Ausgabe 
27.3.1904
 
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keoth liegt schon lange mit seiner Gemeinde in Unfrieden

Gymnasium) der Besuch verboten.

Nr. 13.

Mitteldeutsche Soun aas⸗Zeitung.

Seite 5.

und sind schon mehrere Petitionen wegen seiner Ver⸗

f setzung abgegangen, die er nun auch, nachdem er obigen

Briespassus von der Kanzel zurückgenommen, beantragt hat. Einer Deputation wurde in Münster von der Kirchenbehörde auf ihre Vorstellung, falls H. nicht ver⸗ setzt würde, so würden viele aus der Landeskirche aus⸗ treten, geantwortet:dieselben könnten ruhig austreten. Heckenroth ist ein intimer Freund Stöckers und ein Bruder des durch s ine hlkuddelmuddel mit dem Zentrum bekannt gewordenen Pfarrer Heckenroth in Altenkirchen.

Eine Versammlung der Fuhrleute fand

am Donnerstag(18.) in Langenaubach statt. Zweck derselben war, das lästige und ungerechte Wegegeld zu beseitigen, das von den Fuhrleuten seitens der Stadt Haiger noch erhoben wird. Trott⸗Haiger schilderte in längeren Aus führungen die Härten, welche diese Ein⸗ richtung für die Fuhrleute im Gefolge bat. Beispiels⸗ weise habe ein Fuhrmann, der seit 30 Jahren den Langenaubacher Weg mit einem Pferde gefahren hat, zirka 2400 2600 Mark an Wegegeld gezahlt, solche mit zwei Pferden aber das Doppelte. Trott wurde beauftragt, eine Petition um Aufhebung dieses mittel⸗ alterlichen Zustandes anzufertigen. k., Staats rettende Jugenderziehung. Zu der in Dillenburg im städtischen Kurhaus statt⸗ gefundenen Aufführung von BeyerleinsZapfenstreich durch das Städtebund⸗Theater Gießen⸗Marburg wurde den' Schülern der höheren Lehranstalt(Seminar und Sollte der Inhalt dieses Stückes wirklich den der Jugend eingetrichterten Hurra⸗ und Flottenpatriotismus zerstören?

T. Proletarier⸗ Ehrlichkeit. Am Dienstag verlor die Tochter des Fabrikanten Landfried auf dem Dillenburger Bahnhof einen Brillantring. Ein armer Arbeiter aus Haiger fand denselben ohne jedoch den Wert zu keunen. Auf die Verlustanzeige hin erstattete er deuselben sofort zurück und erhielt die ausgeschriebene Belohnung von 100 Mark..

Aus dem Rreise Marburg⸗RNirchhain.

r. Parteiversammlung. Die am Samstag stattgefundenen Parteiversammlung war nur mäßig besucht. Sie nahm zunächst einen Vortrag des Genossen Vetters überden 18. Marz eatgegen. Die Maifeier, bezw. die Frage, wie sie in diesem Jahre in Marburg begangen werden soll, bildete den zweiten Punkt der Tagesordnung. Es wurden hierzu die verschiedensten Vorschläge gemacht; schließlich einigte man sich auf Einsetzung einer Kommisston, welche die nötigen Vorbereitungen zu treffen hat. Eine lebhaftere Debatte rief die bevor⸗ stehende Stadtverordnetenwahl hervor. Es sind bekanntlich wieder zwei Nachwahlen in der dritten Klasse notwendig geworden und die verschiedenen Parteien machen bereits mobil. Besonders der Bürgerverein macht alle An⸗ strengungen, um seinen August Heppe durchzu⸗ bringen. Aber auch die Beamtenvereinigung autttert lebhaft, um ihren Kandidaten, dessen Wahl ja beanstandet wurde, das Mandat wieder zu erobern. Die Versammlung beschloß ein⸗ stimmig, wieder mit eignen Kandidaten in den Wahlkampf einzugreifen. Die dazu bestimmte Wahl⸗Kommisston, welcher alles Andere über⸗ lassen wurde, soll baldigst geeignete Vor⸗ schläge machen.

