Ausgabe 
12.11.1899
 
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Nr. 46.

Mitteldeutsche Tonntags⸗Zeitung.

Seite 7.

dann zog sie mit Aufbietung ihrer letzten

Kraft die Klingel, trat festen Schrittes ein in das düstere Zimmer und ließ sich zuogpea ug udigag udn!

Ein preußischer König über die Ehe. In dem kürzlich erschienenen 72. Bande der Veröffentlichungen aus den königl. preußischen Staatsarchiven, die der Direktor der preußischen Staatsarchive, R. Koser, herausgiebt, ist u. a.

auch der Briefwechsel abgedruckt, den der Kron⸗ mache aus der Not eine Tugend. Ich werde

prinz Friedrich, der alte Fritz, mit dem be⸗ kannten preußischen Heerführer und General Friedrich Wilhelm von Grumbkow gehabt hat.

Der herrische Vater zwang den Kronprinzen, die von ihm gehaßte Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig⸗Bevern 1733 zu heirathen. Während des Brautstandes schrieb der damals zwanzigjährige Friedrich am 4. September 1731 an Grumbkow diesen Brief:

Heute Morgen bekam ich einen Brief vom König, welcher mir beinahe einen großen Schreck eingejagt hat. Immer noch das Kapitel von meiner Dulcinea! Man will mich mit Stock⸗ schlägen verliebt machen; aber zum Unglück habe ich nicht die Natur der Esel, und ich fürchte sehr, man wird auf diese Weise bei mir nichts ausrichten.(Der König hatte dem Kronprinzen Vorwürfe darüber gemacht, daß er nicht oft genug an seine Braut geschrieben.) Mein Gott! man sollte sich doch nur ein wenig daran er⸗ innern, daß man mir diese Ehe nolens volens proponiert hat, und daß ihr Preis meine Frei⸗ heit gewesen ist! Aber ich glaube, daß das dicke Frauenzimmer, die würdige Frau Herzogin, mir diesen Possen spielt. Sie denkt, mich bei Zeiten zum Gehorsam gegen ihre stolze Fon⸗ tange(Haubenband) zu zwingen! Ich wünsche von Grund meiner Seele, daß sie der Teufel frikassieren möge! Ich will nicht hoffen, daß der König sich in meine Angelegenheiten mischen wird, wenn ich verheiratet sein werde, oder ich fürchte stark, daß die Sache sehr schief gehen und die Frau Prinzessin darunter leiden könnte. Die Heirat macht majorenn, und sobald ich es bin, bin ich der unumschränkte Herr in meinem Hause, und meine Frau hat nichts zu be⸗ fehlen; denn nie und nirgends auf der Welt darf eine Frau das Regiment führen! Ein Mann, der sich durch Weiber regieren läßt, ist für mich der größte Kujon auf der Welt und unwürdig, den würdigen Namen Mann zu tragen. Darum, wenn ich mich verheirate, so verheirate ich mich als ein galanter Mann, das heißt, ich lasse die Madame handeln, wie es ihr gut dünkt, und ich für mein Teil thue auch, was mir gefällt, und es lebe die Freiheit! Ste sehen, mein lieber General, ich habe das Herz voll, und

der Kopf ist mir warm; aber ich kann mir keinen Zwang anthun, und ich öffne Ihnen meine Gedanken, als wenn ich vor Gott stünde. Sie werden mir indessen zugeben, daß Gewalt und Liebe zwei grundverschiedene Dinge sind und daß die Liebe sich niemals erzwingen läßt Ich liebe das Geschlecht, aber meine Liebe ist sehr unbeständig: ich will sie nur zum Genuß, und dann verachte ich sie. Urteilen Sie nun, ob ich von dem Holze hin, aus welchem man gute Ehemänner schnitzt! Ich werde rasend bei dem Gedanken, einer werden zu müssen, aber ich

mein Wort halten, ich werde mich verheiraten; aber hernach ist die Geschichte auch fertig, und guten Tag, Madame, und guten Weg!

So schrieb 1731 Friedrich der Große.

Gygienische Natschläge,

In der Zeitschrift für diätetische und physi⸗ kalische Therapie(herausgegeben von E. v. Leyden u. A. Goldscheider-Berlin, Verlag von Georg Thieme in Leipzig) finden wir folgende, allgemein interessierende hygienische Winke von K. Beerwald⸗Berlin. Noch immer ist sich ein großer Teil des Publikums nicht klar darüber, daß man nachts bei offenem Fenster schlafen muß, und indem man von giftigen Dünsten faselt, die nachts dem Erdboden ent⸗ steigen sollen, hält man, ein wahrer Abderiden⸗ streich, die einzigen giftigen Dünste, von denen man nachts sprechen kann, gar eifrig in dem wohlverschlossenen Schlafzimmer zusammen. Denn in der Nacht athmet ein Mensch in erhöhtem Maße Kohlensäure aus, sucht dagegen aber auch in erhöhtem Maße Sauerstoff auf⸗ zunehmen, und diesem letzten Bedürfnis wird der Schläfer sehr bald nicht mehr genügen können, wenn die geschlossenen Fenster eine aus⸗ reichende Sauerstoffzufuhr verhindern. Man hat gefunden, daß in einem geschlossenen Raume von 45 Kbm. in der Nacht allein durch den Bewohner der Kohlensäuregehalt auf 810 pro Tausend gestiegen war, während reine Luft nur 4 pro Tausend, d. h. 0,4 Ztm. Kohlensäure im Liter atmosphärischer Luft enthielten. Diese Zahlen geben einen festen Maßstab auch für die sonstigen Verunreinigungen der Zimmerluft während der Nacht, und sie beweisen, wie er schwert bei abgeschlossenen Fenstern der Zutritt reiner, sauerstoffreicher Luft ist. Es darf da⸗ her nicht Wunder nehmen, wenn in einem der⸗ artig schlecht ventilierten Raume der Schlaf ein unruhiger ist und am nächsten Morgen die erhoffte Erquickung fehlt, ja vielleicht sogar Kopfschmerzen sich einstellen.

Sprüche zur Tebensweisheit.

Man kann im Herzen Milde tragen, Und doch mit Kolben drunterschlagen. Sallet.

*

Kopf ohne Herz macht böses Blut;

Herz ohne Kopf thut auch nicht gut;

Wo Glück und Segen soll gedeihn,

Muß Kopf und Herz beisammen sein. *

Sei nicht alt in jungen Jahren, Blüh', so lang das Leben mait Besser jung mit greisen Haaren, Als so altklug vor der Zeit.

*

Junge Weise, alte Thoren,

Vor der Zeit kann nichts gedeihn, Wenn der Most nicht ausgegoren, Giebt es keineu guten Wein.

Humoristisches.

Die Gelegenheit benutzt. Er:So, Fräu⸗ lein, die Orgel der Kirche haben Sie gesehen, die beiden Schiffe auch, jetzt werde ich Sie zum Altar führen.

Sie:Ach, so schnell? Wer hätte das gedacht! Aber es sei, ich bin einverstanden.

Verfehlte Wirkung. Kostwirtin(mit scheelen Augen einen ihrer Kostgänger betrachtend, der sich sein Brot übermäßig dick mit Butter bestreicht):Wissen Sie auch, was diese Butter kostet, Herr Schmidt? 1 Mk. 75 Pfg. das Pfund?

Herr Schmidt:So?(Sich abermals ein großes Stück abschneidend.) Sie ist es aber auch wert.

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