1. — acht! des men ö ge⸗ 8 ge⸗ garen weg „ da auch men. sung ligen lend. eben. mlt da⸗ ange Die hald eber⸗ dert⸗ herte Jach⸗ mit yogen lach liefe, ge⸗ ahre, men bei der Reich Was leder loch tte! Jahr Ende auch, ekün⸗ Was e er te er Lacht halte unter
0 ein
und chlug n sich chen; dem ndert aral,
Auf
wogle 1 ge,
Die 1
das . Die
anzen
1 db
erun“
und
0b kl solle
woll
Halel „ del
„
seine Joppe an und begann langsam hinab zu
1
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung
Seite 7.
Das letzte Wort entschied. Der Bauer zog steigen. Als die Beiden unten ankamen, fanden ste hunderte von Menschen in einem Kreise zu⸗ sammengetreten, in der Mitte stand auf einem großen Steine ein Mann und hielt eine Rede.
„Siehst's, da hast's, hab' ich Dir's net gleich g'sagt?“ meinte der Sälch.„Das ist ja der Tischler!“
Der alte Bauer gab seinem Nachbar einen Puff, damit er verstummte.
Und der Redner fuhr fort:„Zum Schlusse möchte ich noch ein paar Worte richten an Euch, Ihr Dienstboten und Hüttenleute, Häusler und Kleinbauern; Ihr kennt mich Alle, Ihr aus Neudorf, Ihr aus Leutholdsgrün dort und Ihr aus Hermannsreuth, und Ihr wißt, wer ich bin. Warum wir, die Industriearbeiter, den ersten Mai als Festtag feiern, habt Ihr vorhin gehört; aber auch Ihr habt alle Ursach', zu uns zu halten und net zu Denen, welche das Geld maßelweiß messen. Hand aues Herz und gebt ehrlich und richtig die Antwort: Was bleibt Euch denn, Ihr Halb⸗ und Viertels⸗ bauern, wenn Ihr im Herbste die Steuern bezahlt habt und zu Martini die Zinsen und die Ver⸗ sicherung und die Umlagen und die kleinen Tröpfelschulden beim Kramer, im Wirtshaus und in der Stadt beim Kaufmann? Hm?“
„A goldenes Nix!“ platzte ein junger Bauer, der den ganzen Kopf voll gelber Locken hatte, heraus, drückte sich aber sofort, um nicht die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
„Recht hast, Gartner⸗Seppl,“ fuhr der Redner fort.„'s stimmt, was Du g'sagt hast. Und zwegen dem goldenen Nix und dem silbernen Wart-a⸗wenig müßt Ihr Euch plagen und schinden 8 ganze Jahr wie net recht g'scheidt, Sommer wie Winter, Tag und Nacht! Ist das a Gerechtigkeit? Ewig net... Aber ich hab' ja von was anderm reden wollen. Viele Bauern denken noch alleweil, wir, die Sozi, wollen ihnen ihre Höfeln und Felder weg⸗ nehmen. Daß ich net lach'! Hört's, Männer, wie kann man denn Ein'm was wegnehmen, das ihm gar net mehr g'hört, das bis zur letzten Schindel, bis zum kleinsten Feldsteinerl mit Hypotheken verpflastert ist? Und sind viele von Euch net in derselben Lag', ohne daß Ihr etwas dafür könnt? Es darf ja heut einem kleinen Bauern nur a Ochs sich dick fressen, und er ist schon g'liefert. Ja, sagen die Ein', wir müßten es halt mit den reichen Leuten halten. Hört's einmal, wären die Herren reich worden, wenn s' den armen Leuten was geben hätten? Andere sagen: