— — —j5 5 r
meint n Tage, 1 wi, agen, it du, schnöder sertigen migung chaffen d Scheu „unte;
ibliefern ind muß
Obtig⸗ was sag
du dich
Ut, der⸗
Gotles
klagen,
können:
ht, denn .Das Schwei bell bi te, und Galgen, iber de ingt ii
Luther.
losse zl näscherl enn ail ht, daß gab el untl aldmamt Thors zu iht 5 hoffte „den erblik 1 Abend
—
= S=
—
— — — —— 2
—
Nr. 33.
Mitteldeutsche Sonntags ⸗Zeitung.
Seite 7.
unter das Portal kam, schlug die Augen auf und stutzte und da die Knechte bei seinem Anblick ehrerbietig auswichen, so trat er, indem er sie zerstreut ansah, mit einigen raschen Schritten an den Pfeiler heran. Aber wer beschreibt, was in seiner Seele vorging, als er das Blatt, dessen Inhalt in der Ungerechtigkeit zieh, daran erblickte, unterzeichnet von dem teuersten und verehrungswürdigen Namen, den er kannte, von dem Namen Martin Luthers! Eine dunkle Röte stieg in sein Antlitz empor; er durchlas es, indem er den Helm abnahm, zweimal von An⸗ fang bis zu Ende, wandte sich dann mit un⸗ gewissen Blicken mitten unter die Knechte zurück, als ob er etwas sagen wollte, und sagte nichts; er löste das Blatt von der Wand, durchlas es noch einmal, und rief: Waldmann laß mir mein Pferd satteln! sodann: Sternbald! folge mir ins Schloß! und verschwand. Mehr als dieser wenigen Worte bedurfte es nicht, um ihn in der ganzen Verderblichkeit in der er dastand, plötzlich zu entwaffen. Er warf sich in die Ver⸗ kleidung eines thüringischen Landpächters, sagte Sternbald, daß ein Geschäft von bedeutender Wichtigkeit ihn nach Wittenberg zu reisen nölige; übergab ihm in Gegenwart einiger der vor— züglichsten Knechte die Anführung des in Lützen zurück bleibenden Haufens, und zog unter der Versicherung, daß er in diei Tagen, binnen welcher Zeit kein Angriff zu fürchten sei wieder zurück sein werde, nach Wittenberg ab.
Er kehrte unter einem fremden Namen in ein Wirtshaus ein, wo er, sobald die Nacht ange— brochen war, in seinem Mantel und mit einem Paar Pistolen versehen, die er in der Tronken— burg gebeutet hatte, zu Luther in's Zimmer trat. Luther, der unter Schriften und Büchern an seinem Pulte saß, und den fremden, beson— dereu Mann die Thür öffnen und hinter sich verriegeln sah, fragte ihn wer er sei? und was er wolle? und der Mann, der seinen Hut ehr— erbietig in der Hand hielt, hatte nicht sobald mit dem schüchteruen Vorgefühl des Schreckens den er vernrsachen würde, erwiderte: daß er Michael Kohlhaas, der Roßhändler sei; als Luther schon: weiche fern hinweg! ausrief, und indem er vom Pult erstehend nach einer Klingel eilte, hinzusetzte: dein Odem ist Pest und deine Nähe Verderben! Kohlhaas, indem er ohue sich vom Platz zu regen sein Pistol zog, sagte: Hochwürdiger Herr, dies Pistol, wenn ihr die Klingel rührt, streckt mich leblos zu cu en Füßen nieder! Setzt euch, und hört mich an; unter den Engeln, deren Psalmen ihr aufschreibt, seid ihr nicht sicherer, als bei mir. Luther, indem er sich niedersetzte, fragte: was willst du? Kohlhaas erwiderte: eure Meinung von mir, daß ich ein ungerechter Mann sei, wider⸗ legen! Ihr habt mir in eurem Plakat gesagt, daß meine Obrigkeit von meiner Sache nichts weiß! wohlan verschafft mir freies Geleit, so gehe ich nach Dresden, und lege sie ihr vor. „Heilloser und entsetzlicher Mann!“ rief Luther,
durch diese Worte verwirrt zugleich und beruhigt!
