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Nr. 48.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 7.
welches der gute Landesfürst in dem nahen
schlechter der Köhler, Lux, Zoth und Holzer
sich auch der stumme Hügel, unter dem Fridolin
vor der Mauer.
„Zimmermann⸗Engel“ von seiner Heldenlauf⸗
ansteckenden Krankheiten, der Typhus und die
Hirsche und Bäume, die in den Wäldern ge⸗
die Aecker, die hinter den Hütten lagen; das Eisenwerk, das neben dem Teiche aus zwei
Der stirchof ist fur die Toten, das Armen⸗ haus für die Bettler und der Arrest für die arbeitslosen Vagabunden, die an das Gericht,
Städtchen unterhält, eingeliefert werden müssen.
Der Kirchhof war besät mit Kindergräbern. An den Holzkreuzen hingen Täfelchen mit ge⸗ dankenreichen Inschriften. Da lagen die Ge⸗
mit ihren biblischen Taufnamen; lauter Arbeiter, die es im Dienste ihres„Brotgebers“, des Grafen, dem die Hirsche im Walde gehörten, zu jenem kümmerlichen Durchschnittsalter ge⸗ bracht hatten, wo die Menschenkraft noch hin⸗ reicht, das Sterben zu ertragen. Hier befand
und Fridolina, das arme Zwillingskinderpaar, ruhten. Hoch über ihm, am Nachthimmel, funkelte ein Doppelstern.
Die Selbstmörder hatten ihr eigenes Reich
Besitzes.
Dort lag die hübsche Stubendirn und der wahnsinnige Müller, der seinen blonden Kindern den Hals abgeschnitten. Dort ruhte auch der
bahn aus.
Die Leute nannten diese Seite den„Totscher“; eine Bezeichnung, die eine unheimliche Wahrheit enthielt. Denn hier pflegten regelmäßig die
Blattern, zuerst auszubrechen. III. Die Wälder, die das Dorf einschlossen; die
diehen; die schlanken Forellen, die sich zuweilen im Dorfbache blicken ließen; der Dorfbach selbst;
tigkeit
Schornsteinen qualmte.. gehörte dem Grafen Aurich.
Und die armen Dorfleute, die Eltern der kleinen Jungen, welche die Eskimohütten bauten „.. Uannten nichts ihr eigen?
O! ihuen blieb viel und mannigfach! Man mußte nur recht zusehen!
Da war einmal die Luft, die klare, harz⸗ duftige Waldluft. Auf Meilen in der Runde war solch' reine, prächtige Luft nicht zu sinden.
Da war ferner die Arbeit, die„Göttin im härenen Gewande“, wie die geistreichen Schrift- steller sagen; die Arbeit, die den Körper stählt und das Selbstvertrauen weckt; die Arbeit mit ihrem echt„evangelischen Inhalt“, von dem der Pfarrer so schön sprach.
Und dann die Hütten, die traulichen Hütten!
Zeugen
Freiheit
nichts kosteten. Einen gab. Grund eines Raubes, den ein Gesalbter des Herrn im Hinweis auf die„historische Gerech⸗
Weisheit
an dem der Engel frtedvollen Behagens ruht.
Weißt Du, wie süß ihnzdie Dichter befingen? „Der Mann ist schaffensmüde heimgekehrt Des Weibes Auge schmachtet schlummertrunken, Und einem goldnen Kirchlein gleicht der Herd. Denn wie zum Meergrund Taucher niedersteigen, Versenkt er sich ins eigene Herz und find't es Voll Perlen, und den Weg zu ihnen zeigen Die Atemzüge des entschlaf'nen Kindes.“
O! man mußte nur recht zusehen! Freilich waren die Hütten mitunter recht ärmlich; aber dafür durfte man dem guten Landesfürsten, der im Städtchen das Gericht unterhielt, Ab⸗ gaben entrichten. Das war ein Sporn mehr zur Arbeit, und ein Hindernis mehr für den Dämon der Unzufriedenheit: man spricht so bezeichnend von der„bändigenden“ Kraft des
Die Aurich's waren ein altes Geschlecht; die Wurzeln ihres Stammbaumes lagen im Paradiese. Sie waren ein kraftvolles, rühriges Geschlecht: jeder verstorbene Sproß desselben war der Ahne des folgenden.
