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Seite 6.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Nr. 51.

Patu wandte sich rasch um: schulln se man kamen.

Aber nun fing der Andere an, zu lachen: Jo, jo, se schullt man kamen. Aewer hüt hest Du doch to veel to dohn, um em nach tolopen.

Der ganze Tisch bebte von dem Freuden⸗ Boten das diesen Worten folgte, sodaß der

oden zitterte und die Gläser klangen. Aber der junge Mann wurde wütend bei dem Ge danken, daß man seine Hochzeitsnacht benutzen könne, um bei ihm zu wildern.Ick segg man blot, se schullt man kamen.

Und jetzt ergoß sich ein förmlicher Regen von Zweideutigkeiten, und die junge Frau, die vor freudiger Erwartung bebte, errötete leicht.

Als man dann noch ein Fäßchen Brannt wein ausgetrunken hatte, gingen alle schlafen. Die Neuvermählten begaben sich in ihr Zimmer, das, wie alle Zimmer eines Bauernhofes, zu ebener Erde lag. Da es heiß war, öffneten sie die Fenster und machten nur die Läden zu.

Auf der Kommode brannte eine kleine, ge schmacklose Lampe, ein Geschenk des Schwieger⸗ vaters, und das Bett stand bereit, das junge Paar zu empfangen.

Die Frau hatte sich zu Bette begeben; Jean beugte sich zu seiner Frau herab und suchte ihren Mund, den sie in den Kissen zu verbergen suchte. Da ertönte plötzlich ein Schuß in der Ferne, er schien aus dem Gehölz des Raples herzukommen.

Jean fuhr unruhig empor, das Herz schnürte sich ihm zusammen. Dann stürzte er ans Fenster und riß die Läden auf.

Der Mond schien voll auf den Hof herab und badete ihn in seinem gelblichen Licht. Um die Apfelbäume lagen kurze, runde Schatten 5 dunkle Flecke, und in der Ferne glänzte

das reife Getreide 4 den

von ihr los, stürzte auf das Fenster zu und sprang in den Hof hinab.

Sie wartete eine Stunde zwei Stunden bis es Tag wurde. Ihr Mann kam immer noch nicht. Nun verlor sie den Kopf, rief Leute herbei und erzählte ihnen, wie Jean in Zorn geraten und den Wilderern nachgejagt sei.

Nun machten sich sämtliche Knechte, Fuhr leute und Burschen auf den Weg, ihren Herrn zu suchen.

Man fand ihn zwei Meilen vom Hof ent⸗ fernt, vom Kopf bis zu den Füßen mit Stricken umwunden, halbtot vor Wut. Die Hose hatte er auf der verkehrten Seite an, drei tote Hasen hatte man ihm um den Hals gehängt und ein Plakat angeheftet:Wenn man up de Jagd geiht, verliert man sin Platz.

Wenn er späterhin von seiner Hochzeitsnacht

erzählte, pflegte er hinzuzufügen:O, för'n Jux

war dat en ganz goden Jux. Se hebbt mi am Kribs kregen, as en Has, de verflixten Bengels, un hebbt mi en Sack öwer den Kopp trokken. Aewer wenn ick em mol to faten kreg,

daun schült se sich man wohrn.

So amüsiert man sich in der Normandie, wenn Hochzeit gehalten wird.

Sprüche zur Lebensweisheit. Von Heinrich Heine.

Die Erde ist der große Felsen, woran die Menschheit, der eigentliche Prometheus, gefesselt ist und vom Geier des Zweifels zerfleischt wird. Sie hat das Licht gestohlen und leidet nun Martern dafür. 1

Wo das Weib aufhört, fängt der schlechte Mann an. i

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N se war hübsch und man wußte, daß sie eine Wie er so 11 dastand und auf jedes Wir wollen auf Erden glücklich sein,

0 1 oße Mig bekam. Aber 10 hatte Patn den J Geräusch horchte, schlangen zwei bloße Arme Und wollen nicht mehr darben;

1 Vorzug gegeben, vielleicht, weil er ihr besser sich um seinen Hals und seine Frau flüsterte, Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,

1 gefiel, wie die Anderen, aber eher noch, weil] während sie ihn vom Fenster wegzuztehen ver⸗ Was fleißige Hände erwarben. 1 sie als echte Tochter des Landes in Betracht suchte:Lat dat doch, wat geiht Di dat an?*

9 zog, daß er die meisten Thaler besaß. Kumm wedder to mi. Die Musik beim Hochzeitsgeleite erinnert 5 Jetzt saßen sie beim Hochzeitsmahl. Am Er wandte sich um, drückte sie an sich, hob mich immer an die Musik bei in die Schlacht 0 unteren Ende des Tisches saßen vier Burschensie in seinen starken Armen empor und trug sie ziehenden Soldaten.

