———
—
——
——
——— ͥ ͤ.wt—
Seite 6. Mitteldeutsche SonntagsZeitung. 1 Nr. 14. ich wollte, es wäre anders gekommen. Leben] man kann sie zum Kuckuck doch nicht wie vogel⸗ 1 2— 2 Sie wohl und mögen Sie glücklich werden.“ frei behandeln!— Nun sagen Sie mir aber in III IT Sie wandte sich zum Gehen. Valeska ergriff] aller Welt, was wollen Sie in Neukirch?“ fuhr
It Teil noch einmal ihre Hand. 0 8 er 1 5 genen, i en 15
whbaltungags⸗Ceil.„Leben Sie wohl, teure gnädige Frau.„Hören, was aus meinem Bräutigam ge⸗ 5 8 8 Könnte ich es ungeschehen machen, kein Opfer worden ist. Finden Sie das nicht natürlich? 8 wäre mir zu groß. Glauben Sie mir das, und J Er wollte den Fall selbst zur Anzeige bringen.“ Frühling. nochmals herzinnigen Dank.“„Ah was?“ fragte der Doktor gedehnt und
Nun regt sich wieder die Natur
Auf Berg und Thalesgrund.
Von Neuem schmückt sich Wald und Flur Mit frischem Grün. Die holde Spur Des Frühlings thut sich kund.
Du Volk der Arbeit, reg' auch Dich Mit frischer Geisteskraft!
Es gilt der Arbeit heil'gen Krieg, Der Freiheit und des Rechtes Sieg Durch Macht der Wissenschaft!
vom Stamm gevissen.
131 Roman von E. Langer. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.)
Der Brief war in knappster Form geschrieben, als hätte die Schreiberin keinen Augenblick ver⸗ gessen, daß die, an welche diese Zeilen gerichtet waren, weder Zeit noch Stimmung für ein über⸗ flüssiges Wort besaß. Und doch lag ein Ton absoluter Wahrhaftigkeit und Herzenswärme darin, der das Eis des Argwohns in der Brust der Leserin hinwegschmolz und das frühere warme Gefühl für Valeska wieder hervorquellen ließ. Der Mann, den dieses Mädchen liebte, konnte zudem kein gemeiner Volksaufwiegler sein. Schon daß er nicht die Flucht ergriffen, sich selbst hatte stellen wollen, kennzeichnete ihn als Mann von Erziehung und edler Gesinnung. Warum hatte ihn ihr Gatte nicht als solchen behandelt? Was hatte diesen plötzlich aus der Mitte seiner Gäste in das Inspektorhaus geführt? Frau von Kries stand der Zusammenhang jetzt ganz klar vor Augen. Eifersucht war der Grund von beidem, Verliebtheit und Eifersucht! O, wer erwägt die Schmerzen, die diese Erkenntnis der zart und tief empfindenden Seele dieser Frau verursachen mußte. Vor den Leuten und nament⸗ lich vor den Kindern stand der Gutsherr glück⸗ licherweise durch den Umstand, daß Oettinger sein politischer Gegner war, gewissermaßen ge⸗ rechtfertigt da. Dies war eine kleine Erleichterung für die schwer Getroffene.
Nach einer Weile kam der Doktor herein, um Frau von Kries abzulösen, bis ihn seine Pflicht wieder nach Neukirch rief.
Das erste bleiche Tageslicht stahl sich in das Zimmer Valeskas, die mit übernächtigen, von tausend Seelenschmerzen durchwühlten Zügen, völlig zur Reise gerüstet auf dem Sopha lag. Da ward leise an ihre Thür gepocht.
Hastig sprang sie auf und öffnete.
Frau von Kries stand vor ihr.
Ein zitternder Freudenlaut brach über Valeskas Lippen, und jene an beiden Händen ergreifen und in das Zimmer ziehen, war eins. Aber sprechen konnte sie eben so wenig wie Frau von Kries. Nach Worten ringend, standen beide eine Weile da— dann fielen sie, aufschluchzend, einander um den Hals, und hielten sich unter dem ersten Thränentau, der bie furchtbare Spannung ihres Innern wohlthuend löste, umschlungen.
Valeska fand sich zuerst wieder.
„Dank, Dank, tausend Dank“, stammelte sie, indem sie sich sanft frei machte.„O, wie gut Sie sind, teure, gnädige Frau! Nie, nie werde ich Ihnen das vergessen. Wie anders kann ich jetzt von Ihnen scheiden, als ich in den langen Stunden dieser Nacht gedacht. O, sagen Sie mir, ist Hoffnung vorhanden?
Sie sah ihr angstvoll in die Augen.