r. Die Maler und Lackierer hielten am Montag eine gut besuchte öffentliche Ver⸗ sammlung ab, in der Gen. Zimmermann aus Frankfurt überdie elenden Lohn⸗ und Arbeitsverhältnisse am Oxte sprach. Seine Ausführungen wurden beifällig aufgenommen. Auch die Filiale des Maler⸗ und Lacktererver⸗ bandes wurde gestärkt, indem verschiedene Be⸗ rufsgenossen dem Verbande beitraten. Ihre Aufgabe muß sein, die übrigen Kollegen eben⸗ falls zum Eintritt in die Organisation zu ver⸗ anlassen.

r. Umzugstermin. Zum Oster⸗Umzug setzt die Poltzeiverwaltung wegen der Feiertage folgende Tage als spätesten Termin zur Räumung der Wohnung fest: 1. Kleine, d. h. aus höchstens 2 Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen bis 2. April, abends 5 Uhr; 2. alle anderen Wohnungen spätestens am 6. April, mittags 12 Uhr.

m. Kostspielige Eisenbahn. Aus Kirch⸗ hain schreibt man uns: Die famose Hahnbahn, von hier nach Schweinsberg erfordert für 1903 einen Zuschuß des Kreises von 24 397,09 Mk. Da die gesamten Einnahmen nur 86 176,69 Mk. betragen, zahlt der Kreis rund 30 Proz. der gesamten Ein⸗

nahmen für diese paar Kilometer Eisenbahn. Hätte der Kreis die Finger davon gelassen, wäre die Bahn schon längst vom Staate gebaut worden. Es ist nahezu un⸗ verantwortlich, einem der ärmsten Kreise eine derartige Last aufzuladen, möglich ist so etwas nur, wo wie in Preußen der Kreisausschuß nur eine Dekoration des landrätlichen Absolutismus bildet.

Aus dem Odenwald.

Neustadt 1.00. Der Wahlverein Neustadt u. Umgegend und der Gesangverein Vorwärts⸗Neustadt werden auf den zweiten Osterfeiertag, nachmittags 3 Uhr zu einer Besprechung wegen unseres diesjährigen Mai⸗ festes in unser Ve einslokalzum deutschen Haus einge⸗ laden. Wie voriges Jahr in Neustadt, wollen wir dieses Jahr das Malfest in Erbach abhalten. Zahlreiches Er⸗ scheinen ist erwünscht, da gleich bestimmte B eschlüsse in Bezug auf das Arrangement gefaßt werden sollen.

f. Ein Prügelpädagog. Aus Neustadt i. O. schreibt man uns: Am Samstag morgen wollte

ein Junge dem Lehrer Schmitt, welcher im Schulhaus

im ersten Stock wohnt, etwas bringen. Sein Anklopfen wurde aber von innen nicht gehört. Da kam mein 13 jähriger Sohn, welcher einen Stock höher zur Schule wollte, klopfte etwas stärker und ging dann zur Schule. Gleich darauf kam Schmitt zu Herrn Lehrer Pullmann und verlangte die Herausgabe meines Sohnes Heinrich. Pullmann, der den aufbrausenden Charakter des Herrn Schmitt kennt, sagte, er strafe die Kinder seiner Klasse selber. Als die Schule zu Ende war, lauerte Schmitt meinem Sohne auf, zog ihn in das Schulzimmer und begann ihn zu bearbeiten, zuletzt warf er ihn gegen den Ofen. Meine Frau, die benachrichtigt und gleich zur Stelle war, wurde von dem Lehrer aus dem Schulzimmer gewiesen und dieses zugeschlossen. Von außen wurde dann meinem Jungen aus dem Zimmer geholfen und so entging er weiteren Mißhandlungen. Das Gericht wird hoffentlich dem Herrn Lehrer begreiflich machen, daß er zu solchem Vorgehen kein Recht hat.

