Ausgabe 
3.4.1904
 
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Nr. 14.

Mifteldeutsche Soun aas⸗geitnng.

Seite 5.

Krankengeld wurden 7110 Mk. bezahlt, für ärztl. Behandlung 1437 Mk. Wöchnerinnen⸗

Unterstützung 147 Mk. Verpflegungskosten 1455 Mk. ꝛc. 0 h. Nahrungsmittelfälschungen. Am

25. März verurteilte das Wetzlarer Schöffengericht die Bauersfrau K. aus Naunheim zu 3 Wochen Gefängnis, weil sie mehrfach Margarinebutter zu einem Butterleibe umgeformt und als gute Landbutter verkauft hatte. Dabei erzielte sie natürlich einen ganz netten Gewinn. Bei einem solch' unverschämten Betrug erscheint die Strafe eigentlich viel zu gelinde. Es wurden auch zwei Frauen ertappt, welche Kisteneier als frische ver⸗ kauften, ein Betrug, der sehr oft geübt wird. In sol⸗ chen Fällen sind wir für eine empfindliche Be⸗ strafung. Eine solche gehört auch dem Metzger, der neulich das kranke Stück Vieh zu verarbeiten suchte und dann nochbeste Hausmacherwurst empfiehlt.

h. Eine Versammlung der Transport⸗ arbeiter(Kutscher, Fuhrleute ꝛc.) fand am Sonntag im Gasthauszum Adler statt. Der Gauleiter des Verbandes, R. Habicht⸗Frankfurt hielt einen/ stündigen, oft von lebhaftem Beifall unterbrochenen Vortrag über Zweck und Nutzen der Organisation und ersuchte zum Schluß zum Beitritt in den Verband der Handels⸗Ver⸗ kehrs⸗ und Transportarbeiter. 14 Mann ließen sich so⸗ gleich aufnehmen, gewiß ein ganz schöner Anfang für Wetzlar. Möge der junge Verein sich weiter gut entwickeln zum Nutzen der Arbeiter! Bei dieser Gelegenheit sei einmal die Frage aufgeworfen: Wie steht's denn eigentlich mit der Errichtung eines Gewerkschaftskartells, das schon so lange gewünscht und dessen Gründung schon im Vorjahre erfolgen sollte?

* Was ist eine öffentliche Lustbarkeit? Mit dieser Frage hatte sich am Dienstag die Ma r⸗ burger Strafkammer zu beschäftigen. Bei dem Wirt Klinkel in Odenhausen a. d. L. hatten im September v. Js. einige Burschen und Mädchen nach einem Musik⸗Automaten getanzt. Der Wirt wurde darauf wegen unerlaubter Tanzmusik mit einem Straf⸗ mandat bedacht, doch wurde er auf seinen Widerspruch freigesprochen. Auf die Berufung des Staatsanwaltes erzielte er vor der Strafkammer ebenfalls Freisprechung, weil er nachwies, daß er von der Tanzerei nichts ge⸗ wußt habe. Anmeldepflichtig ist aber auch das Tanzen nach einem Automaten.

Aus dem Nreise Dillenburg⸗Herborn.

A Muckertum. DieKl. Presse schrieb kürzlich In Stangenrod und andern Orten des Oberwester⸗ waldkreises, der zum Wahlkreis des christl.⸗soz Reichs⸗ tagsabg. Stöckerscher Richtung Dr. Burkhard ge⸗ hört, hatte sich einEvangelisatlons⸗Verein gegründet zwecksVerbreitung des Evangeliums als Pllicht aller Kinder Gottes, womit der Vorstand besonders geeignete Brüder beauftragen solle. Der Landrat in Marienberg versagte auf Grund§ 62 des B. G.⸗B. dem Verein die Genehmigung und der Bezirksaus schuß wies die dagegen erhobene Klage ab.

Aus dem Rreise Marburg⸗RNirchhain.

r. Kriegervereinliches. Bei der vorjährigen Reichstagswahl brachte bekanntlich das benachbarte Ockershausen 101 sozialdemokratische Stimmen auf. Das fuhr den Lestern des Kriegervereins ganz gehörig in die Nase und wir berichteten schon gleich nich den Wahlen, daß die Vorsitzenden der beiden dortigen Krieger⸗ vereine ihteKameraden ins Verhör nahmen, weil sie diese im Verdacht hatten, sozlaldemokratisch gewählt zu haben. Es ließ sich jedoch etwas Bestimmtes nicht fest⸗ stellen und so gaben sich schließlich die Vorsitzenden mit der Ausrede zufrieden, es hätten ja nicht alle Wähler in Ockershausen gewählt, und nahm man daher an, die Kameraden hätten überhaupt nicht gewählt. Jedoch

die Sache hat noch nicht seinen Abschluß gefunden. Weder der Herr Landrat noch der Kreiskriegerverband lönnen sich über dieroten Kameraden in Ockershausen beruhigen und auf dem hier am Sonntag stattgefundenen Delegiertentag des Kreiskriegerverbandes kam die Geschichte

der

zur Erörterung.

