Ausgabe 
14.5.1899
 
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Nr. 20.

Mitteldeutsche SonntagsZeitung.

Seite 7.

An dem Tage, an welchem man der Erde eines ihrer schönsten Gebilde zurückgab, wurde Oettinger nach der Festung Lötzen abgeführt.

Valeskas irdische Hülle lag in Blumen ge⸗ bettet, ihr Sarg war ganz davon bedeckt. Eine Myrthenkrone, mit weißen Rosen durchflochten, prangte zu Häupten desselben. Ihre Schüler⸗ innen aus M. hatten sie gesendet.

Schluß.

Es sind vier Jahre verflossen. Der Genfer see blaut unter einer warmen Märzsonne. Sie hat die Eismäntel der savoyer und waadtländer Alpen schon tüchtig ausgefranzt, und immer höher kommt das sammtne Grün des Unter kleid s zum Vorschein, das deren Fuß in weichen Falten umwallt.

Auch in Vallon bei Lausanne, einer tiefen, schmalen Einsattlung des Mont Jorat, auf dem die Stadt gebaut ist, schimmern die Felswände bereits im Frühlingsgrün der Birke und Hasel⸗ staude, obgleich die Vegetation hier immer ein wenig zurück ist. Die Sonne dringt in diese Erdfalte nicht so leicht hinein, und diesem Um⸗ stande verdankt das Thal, das der klare Ilon in lustigen Sprüngen durcheilt, außer einer Mühle, das einzige Etablissement, welches es mit dem städtischen Leben verknüpft. Die kühlen Felswände verlockten zum Anlegen einer Brauerei, und wer den schmalen, zwischen Gärten und Weinbergsmauern führenden Fußpfad von der Stadt herkommt, ist erstaunt, in dieser welt⸗ verlorenen Einsamkeit plötzlich auf einen Kom⸗ plex stattlicher Gebäude zu sehen. Ein wenig abseits davon, von einem Garten eingehegt, steht das freundliche Wohnhaus der Brauer⸗ familie. Hier hat sich vor etwa einem Jahre ein junger Deutscher eingemietet, der ein sehr

stilles, eingezogenes Leben führt. Außer seinem

täglichen Gang nach dem Pensionat Champuis, einem der vornehmsten der Stadt, in dem er den deutschen Sprach- und Litteraturunterricht

1

r Konfirmatie Markus Gauer, Gießen,

erteilt, und seinen Streifereien durch das Thal und längs den Ufern des Sees, sitzt er beständig an seinem Schreibtisch. Seine Wirtsleute haben eine stille Verehrung für den ernsten jungen Mann mit den schönen traurigen Zügen, in denen eine schicksalsschwere Vergangenheit ge⸗ schrieben steht, und die doch wieder so gütig zu lächeln, so viel menschliche Teilnahme aus⸗ zudrücken vermögen.

Es ist unser Freund Kurt Oettinger, der hier ein stilles Asyl nach dem Sturm, der seine Jugend verwüstet, gefunden hat. Nach zwei⸗ jähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen, hatte er vergeblich gesucht, sich im Vaterlande zu halten.

An die Gründung einer Existenz oder auch nur an eine bescheidene Unterkunft war nicht zu denken. Eine Stelle als Hauslehrer mußte er aufgeben, weil die Regierung fand, daß seine Vergangenheit keine Garantie für seine

Moralität böte. So hatte er den Wanderstab

ergriffen und dem Vaterlande den Rücken ge⸗ kehrt, um in freierer Luft für die Verwirklichung seiner Ideen zu arbeiten.

Eben kehrte er aus der Pension Champuis zurück, in welcher Wohnung zu nehmen er trotz der inständigsten Bitten des Institutsvorstehers entschieden abgelehnt hatte. Er wollte sich nicht in das Joch eines Institutslehrers spannen. Er wollte seine Zeit unbehindert den großen Arbeiten widmen, die er sich vorgesetzt. Das Unterrichten war ihm nur Mittel, nicht Lebens⸗ zweck.(Fortsetzung folgt.)

2

Sprüche zur Lebensweisheit.

Doppelte Schwing' hat die Zeit. Mit der einen entführt sie die Freuden, Doch mit der anderen sanft kühlt sie den thränenden Blick. *

2.

Die Noth entwickle das Talent, behauptet

Ihr ernst und kräftig. Wohl, sie gleicht dem Salz

Der Speise: Etwas nützt, doch viel verdirbt. *

Die Jugend ist nicht reich an Zeit ja vielleicht arm. Gib sie, wie Geld, mit sparender Hand aus; zahle keinen Augenblick hin, ohne damit so viel zu erkaufen, als es wert ist.

Humoristisches.

Ein Kanadier.Woßu so vielle Policemen? In London, in Paris, in New⸗Hork große Städte! nicht so ville Policemen fßusammen as in Berlin.

Det ist nun man blos von wejen die öffentliche Sicherheet.

Berliner Volk muß sein sehr unsivilisirte Volk, sehr rohe Volk, daß ist nötig so ville Policemen!

Nee, det stimmt nu man jrade nich. Die Berliner det sind die Jebildetsten von det janze deutsche Reich.

Allright würde ich, wenn ich wäre Berliner Volk, Regierung verklagen wegen Ehrbeleidigung.

Det ooch noch! Denn sitzen Se drei Monate von wegen Iroben Unfug.(Simplic.)

Neu eingelaufene Schrifien. Besprechung wichtigerer Erscheinung behalten wir uns vor. Die Kirche im Dienste des Unter⸗

nehmertums von Richard Calwer. Eine Streitschrift. Verlag:Vorwärts, Berlin. Preis 10 Pfg. Calwer weist nach, wie die heutige Geistlichkeit vielfach im Gegensatz zum Stifter der christlichen Kirche im Dienste der Reichen steht.Wo verleiht die Kirche diesen Grundsätzen der christlichen Religion Nachdruck? Einem Fürsten gegenüber wagen ihre Vertreter überhaupt nicht mehr strafend und ins Gewissen redend aufzutreten. Die vom Christentum verbotene Todesstrafe, das Duell, den gerichtlichen Eid billigen sie, sie verteidigen ihn geradezu. Reserve⸗Offiziere stehen auf den Kanzeln und ein Freiherr von Stumm kann die Vertreter der Kirche mundtod und den Reichen gefügig machen. Das Schriftchen ist sehr lesenswert. Bei Massenverbreitung wird bedeutender Preisnachlaß gewährt.

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