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Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
Ausländisches.
Vom französischen Generalstab.
AJndessen der unschuldig verurteilte Dreyfus immer noch auf der Teufelsinsel schmachtet, ist das Interesse an seinem persönlichen Geschick bereits zurückgetreten gegenüber dem Kampf, den die französische Nation mit dem Gene⸗ ralstabe der französischen Armee auszufechten hat. Von Tag zu Tag wächst die Hochflut der Unzufriedenheit, des Verdrusses, der Entrüstung, die sich gegen den Generalstab kehrt, und die Beschuldigungen, die gegen ihn erhoben werden, gehen bereits weit über die Angelegenheit Dreyfus hinaus. Man erzählt von mißbräuchlicher Ver⸗ wendung der geheimen Fonds und nennt Namen der Generäle, die sich daraus eine stille, aber um so ergiebigere Einnahmequelle gemacht
haben.— Viel mehr bemerkenswert noch sind
die Enthüllungen der Londoner„Times“. Danach habe Rußland sich die Zeichnungen erstens der französischen Lebelgewehre, zweitens der französischen Schnellfeuergeschütze zu ver⸗ schaffen gewußt. Richtig ist, daß Rußland seine
Schnellfeuerkanonen so ziemlich zu gleicher Zeit
mit Frankreich und Deutschland bekommen hat und es wäre doch auffällig, wenn die gleiche Er⸗ findung in allen drei Staaten auf einmal gemacht worden wäre. Wenn nur ein Teil dessen sich bewahrheitet, was man jetzt dem Generalstab zumutet, so besteht die höchste Leitung der französischen Armee aus lauter Schurken und Verrätern.— Die Stützen des Generalstabs sind die Antisemiten.
Die Amnestie⸗Frage in Italien ist zu einer Bedeutung angeschwollen, wie vor 20 Jahren in Frankreich. Damals war der Kommunekampf von 1871 vorausgegangen, der
die Blüte des französischen Proletariats hinweg⸗
gerafft: getötet, auf die trockene Guillotine ge⸗ bracht oder ins Ausland getrieben hatte. In Paris keine Proletarierfamilie, die nicht in Cayenne oder im Exil Angehörige hatte. Die Amnestie war eine Existenzfrage für Hundert⸗ tausende— die Amnestiebewegung wurde zur
Volksbewegung, der die Regierung nach⸗
geben mußte. f
Aehnlich jetzt in Italien. Die Hunger⸗ revolution vom Mai des vorigen Jahres hat fast ebenso große Verheerungen angerichtet und ebenso viele Opfer gefordert, wie die Kommune von 1871. Die Amnestie ist für Hundert⸗ tausende eine Existenzfrage, und sie ist Volks⸗ sache geworden, der keine Regierung sich unge⸗ straft wiedersetzen kann. Mit dem ihr eigenen Ungeschick hat die italienische Regierung das Verkehrteste gethan, was sie thun konnte: sie hat die Notwendigkeit einer Maßregel zu Gunsten der Opfer des Mai zuge⸗ standen, und sich mit einer den Wert der kärglichen Gabe noch vermindernden Widerwillig⸗ keit zu einer selben Maßregel entschlossen. Sie hat nur einen Strasnachlaß von zwei Jahren bewilligt. Die Besten des Volkes, die von den italienschen Blutgerichten um ein Nichts zu 10, 12 und mehr Jahren Zuchthaus ver⸗ urteilt wurden, gehen also leer aus. Sie, die den italienischen Panamisten den Schleier vom Gesicht rissen, sollen auch noch ferner den Haß und die Wut der gebrandmarkten Schwindel⸗ bande, die jetzt noch in der Macht sitzt, auskosten. Aber der Damm ist trotzdem durchbrochen und die Oeffnung, durch welche die Regierung das Gnadenwasser will fließen lassen, wird bald er⸗ weitert und der Damm weggeschwemmt sein. Die Amnestiebewegung wächst wie ein Bergstrom bei Thauwelter. Und sogar die„Vossische Zeitung“, die so liberal ist, der Regierung des Herrn Pelloux einen Vorwurf daraus zu machen, daß sie überhaupt einen Gnadenerlaß verfügt hat, begreift dennoch, daß über kurz oder lang„Be⸗ gnadigungen im weiteren Umfang eintreten müssen.“
Statt Begnadigung muß es jedoch heißen Amnestie. Die Dinge in Italien sind so weit gediehen, daß es sich um Gnadenakte der Regie⸗ kung nicht mehr handelt. Die Regierung ist gar nicht mehr in der Lage, Gnade zu gewähren. Sie hat— mit Ausnahme verschwindender