Der Staat muß helfen. Der Staat? Ja, der schaut gerade aus da⸗ nach. Dem geht's ja so net z'sammen mit'n Geld, allweil verlangt er mehr Steuern und Rekruten, und was Ihr zahlt, das wird ver⸗ pulvert, verschossen und vermarschiert. Wir, die Arbeiter, haben heut unser Maifest gö'feiert, und Ihr— Ihr habt es schon eher g'feiert wie wir. Der Stiegl⸗Franz humpert und verzieht 8 Gesicht. Da gibt's nix zum Lachen, das ist Tatsach. Ihr habt zu Ostern am ersten Feiertag Kreuzelu g'schnitzt, sie aufs Eck ins Kornfeld g'steckt und a Palmkatzl dazu g'setzt. Gestern, Walpurgi auf d' Nacht, hat jeder Hausvater ein' Rasen g'stochen und vor die Tür vom Kuhstall g'legt. Heut haben die
Bauern ihren Saatgang gemacht. Ist das nix, oder ist das nur so eine Dummheit? O, das ist ein uraltes Herkommen, aber vergessen ist's worden, was es zu bedeuten hat. Unsere Altvordern, die alten Deutschen, die waren, eh' sie Christen wurden, schon Bauer g'west. Aber net so war's damals wie heut, daß der Ein' ein Mordstrumm von einem Hof hat, vier Ross' und zwanzig Ochsen, sein Nachbar aber fährt mit zwei Kuͤh'n, denen d' Rippen außer⸗ steh'n wie an Gamsbock. Alle Felder haben der G'meind' g'hört und alle Jahr zeitlich im Frühjahr sind sie in so viel Loos zerlegt worden, als's Haushalten geben hat. Jeder hat sein Loos in die Mützen g'worfen, wie Ihr es beim Kegelschieben macht, wenn Ihr eine Partie spielt; dann ist g'schüttelt worden, und dem sein Loos herausg'fallen ist, der hat das
er beim Loosen net dabei, und da ist sein Zeichen ins Feld g'steckt worden, damit er's kennt. Das bedeut' Euer Kreuzl und Palm⸗ katzl. War die Verteilung vorbei, dann haben sich die Leut' ihre Felder genau ang'schaut und überlegt, was sich da am besten hinsähen läßt. Seht Ihr, und das ist Euer Saat- oder Maigang. Damals hat's keine Armenhäusl'n geb'n und noch keine Bettelleut', und Jeder, der hat arbeiten wollen, hat sein reichlichs Draußkommen gehabt fürs ganze Leben, wie es sich für einen ehrlichen Menschen auch g hört. Und wir, die Sozi, die Umstürzler und Leute⸗ verhetzer, wie der Pfarrer sagt, wir wollen auch nichts Anderes. Wir wollen, daß Keiner mehr einen Tropfen Schweiß umsonst vergießt, für umsonst und wieder nichts; wir wollen net, daß der Eine sich mit lauter Arbeit die Haut vom Leib schind't, a Anderer aber den ganzen Tag auf'm Ruhebett liegt und sich die Sonn ins Maul scheinen läßt. Kein Wucherer soll mehr ein' arbeitsamen Menschen aus sein'm Häusl verjagen, arbeiten soll Jeder, wie er's gelernt hat und kann, aber Keiner soll Not leiden. Das wollen wir und nix Anderes. Ist das was Schlechts? Männer überlegt Euch, wohin Ihr g'hört: Zu Denen, die von Euch und Eurer Arbeit leben, oder zu uns, die wollen, daß es anders, besser wird... Lands⸗ leut'!! Wenn wir z'sammenhalten, jagen wir den Teufel aus der Höll'..
