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Nr. 36.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
konnte er nichts dagegen einwenden und Patrick wurde jetzt zu seiner nicht eringen Bestürzung noch einmal in ein weitläufiges, ziemlich ödes Gebäude geführt, das viele Aehnlichkeit mit einem Kloster hatte, dort auf fünf Tage bei Wasser und Brot oder vielmehr den einfachsten Lebensbedürfnissen abgeschlossen, zu beten. Nach den fünf Tagen, erklärte ihm dabei der Pater Antonius, der ihn auf das freundlichste unter⸗ stützte und freiwillig sein Fasten teilte, könne er gehen, wohin er wolle; er sei nun in den Bund der katholischen Christen als ein würdiges Mitglied aufgenommen, und habe allen Anfor⸗ derungen, die von den Menschen an ihn gestellt werden könnten, genügt. Mit dem Himmel 5 5 müsse er sich in seinem eigenen Herzen
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abfinden.
4.
Die Welt ist einem steten Wechsel unter⸗ worfen. Wie Nacht und Tag so kreisen Freud und Schmerz und Sorge und Wonne, Lust und Traurigkeit, die ewige Bahn. Wenn uns das aber die glückliche Zeit auch nicht trüben soll, mag es uns doch vorsichtig und aufmerksam auf uns selber machen, uns solchem Taumel nicht zu sorglos hinzugeben, während es uns ein Trost im Unglück oder schwerer Zeit wird, aus der wir vertrauend glücklichen Tagen ent⸗ gegensehen dürfen.
So auch Patrick O' Kearney. Die fünf Tage,
hatte, und die
ihm deshalb allerdings etwas unerwartet kamen, wurden ihm zwar blutsauer, aber ste vergingen doch auch nach und nach, und Bruder Antonius trug mit seinem freundlichen, vernünftigen Ge⸗ spräch, in der den Gebeten nicht gewidmeten Zwischenzeit, viel dazu bei, seine Ungeduld zu zügeln. Diese, die ihn nach Beatrizens Woh⸗ nung zog, war allerdings in etwas zu entschul⸗ digen, und als die letzte Stunde schlug, als sein frommer Beichtvater ihn noch in einem langen innigen Gebete entlassen hatte— das er aber eigentlich nicht recht verstand, da es nur vom Entsagen und göttlichem Glauben als Ersatz für alles andere handelte, lief er mehr, als er ging, dem kleinen freundlichen Santa Rosa wieder zu.
„Entsagung und Beten?“— Darin hatte er jetzt seiner Meinung nach, genug geleistet für ein Lebensalter, und Glück und Freude lag für ihn auf dem„schmalen, dornenvollen Pfad,“ den er von nun an nach des Geistlichen Mei⸗ nung betreten, in vollen reichen Gaben aus⸗ gebreitet.
Er nahm sich kaum Zeit, zuerst in seine eigene Wohnung zu eilen, dort sein Bußgewand abzuwerfen und in seinen besten Sonntagsstaat zu fahren. Dann setzte er seinen Hut auf und wollte eben das Innere verlassen, als sein Blick auf einen bis dahin nicht bemerkten und mitten auf dem Tische liegenden Brief fiel.
„Eine Gratulation,“ murmelte er stillver⸗ gnügt vor sich hin, nahm sich aber jetzt natür⸗ lich nicht die Zeit, die spanischen Zeilen, was ihm immer noch etwas schwer wurde, durchzu⸗ studieren. Er steckte den Brief nur in die Tasche, ihn bei gelegener Muße zu lesen, war mit drei Sätzen die kurze Treppe hinunter, unten auf der Straße und lief mehr als er ging dem Hause der Geliebten zu.
An der Tür trat ihm der indes zu Pferd herübergekommene Pater Antonius entgegen, und Zeatrizens Mutter saß in der Ecke auf einem schmalen Bambussofa und trank ihren . 1 aber die Geliebte, seine Beatrize, sah er nicht.
„Wo ist Beatriz?“ rief er, fast ohne die alte Dame zu begrüßen, ungeduldig aus.— „Lieber Gott, wenn sie nur halb die Sehnsucht nach mir hätte, wie ich nach ihr, sie würde mich nicht eine Minute länger auf ihren lieben An⸗ blick warten lassen. Ach Senore Santilla, Ihr Anblick tut kranken Augen wohl, und Pater Antonius hier mag mir gleich bezeugen, was ich alles getan habe, in Ihren und Beatrizens Augen Gnade zu finden.“
„In Gottes Augen mein Sohn,“ sagte der Geistliche mit leiser, halb vorwurfsvoller Stimme,
Die alte Dame war indessen etwas verlegen von ihrem Sitz aufgestanden. Seinen Gruß aber freundlich erwidernd, frug sie ihn rasch etwas ängstlich, ob er den Brief nicht erhalten hätte, der in seinem Zimmer für ihn auf dem Tisch gelegen.
