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Nr. 27.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Feld, am Rande des Weges wiederfand, wo er einst zum erstenmal Hanne begegnet war.
Er stellte seinen Stock zur Seite, setzte sich an den Rand des Grabens und zog aus seinem Rucksack ein Stück Brot und einen Apfel. Be⸗ vor er zu essen begann, grübelte er nach, und so traurig, so traurig wurden seine Gedanken, daß der Hunger ihm verging und der Apfel 900 das Stück Brot zu seinen Füßen nieder⸗ ielen.
f Es wurde kalt, selbst hier an diesem wind⸗ eschützten Plätzchen, er zog seinen großen zer⸗ feten Mantel über den Knieen zusammen und wickelte um den Hals den langen, grauen Bart, der so oft die kleinen Mädchen erschreckt atte.
0 Und wie er so sann, hörte er plötzlich helles Geschrei und er sah eine Schar Kinder aus der Schule heimkehren, ganz so, wie er selbst vor mehr denn sechzig Jahren aus der Schule heim— gekehrt war. Plötzlich begriff er die Nutzlosig⸗ keit alles Daseins, die furchtbare Thorheit des Lebens. Er erhob sich, und seinen leeren Sack wie einen Kreisel drehend, umkreiste er mehr— mals das Feld mit dem Gebaren eines Be— sessenen.
Beim drittenmal fiel er in einen großen Haufen dürrer Blätter; dort blieb er liegen, und da die Nacht herabsank, beschloß er, hier zu schlafen.
Indessen kam scheltend eine alte Bettlerin daher:
„He, Alter, da kannst Du nicht bleiben; das ist mein Platz, hier schlafe ich jede Nacht. Dieser Haufen gehört mir, mir allein, ver⸗ standen?“
Und als der Alte schweigend gehorchte, fragte sie, ihn forschend betrachtend:
„Woher kommst Du? Ich kenne Dich nicht. Wie heißt Du?“
„Man nennt mich den alten Hans.“
„Und mich die alte Hanne.“
Schweigend blickten sie einander an; die Erinnerung kehrte ihnen wieder.
Doch sie hatten so viel gelitten, und ihre Herzen waren so trocken geworden, so ganz den dürren Blättern gleich, um die sie in ihrem Elend sich stritten, daß sie einander nichts zu sagen wußten.
Die alte Hanne vergrub sich wie ein Tier in ihren Haufen, während der alte Hans seinen Stock ergriff und von dannen schlich.
(Simplizissimus.) e
Bilder aus der Gesellschaft.
Standesehre und Standespflichten.
Sie hatten sich beide in das Rauchzimmer geflüchtet. Herr Amtsrichter Brinkmann, um den Duft einer Havanna einzuschlürfen, sein Freund und ehemaliger Corpsbruder, Oberstabsarzt v. Weber, um dem„unerquicklichen musikalischen Geräusch“ zu entgehen, das als Chopinsches Impromptu nur gedämpft aus dem Salon zu ihnen herüberdrang. 1
„Du,“ begann Herr von Weber, indem er seine Cigarre prüfend zwischen Daumen und Zeigefinger drehte,„wer ist eigentlich dieser schmächtige Kerl in dem altmodischen Bratenrock, der drüben am Klavier lehnte? Er hat den Abend, glaube ich, noch keine fünf Worte ge— redet, und thut überhaupt, als ob ihm die ganze Gesellschaft entsetzlich schnuppe wäre.“
„Ach, der!“ Brinkmann verzog den Mund zu einem ironischen Lächeln.„Hm, ein alter Schulfreund nicht, aber Kamerad von mir. Dichter, Schriftsteller oder was weiß ich. Der Professor drüben hat, glaube ich, einige Lieder von ihm komponiert, und da wollte ihn die Frau Rechtsanwalt kennen lernen. Etwas ver⸗ rückter Kerl, der immer andere Ideen haben muß als gewöhnliche Sterbliche Aber was ich sagen wollte, ist denn die Geschichte mit dem Dr. Lindner wirklich wahr?“
In diesem Augenblicke erschien Dr. Haupt, von dem man soeben gesprochen hatte, in der Thür.„Ah, pardon. Ich will nicht stören.“
„O, durchaus nicht, mein lieber Haupt,“ rief Amtsrichter Brinkmann, indem er von seinem
1 Sttz emporschnellte:„Freut mich ja riesig, Dich
einmal wieder zu sehen, alter Junge.“
„Danke, danke.“
„Und damit Du siehst, daß wir uns durch⸗ aus nicht stören lassen, werden wir ruhig in unserer Unterhaltung fortfahren. Du kennst doch übrigens auch den Dr. med. Lindner?“
„Der Assistent am Krankenhaus? Ja. Was ist denn mit dem los?“
„Gott, sehr einfach,“ begann jetzt Herr Weber. „Der Dr. Lindner arbeitet zusammen mit einem Kameraden von mir, der zum Krankenhaus kommandiert ist. Bei einer Operation, bei der mein Kollege etwas unruhig gewesen sein soll, ist es zu einer erregten Szene zwischen beiden gekommen. Mein Kollege hat sich be⸗ 0 gefühlt, Lindner seine Zeugen geschickt id
„Und?“ wiederholte Brinkmann neugierig.