Wie sie zu ihrem Reichtume kamen?
Die Geschichte, die große Lehrmeisterin der Menschheit, gab darüber genauen Aufschluß.
In einem Kriege, der so lange dauerte, daß man ihn nach der Zahl seiner Jahre benannte, hatten sie dem Beherrscher eines heiligen Reiches irgend einer Nation Handlangerdienste geleistet. Der Landesvater belohnte solche Treue um so reicher, als die Mittel dieses Lohnes ihn selbst Er nahm Andern, was er dem
So herrschten die Aur
begehen durfte.
Sie bauten in der Gegend ein Schloß mit vier Türmen, mit luftigen Ställen für Pferde und Jagdhunde, mit einer Kanzlei für den Amtmann und mit einem engvergitterten Ge⸗ mache, dessen einziger Schmuck eine Holzbank war, auf der jener Amtmann die Urteile seiner vollstrecken ließ. War der Verbrecher eine hübsche Verbrecherin, so sprach der jeweilige Graf unter Geheim⸗ haltung des Verfahrens das Urteil in Person. In diesem Falle fehlten auch die Aussagen von
im kurzen Wege
im Protokoll.
Dann kam das goldene Jahr irgend einer Revolution, das allen Menschen auf Erden die
brachte. (Fortsetzung folgt.)
Allerlei.
Hohle Zähne. Um den Zersetzungsprozeß hohler Zähne aufzuhalten und die daraus ent⸗ stehenden Zahnschmerzen zu heben, hat man in neuerer Zeit ein wirklich gut bewährtes Mittel
efunden. Man läßt sich eine konzentrierte Zösung von übermangansaurem Kali in der Apotheke anfertigen, die prachtvoll violett er scheint und bewahrt sie in einem Glasstöpsel⸗ fläschchen auf. Von dieser Lösung gießt man in ein mit erwärmtem Wasser halbgefülltes Trinkglas 5 bis 6 Tropfen, so daß das Wasser eben nur rötlich wird, und spült den Mund damit recht gut aus. Es lösen sich dadurch nicht nur alle Speisereste in den hohlen Zähnen, sondern der Zerstörungsprozeß der Zähne wird auffällig aufgehalten und die Schmerzen ver⸗ lieren sich bald und bei längerem Gebrauch dauernd. Man muß diese Mundspülungen täglich mindestens einmal vornehmen.
Splitter. Der Zeiten Zeiger stehet niemals still,
Und jene, die ein Gott verderben will, Die hat er alle Zeit vorerst verblendet. Anzengruber.
Humoristisches ichs auß Boshaft. sich eben eine neue Stelle gesucht hat):„Was, die Dame hat Sie genommen, trotzdem Sie nur vier Wochen bei mir ausgehalten haben?“—„Ja, die kennt Sie nämlich!“
Nach der Kirchweih'. Bäuerin!“„Jo was! Soll i an Doktor hol'n?“„Na, mir könn bloß no der Pfarrer helf'n!“„Mariandjosef, is so weit g'fehlt!“„Jo, geh umi und hol bei ihm dö Medizin, wo eahm allweil hilft, wenn er sich übe r⸗ essen hat!“(Simpl.)
Das Mutterherz. Sohn(eines Protzen, der mit seinen Eltern entzweit war, als er wieder ins väterliche Haus zurückgekehrt, der Mama erzählend): „Den letzten Monat hab' ich leben müssen mit drei⸗ hundert Mark!“— Mama:„Armer Junge, was hast du leiden müssen!“
Realpolitik. Bayrischer Bauer:„Wann 1 net zum Bauernbund geh, kimm i in'n Himmi), sagt da Pfarra; und wann i dazua geh, gibt ma da Burgamoasta a Geld auf mei Haus.— Ah was, i geh dazua, sicher is sicher!“
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