„Sie änner hörte genen
ien. den Zeit
nnen elne f und ingen.
letzte
geellte zwölf „ die orden senge⸗
der Tri⸗ und kedete erung n zu, serem
Resse⸗ ewal⸗ 50 90 20 Aden,
üsten⸗ telten elner Wie, Welt
Tlee, Tones
oben uns F une 1 del
Voll
„ 8
Nr. 37.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
Es grüßt ihn wie leuchtender Sonnenschein, Den eiserne Gitter verdunkeln.
Es grüßt ihn wie schimmerndes Edelgestein, J Drin glühende Nohlen auch funkeln.
Und dennoch, er liebt sie. So tritt denn heraus! Und heim zu den Lieben nun wandre,
And hinter dir schließt sich das düstere Haus, Um bald sich zu öffnen für andere.
Nun atme die frische, erquickende Luft
An sprudelnden Wasserbächen
Und singe vor Freude und Jugendlust,— Nur darfst du zu laut nicht sprechen.
Die Sonne, wie wirft sie so hell und warm Durch's rauschende Caubwerk die Blitze, Dergoldend selbst hinter dir, sieh! dem Gendarm Die stählerne Helmesspitze.
Nun kannst du an fröhlicher Tafelrund'
Mit den Freunden dich wieder vereinen,
Doch hüte dich, daß als„geheimer Bund“ Nicht möge die Feier erscheinen.
And eingedenk dieser Warnung bleib',
Die Vorsicht ist stets notwendig.
Die deutsche Freiheit, das göttliche Weib
Ist etwas unselbständig. M. Kegel.
Der Bekehrte.
Erzählung von Friedrich Gerstäcker.
4.(Fortsetzung.)
„Den Brief?“ rief Patrick, und ein eigenes unheimliches Gefühl beschlich sein Herz— was hatte er jetzt mit dem Brief zu tun. Er sehnte sich nach Beatriz, und die Frage nach ihr schien 2 05 andere, was es auch nur sei, beseitigen zu wollen.
„Mein liebster Sohn,“ nahm da der Geist⸗ liche das Wort und die alte Dame zog sich zu gleicher Zeit wie Schutz suchend hinter ihn zu⸗ rück—„es hat dem Herrn gefallen—.“
Allmächtiger Gott!“ rief Patrick, dem ein jäher Schreck das zagende Herz durchzuckte— „sie ist tot?“
Beatriz nein— der Himmel sei dafür ge⸗ priesen,“ erwiderte mit dankenden Augen nach oben der Geistliche— und fuhr dann in halb segnender Stellung gegen den jungen Iren fort, zes hat dem Herrn gefallen, dich durch unsere Hilfe den Weg des Heils zu führen. Was dir dort als hohes göttliches Ziel vorleuchtet, kann nicht mit dem irdischen Schein und Tand ver⸗ glichen werden.“
„Aber Beatriz, mein frommer Herr,“ rief Patrick in kaum mehr zu zähmender Ungeduld, „wir haben jetzt neun volle Tage nichts auf der Gotteswelt getan, als gefastet und gebetet: gebt mir jetzt wenigstens soviel Stunden ein⸗ mal für mich selbst.— Wo ist denn Beatriz, Senora?“
„Beatriz,“ stotterte die alte Dame in nicht zu verkennender Verlegenheit—„Beatriz ist“— „Mit ihrem Gatten nach Mendoza gegangen,“ erwiderte ruhig und milde der Geistliche.
„Mit ihrem“— schrie Patrick mit stieren
Augen und getrennten Lippen und vermochte das Wort gar nicht zu wiederholen—„mit ihrem—“ 5„Gatten Don Carlos San Juan nach Mendoza gegangen, wo er ansässig und Poli⸗ zeidirektor ist“— sagte der Geistliche ruhig. Die herzlichsten Grüße und Glückwünsche hat stie mir noch—“
„Heiland der Welt!“ schrie aber der Ire plötzlich, mit der Faust dabei auf den Tisch schlagend, daß die Mateekanne hoch emporfuhr und in Scherben auf den Boden rollte.— 2 Betrug! schändlicher nichtswürdiger Betrug! Ich bin verraten und verkauft— heimtückisch, bübisch hintergangen, und die Gerichte selber sollen mir jetzt gegen eure Ränke und Schliche Gerechtigkeit und Recht verschaffen!“
Wie ein Besessener tanzte und tobte er in der Stube herum und schien nur einen würdigen Gegenstand zu suchen, an dem er seine Wut, seinen Grimm auslassen konnte. An der Frau und dem Priester durfte er sich natürlich nicht vergreifen. Endlich aber war er nicht mehr im Stande, es im Zimmer auszuhalten, mit einem kräftigen Stoße und seiner Sinne kaum mehr mächtig, trat er die Türe auf und stürmte
J mit gotteslästerlichen Verwünschungen auf den
bleichen Lippen, hinaus ins Freie— hinauf in die Berge.