„Und— nu und Lindner nebenbei Oberarzt der Reserve!— hat gekniffen.“
„Also wirklich!“ rief Brinkmann, indem er mit der flachen Hand auf den Tisch schlug.
„Ja, kannst Du denn dagegen etwas einzu⸗ wenden haben,“ bemerkte Haupt mit freundlicher Ironie:„Du als Richter, vielleicht zukünftiger Staatsanwalt?“
Brinkmann sah seinen ehemaligen Schul⸗ kameraden ganz verdutzt an.
Dann sagte er:„Na erstens einmal, denke ich, sind wir hier unter uns.“
„Selbstredend,“ erwiderte Haupt lächelnd. „Ich habe weder zum Denunzianten noch zum Staatsanwalt irgend welche Anlage.“
„Na bitte. Und aber zweitens sage ich mir doch ganz einfach: Standesehre und Standes⸗ pflichten.“
Haupt zuckte geringschätzig die Achseln, fügte aber gleich hinzu:„Ja, mein Lieber. Das möchte ja immer noch gehen, wenn man dies Prinzip wenigstens für alle gleichmäßig gelten ließe Aber
„Aber?“ und Herr von Weber stellte er— staunt die gleiche Frage.
„Nun, wean Sie mich beide ruhig ausreden lassen wollen?“
Bitte ehr
„Also, Sie sagen, meine Herren, indem jener Dr. Lindner die ihm überbrachte Forderung ablehnte, hat er die Ehre seines Standes ver— letzt. Und die Konsequenz, die Sie daraus ziehen, ist, daß Sie den Betreffenden gesellschaft— lich ächten, ihn, wie man zu sagen pflegt, in Verruf erklären, nicht?“
Die beiden anderen nickten.„Selbstver⸗ ständlich.“ „Gut. Und nun nehmen Sie einmal irgend
eine Arbeiterkategorie. Sie werden mir zu⸗ geben, daß ich an einen Menschen Forderungen stellen kann, deren bedingungslose Annahme einen direkten Mangel an jedem Ehrgefühl bedeuten würde.“
„Nun, und?“
„Und nun nehmen Sie weiter au, ein solcher Fall liege thatsächlich vor. Die Arbeiter, die in den Streik eingetreten sind, müssen es als Ehrensache betrachten, nicht eher wieder die Ar— beit aufzunehmen, als bis die ihr Ehrgefühl verletzenden Forderungen zurückgenommen sind. Und doch giebt es Leute, die sich zur Arbeit bereit finden lassen. Was geschieht? Nun, die Kollegen thun genau dasselbe, was Sie thun: sie ächten diese Leute, thun sie in Verruf und — und wandern dafür ins Zuchthaus.“
„Aber bitte!“
„Bitte, ich habe noch das Wort. Und Sie, meine Herren, wenn Sie sogar mit Pistolen für Wahrung ihrer Standesehre gesorgt haben, wandern für einige Monate auf die Festung, in froher Zuversicht, daß über kurz oder lang auch über ihrem Haupte die königliche Gnaden⸗ sonne aufgehen werde. Also hier Festungshaft, nicht wahr?— und dort das Zuchthaus. Sehen Sie, es ist mir ja nur um das Prinzip zu thun. Aber das lautete doch eben: Standesehre und Standespflichten? War's nicht so?“ Kodak in der„Ipz. Vztg.“
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Sprüche zur Lebensweisheit.