Gleich bei der Eröffnungsrede kam

Landrat als Vorsitzender darauf zu sprechen. Er zog in üblicher Weise gegen den vermaledeiten Umsturz zu Felde, für den sich bei der letzten Reichstagswahl drei Millionen Deutsche, darunter womöglich viele königstreue Kriegervereinsmitglieder erklärt hätten. Zwar könne jeder wählen, wie er wolle, meinte der Landrat, wer aber sozialdemokratisch wähle, könne nicht Mitglied des Kriegervereins sein. Derfliegt also. Daß ein Sozial⸗ demokrat kein Kriegervereinler sein kann, darin geben wir dem Landrat recht. Einem Kriegerverein wird auch ein überzeugter Genosse nie beitreten. Aber wie liegt die Sache in Wirklichkeit? Diealten Kameraden, die den Stamm in den Kriegervereinen bilden, traten diesen zu einer Zeit bei, als sie vom Sozialismus noch nichts gehört hatten. Durch ihre jahrelange Mitgliedschaft haben sie aber ein Recht und den Anspruch auf die Untersrützungen erworben, welche der Kriegerverein bietet. Und um ihrer erworbenen Rechte nicht verlustig zu gehen, bleiben sie dabei, trotzdem ihre Gesinnung eine ganz andere geworden ist, als zur Zeit des Eintritts. Dank der Aufklärung der Sozialdemokratie sind ein Teil der Mitglieder zu der Erkenntnis gekommen, daß ihr Heil nicht in den Kriegervereinen liegt, sondern in den Ar⸗ beiterorgantsationen.

r. Buchdrucker⸗Gautag. Der Gau Frank⸗ furt⸗Hessen des Verbandes der Deutschen Buchdrucker hält an den beiden Osterfeiertagen seinen Gautag in Marburg ab. Die Verhandlungen finden im Restaurant Hildmann statt, während der Kommers zu Ehren der auswärtigen Delegierten am 1. Feiertag im Saale zumSchloßgarten abgehalten wird.

r. Maurerversammlung. Am Sonntag sprach der Gauleiter des Maurerverbandes Hüttmann⸗ Franksurt in einer gut besuchten Versammlung bei Jes⸗ berg über:Die Arbeitsverhältnisse der Maurer im Kreise Marburg. Seine Ausführungen wurden sehr beifällig aufgenommen. Zu gleicher Zeit tagte eine Versammlung deschristlichen Maurer⸗Verbandes, über dessen dunkles Treiben wir demnächst berichten werden.

r. Ausflug. Der Arbeiter⸗GesangvereinEin⸗ tracht unternimmt am Charfreitag einen Ausflug nach Niederweimar. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr am Wilhelmsplatz. Die Genossen wollen sich zahlreich daran beteiligen.

s. Unternehmer als Wohltäter. Daß es noch Unternehmer gibt, welche um das Wohl ihrer Arbeiter eifrig bemüht sind, zeigt eine Verfügung, mit der die Arbeiter der Firma Kaiser und Roth beglückt wurden. Sie hat folgenden Wortlaut: g

Zur Beachtung! Wer sich während der Arbeits⸗, Frühstücks⸗ oder Mittagszeit betrinkt, muß die Arbeits⸗ stelle für den ganzen Tag sofort verlassen; der entstehende Arbeitsausfall wird am Lohn in Abzug gebracht und zwar wird die angefangene Stunde für volle Stunde gekürzt.

Wer öfter d. h. mehr wie 3 mal in betrunkenem Zustande bei der Arbeit angetroffen wird, einerlei, ob dies an der Arbeitsstelle oder unterwegs bei einer Fuhre der Fall ist, hat die sofortige Entlassung ohne Kündigungszeit zu gewärtigen.

Meine Arbeiter muß ich dringend ersuchen, in ihrem eigenen Interesse sowohl in gesundheitlicher Beziehung wie der Sparsamkeit wegen, vorstehende Verfügung wohl zu beachten und dafür zu sorgen, daß mit dem jeweiligen Verdienst vorsichtig gewirtschaftet wird, damit ein Jeder, falls einmal die Not an ihn herantreten sollte, sich selbst helfen kann und er nicht vollständig auf die Unterstützung seiner Mitmenschen angewiesen ist! Albert Roth.