(Fortsetzung folgt.)
Allerlei.
ueber die gesundheitliche Wirkung des Obstgenusses wird geschrieben: Noch immer besteht das Vorurteil, Obst sei Luxus, denn es habe keinen rechten Nährwert. Das ist ein Irrtum. Alle Obstarten enthalten reichlich Zucker und auch etwas Eiweiß. Unersetzlich durch andere Nahrungsmittel ist ihr Gehalt an blutbildenden mineralischen Salzen, sowie an aromatischen Fruchtsäuren. Diese begründen den noch viel zu sehr unterschätzten diätetischen Wert der Obstfrüchte. Denn sie lösen viele Krank⸗ heitsablagerungen(harnsaure Salze) im Körper auf, regen Appetit und Verdauung wohltätig an. Saftiges Obst stillt den Durst und erfrischt Gesunde und Kranke. Für Kinder gibt es nichts köstlicheres. Nur muß man reifes und gutes Obst kaufen; die Ausgaben dafür sind nützlicher als für viele andere, viel teurere Nahrungs⸗ und Genußmittel. Eine Art Obstkur bewahrt vor bielen Krankheiten und läßt sich ohne Zeit⸗ verlust im Berufe durchführen. Man esse jedoch Obst nicht unmäßig zwischen den andern Mahlzeiten, nicht mit schwerverdaulichen sauren und sehr fetten Speisen zusammen. Obst und Bier schließen sich in der Regel aus. Obst, Milch und Brot gehören zusammen.— Leider sind die Obstpreise trotz ziemlich guter Ernte so hohe, daß es tausenden von Arbeiterfamilien nicht möglich ist, von den hier gegebenen guten Ratschlägen Gebrauch zu machen.
Die erste Tabakpflanze in Nassau.
Das alte Städtchen Herborn nimmt nicht nur den Ruhm, die erste Kartoffelpflanze in Nassau gehabt zu haben, für sich in Anspruch, sondern dortselbst, am Fuße des Westerwaldes, wurde auch der erste Tabak in Nassau gebaut. Um das Jahr 1600 wirkte an der dortigen Universität(Herborn hatte von 1584 bis 1817 Universität) ein gewisser Professor Rosenbaum, der in seinem Garten Tabakpflanzen baute. Da das Rauchen damals noch nicht allgemein Ge⸗ brauch, aber doch schon bekannt war, fanden die ausländischen Pflanzen vielfach Beachtung. Auf Bitten seiner Schüler mußte sich der Professor dazu herbeilassen, die Eigenschaften und Kräfte des geheimnisvollen Krautes in einer Vorlesung darzulegen. Nachdem in einer Extravorlesung zunächst das Tabakkraut einer eingehenden bo⸗ tanischen Betrachtung gewürdigt worden war, sollten die Zuhörer die in dem Kraut schlum⸗ mernden Kräfte auch„praktisch“ kennen lernen. Jedem derselben gab der Professor eine Anzahl getrockneter Blätter als Rauchopfer. Aber die Sache nahm einen gar„üblen“ Ausgang. Von Kopfschmerz, Erbrechen und anderem Unbehagen ergriffen, mußte jeder Neuling sein Zimmer und Bett aufsuchen, um die Nachwehen der ersten Rauchstunde zu kurieren. Es gelang. Aber der erste Versuch war genügend, um die Sehnsucht nach weiterem Tabakgenuß bei Lehrer und Schüler auszuschließen. Um die Gefahren des Tabakrauches zu illustrieren, wurde seitens der Studenten der Teufel mit dem Attribut der brennenden Pfeife dargestellt. Auch die Geistlichen dortiger Gegend waren auf der Seite Rosenbaums und seiner Schüler. Sie hielten dafür, daß durch den Tabakgenuß die Geistes⸗ kräfte geschwächt würden und unterschrieben willig den Grundsatz Rosenbaums:„Wir werden uns vom Rauchen enthalten, damit wir nicht aus unseren Köpfen und Nasen Schornsteine machen und unser Gehirn verdummen!“ Heute ist man in bezug auf den Tabak doch anderer Meinung, auch in Pfarrerkreisen.(Tabak⸗Arb.)