Wo er dort gewesen, welche Klippen und Abhänge er erklommen und wie oft er in dem bröcklichen unsicheren Gestein gestürzt, wußte er selber nicht. Müde und zum Tod erschöpft, im Gesicht und an den Händen blutend, in Schweiß
ebadet, aber immer noch mit keinem klaren Bewußtsein, was jetzt zu tun, wie zu handeln, kehrte er spät am Abend in seine eigene Woh⸗ nung zurück, wo er zu seinem Erstaunen den Pater Antonius seiner harrend fand. Patrick war aber noch keineswegs in der Stimmung, ihm ruhig Gehör zu geben, und in der ersten Aufregung, als das Bild des frommen Mannes wieder all die Szenen der vergangenen Tage in sein Gedächtnis zurückrief, überhäufte er ihn mit bösen Vorwürfen.
Pater Antonius war aber nicht der Mann, böse oder ärgerlich darüber zu werden. Er nahm den Fremden wie er war, aufbrausend im Anfang, aber dann doch auch seinen Ver⸗ stand, seine Ueberlegung gebrauchend. So, als Patrick endlich, mehr an Mangel an Luft als Argumenten schwieg, wieder Atem zu schöpfen, begann er alsdann mit ruhiger Stimme seine Verteidigung. 0
Was hatte er mit den weltlichen Absichten seines Beichtkindes zu tun oder zu schaffen, wo seine Aufgabe nur gewesen war, ihn auf den Himmel und die einstige Seligkeit vorzubereiten. Ja, war er je von dem Bekehrten selber zum Vertrauten seiner Herzensangelegenheit gemacht worden? Nie, Patrick mußte ihm das selber zugestehen, und weshalb ihn also mit Vorwürfen überschütten, die er nicht verdient?
Der ehrliche Patrick, der dem gewandten Pater überdies nicht in seiner Anwendung von Argumenten gewachsen, und wohl mit Fäusten aber nicht mit Worten und Spitzfindigkeiten zu kämpfen gewohnt war, fühlte bald, wie ihm hier der Boden unter den Füßen schwand. Sein Zorn kehrte sich aber desto heftiger gegen die betrügerische Alte, gegen die falsche Geliebte,
die ihr schändliches, sündhaftes Spiel mit ihm
getrieben, und Rache und Genugtuung schwor er an beiden zu nehmen und sollte er darüber zugrunde gehen.
Auch hierbei ließ ihn der Geistliche erst vollkommen austoben, und zeigte ihm dann mit einfachen und klaren Worten nicht allein das Törichte und Wahnsinnige, nein auch das voll⸗ kommen Nutzlose solcher Vorsätze.
Sie lebten hier in einem streng katholischen Lande, wo schon der Protestant bei einem ganz gewöhnlichen Streit und Rechtsfrage im Nach⸗ teil gegen den Katholiken war. Hier handelte es sich aber gerade um einen Glaubenspunkt. Ihm, dem Fremden, war ein Heil widerfahren, daß er Freunde gefunden hatte, die sich seiner und seiner Seele annahmen, und die vermeint⸗ liche Bosheit der Senora Santilla war nichts gewesen, als wahre und wirkliche Zuneigung, mit der sie sich zu dem Fremden hingezogen fühlte und dem sie, selbst wider seinen Willen vielleicht, eine bleibende Wohltat zu erzeigen wünschte. Der Geistliche verwies ihn dabei auf den Brief, den Patrick noch immer ungeöffnet in der Tasche trug, und der Inhalt sollte bald vollkommen Zeugnis für seine eigne aufgestellte Meinung ablegen.
Senora Santilla setzte ihn darin mit klaren dürren Worten von der Vermählung ihrer Tochter Beatriz mit Don Caolos San Jago, zweitem Polizeidirektor der Argentinischen Re⸗ publik zu Mendoza, in Kenntnis und bat ihn, sich die Sache, wenn er wirklich ihre Tochier geliebt habe, nicht zu Herzen zu nehmen, denn die jungen Leute seien schon seit zwei Jahren mit einander verlobt. Dabei entschuldigte sie sich der List wegen, die sie, wie Beatriz ge⸗ brauchte, den fremden Ketzer dem allein wahren Glauben zuzuwenden. Sie hätten ihn aber beide seines ehrlichen, wackeren Wesens wegen in der Zeit seines Aufenthaltes zu Santa Rosa lieb gewonnen und mit der Furcht für sein ein⸗ ziges Seelenheil bald eingesehen, daß er auf keine andere Weise ihrem Glauben zu gewinnen wäre. Seine unsterbliche Seele sei jetzt gerettet
— 9
und Senora Santilla fest überzeugt, er werde ihr wohl die„kleine unschuldige List“ verzeihen und in seinem Herzen ihr ewig die wohltätige Verwandlung danken.