9 aus der Nachbarschaft und heckten irgend welche] zum Bett. f*

4 Scherze aus, mit denen das junge Paar über⸗ Aber in dem Moment, wo er sie nieder⸗ Neben dem Denker ein prosaischer Mensch, 0 rascht werden sollte. Sie schienen jetzt gerade legte, krachte wieder ein Schuß und näher wie der ruhig sein Geschäft treibt neben jeder 4 einen besonders guten gefunden zu haben, denn der erste. Krippe, worin ein Heiland, eine welterlösende 14 sie flüsterten eifrig mit einander und erstickten Jean erbebte vor Zorn und fluchte:Den Idee, den Tag erblickt, steht auch ein Ochse, 6 fast vor Lachen. Einer von ihnen benutzte Düwel ok, se glöwt wull, dat ick wegen, Di] der ruhig frißt.

g einen ruhigen Moment, um dem jungen Ehe- nich rutkam. Na, wart man, wart man! 1

1 mann zuzurufen:Na, dusse Nacht warn de Damit zog er seine Stiefel wieder an, nahm Fatal ist mir das Lumpenpack,

7 Wilderer wull nich utbliewen, weun de Maand das Gewehr, das er immer bei der Hand hatte, Das, um die Herzen zu rühren,

5 so klar schient. Segg doch, Jean, dit Mol vom Nagel, und wie seine Frau bittend und Den Patriotismus trägt zur Schau

warst Du em wull nich uplurn? 1 bestürzt seine Knie umfaßte, machte er sich rasch Mit allen seinen Geschwüren. Mintwegen

Humoristisches.

Der schlaue Schneider. Der Scheider⸗Jakl kam am Sonntag mit einer derart zerissenen Hose in die Kirche, daß er bei einigen frommen Gemütern An⸗ stoß erregte und ihn der Pfarrer nach Schluß des Gottesdienstes zu sich heranwinkte.Schamst Di net, sagte er,mit aner solchen Hosen in d' Kirchen z' kemma? Du bist ja a Schneider, warum flickst D' Dir's net?

Schaun S', Hochwürden, meinte der Schneider Jakl,i hab' jetzt so viel Arbeit, wo i was verdean', daß i mi mit aner solchen Flickerei, für mir kans was zahlt, net aufhalten kann.

So, so, sagte der Pfarrer,damit Du net z' kurz kimmst, gib i Dir fufzig Kreuzer und dafür wirst Du Dir Dei' Hos'n schön sauber herrichten.

Der Schneider⸗Jakl sagte:Vergelt's Gott zehn⸗ tausendmal! und ging.

Wer am nächsten Sonntag wieder mit einer zer⸗ rissenen Hose in die Kirche kam, war der Schneider-Jakl.

Jetzt wurde dem Herrn Pfarrer die Geschichte zu bunt; er ließ sich den Jakl rufen und herrschte ihn an: Du Lump, Du! Hab' i Dir net vorigen Sonntag fufzig Kreuzer geben, damit Du Dir Dei' Ho sen flickst, und jetzt kimmt mer no' allweil so daher?

Das hat scho' sei' Richtigkeit, sagte der Jakl be⸗ dächtig,aber wissen S', Hochwürden, ich hab mir die Hosen z' Haus genau ang'schaut; die is so zerrissen, daß i's beim besten Willen unter an Gulden net flicken kann!

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Zum Hausfrieden. Viele Weiber, viele Flöhe, Viele Flöhe, vieles Jucken Thun fie heimlich dir ein Wehe, Darfst du dennoch dich nicht mucken.

Denn sie rächen, schelmisch lächelnd, Sich zur Nachtzeit Willst du drücken Sie ans Herze, lieberöchelnd, Ach, da drehn sie dir den Rücken. H. Heine. SFFFFFPFPbFbFbFbFbFFCwCCccCcCccccccc

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