Der Tischler sprang vom Steine und trat zu dem alten Bauern.„Schön willkommen, Vetter Lorenz! Auch a weng auf'n Beinen?“
Den Alten hatte die allgemeine Aufmerk⸗ samkeit, welche sich auf ihn lenkte, etwas ein⸗ geschüchtert; stumm erwiderte er den Händedruck, aber aus seinen Augen lachte die Freude, das Der, welcher so reden konpte, aus seinem Dorfe stammte
Ueber die Wälder, Matten und Fluren der Vorberge sanken die Abendschatteu. Die Aus⸗ flügler hatten sich zu einem Zug geordnet, die Fahnen flatterten, und mit Singen und Jauchzen ging's die Höhe hinab. Auf der Waldwiese stand allein noch der alte Lorenz. Jetzt kam der Zug um die Waldspitze herum, und ganz deutlich schlug an das Ohr des Lauschenden der marschtaktmäßige Sang:
„Wir rollten froh das Banner auf,
Mit festen Händen woll'n wir's halten; Es wird und muß im Sturm besteh'n: Die Zukunft rauscht in seinen Falten...“
„Recht hat der Tischler! Zehnmal Recht!“ schrie der Bauer, und er schritt aus, den Berg hinab, daß die Bänder seines Hutes flatterten und die Schenkelmuskel die ziegenledernen Schäste seiner hohen Stiefel spannten.
Splitter.
Das ist das Los der Besten, daß an sie
Vielfacher Anspruch sich begehrlich drängt;
Wo Segen quillt, da wallet Jeder hin. Uhland.
Humoristisches
Die Philosophie auf dem Kasernenhofe. Die Dresdener„Sachsenstimme“ erzählt folgende Anekdote:
Unteroffizier(u der Korporalschaft, die Gewehrpräsentieren übt):„Einjähriger Müller, wissen Sie, was eine Idee ist?“
Einjähriger Müller:„Jawohl, Herr Unteroffizier. Das Wort Idee hat Plato in Umlauf gebracht. Er nahm an, daß in einer höheren intelligiblen Welt die höheren Begriffe wirklich vorhanden wären und daß fie, in der sensiblen Welt unvollkommen ausgedrückt, von der menschlichen Seele, die sie im Vorleben erblickt, wiedererkannt würden.“
Unteroffizier:„Na, wenn Sie's wissen, dann nehmen Sie gefälligst das Gewehr eine Idee links!“
Vorschlag zur Güte. 1. Leutnant; Aeh — scheußlich! Offiziere blamieren mit ihrer Schreiberei noch janzes Offizierkorps!
2. Leutnant: Ist aber doch jetzt durch Kabi⸗ netsordre verboten, daß Offiziere was schreiben oder drucken lassen dürfen was Armee schädigen könnte?
1. Leutnant: Genügt nicht! Müssen blos solche Leute zu Offtzieren jemacht werden, die nicht schreiben
Feld kriegt, das an der Reih' war. Oft war
können.(„Südd. Postill.)
Geschichtskalender.
24. April. 1900: Skandalprozeß gegen die Zentrumsgröße Dasbach. 1897: Prozeß gegen den Kolonial⸗Peters.
25. 1901: Große Explosion in der chem. Fabrik Griesheim, 23 Tote. Durchstechung der Landenge von
Suez. 1792: Einführung der Guillotine.
26. 1900: Zentrumsumfall beim Terxtilarbeiter⸗ Zehnstundentag.
27. 1900: Zentrumsumfall beim Bergarbeiter⸗ Achtstundentag.
23. 1799: Ermordung des französischen Gesandten in Rastatt.
29. 1900: Torpedobosdt⸗Agitationstour auf dem Rhein. 1883: Schulze⸗Delitzsch, fortschrittlicher Parla⸗ mentarier,.
30. 5 Todesurteile gegen Anarchisten in Barcelona. 1848: Herweghs Freischaren flüchten nach der Schweiz.
2———
Litterarisches.