„Arbeit“ König Sduards. Die elegante englische Herreuwelt ist in
Schritt getan, der Dich zum ewigen Leben
Hosenfalte in die Oeffentlichkeit getreten ist! Statt der doppelten Falte, die bis jetzt als Gipfel der Vornehmheit galt, hatte die könig⸗ liche Hose zwei Falten vorn und zwei Falten hinten, was ihr das Ansehen eines nicht sehr hübschen viereckigen Fabrikschornsteins gab. Da nun auch der Prinz von Wales seit jenem Tage nur noch„vierfaltige Hosen“ trägt, da müssen alle Londoner, wenn sie als Leute von Geschmack angesehen werden wollen, ihre Beine in die viereckigen„Fabrikessen“ hineinstecken.— Wieviel Geist mag Eduard verschwendet haben, ehe ihm die geniale Idee der vierfachen Hosen⸗ falte kam.
Splitter.
Der Staat, der jährlich zehntausende in den Gefängnissen sättigt, hat nicht die Möglichkeit, hunderte vor dem Hunger außerhalb der Ge⸗ fängnismauern zu bewahren.— Erst mußt du aus Hunger stehlen; dann sättigt dich der Staat und schützt dich vor dem Hunger.
5„Südd. Postillon. *
Die großen Menschen in der Weltgeschichte haben gestegt, weil das Ewige sie begeisterte, und so siegt immer und notwendig die Be⸗ geisterung über den, der leicht 3 ist.
ichte.
Humoristisches.
Das letzte Wort. Der gräfliche Schloßherr, wie er die Automobilfahrt antritt:„Johann, richten Sie für alle Fälle die Familiengruft her.“
Ein moderner Haushalt. Madame Gu dem neuen Dienstmädchen):„Marie, ich zahle Ihnen heute gleich den Lohn für drei Monate im voraus, es macht sechzig Mark; hier haben Sie einen Wechsel über 100 Mark, kriege ich also vierzig Mark heraus!“
Ausnahme. Gnädige(zum neu engagierten Dienstmädchen)„Ich hoffe, Sie werden meine Kinder lieben— ausgenommen natürlich meinen achtzehnjährigen Sohn!“
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Litterarisches.
Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung für die Arbeiterklasse. Zum vierzigsten Todes⸗ tage desselben hat Eduard Bernstein unter obigem Titel eine Broschüre herausgegeben, die im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin, erschienen ist. In dem Vorwort zu derselben sagt der Verfasser:„Die vorliegende Schrift soll in knappen Umrissen das Wirken und Wollen Lassalles dem Leser vor Augen führen. Ich habe mich ihrer Abfassung um so lieber unterzogen, als es mir wiederholt bei Vorträgen aufgefallen ist, wie wenig insbesondere die jüngere Arbeitergeneration von Lassalle weiß, wie unbekannt den meisten das reiche geistige Erbe ist, das Lassalle der Arbeiterklasse hinterlassen hat. Möge es der Schrift gegeben sein, dies Erbe für viele wieder zu beleben.“ Lassalles Verdienste um die Arbeiter⸗ klasse rechtfertigen diesen Wunsch des Verfassers. Bern⸗ steins Broschüre behandelt aber zugleich ein Stück Partei⸗ geschichte, soweit sie mit Lassalles Persönlichkeit zusammen⸗ hängt, die kennen zu lernen unseren jüngeren Partei⸗ genossen willkommen sein wird. Ein vorzügliches Licht⸗ druckbild nach dem im gleichen Verlage erschienenen Kupferdruck ist der Broschüre beigegeben. Der Preis beträgt 50 Pfg. Die Schrift ist durch die Expedition der„Mitteldeutschen Sonntagszeitung“ zu beziehen. rs. Für sozialdemokratische Ge⸗ meindevertreter ist die vom Reichstags⸗ abgeordneten Dr. Südekum⸗Berlin heraus⸗ gegebene„Kommunale Praxis“, Zeitschrift für Kommunalpolitik und Gemeindesozialismus, sehr empfehlenswert. Die letzten Nummern enthalten die Artikel⸗Serie Dr. Hugo Linde⸗ manns über das dem Parteitag zu unterbrei⸗ tende Kommunalprogramm, sowie sonstige zahl⸗ reiche und beachtenswerte Artikel und Notizen über alle das Gemeindeleben betreffende Fragen. Sehr zweckmäßig wäre es auch, wenn unsere lokalen Parteivereine die Zeitschrift abonnieren und den Mitgliedern, die sich dafür interessteren, zur Verfügung stellen würden; mancher Artikel dürfte Veranlassung zur Erörterung im Vereine geben und zu eingehenderer Besprechung der eigenen Gemeindeangelegenheiten führen. Die „Kommunale Praxis“ erscheint am 1. und 15. jeden Monats und kostet vierteljährlich 1.50 Mk.
Eule Man stelle sich vor, daß König Eduard, der tonangebende Dirigent der Mode,
bei der Regatta in Cowes mit einer vierfachen
Probenummern versendet gratis und franko der Verlag Berlin W. 15, Düsseldorferstr. 10


