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Nr. 7.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 7.
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Markgenossen aus der Mark auszuführen oder außerhalb der Mark zu veräußern, z. B. Holz, Heu, Stroh, Dünger ꝛc. Auch die in der Mark gezogenen Früchte sollten so viel als möglich in der Mark selbst verarbeitet und verzehrt werden. Dasselbe galt von den in der Dorfmark aufge⸗ zogenen Tieren. In der Mark gemästete Schweine durften nicht außerhalb der Mark verkauft werden. Ebenso war bestimmt, daß die in der Dorfmark gewachsenen Feldfrüchte und Weine in der Mark selbst gemahlen, gebacken, gegessen beziehungsweise gekeltert und vertrunken werden sollten, woraus in vielen Dorfmarken sich Bannrechte entwickelten. Das Bedürfnis, nichts zu exportieren, alles im Dorf selbst konsumieren zu lassen, nahm unter der feudalen Ausbeutung oft kuriose Formen an.
G. L. v. Maurer erzählt uns in seiner„Ge⸗ schichte der Dorfverfassung“(J, S. 316) von einem Edelmann im Elsaß, der 1540 seinen Bauern als Frohnarbeit das Austrinken seiner saueren Bannweine auflegte, damit seine Fässer für den gutgeratenen Wein dieses Jahres frei würden. „Sie mußten,“ heißt es nach Maurer in der alten Chronik,„alle Wochen dreimal zum Weine gehen und bezahlten nicht mehr dem Edelmann, denn Käs und Brod. Wenn nun die Bauern voll waren, schlugen sie einander, da büßte sie der Junker für den Frevel und bekam also mehr Geld für den Wein, als wenn er ihn verkauft hätte.“ Unsere Schnapsjunker sollten diesem wackeren christlich⸗germanischen Helden ein Denkmal setzen, der bereits in jenen fernen Zeiten so kräftig für Alkoholismus, Profit und christliche Zucht ein⸗ zutreten verstand.
Die Beschränkungen durch die Bannrechte wurden unhaltbar oder nutzlose Chikanen, sobald die Produktion für den Markt sich den Bauern als eine Notwendigkeit aufdrängte. Die stete Ausfuhr in die Stadt von Nahrungsstoffen, die nicht mehr dem Boden zurückgegeben wurden, mußte aber diesen allmälig erschöpfen und ärmer machen.
Das ökonomische Gleichgewicht der Mark wurde indes noch in ganz anderer Weise gestört. In dem Maße, in dem die Produkte des Bodens zu Waren wurden, einen Marktwert erhielten, wurde auch der Boden selbst zu einer Ware, die einen Wert besaß. Als die landwirtschaftliche Waren⸗ produktion größere Ausdehnung annahm, im Be⸗ ginn der neueren Zeit, da war der Grund und Boden nicht mehr so sehr im Ueberflusse vorhanden, wie damals, als die Germanen sich ansässig ge⸗ macht und an Stelle der nomadischen Weide⸗ wirtschaft, ergänzt durch ausgedehnte Jagd und geringen, höchst primitiven Feldbau, die Drei⸗ felderwirtschaft gesetzt hatten, von der wir hier handeln.
Jeder Produktionsweise entspricht ein Maxi⸗ mum von Volkszahl, die ein bestimmter Landstrich ernähren kann. Ob dies Max mum von den Germanen zur Zeit der Völkerwanderung erreicht war, ob Uebervölkerung sie trieb, ins römische Reich einzubrechen und nicht vielmehr dessen Wehrlosigkeit, darüber kann man streiten. Gewiß ist, daß der Uebergang zu einer höheren land⸗ wirtschaftlichen Betriebsweise, den sie ihrer Be⸗ rührnng mit der römischen Kultur verdankten, den Nahrungsspielraum der germanischen Völker in der Zeit nach der Völkerwanderung enorm er⸗
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wenig den Bedürfnissen der neuen Produktions⸗ weise, diese selbst war der Aufziehung einer zahl⸗ reichen Nachkommenschaft sehr günstig. Sobald daher die Stürme der Völkerwanderung und ihrer Ausläufer sich gelegt und einigermaßen Friede und Sicherheit in Europa eingetreten waren, be⸗ gann die Bevölkerung sich rasch zu vermehren. Der Volkszuwachs fand in den ausgedehnten Wildnissen leicht den nötigen Grund und Boden. Wuchs die Volkszahl im Dorfe, dann wurde entweder die Feldflur des Dorfes durch Neu⸗ ordnungen in der unverteilten Feldmark ver⸗ größert, oder es wurde ein Teil der letzteren ausgeschieden und daraus das Territorium einer neuen Markgenossenschaft geschaffen, eines Tochter⸗ dorfes, das neben dem Urdorf entstand. Ander⸗ seits schenkten die Fürsten an Klöster oder adelige Gefolgsleute große, kaum oder gar nicht kultivierte Landstrecken, auf denen die Grundherren gegen geringen Zins Markgenossenschaften einwandernder Kolonisten anlegten. Durch das stete Zurück⸗ drängen der Slaven wurden der germanischen Kolonisation immer wieder neue Gebiete erschlossen.