Frau von Kries zuckte mit einem schweren Seufzer die Achseln und blickte trübe vor sich hin.
Valeska verhüllte das Gesicht mit beiden Händen.
„Leben Sie wohl, Fräulein Stern“, flüsterte Frau von Kries.„Ich habe Sie lieb gehabt,
Als Frau von Kries hinausschritt, kam gerade das Stubenmädchen, die Lene, mit frischem Ver⸗ bandzeug die Treppe herauf. Verblüfft gaffte sie die beiden an.
„Adieu, mein liebes Fräulein. Da Sie so früh reisen müssen, nehmen Sie aleich jetzt meine besten Abschiedswünsche“, sagte Frau von Kries mit erhobener Stimme und schrieb damit dem ganzen Hause sein Verhalten gegen Valeska bei deren Abschied vor.
Als diese in ihr Zimmer zurückkehrte, fand sie ein Kouvert auf dem Tische. Es enthielt ihr volles Viertelsjahrs⸗Gehalt und die Photo⸗ graphie ihres Lieblings, des kleinen Hans.
Der Abschied von den übrigen Familien⸗ gliedern war kurz und hastig, aber Dank der Hausherrin, nicht unfreundlich. Agnes konnte sich sogar der Thränen nicht enthalten. Hans, den die Schwestern gleich nach dem Ereignis in ihr Zimmer genommen, lag noch und schlief, als der Wagen mit dem Doktor und Valeska davon eilte.
VIII.
Obgleich der Morgen feuchtkalt und grau war, so hatte die Luft doch eine prickelnde, be⸗ lebende Frische. Ein kräftiger Erdgeruch stieg wie Lrühlingsahnung von den höher gelegenen, schon völlig schneefreien Feldern auf, und jenseits der Nebelwolken zitterte es von Lerchentrillern. Unten aber krächzten die Krähen ihr heiseres Lied.
Sobald man die freie Landstraße gewonnen hatte, setzte sich der Arzt in seiner Ecke zurecht, zog die Wagendecke über die Kniee und wandte sich dann mit den Worten an Valeska:
„Nun sagen Sie mir, mein verehrtes Fräulein, wie die ganze fatale Geschichte zusammenhängt. Frau von Kries wies mich an Sie; Sie könnten und würden mir ein Licht aufstecken.“
Obschon kein junger Mann mehr, hatte der Arzt, Herr Zöllner, noch immer etwas vom Studenten, etwas Ungeniertes, Burschikoses an sich. Er machte nicht gern Umstände und redete, wie ihm der Schnabel gewachsen war. Viele Leute mochten iht desbalb gut leiden, andere, zartere Seelen, fühlten sich dadurch verletzt und nannten ihn ungeschliffen. Als Arzt aber war er bei allen gleich gut angesehen.
„Gewiß, Herr Doktor“, antwortete Valeska. „Ich war darauf gefaßt. Aber zuvor sagen Sie mir, ist wirklich keine Hoffnung?“
Sie sah ihn dabei so ängstlich flehend an, daß es ihm zu Herzen ging. Er schob den Mund vor, zog die Brauen zusammen und strich sich das Kinn.
„Hm, wenig— verflucht wenig“, brummte er.„Indessen— er lebt noch“, fügte er in einem hoffnungsvollen Tone hinzu, um Valeskas Niedergeschlagenheit zu zerstreuen.„Nun schießen Sie aber mal los, mein Fräulein.“
Valeska erstattete ihren Bericht. Sie brauchte jetzt Herrn von Kries nicht zu schonen. Doktor Zöllner hörte ihr mit gespannter Aufmerksamkeit zu. Von Zeit zu Zeit nahm er die Bibermütze ab und fuhr sich mit allen fünf Fingern durch das dichte blonde Haar. Es war so seine Ge⸗ wohnheit, wenn ihm, wie er sich ausdrückte, „etwas nicht in den Verstandskaften wollte“.