Eingesandt aus Altenbuseck.

In Bezug auf das Eingesandt in Nr. 12 unserer Zei⸗ tung betreffend Wasserleitung und Geländeerwerb der Gemeinde Wieseck, sei hier erwähnt, daß die fragliche Quelle sich in dem 560 qm. großen Grundstück der Ge⸗ meinde Altenbuseck, ungefähr 400 Meter von der Grenze Wieseck⸗Altenbuseck sich befand, oder vielmehr da ihren Ausgang hatte. Vor ungefähr Jahren wollte die Gemeinde Wieseck jene Quelle erwerben, und fragte an, was gefordert würde. Da nun Trinkwasserquellen nicht wie alte Trödlerwaren verschachert werden können, so wurde nach längerer Beratung per qm. 15 Mark gefordert, was dem Gemeinderat von Wieseck zu hoch erschien, als handelte es sich nur um den Erwerb des minderwertigen Geländes. Sie fingen nun an, Quellen zu suchen, und dieses Quellensuchen kostete der Gemeinde Wieseck auch schon schweres Geld. Dann kam man auf den Gedanken die Quelle oberhalb in dem fiskalischen Grundstücke abzugraben, was auch gelang. Da man nun nach dem Gesetz Wasser nur in seinem Eigentum sein Eigen nennen kann, so muß Wieseck das fiskalische Grundstück erst erwerben, und wenn nun 45 Pfg. pro qm. gefordert werden, so ist dies dem Pachtbetrag gegenüber allerdings sehr hoch, doch möchte Schreiber

dieses behaupten, daß, wenn dem Fiskus die Sachlage

bekannt wäre, er das Grundstück überhaupt nicht her⸗ geben würde, um einem Konflikt beider Gemeinden vor⸗ zubeugen. Es ist über das Vorgehen der Gemeinde Wieseck große Erregung in un serer Gemeinde, und man beabsichtigt, das Wasser oberhalb wieder abzugraben, um es für uns bei der noch zu errichtenden Hochdruck⸗Wasser⸗ leitung selbst verwerten zu können. Schreiber dieses be⸗ neidet Wieseck um seine Wasserleitungsanlage gewiß nicht, doch wäre es besser und billiger gewesen, wenn man mit Altenbuseck in Unterhandlung getreten wäre, jedenfalls wäre dann ein großes Stück Vorarbeit er⸗ spart geblieben. 8

Kleine Mitteilungen.

n An Holzbearbeitungs⸗Maschinen kommen wohl die meisten Unfälle vor und es geht da⸗ bei auch selten gelinde ab. In der Nu zn'schen Holz⸗ schneiderei in Lollar kam neulich der Arbeiter Sommer aus Staufenberg mit der rechten Hand in die Hobel⸗ maschine, wobei ihm 4 Finger abgeschnitten wurden.

* Einen Racheakt recht niedriger Art verübte kürzlich der bei der Wwe. Abel in Krofdorf beschäftigte Oberbrauer. Im betrunkenen Zustande kam er am Sonntag abend in die Abelsche Wirtschaft, wo ihm, wie der Wetzl. Anz. berichtete, das verlangte Bier ver⸗ weigert wurde. Um sich hierfür zu rächen, ging er des nachts in den Keller und warf in die dort stehen⸗ den Bierfässer Brot und sonstige Sachen hinein. Er hat hierdurch Bier im Werte von 151700 Mark verdorben. Seine Verhaftung ist andern Tags erfolgt.

nn Ausbrecher. Am Samgatag sind aus dem Klapperfeldgefängnis in Frankfurt neun Untersuchungs⸗ gefangene ausgebrochen, die meist wegen geringer Ver⸗ gehen verhaftet waren. Durch ein in die Mauer ge⸗ brochenes Loch gelangten sie ins Freie. Die meisten da⸗ von hat man aber bald wieder erwischt und aufs neue festgenommen.