„wer gab dir das Recht, den Junker von Tronka,
in Verfolg eigenmächtiger Rechtsschlüsse, überfallen, und da du ihn auf seiner Burg nicht fandst, mit Feuer und Schwert die ganze Ge⸗ meinschaft heimzusuchen, die ihn beschirmt?“ Kohlhaas erwiderte: hochwürdiger Herr, niemand fortan! Eine Nachricht, die ich aus Dresden erhielt,
zu
hat mich getäuscht, mich verführt! Der Krieg, den ich mit der Gemeinheit der Menschen führe, ist eine Missethat, sobald ich aus ihr nicht, wie ihr mir die Besicherung gegeben habt, verstoßen war! Verstoßen! rief Luther, indem er ihn an⸗ sah. Welch eine Raserei der Gedanken ergriff dich? Wer hätte dich aus der Gemeinschaft des Staats in welchem du lebtest verstoßen? Ja, wo ist, so lange Staaten bestehen, ein Fall, daß jemand, wer es auch sei, daraus berstoßen worden wäre?— Verstoßen, antwortete Kohl⸗ haas, indem er die Hand zusammendrückte, nenne ich den, dem der Schutz der Gesetze ver⸗ sagt ist! Denn dieses Schutzes zum Gedeihen meines friedlichen Gewerbs bedarrf ich; ja, er ist es, dessenhalb ich mich mit dem Kreis dessen was ich erworben, in diese Gemeinschaft flüchte; urd wer mir ihn versagt, der stößt mich zu den Wilden der Einöde hinaus; er gibt mir, wie wollt ihr das läugnen, die Keule, die mich selbst schützt, in die Hand.—
Wer hat dir den Schutz der Gesetze versagt? rief Luther. Schrieb ich dir nicht, daß die Klabe, die du eingereicht, dem Landesherrn, dem du sie eingereicht, fremd ist? Wenn Staats⸗ diener hinter seinem Rücken Prozesse unter⸗ schlagen, oder sonst seines geheiligten Namens in seiner Unwissenheit spotten, wer anders als Gott darf ihn wegen der Wahl solcher Diener zur Rechenschaft ziehen, und bist du, gottver⸗ dammter und entfetzlicher Mensch, befugt, ihn deshalb zu richten?— Wohlan, versetzte Kohl⸗ haas, wenn mich der Landesherr nicht verstößt, so kehr ich wieder in die Gemeinschaft, die er beschirmt, zurück. Verschafft mir ich wiederhol' es, freies Geleit nach Dresden: so lasse ich den Haufen, den ich im Schloß zu Lützen versam— melt, auseinander gehen, und bringe die Klage mit der ich abgewiesen bin, noch einmal bei dem Tribunal des Landes vor.—(Forts. folgt.)
Grabschriften.
Oesterreich ist neben Bayern das Land, aus dem die merkwür l igsten Grabschriften gemeldet werden. So steht auf einem Grabstein im alten Wiener Friedhof:
Wanderer, zieh' Deine Mütze, g Es liegt ein Komiker und schlechter Schütze In diesem feuchten Loch,
Die Witze, die er sagte,
Die Hasen, die er jagte,
Sie leben alle noch.
In Percha im Pusterthal:
Hier ruht Herr Tobias Maier, Bürgerlicher Metzger meister, und seine noch lebende Gattin.
In Krapfeld!
Hier ruht Peter Funder,
Der Krapfelder größtes Wunder,
G'redt hat er viel, g'logen noch mehr,
Es schenk' ihm die ewige Ruhe der Herr. In Feldkirch in Voralberg:
Hler ruht Franz Joseph Matt,
Der sich zu Tod gesoffen hat.
Herr, gieb ihm die ewige Ruh'
Und a Gläsle Schnaps dazu.
Im Ober⸗-Innthal:
Des Rechnens müd' lieg ich im Grabe Und muß nun in die Brüche geh'n; Wenn ich mich nicht verrechnet habe, So werd ich wieder aufersteh'n.
In Salzburg: 5 Mein guter Mann verschied in Frieden, Sanst möge seine Asche ruh'n,
Mit Leder handelt' er hienieden, Wie er, werd' ich es später thun.
Aus unserer Sammelmappe.
„Eine unmittelbare Ableitung etwa der „königlichen Majestät“ von Gott anzu⸗ nehmen, wie sich manche das vorstellen, wider⸗ streitet der Vernunft. Unzweifelhaft müßte das ebenso gut von der Majestät des Senats in der Aristokratie und des Volkes in der Demokratie gelten, wie von der des Monarchen. Ein grasser Aberglauben aber ist es, zu wähnen, daß der von den Menschen zum König freigewählte Mensch nach der Wahl auf einmal von einem göttlichen Geist erfüllt werde, und Gott nun ein ganz besonderes Interesse nehme, das er für andere Menschen oder für die Völker nicht habe.“
Aus Samuel Pufendorf: Acht Bücher über das Natur- und Völkerrecht) 1672, VII, 3.
Humoristisches.
Verfehlt. Der Referendar Sausemiel kehrt nachts um zwei Uhr von einem schweren Gelage nach Hause zurück. Er endeckt, daß er den Hausschlüssel vergessen hat, und muß infolgedessen den Portier herausklingeln.