Dickens: Harte Zeiten. Der Arbeiter Stephen Blackpool zu dem Kapttalisten Bounderby:
Seite 7. Sir, ich kann nicht mit meinem wenigen Wissen und meiner ungeschickten Weise dem
Herrn sagen, wie es besser gemacht werden kann— obgleich es einige Arbeiter in dieser Stadt besser, als ich thun könnten— aber ich kann Ihnen sagen, was es nicht besser machen wird. Gewalt wird es nicht besser machen. Sich verständigen, daß die eine Seite unnatür⸗ licher Weise immer und ewig Recht hat und die andere Seite unnatürlicher Weise immer und ewig Unrecht, wird es nie und nimmer⸗ mehr besser machen. Die Sache gehn lassen, macht es auch nicht besser. Laßt Tausende und Abertausende unbekümmert ihres Wegs gehen, alle das gleiche Leben führen, und alle in die⸗ selbe Konfusion geraten, und sie werden wie eine Masse sein, und Sie eine andere, und zwischen beiden eine schwarze, unüberschreitbare Kluft, so lange oder so kurze Zeit als ein solches Elend dauern kann. Sich nicht mit Freundlichkeit und Geduld und gemütlicher Weise mit Leuten abgeben, die in ihren vielen Leiden so innig zusammen halten und sich in ihrer Not mit dem unterstützen, was sie selbst bitter entbehren— das wird es auch nicht besser machen, ehe die Sonne zu Eis wird. Und end⸗ lich, sie als so viel Menschenleben abschätzen, und sie behandeln, als wären sie Ziffern in einem Rechenexempel, oder Maschinen ohne Neigungen und Leidenschaften, ohne Erinnerungen und ohne Seelen, die hoffen— wenn alles ruhig geht, sie anstrengen, als besäßen sie nichts von der Art, und wenn alles unruhig geht, ihnen vorwerfen, daß sie im Umgang mit Ihnen keine solchen menschlichen Gefühle verraten lassen, das wird es nie besser machen, wenn Gottes Schöpfung nicht umgeschaffen wird.
N Humoristisches.
Diskretion Ehrensache. Gnädige Frau zum Kutscher:„Sagen Sie nicht, wohin Sie mich gestern gefahren haben. Hier haben Sie zehn Mark.“ — Kutscher:„Sehr wohl, gnädige Frau. Aber der Herr Baron geben mir immer zwanzig Mark.“
(„Simpl.“)
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Falsch aufgefaßt. Lehrer:„Wenn jemand im Begriff ist, etwas Böses zu thun, und eine innere Stimme sagt ihm, er soll es unterlassen— wie nennt man das, Fritz?“— Fritzchen:„Bauchreden, Herr Lehrer.“
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Auch eine Erklärung. Erster Bauer:„Sog' mol. was ist eigentlich ein Kandidat?“— Zweiter Bauer, „Dös kann i' Dir schon sagen. Wenn man a' Kandedat werden will, muß man a' große Eckschamen durchmachen: Doa heißt es nun;„Kann de det? Kann de dat?“ Und kann er dat, dann ist er ebe a' Kandedat!“
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Druckfehlerteufel... Die Landschaft, die er durchreiste, bot einen traurigen Anblick; außer einigen verkümmerten Tanten und verkrüppelten Nichten begegnete der Blick nur ödem Felsgestein.
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Innere Mission.„Mein Geschlecht war sich stets der hohen Mission bewußt, die die Aristokratie im Dienste des Christeutums zu erfüllen hat. Meine ältesten Ahnen sind wie besessen kreuzjefahren, die späteren Gene⸗ rationen haben die tollsten Stiftungen jemacht, Kirchen und andere nette Sachen, na, und ich,— ich habe Kommerzienratstochter jeheiratet und ihr und ihrer janzen Sippschaft über die Taufe geholfen.“
Neu eingelaufene Schriften.
Besprechung wichtigerer Erscheinung behalten wir uns vor.
Protokoll der Verhandlung des 3 Kongresses der Gewerkschaften Deutschlands. Abgehahlten in Frankfurt a. M.⸗Bockenheim vom 8. bis 13. Mat 1899. Verlag der Generalkommision der Gewerkschaften Deutschlands. C. Legien, Hamburg 6.) Die Schrift enthält eine fast wörtliche Wiedergabe der Verhandlungen des für die deutsche Gewerkschafts⸗ und Arbeiterbewegung überaus wichtigen Kongresses. Diese Verhandlungen sind in der Zeit des Zuchthauskurses um so bedeut⸗ samer, als aus ihnen hervorgeht, daß es ein geradezu gemeingefährliches Treiben ist, wenn die Unternehmer die Regierung dazu drängen, eine Ausnahmegesetzgebung gegen die Arbeiterorganisation zu schaffen. Deswegen ist die Lektüre des Protokolls Freunden wie Gegnern der Arbeiterbewegung dringend zu empfehlen. Der Preis der 14¼ Bogen starken Schrift beträgt im Buch⸗ handel 1 Mk. Mitglieder der Arbeiterorganisationen erhalten dieselbe durch die Vertrauenspersonen resp. durch das Gewerkschaftskartell weit unter dem Selbstkosten⸗ preis für den Betrag von 25 Pfg.