Bruchteile— das gesamte italienische Volk gegen sich. Und das ittalienische Volk, welches die Schuld der Regierung an den Maimetze— leien kennt, verlangt nicht Gnade, sondern Amnestie— das heißt einen Regierungsakt, der den Mantel des Vergessens(Amnestie) über jene blutige Episode breitet, über sie, soweit die Justiz in Frage kommt, die Decke der Vergessen⸗ heit breitet, sie einfach ausstreicht, mitsamt den angeblichen oder wirklichen Verbrechen, die damals und im Zusammenhang mit jenen Ereignissen verübt worden sind— nicht blos von den Ver⸗ urteilten, sondern auch von der Regierung. Das ist der Unterschied zwischen Gnade und Amnestie.—
Oberstlieutenant a. D. v. Egidy ist, wie wir in voriger Nummer schon kurz meldeten, am 30. Dezember in Potsdam an einer Herzkrankheit plötzlich gestorben. Eine sympathische und interessante Erscheinung unseres öffentlichen Lebens ist in ihm vom Schauplatz verschwunden. Den militärischen Titel geben wir, weil er zu der Persönlichkeit des Todten gehört. Herr von Egidy geboren im Jahre 1848, entstammte einer angesehenen Adelsfamilie; er wurde Soldat und war 1890 Oberstlieutenant des Husaren⸗Regiments in Großenhain, ein persönlicher Freund des Königs von Sachsen und verheiratet mit einer Prinzessin von Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt. Er konnte also„zufrieden“ sein. Der rege, für alles Gute empfängliche Geist des Husarenoffiziers entdeckte aber bald, daß ein klaffender Widerspruch war zwischen der christlichen Lehre, an die er mit dem ganzen Ernst seiner Natur glaubte, und zwischen dem Leben und Handeln der christlichen Welt. Er begriff, daß das Christentum heut⸗ zutage meist leerer Formenkram ist und erkannte es als eine Forderung der Ehrlichkeit, diesem Formenkram entgegenzutreten und alles Ehristen⸗ tum, das nicht das Leben durchdringt, als Heuchelei zu brandmarken. Das that er in seiner Schrift: Ernste Gedanken!
Es kam, was kommen mußte in dieser Welt des christlichen Militarismus, Mammonismus, Despotismus. Der christliche Staat konnte das Christentum, das auch gelebt sein will, nicht dulden, Oberstlieutenant von Egidy mußte seinen Abschied nehmen. Nun ward er Agitator, Apostel seiner Ideen. Das christliche Dogma, an dem er bis dahin noch gehaftet hatte, löste sich allmälig in ihm auf, sein Ideal wurde das reine Menschentum, und die Ethik ward ihm der Hebel zur sittlichen Umwälzung der Welt, und durch die sittliche auch zur sozial en und politischen. Er glaubte nicht an den Klassen⸗ gegensatz, nicht an den Klassen- und Interessen⸗ kampf. Er glaubte, alle äußerlichen Gegensätze und Widersprüche durch den„guten Willen“ überbrücken und ausgleichen zu können. Die Praxis hat ihm bittere Enttäuschungen gebracht. Der Sozialdemokratie, deren Ziele er mit den seinigen eins hielt, schloß er sich nicht an, weil er seine persönliche Un⸗ abhängigkeit wahren wollte. Von seinen Standesgenossen wurde ihm das jedoch nicht gedankt— sie betrachteten ihn als einen Ueber⸗ läufer.
v. Egidy hat sich auch auf das politische Gebiet gewagt. In Berlin, Elberfeld und an anderen Orten hat er seit 1893 für den Reichs⸗ tag kandidiert. Natürlich erfolglos. Die nüch⸗ terne Zeit will keine Schwärmer— sie will Männer mit bestimmtem, festem, konkretem Pro⸗ gramm, und Männer, die sich den kämpfenden Heeren einreihen hüben und drüben.
Herr von Egidy ist bis zum Tod seinem Grundsatz treu geblieben: das Gute zu wollen und das Gute zuthun— Leben und Moral in Einklang zu bringen. Er hat als Privat⸗ mann Vielen geholfen und für jede gute Sache war er begeistert und werkthätig. Wie er sich des unschuldig verurteilten Ziethen angenom⸗ men hat, ist in frischem Andenken. Er starb ein Opfer des Berufs. Von eiserner Gesundheit, schreckte er vor keiner Anstrengung zurück. In der letzten Zeit machte er eine größere Agitatious⸗ tour; auf der Reise holte er sich den Keim der
Krankheit, die ihn hinwegraffte. Unwohl kehrte er in sein Heim zurück— das Leiden ver⸗ schlimmerte sich und wurde zur Herzbeutel⸗Ent⸗ zündung, die auch sein kräftiger Körper nicht überwinden konnte. Er war ein Mann! Ein ganzer Mann und ein guter Mann!—
Der Volksvertreter Kähler
in bengalischer Beleuchtung.