„Wissen ist Macht— Macht ist Wissen.“ Die unter diesem Titel den älteren Genossen bekannte Festrede des alten Liebknecht ist in unserm Partei⸗ verlage, Buchhandlung Vorwärts, Berlin, in neuer Auf⸗ lage erschienen. Liebknecht hielt diese Rede am 5. Febr. 1872. Die Broschüre ist jetzt mit einem neuen Vorwort versehen, indem es heißt:
„Diese, nun 32 Jahre alte Festrede lebt noch in voller Jugendkraft, und so mag sich der Soldat der Revolution durch sie abermals zu einer neuen Agitations⸗ tour in das Reich des Proletariats anschicken. Viele Tausende haben an dieser Schrift den Sozialismus lesen lernen, auch dem neuen heranwachsend en Geschlecht wird sie dauernd die Macht des Wissens, und dadurch zugleich das Wissen seiner Macht weisen.“
Die Schrift ist ein trotziger Protest gegen Staat und Gesellschaft durch die Gegenüberstellung der Militär⸗ und der für Bildungszwecke aufgewendeten Mittel. Was der„Alte“ damals sagte, gilt auch heute noch:„Wenn man die heutige Kultur kratzt, kommt die Barbarei zum Vorschein.“ Die Broschüre, die alten und jungen Genossen empfohlen werden kann, kostet 30 Pfg.
— e
Empfehlenswerte sozialistische Schriften.
Die Kolportage⸗Kommission des Wahlvereins— Gießen, Wirtschaft Orbig— empfiehlt;
Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. Allwöchentlich ein Heft. Preis 25 Pfg.
Die Volksschule, wie sie sein soll. Von Otto Rühle. Preis 30 Pfg.
Die innerpolitischen Zustände des deut⸗ schen Reiches und die Sozialdemokratie. Von Gg. v. Vollmar. Preis 20 Pfg.
Handelspolitik und Sozialdemokratie. Von Karl Kautsky. Eine populäre Darstellung der handelspolitischen Streitfragen. Preis 30 Pfg.
Christliche Arbeiterpflichten. Jesuitische Fragen und sozialdemokratische Antworten. Preis 20 Pfg. DD o» ˖—·˙'»‚=—ů 2
Marktbericht.
Auf dem Wochenmarkt in Gießen kosteten am 19. April: Butter per Pfund Mk. 1,00— 1,10, Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., Käse pr St. 6—8 Pfg., Käsematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 6,00— 7,00 Mk., Weißkraut pr. Stck. 9—12 Pfg., Zwiebeln per Ztr. Mk. 7,00 10,00, Tauben per Paar 0,80 bis 1,00 Mk., Hühner per St. 1,30—1,40 Mk. Hahnen per St. 0,80 1,70 Mk., Enten per St. 1,70 bis 2,20 Mk., Gänse per Pfd. 00— 70 Pfg.
Fleischpreise in Gießen am 12. April: Ochsen⸗ fleisch per Pfd. 68— 78 Pfg, Kuh⸗ und Rindfleisch 62 bis 68 Pfg., Schweinefleisch 69 bis 72 Pfg., Schweine⸗ fleisch, gesalzen, 76 Pfg., Kalbfleisch 69— 74 Pfg., Hammelfleisch 50—74 Pfg. pr. Pfund.
Viehpreise in Frankfurt am 18. April(Amtl. Notier.): pr. 100 Pfd. Schlachtgew. Och sen: a. vollfl. ausgem. bis 6 Jahre Mk. 70— 72, b junge fleischige, nicht ausgem. ältere ausgem. 64—67, c. mäßig gen. junge. gut genährte ältere 59—62, Bullen: a. vollfl. höchst, Schlachtw. 59— 61, b. mäßig gen. jüngere und gut genährte ältere 56—57. Färsen: a. vollfl. ausgem. höchsten Schlachtw. 61— 63, b. vollfl. ausgem. Kühe höchsten Schlachtw. 58—60, 8. ältere ausgem. Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 45—47, d mäßig gen. Kühe und Färsen 42 bis 44. Bezahlt wurde für 1 Pfund Kälber: a. feinste Pfg. 85—88, b. mittlere 77—81,“ geringe Saugkälber 64—66, d. ältere gering gen. Kälber (Fresser) 00 00. Schafe, Mastlämmer und jüngere Masthämmel, 68— 70, b. ältere Masthämmel 58— 62. Schweine: a. vollfl. der feineren Rassen 53—00, b. fleischige 5152, C. gering entwickelte, sowie Eber 44— 46 Pfg.
——
N