„Tolle Geschichte“, sagte er, als Valeska geendet.„Wahrhaftig ganz toll. Hätte dem Kries das nicht zugetraut. Donnerwetter, erst so beleidigend werden und dann nicht Satis⸗ faktion geben wollen.“ Der alte Student, der keiner Mensur ausgewichen war und einige hübsche Schmarren zum Andenken mitbekommen hatte, regte sich in ihm.„Aber das ist so adliger Tic. Der Kanaille ist man nichts schuldig. Ich liebe selbst die Herren Sozialdemokraten nicht sonderlich— bitte sehr um Verzeihung, mein Fräulein— Sie werden das natürlich nicht begreifen“— lächelte er schelmisch,„aber
zog die Augenbrauen überrascht in die Höhe. „Das laß ich gelten, allen Respekt, gut, gut, sehr gut. den jungen Mann glimpflich abläuft. Aber Sie— ein junges Mädchen— wo wollen Sie denn bleiben? Im„Blauen Engel“?— das geht nicht.“
„Warum nicht? Auf kurze Zeit—“
„Ich möchte Ihnen mein Haus anbieten; aber sehen Sie—“ er kratzte sich verlegen hinter dem Ohr—„ich weiß nicht, was meine Frau—“
„O, Herr Doktor, ich würde Ihre Güte gar nicht annehmen“, fiel ihm Valeska ins Wort. „Nachdem was ich erduldet, muß ich frei— frei sein, und frei ist man nur, wenn man auf
eigenen Füßen steht und niemand zu danken hat.“
Der Doktor sah Valeska mit leuchtenden Augen an. f
„Na, ich sehe, Sie sind die rechte Frau für einen Mann, der für seine Ideen kämpft, mögen sie nun falsch oder richtig sein. Herr Oettinger kann sich beim Schicksal bedanken. Wenn er es ehrlich meint, woran ich nicht zweifle, so hat er ein schweres Leben vor sich und da ist der Mut der Frau von großem Wert! Aber Sie müssen die Sache ruhiger nehmen, sonst reiben Sie sich auf; haben ganz das Zeug dazu.“
Valeska schaute stumm in die Ferne. Es that ihr wohl, daß Oettingers Benehmen selbst bei diesem poltischen Gegner Billigung fand. Sie besaß nur Stolz für den Geliebten, das ihr selbst gespendete Lob ließ sie kalt.
„Das erste, was ich nun zu thun habe, ist, daß ich meinen Bericht einliefere“, nahm der Arzt wieder das Wort, das heißt, nachdem ich meine Patienten besorgt habe. Sie werden sich an den Bürgermeister wenden müssen, um Aus⸗ kunft zu erhalten. Nachmittags spreche ich im „Blauen Engel“ vor und höre, wie es mit Ihnen steht. Ja, ja, gewiß, mein Fräulein“, sagte er treuherzig, indem er Valeskas Hand, die sie ihm dankbar entgegenstreckte, herzhaft schüttelte.„Ich werde Sie nicht verlassen, „aber abends muß ich wieder hinaus zu unserem Patienten.“———
Ganz Neukirch hatte bereits am frühen Morgen das Gerücht von etwas Ungeheuerlichem durchschwirrt, welches sich gestern auf dem Kries⸗ schen Gute zugetragen haben sollte. Der reitende Bote und der Knecht, der den Doktor geholt, waren die Kolporteure gewesen, freilich ohne
selbst von dem Vorgang recht unterrichtet zu sein. So wußte nun auch niemand genau, wie die
Geschichte eigentlich zusammenhing, nur soviel stand fest, daß der Gutsherr schwer verwundet oder vielleicht gar schon tot und der seit einigen Tagen hier weilende Agitator, wenn nicht direkt der Mörder, doch sehr nahe bei der That be⸗ teiligt sei.(Fortsetzung folgt.)
——
Sprüche zur Lebensweisheit.
Man glaubt gewöhnlich, die Heere werden nur deshalb vermehrt, um einen Staat gegen den andern zu schützen, man vergißt aber, daß die Heere hauptsächlich dazu dienen, um sich vor den eigenen, unterdrückten und zur Knechtschaft verdammten Unterthanen zu schützen.
*
Niemand denkt an den Krieg, aber man opfert ihm Milliarden, und Millionen von Menschen stehen unter Waffen.—„Aber das geschieht ja alles, um den Frieden zu sichern!“ „Wer den Frieden will, rüstet zum Kriege.“ „Das Kaiserreich ist der Friede.“„Die Republik ist der Friede.“
Der Unglückliche, den man betrügt und den man von jeher betrogen hat, ist das arbeitende,
das naive Volk; das nämliche Volk, das mit
schwieligen Händen jene Schiffe, jene Festungen,
Wollen hoffen, daß die Sache für
14 e en e, Feen
m
5
zagohbogen 1 h
970 10 en 1
1 10
5 9 15 allt ub 55 an stil
1 we
—
l
Wen Sie eee Sie Ibren ne belcher im ve dieselbe Freud Non wild gaubwürdig dornuksezt, f In den 9
Veide
II.!
Mar
da geh hin! da wirst Du kannst Du und aber 10 bliligenbisz dlzzelne R Westen, Kravatt. Kragen 2 und Stadt 5 ach Nan inen An trbslätste nüften 1 Fenes tücht Ageseriggt augen na
——
......——— — 77. 6 2 8— 5 C 0 2 6 8 2