Im Anfang des 15. Jahrhunderts machten die Hussitenkriege in Böhmen und die Nieder⸗ werfung der Macht des deutschen Ordens in Polen dem weiteren Vordringen der deutschen Kolonisation nach Osten ein Ende. Um dieselbe Zeit aber hatte die Bevölkerung Mitteleuropas, wenn auch noch nicht das Maximum erreicht, dessen sie bei der damaligen Wirtschaftsweise fähig war, so doch eine genügend starke Ausdehnung erlangt, so daß ein Mangel an Menschen, an Arbeitskräften, nicht mehr bestand und Grund und Boden aufhörte, in solchem Ueberfluß vor⸗ handen zu sein, daß man seiner nicht mehr achtete. So entstand die Möglichkeit, aber auch der Drang, das wichtigste aller Produktionsmittel zu mono⸗ polisieren. Die hartnäckigsten und erbittertsten Kämpfe darum entspannen sich zwischen den Bauern und dem Feudaladel, die bis in die neuere Zeit hineindauern, eigentlich nie ganz aufhören, deren Entscheidungsschlachten aber in Deutschland schon im 16. Jahrhundert geschlagen werden. Sie fallen faft allenthalben zu gunsten des Feudaladels aus, der sich der aufkommenden Staatsmacht unterwirft und dafür ihre Hilfe gegen die Bauern gewinnt.
Der siegreiche Adel fängt an, selbst Waren zu produzieren auf eine Art, die ein seltsames Gemisch von Kapitalismus und Feudalismus darstellt. Er fängt an, in Großbetrieben Mehr⸗ wert zu produzieren, aber in der Regel nicht durch Lohnarbeit, sondern durch feudale Zwangs⸗ arbeit. Seine Forstpolitik ebenso wie seine Weide⸗ und Ackerwirtschaft schmälert das Bauern⸗ land und untergräbt das Gleichgewicht des Dreifeldersystems.
Am leichtesten zur feudalkapitalistischen Aus⸗ beutung, zur Warenproduktion im Großbetrieb auf dem Lande, eignete sich die Forstwirtschaft. Sobald das Städtewesen das Holz zu einer ge⸗ suchten Ware machte— und es wurde damals noch nicht durch Steinkohle und Eisen ersetzt und wurde daher als Brenn- und Baumaterial relativ viel mehr gebraucht, als heutzutage— da suchten die Grundherrn sich des Waldes zu bemächtigen, entweder indem sie ihn der Markgenossenschaft
nahmen, die ihn eignete, oder, wo er von vorn⸗ herein ihr Eigentum war, indem sie die Nutznugs⸗
5 rechte der Markgenossen in Bezug auf Holz⸗ und Streubezug und Weidenutzung möglichst be⸗ schränkten.
Schon in den zwölf Artikeln der aufständischen Bauern von 1525 lautet ein Artikel(der fünfte): „Zum fünften sind wir auch beschwert der Be⸗ holzung halb, denn unsere Herrschaften haben sich die Hölzer(Wälder) alle allein zugeeignet, und wenn der arme Mann etwas bedarf, muß er's um das doppelte Geld kaufen. Unsere Meinung ist, was für Hölzer Geistliche oder Weltliche, die sie immer haben, nicht erkauft haben, die sollen einer ganzen Gemeinde wieder anheim⸗ fallen, und einem Jeglichen aus der Gemeinde soll ziemlicher Weise frei sein, daraus seine Not- durft ins Haus umsonst zu nehmen, auch zum Zimmern, wenn es von Nöten sein würde, soll er es umsonst nehmen dürfen, doch mit Wissen derer, die von der Gemeinde dazu erwählt werden, wodurch die Ausbeutung des Holzes verhütet werden wird.“
Der Ausschluß der Bauern von der Be⸗ nutzung des Waldes wurde gefördert durch die Eutwickelung des Jagdwesens.
(Fortsetzung folgt.)
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Sprüche zur Lebensweisheit. Eine Hand wäscht die andere. Zuweilen kommt's auch so: Eine Hand wäscht die andere, aber die andere seift die eine nur gründlich ein.
Theologen sind Leute, die alles so zu wenden wissen, daß die Lämmer heil bleiben und die Wölfe satt werden.
Man sollte nie vergessen, daß dem Menschen zur höchsten Ehre gereiche, im Unglück sich zu fassen und den Schmerz mit Anstand zu ertragen.
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Humoristisches.
Wink. Hännschen erhält jedesmal von Groß⸗ mama einen Thaler, wenn er sich hat einen Zahn ziehen lassen ohne zu schreien. Beim letzten Mal sagt er zur Großmama, den Thaler betrachtend:„Großmama, der saß aber viel fester, als die andern!“
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Bürgermeister zum Theaterdirektor:„Dös sog i Dir glei, Liabsgeschicht'n und solchene Sauereien därf'n nöt vorkumma in dem Stück, wos bei uns aufführt's!“ — Schmierendirektor:„Aber liebster Herr Bürger⸗ meister, wenn die Sache anfängt, bedenklich zu werden, bört ja das Theaterstück so wie so immer auf.“— Bürger meister:„Dös woaß i, aber unsere Buab'n und Diandln im Dorf spiel'ns dafür nach a fertil“(Simpl.)
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