Portier: Nanu, zu wem wünschen Sie denn hier mitten in der Nacht?
Referendar: Fragen sie nicht so dämlich! Erst lassen Sie mich hier eine Viertelstunde auf der Sraße warten und dann machen Sie mir noch Umstände! In meine Wohnung will ich natürlich.
Portier: Herr, Sie wohnen doch gar nicht hier, ich kenne Sie gar nicht!
Referendar: Na, zum Donnerwetter, hier ist doch Nr. 1521
Portier: Nein, hier ist Nummer 153.
Referendar: Was? 153? Aber Sie Esel, da haben Sie mir ja ein gauz fal sches Haus aufgeschlossen!!
(Lust. Bl.)
—2ꝗ—ꝗèL(—
Neu eingelaufene Schriften.
Besprechung wichtigerer Erscheinung behalten wir uns vor.
Die neue Zeit. Revue des geistigen und öffent⸗ lichen Lebens. Stuttgart. Verlag von J. H. W. Dietz Nachf.— No. 47. Durch die Post bezogen vierteljähr⸗ lich 3.25 Mk. Einzelne Nummer, durch jede Buchhand⸗ lung erhältlich, 25 Pfg.— Sehr empfehlenswerte Wochenschrift. Erscheint unter ständiger Mitarbeiterschaft von Bebel, Liebknecht, Auer, Kautsky, Dr. Mehring, Bernstein, Lafargue und vielen anderen.
Goethe⸗Nummer des Süddeutschen Postillon. Wie uns der Verlag M. Ernst, München, mittheilt, erscheint die Nummer 17 des„Süddeutschen Postillon“ als Goethe-Nummer. Dieselbe wird an illustrativem Schmuck u. a. eine künstlerisch hervoragende doppelseitige Allegorie zu Goethe's Promentheus ent⸗ halten. Aus dem Texte wird hervorgehoben eine interessante Abhandlung Goethe in der Karikatur(mit Illustration) von Ed. Fuchs. Die Nummer dürfte nach alledem be⸗ deutsam werden.
Die Knebelung der Arbeiterklasse durch das Junkerparlament. Von Paul Hirsch. Preis 20 Pf. Porto 3 Pf.— Die Broschüre ist als erstes Heft einer Serie gedacht, in welcher Zwecks wirksamer Ausnützung bei der praktischen Agitation alle die Materlen behandelt werden(3. B. Schulwesen, Steuergesetzgebung, Vereiuswesen, Justizpflege, Eisenbahn und Verkehrswesen, Liebesgabenpolitik, welche der Lan de sgesetzgebung und dem preußischen Dreiklassen⸗Landtag vorbehalten sind, deren Verhandlungen aber nicht in dem Maße für die Agitation ausgenützt werden können, wie sie es, in An⸗ betracht des wirksamen und„aufreizenden“ Materials, eigentlich verdienen. Dies hiermit möglichst nachzuholen, ist der Zweck dieser Broschüre.
D-tnm⁰,ẽE ̃ lenfeleiren per/ Flasche 28 Pfg.(incl. Flasche), Aepfelwein- Sekt per/ Flasche Mk. 1.45, per ½ Flasche 80 Pfg. In
Gebinden billiger.
Kölner Konsum- Anstalt
Lindenplatz 12.
Bahnhofstraße 27. C. F. Hackenberg.
H. Posern Marburg Aulgasse 4 Aulgasse ist die beste und billigste Bezugsquelle für Schuhwaren.
— Anfertigung nach Maaß.—
Spottbilligl!
Prima fetter und goldgelber Limburger Käse ca. 1½ Pfund schwer, per Stück 40 Pfg.
Kölner Konsum⸗Anstalt
Bahn hofstraße 27.
C. F. Hackenberg,
Lindenplatz 12.
eb Limbuuger
FRIED BERG.
Am Bahnhof.
Großes Lager 5 in Seiden⸗, Filz- und Stroh- Mitteldeutschen hüten, Mützen, Regenschirmen, Spazier⸗
mern
— —
Num
der
Einzel
SonntagsZeitung
Häse. echte Allgäuer Ware, per Pfund 40 Pfg., Postcolli M. 4.— franco. Carl Freudenstein Nachf Marburg i. H. ö
Vögel
. i euchter,
ue due 2
3 ee kauft man Cravatten. 1 5 9 Julius Friedrich, für 0 Pfg.
neben Darmstädter Hof. in den Buchhandlungen
werden billig aus
gestopft von Sonnenstraße 25 und
Wallthorstraße 21. TTT.


