Ausgabe 
17.4.1904
 
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Mitteldentsche Sonutags⸗Zeitung

Seite 7.

sache galt als umstürzlerisch, die reaktionäre;

Gesinnung aber war gnädiger Anerkennung ge⸗ wiß. Deshalb eiferten Luther und Melanch⸗ thon, weit von den Bauern ab und nahe an die Fürsten heranzurücken. Ihre im Grunde rückschrittliche Geistesrichtung, ihr durch die kommunistische Agitation verletztes Klassenin⸗ leresse erleichterten ihnen den Anschluß an die Macht.

Aber eine andere Folge hatte Luthers Ver⸗ halten im Zusammenhang mit dem schlimmen Ausgang des Bauernkrieges: die ganze Bewe⸗ gung gegen die mittelalterliche Kirche wurde damit aufgehalten und der Grund zu der großen kirchlichen Spaltung in Deutsch⸗ land gelegt. Als das Luthertum in so enger Verbindung mit den Fürsten auktrat und alles rechtfertigte, was auch den Unterlegenen geschah, da war) die ganze Bevölkerung des von den Fürstenheeren so schwer heimgesuchten Süd⸗ deutschland von wildem Haß gegen Luther und seine Sache erfaßt. Luthers und Melanchthons reaktionäre Haltung bewirkte, daß die Bevöl⸗ kerung Süddeutschlands dem alten Klerus wieder zufiel, zumal dieser klug genug war,

es mit dem Volke nicht ganz zu verderben.

Einzelne kirchliche Herren waren milder gegen ihre Bauern als die weltlichen Sieger. Das wurde dankbar vermerkt. Zugleich nutzten alle kirchlichen Federn Luthers reaktionäre Aeuße⸗ rungen weidlich gegen die ganze kirchenfeindliche Bewegung aus und verfehlten nicht, Luthers ganzes Auftreten von Anbeginn für der Bauern Unglück verantwortlich zu machen. Es war doppelzüngige Taktik. Vor den Fürsten machten ste Luther für den Ausbruch der Revolution, vor den Bauern für die schließliche Niederlage verantwortlich. Aber die Taktik wirkte, das Volk lief dem Klerus wieder zu.

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Des Herren Rache.

Nach einer Novellette von Otto Hauser.

Dujam war der jüngste Sohn des Tage⸗ löhners Mato; dieser war seit Jahren schon schwachsinnig und hatte ein Auge verloren; der Gutsherr, ein richtiger Ostelbier, ein jäher, brutaler Kerl, der seine Knechte wie Hunde be⸗ handelte und mißhandelte, hafte es ihm aus⸗ geschlagen Niemand wußte mehr, warum und seit der Zeit war der alte Mato auch schwachsinnig. Seine Söhne hatten die Miß⸗ handlungen hingenommen wie die andern Knechte auch, ste wußten es nicht besser.

Anders Dujam, sein Lieblingssohn. Eben war er vom Militär heimgekommen. Wie groß und stark war er geworden und wie gescheit! Das sah man ihm an den Augen an, er hatte einen so stolzen hellen Blick. Die Dirnen im Dorfe verfeindeten sich bald alle miteinander, denn jede sah in der anderen eine Rivalin. Aber Dujam heiratete nicht. Dujam ging zum Gutsherrn und bat ihn, er möge ihn aufnehmen. So ward Dujam Knecht.

Wie ihm der Eutschluß dazu gekommen war, wußte er selbst nicht recht, aber ihm war, als habe er unausgesprochen schon lange in ihm ge⸗ legen, eigentlich schon damals, als er gesehen hatte, wie der Gutsherr seinen Vater schlug. Es war ein Gefühl wie das Bedürfnis nach Rache. Und als er hinkam, sah er den Guts⸗ herrn in seiner schönen Kutsche ausfahren,

seinen Vater aber auf der Bank sttzen und Be⸗ sen binden wie früher.

Und immer, wenn er eintrat, sah er, wie des Vaters rechtes Auge be glänzen anfing und wie die Narbe stärker ervortrat, und nicht lange darauf ging er zum

Gutsherrn.