* Opfer der Arbeit. Auf der Zeche Bruch⸗ straße bei Langendreer wurden am vorletzten Dienstag drei Bergleute verschüttet. Einer ist tot, zwei sind töt⸗ lich verletzt. Durch Schlagwetter auf der Zeche Kö⸗ nigsborn bei Dortmund sind drei Bergleute getötet und einige verletzt worden.

Begnadigt wurde dee im vorigen Jahre zu drei Jahren Gefängnis verurteilte Bankdirektor Dr. Ge ntzsch von der Leipziger Bank. Dagegen schmachten noch immer mehrere Opfer des Löbtauer Urteils im Zuchthause.

Partei-Uachrichten.

Ein Parteischiedsgericht in Mainz beschäftigte

sich mit der Angelegenheit des Genossen Friedberg. Dieser hatte bei der Landtagsersatzwahl als sozialdemokratischer Wahlmann einen unbeschriebenen Stimmzettel abgegeben, also seine Pflicht als Wahlmann verletzt. Das Schieds⸗ gericht hat erkannt, daß das Verhalten Friedberg's bei der letzten Landtagsersatzwahl keinen Grund zum Aus⸗ schluß aus der Partei bildet. Dagegen ist es zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Handlungsweise Fried⸗ berg's in der gleichen Angelegenhei? als ein grober Ver⸗ stoß gegen die Parteidisziplin zu betrachten und ihm deshalb eine Rüge zu erteilen sei.

Im Offenbacher Abendblatt ist am 15. ds. Mts. Genosse Arthur Molkenbuhr als Re⸗ dakteur eingetreten an Stelle des Gen. Hauschild, der in die Redaktion der MannheimerVolksstimme eintrat.

Versammlungskalender.

Erscheint zahlreich und pünktlich in den Ver⸗ sammlungen! Samstag, den 26. März. Gießen. Soz.⸗dem.⸗Wahl verein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Zahlreiches Erscheinen notwendig!

Montag, den 28. März.

Gießen. Schneiderverband. Abends 1/9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Gießen. Freie Turnerschaft. Abends 8 Uhr Monats⸗Versammlung bei Mißler, Brandgasse. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. Halbjahr 1903; 2. Ergänzungswahl des Vorstandes; 3. Som⸗ merfest; 4. Verschiedenes.

Dienstag, den 29. März. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 8 Uhr. Sitzung bei Orbig. Donnerstag, den 31. März. Gießen. Brauerverband. Abends 8 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof).

Parteifreunde, Arbeiter!

Mit der nächsten Nummer tritt die Mitteldeutsche Sonntags-Zeitung in das zweite Quartal ihres elften Jahr⸗ ganges. Unser Blatt hat im letzten Jahre eine recht erfreuliche Steigerung seiner Abonnentenzahl zu verzeichnen, das darf uns aber noch keineswegs genügen und es tritt daher für jeden Genossen die unab⸗ weisbare und leicht zu erfüllende Pflicht heran, für Gewinnung neuer Leser nach besten Kräften zu wirken. Ueber den Wert und die Bedeutung der Parteipresse erübrigen sich weitere Ausführungen, jeder denkende Arbeiter weiß sie zu schätzen! Tue daher jeder seine Schuldigkeit. Nur unablässige Arbeit, zähe Ausdauer sichert den Erfolg!

DieMitteldeutsche Sonntags⸗ Zeitung erscheint wöchentlich einmal und kostet nur 25 Pfg. den Monat; 78 Pfg. das Vierteljahr.

Unsere Kreuzband Abonnenten er⸗ suchen wir, wenn irgend möglich direkt

bei der Post zu abonnieren, was zweck⸗ mäßiger und billiger ist.

die nächste Nummer gelangt am Donnerstag, den 31. März zur Ausgabe. Die Expedition.