.