Der war noch wie früher; er hielt auch

noch immer die Reitpeitsche in der rechten Hand und drehte an ihrem Knopfe, gerade so 0 wle früher, aber neben ihm stand nun noch

eine Dogge, ein großes Tier mit lichtblauen Augen, stark, von nicht ganz reiner Rasse, denn die Lefzen ließen die Vorderzähne sehen. Als Dujam zum Gutsherrn kam, sah das Tier erst seinen Herrn dann ihn an und knurrte.

Gut! sagte der Gutsherr,Du bist stark und kannst Knecht sein. Damit war die Sache abgemacht.

Dujam war erst einige Wochen auf dem Gutshofe, da merkte der Gutsherr eine Ver⸗ änderung bei seinen Knechten. Wenn er jetzt einen Knecht schlug, so heulte der nicht mehr auf, sondern biß die Lippen zusammen und schwieg. Auch grüßten die Knechte nicht mehr so unterwürfig und Dujam rückte kaum den Hut.

Der Gutsherr schlug ihn deshalb einmal mit der Reitpeitsche über den Rücken, gerade als wolle er ihn prüfen. Dujam aber stieß ein Wehgeschrei aus, und so dachte der Guts⸗ herr, ein Anderer sei der Aufwiegler; aber den trotzigen Blick Dujam's hatte er nicht gesehen. Am Abend zeigte Dujam den Knechten die Wunde: ein blutiger Streif zog sich über den Rücken.

Seht Ihr, sagte Dujam,mich hat er geschlagen, und ich hab' ihm nichts getan. Ich habe gefühlt, daß mir das Blut herunter⸗ rinnt, ich hab' aber den ganzen Tag gearbeitet.

O, sagte ein junger Knecht, der erst ein⸗ getreten war,geschrieen hast Du aber doch!

Ja, geschrieen hab' ich, aber nicht, weil es mir weh tat, sondern weil ich wollte, und weil ich mußte. Denn er darf nicht wissen, daß ich es bin, der Euch sagt, daß Ihr Men⸗ schen seid und keine Hunde. Wer gibt ihm ein Recht, uns zu schlagen? Der Einzelne ist macht⸗ los gegen ihn, aber wenn wir einig sind, wer⸗ den wir ihn zwingen!

Einige der alten Knechte schüttelten die Köpfe: Das geht nicht, so sei es immer ge⸗ wesen. 5

Aber Dujam sprach weiter von ihren Rech⸗ ten und von den Pflichten des Hausherrn, er sprach von seinem alten, schwachsinnigen Vater und von noch Anderen, die der Gutsherr zu Krüppeln geschlagen hatte, vom Miko, dem er den Arm zerschlagen hatte, und der dann ge⸗ storben ist, weil er ihm keinen Arzt kommen ließ, vom Andro, der nun betteln ging, seitdem ihn der Gutsherr durch einen Fußtritt arbeits⸗ unfähig gemacht hatte; er sprach von den vielen Schlägen und Ungerechtigkeiten, die sie schon Alle hatten erdulden müssen. Und er sprach so gewaltig und seine Augen blitzten so stolz und mächtig, daß ihm endlich Alle bei⸗ stimmten.

Da kam der Gutsherr, die Dogge folgte ihm.

Was steht Ihr hier? rief er.

Es ist Abend und unsere Arbeit ist getan, sagte Dujam.

Dich hab' ich nicht gefragt! gab ihm der Gutsherr zurück und zuckte mit der Peüilsche. Was tut Ihr hier?

Da ging ein Murmeln durch die Reihen. Sag's, flüsterten sie Dujam zu.

Ihr sollt uns wie Menschen behandeln! begann Dujam,wir sind keine Hunde, daß Ihr uns schlagen dürft!

Du Hund! schrie ihn der Gutsherr an. Was hast Du mir zu sagen? Und er ging auf ihn zu.

Wagt es! rief Dujam, und seine Augen blitzten.

Dem Gutsherrn trat das Blut ins Gesicht. Bundasch, rief er der Dogge mit zornerstickter Stimme zu,faß ihn!

Die Dogge stürzte auf Dujam, der aber ward blaß und eine seltsame Ruhe kam über ihn; er faßte das große, starke Tier an der Kehle, erwürgte es mit beiden Händen und schleuderte es dem Gutsherrn zu Füßen, Alles in eisiger Ruhe.