Der Brief erging sich dann noch eines Breiteren über den Fall; der ganze Sinn war aber doch nur einfach der oben angedeutete: daß sie nämlich kein anderes Mittel gewußt hätten, ihn für ihren Glauben zu gewinnen und sich im Gebrauche desselben nicht allein vollkommen gerechtfertigt hielten, nein, auch so⸗ gar noch Dank erwarteten.
Patrick war in einer höchst fatalen Lage, und so böse und ärgerlich er im Anfang auch gewesen, so schmerzlich ihn der Verlust des schönen Mädchens später berührt hatte, so deut⸗ lich fühlte er doch auch, als er am anderen Morgen die Sache ruhig überlegte, daß ihm hier nicht das geringste zu tun übrig bliebe, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Dem betrügerischen Bräutigam, der sich natür⸗ lich über seine Leichtgläubigkeit ins Fäustchen gelacht, zu folgen und ihn windel weich zu schlagen, war allerdings sein erster Gedanke. Dann überlegte er aber, daß die Sache zwei, nicht unbedeutende Schwierigkeiten habe. Erst⸗ lich wohnte der Mann jetzt an der entgegenge⸗ setzten Seite der Kordilleren und dann war er Polizeidirektor in der argentinischen Republik. Vor der Polizei hatte er allen möglichen Re⸗ spekt, und mit Rosas Regierung war es doppelt gefährlich anzubinden.
Ueberhaupt wollte es ihm beinahe bedünken, als ob er doch eigentlich hier recht ordentlich zum Narren gehabt und angeführt sei und wie auch das Resultat ausfalle, die andere Partei würde jedenfalls, sobald er die Sache noch weiter aufrühre, die Lacher auf ihrer Seite haben. Ganz Chile brannte ihm bald unter den Füßen— und wenn seine Landleute erst erfuhren, was hier geschehen sei— er durfte nicht daran denken.
(Fortsetzung folgt.)
——
Allerlei.
Eine kostspielige Familie.
Zu den männlichen Verwandten des Zaren gehören, wie ein englisches Blatt schreibt, ein Bruder, vier Onkel, vier Vettern ersten Grades, zehn Vettern zweiten Grades, dreizehn Vettern dritten Grades und ein Großonkel. Sein Bruder, sein Großonkel, sein Onkel und seine Vettern ersten und zweiten Grades sind Groß⸗ fürsten und werden„Kaiserliche Hoheit“ ange⸗ redet, während die Vettern dritten Grades nur russische Fürsten sind und Anspruch auf das Prädikat„Hoheit“ haben. Außer dem Zaren hat das kaiserliche Haus also 33 männliche Mitglieder, die eine schwere Last für Rußland bedeuten, denn jeder erhält als Geburtsrecht ein Einkommen von etwa Mk. 2000 000 jähr⸗ lich, von seiner Geburt an bis zur Todesstunde. Die Großfürsten des russischen Kaiserhauses erhalten also jetzt jährlich 66 Millionen Mark im ganzen. Die Großfürsten brauchen das Geld aber nicht sehr nötig; denn sie haben ungeheuere Güter im ganzen Lande. Die 33 Großfürsten und Prinzen zusammen haben im ganzen einen Landbesitz, der etwa den vierzigsten Teil des gesamten Gebietes des europäischen Rußlands ausmacht. Außer diesen ungeheuren Gütern gehören ihnen noch 325 Paläste und Schlösser, sie beschäftigen 20000 Bedienstete.
—
Humoristisches.
Nach den Ferien. Der Schuldirektor zum Lehrerkollegium:„Mit Befremden habe ich die blühenden Gesichter wahrgenommen. Ich kann nicht umhin, in diesem Umstande ein Symptom des stattgehabten Aufent⸗ halts in freier Luft zu erblicken, und gebe der Be⸗ fürchtung Raum, daß Sie es versäumt haben, durch ein hinreichendes Quantum von Ferienaufgaben die Schüler tagsüber in ausgiebiger Welse zu beschäftigen.“
Trockenwohner. Mieter: Unser Schlafzimmer ist in gesundheitsgefährlichem Maße feucht. Da müßten Sie doch etwas dagegen tun? Hausprotz: Jewiß! Wann Sie krank wer'n wer ick mein Hausarzt sagen,
det er Ihn'n mäßige Preise abnimmt!


