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Nr. 23. Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung. Seite 7. Begegnung mit einem Fremden, der nicht auf Stelle gefällt mir ganz gut, aber ich mag die N dem Programm stand, war ich meiner Kunden nicht bedienen. Die Erfahrungen sind V
Kopfhaut verlustig gegangen. Ein anderer Fremder, Namens Thompson, ließ mich als bloßes Wrack und als Haufen verworrener Lumpen zurück.
Abgehetzt in der Ecke stehend, bedrängt von einem wütenden Troß von Redakteuren, Schwindlern, Politikern und verkommenen Sub⸗ jekten, welche rasten, fluchten und ihre Waffen über meinem Haupte schwangen, bis die Luft von blinkenden Stahlspitzen erglänzte, war ich schließlich im Begriff, meine Stelle bei dem Blatt aufzugeben, als der Chef erschien und mit ihm ein pöbelhafter Haufe fanatischer, begeisterter Freunde. Darauf erfolgte eine Szene des Auf⸗ ruhrs und Blutvergießens, wie sie keine mensch⸗ liche Feder, geschweige denn eine stählerne, be⸗ schreiben könnte. Einige wurden erschossen, andre ausgeplündert, verstümmelt, in die Luft
esprengt, aus dem Fenster geworfen. Es erhob
sch ein kurzer Sturm düsterer Lästerungen, ein verwirrter, wahnsinniger Kriegstanz schimmerte durch, und dann war alles vorbei. In fünf Minuten herrschte Stillschweigen, und der von Blut starrende Chef und ich saßen allein und überschauten die blutigen Trümmer, die auf dem Boden umherlagen. Der Chef sagte:„Sie werden diesen Ort lieb gewinnen, wenn Sie sich erst daran gewöhnt haben!“
Darauf erwiderte ich:„Sie werden mich wohl entschuldigen müssen; vielleicht könnte ich nach einiger Zeit zu ihrer Zufriedenheit schreiben, davon bin ich sogar überzeugt, wenn ich nur erst einige Uebung gehabt und die Sprache erlernt haben würde. Aber die Wahrheit zu gestehen, diese Art Energie im Ausdruck hat ihre Uuẽ⸗ bequemlichkeiten, und man wird oft unterbrochen, wie Sie ja selbst sehen. Kräftiges Schreiben ist ohne Zweifel geeignet, das Publikum zu erheben, aber, sehen Sie, ich errege nicht gern so viel Aufmerksamkeit wie dadurch hervorgerufen wird. Ich kann nicht mit Genuß schreiben, wenn ich so oft unterbrochen werde wie heute. Diese
möchte.
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neu, das gebe ich zu, auch gewissermassen unter⸗ haltend, aber sie sind nicht gerecht verteilt. Eln Herr schießt nach Ihnen durch das Fenster und macht mich zum Krüppel; eine Granate kommt das Ofenrohr herunter, um Sie zu amüsieren, und schickt die Ofenthür meine Kehle hinunter; ein Freund erscheint, um Komplimente mit Ihnen auszutauschen, und seine Kugeln durchlöchern meine Haut, bis meine Prinzipien alle durchsickern; Sie gehen zum Mittagessen, und Jones kommt mit seinen Knütteln, Gillespie wirft mich zum Fenster hinaus, Thompson reißt mir alle Kleider vom Leibe, und ein Fremder beraubt mich meiner Kopfhaut mit der Frei⸗ mütigkeit eines alten Bekannten; und in weni⸗ ger als fünf Minuten kommen alle Lumpenhunde des Landes im Kriegsschmuck und erschrecken, was von mir übriggeblieben ist, mit ihren Tom ahawks zu Tode.
„Alles in allem hatte ich nie in meinem Leben solch angeregte Stunden wie heute. Ge⸗ wiß, ich habe Sie lieb, und mir gefällt Ihre ruhige, stille Art, die Kunden zu bedienen, aber Ste sehen, ich bin nicht daran gewöhnt, das südliche Herz ist zu feurig; südliche Gastfreund⸗ schaft ist zu freigebig gegen den Fremden. Die Zeilen, die ich heute geschrieben habe, und in deren kalte Sätze Ihre Meisterhand die heißen Gefühle Tennesseeschen Zeitungsgeistes gegossen hat, werden ein andres Hornissennest aufwühlen. Der ganze Haufe der Redakteure wird kommen
L und hungrig kommen und jemand zum Früh⸗
stück verzehren. Ich muß Ihnen lebewohl sagen, da ich diesen Festlichkeiten nicht beiwohnen „Ich bin meiner Gesundheit wegen nach dem Süden gekommen und werde aus demselben Grunde wieder zurückkehren und zwar sofort. Das Zeitungswesen in Tennessee ist für mich zu nervenerregend.“
Darauf trennten wir uns unter Ausdrücken gegenseitigen Bedauerns, und ich mietete mich im Hospital ein.
Da donnern sie Sanftmut und Duldung aus ihren Wolken und bringen dem Gott der Liebe Menschenopfer wie einem feuerarmigen Moloch,— predigen Liebe des Nächsten und fluchen den achtzigjährigen Blinden von ihren Thüren hinweg; eifern wider den Geiz und haben Peru um goldner Spangen willen entvölkert und die Heiden wie Zugvieh vor ihren Wagen gespannt.
Schiller:„Räuber.“ *
Kann ich dafür, wenn eine knechtische Erzie⸗ hung schon in meinem jungen Herzen der Liebe zarten Keim zertrat? Schiller:„Don Karlos.“
*
Was ist mir Blutsverwandtschaft, Völkerrecht? Die Kirche trennet aller Pflichten Band,
Den Treubruch heiligt sie, den Königsmord, Ich übe nur was ihre Priester lehren.
Schiller:„Maria Stuart.“ *
Was liegt dem guten Menschen näher als die Seinen?
Giebt's schön're Pflichten für ein Herz,
Als ein Verteidiger der Unschuld sein,
Das Recht des Unterdrückten zu beschirmen? Schiller:„Wilhelm Tell.“
Humoristisches. Abgekürzter Briefstiel.. Dein sich in Sehnsucht nach Dir und eine gute Wurscht verzehrender Kniepke, Gefreiter. *
Ein verkapptes Genie. Schutzmann:„Fleppen⸗ Fritze, wenn Sie man blos wollten! Sie könnten den scheensten Tausch von der Welt machen!'n Mann von Ihre Jaben: Wat kennte der nich für ne Stellung in de polit'sche Polizei einnehmen!“
*
Gespräch in einem Trauergeleite.„Lieber Schmidt, wissen Sie eigentlich, woran unser Freund ge⸗ storben ist?“—„Darüber konnten mir selbst die Aerzte keine Aufklärung geben.“—„Ja, ja, er war immer ein Geheimniskrämer.“(„Jugend.“)
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