Was war das? Solches hatte noch Keiner gewagt? Der Gutsherr war wie gelähmt, er sprach kein Wort, bebend ging er zurück. Er trat ins Zimmer. An der Wand hingen Flinten und Pistolen. Nein! nicht jetzt! Die Rache will kalt genossen sein!

Die darauf folgenden Wochen war der Gutsherr ein Anderer, er schlug Keinen mehr,

und die Knechte dankten dem jungen Dujam, das ganze Dorf hörte davon, und die Kinder malten es sich aus, wie es gewesen sein müsse, als er die Dogge erwürgte.

Es war Herbst geworden. Da sagte der Gutsherr eines Tages zu Dujam:Du sollst eine Fuhre Holz aus dem Walde holen, und gab ihm an, von welchem Orte er es nehmen sollte. Denn im Walde lag das Holz aufge⸗ schichtet bis zum Herbst. Manche Stöße blieben auch den Winter über draußen.

An diesem Tage kam Dujam nicht heim, und als man ihn am andern Tage suchte, fand man ihn etwa hundert Schritte von dem Wa⸗ gen entfernt auf der Erde liegen. Er war tot, eine Kugel war ihm durch die Brust gedrungen.

Als man ihn auf den Gutshof brachte, wurden Alle bestürzt, selbst der Gutsherr wußte sich nicht zu helfen; er befahl, sofort anzu⸗ spannen, und fuhr dann in die Stadt, um das, was geschehen war, anzuzeigen. Er gab auch an, daß er wohl selbst der Mörder sei, doch könne er gewiß nichts dafür. Er habe an jenem Tage im Walde gejagt, auch wirklich ein Reh geschossen, aber der Bursche set wohl müßig im Walde herumgestreift, und das habe er doch nicht wissen köunen; er werde wohl durch eine Bewegung im Gebüsch veranlaßt aufs Geradewohl geschossen haben. Alles dies gab er in seiner Bestürzung an und geberdete sich wie ein Verzweifelter.

Es kam zu einer Untersuchung, aber der Gutsherr ging selbstverständlich frei aus denn er konnte ja nichts dafür.

Ich meine aber, er hat den Burschen mit Willen erschossen und ihn dann zu jener Stelle hinter das Gebüsch getragen, wo er aufgefunden ward. Denn seither jagte er nie wieder in jenem Teil des Waldes, und seine Haare waren während der Untersuchungszeit weiß geworden; die Knechte auf seinem Hofe behandelte er aber von nun an wieder so wie früher.

Beuthen! Ein zeitgemäßes Couplet.

Niemand will im Beichtstuhl, Sohn,

Deine Sünden wissen!

Aber ob du Zentrumsmann,

Wirst du sagen müssen.

Absolvierung kriegen bloß,

Die so schwarz wie Kohlen Selbstverständlich nicht bei uns, Sondern nur in Polen!

Wenn du nicht zum Zentrum schwörst

Und es kommt zum Sterben,

Kannst du nicht einmal im Tod

Gottes Gnad' erwerben.

Man versagt das Sakrament

Dir ganz unverhohlen Selbstverständlich nicht bei uns, Sondern nur in Polen.

Wenn du etwas lesen willst,

Lies nur Zentrumsblätter!

Alle andern sind dein Tod,

Diese deine Retter.

Tust du's nicht, so wird der Bann

Ueber dich befohlen Selbstverständlich nicht bei uns, Sondern bei den Polen.

Doch das allerärgste Gift

Für kathol'sche Seelen

Ist ein Sozi! Niemand darf

Einen Sozi wählen!

Wer sich ihm verbündet, den

Wird der Teufel holen! Selbstverständlich nicht bei uns, Sondern bei den Polen!

Humoristisches.

Kleine Gespräche.Sehen Sie, sagte der Großherzog von Hessen zum Abgeordneten Ulrich, ich unterhalte mich doch mit Ihnen, wenn mir auch der Vorwurf gemacht wurde, es sei nicht standesgemäß. Trösten Sie sich, könizliche Hoheit, erwiderte Ulrich,der Vorwurf ist mir auch gemacht worden!

Kindermund. Lehrer: Hans, was weißt du von dem berühmten Dr. Eisenbart?

Hänschen: Er hat die Krankenkassen boykottiert, weil sie ihm nicht genug bezahlt haben.

(Südd. Postill.)

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