* Auf unsern Artikel über die Verhandlungen des hessischen Landtags in Sachen des Notariats⸗ gesetzes antwortet Herr Köhler, der Volksver⸗ treter, in seinem zu Offenbach erscheinenden Arizonakicker so, wie—— er's kann.
Er giebt seinen Schimpfereien den Titel „Sozzische Verlogenheit“, nennt diejenigen, die im Landtag nicht mit ihm, dem klugen Herrn, übereinstimmten: f
„Gypsköpfe, die jederzeit so wie so schon der Regierung zur Verfügung stehen, die Advokaten und— die Führer der So⸗ zialdemokratie“.
Den Verfasser des Artikels in der„Mitteld. Sonntags⸗Ztg.“— der Artikel fußte auf den Berichten der amtlichen„Darmst. Ztg.!— nennt Herr Köhler:
Lügner und Fälscher, ung wenn es der Durchfallskandidat Philipp Scheidemann selber wäre.
In der nächsten Zeile wird unser Redakteur dann genannt:„Der Gießener Zeitungs⸗ sozze“. Später wird gesprochen von„juristischen Vertuschungsmanipulationen“, der„Lügenhaftig⸗ keit“ und„affenartigen Nachahmungssucht“ der
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Auch der Abg. Ulrich geht bei den Langs⸗ dorfer Schimpfereien nicht leer aus. Nachdem ihm„Unverfrorenheit“ nachgesagt ist, schreibt Herr Köhler weiter an die Adresse unseres Gen. Ulrich, der im kleinen Finger mehr Grütze hat, wie die gesamte antisemitische Kammerfraktion zusammengenommen in den Köpfen:
„Schämen sollten Sie sich Wir beschuldigen Sie insbesondere auch der Un⸗ wahrhaftigkeit, die Sie dadurch begingen, daß Sie mit den Advokaten des Zentrums (Dr. Schmitt) und des Freisinns(Metz⸗ Gießen) gemeinsam den Jagdruf bliesen:„Dem Abg. Köhler ist nicht zu raten und zu helfen, seine Dummheit ist unbesiegbar und ihn zu überzeugen, dafür bedarf es,(wie Dr. Schmitt sagt) wohl 100 Jahre.“ Herr Abg. Ulrich, welch niedere Gesinnung, diese Behauptung an sich, welche bewußte Lüge und Fälschung von Ihnen, der Sie den Abg. Köhler persönlich kenne;
Nachdem Herr Köhler dann über die Herkunft der Bezeichnung„antisemitische Konfusionsräte“ tiefsinnige Untersuchungen angestellt hat— als Vater des Wortes bezeichnet er den„Juden Eisner“— fährt er fort:
„Ihm(dem Abg. Dr. Schmitt) folgte im Landtage der Halb- oder Dreiviertels⸗ jude Metz und ganz hinten erschien der Sozzen rote Fratze wieder: diesesmal der Abg. Ulrich, der sofort Kapriolen schlägt, wenn er nur eine jüdische„Feache“ riechen darf.“
Von unserem Redakteur Scheidemann, der dem Antisemiten Köhler am meisten im Magen liegt, wiro dann noch so nebenbei gesagt:
„Lugner“;„Sie haben wieder einmal blutig geschwindelt, Herr Durchfallskandidat“;„lieber, guter, treuer Münchhausen und Windbeutel zu Gießen, kaltblütig und unverschämt, wie er ist.“„Lügenbold von Gießen.“——
Das ist Herr Köhler, der antisemitische Volks⸗ vertreter lin de siècle, wie er leibt und lebt. Er be⸗ und durchleuchtet sich vom Kopf bis zu Fuß mit seinen eigenen Geistesblitzen heller und klarer. als es jemals mit Röntgenstrahlen erreicht werden könnte. Deutlich sehen wir, wie sein Gehirn— reichlich ein halber Fingerhut voll— in dem geräumigen Kopf wie eine Rotationsmaschine arbeitet. Aber zu unserem Schrecken sehen wir