Welch' rührende arbeiterfreundliche Fürsorge! Mit derVerfügung glauben die Herren K. und R. gewiß eine soziale Tat ersten Ranges vollbracht zu haben. Fraglich nur, ob die Arbeiter für die väterlichen und wohltätigen Absichten ihrer Unternehmer das nötige Ver⸗ ständnis haben. Denn der Lohn beträgt 20 26 Pfg. die Stunde bei 10 stündiger Arbeitszeit und bei dieser Sachlage müssen sie die famose Verordnung als eine Verhöhnung und Beleidigung zugleich empfinden.

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Ein Schnapsstreik wird aus Ober⸗Ohmen gemeldet, wo die Einwohner die Wirtschaften meiden, weil der Schnaps teuerer geworden ist. Wir wünschen den Streikenden, daß sie recht lange aushalten und sich keine Streikbrecher finden mögen.

* Bergarbeitertod. Auf der ZecheKarolus Magnus bei Essen wurden drei Bergleute ver⸗ schüttet. Einer ist tot, zwei tötlich verletzt. FTTCCTTbTTTTTTVTCTCTbTCTCTVTVTVTbTbTbTTb

Partei-Nachrichten.

Mit den Verbältnissen in den Par⸗ teidruckereien beschäftigte sich kürzlich eine in Berlin stattgefundene Konferenz. Festgestellt wurde, daß bei der Parteipresse 1476 Personen als Druckereiperso⸗ nal und 329 Redakteure und Expediteure beschäftigt sind. In den meisten Parteidruckereien besteht der 8 Stundentag und werden Ferien gewährt. Die Konferenz bezeichnete er als nächste Aufgabe, zunächst überall den 8 Stundentag zur Einführung zu bringen.

Prinz Arenberg und die Arenberge. Unter diesem Titel wird in den nächsten Tagen im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin, eine Schrift erscheinen, in der nicht nur der Fall Arenberg ausführlich dargestellt ist, sondeen die auch das Milieu schildert, in dem dieser ungeheuerliche Fall möglich ge⸗ worden ist. Der Verfasser verfolgt die Laufbahn des Prinzen von der Kaserne, durch den Kolonialdienst, auf die Anklagebank und von hier zur Freiheit. Dement⸗ sprechend gliedert sich die Schrift in drei Teile, deren erster sich unter Zugrundelegung zahlreicher zum Teil wenig beachteter Tatsachen mit aristokratisch⸗militärischen Verhältnissen beschäftigt, deren zweiter den Wert unsrer Kolonialpolitik und das Treiben in den Kolonien be⸗ leuchtet, deren dritter endlich unsere Rechtszustände, die vornehme Irre morden läßt und proletarische Irre im Zuchthause zu Tode quält, sozialkritisch zu erklären versucht. Die Schrift ist eine Anklageschrift gegen Mili⸗ tarismus, Kolonialpolitik und Klassenjustiz. Der Einzel⸗ preis beträgt 20 Pf.; für die Agitation ist eine billig Ausgabe hergestellt. 5

Parteitag für Hessen⸗Nassau.

Auf Sonntag, den 10. April vorm. 10 Uhr ruft der Frankfurter Vertrauensmann einen Parteitag für die nassauischen Wahlkreise und die beiden bayerischen Aschaffenburg und Lohr nach Frankfurt ein. Der Parteitag findet im dortigen Gewerkschaftshause statt und seine vorläufige Tagesordnung lautet:

1. Organisation in Hessen⸗Nassau. 2. Unsere Auf⸗ gaben in den Gemeindevertretungen. 3. Unsere Presse.

Versammlungskalender.

Erscheint zahlreich und pünktlich in den Ver sammlungen! Samstag, den 2. April.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb(Wiener Hof). Stichwahl zum Ver⸗ bandstage. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Gießen. Freie Turnerschaft. Am 2. Oster⸗ feiertag morgens ½9 Uhr Zusammenkunft bei Mißler; Abmarsch zur Vorturnerstunde nach Heuchelheim präzis 9 Uhr. Nächste Turnstunde: Dienstag, 12. April.

Briefkasten.

h.-⸗Wetzlar. Na, was ist denn da weiter? Wir sind da eben einmal hereingefallen! Und wenn es auch jetzt mißglückte, früher oder später wird dem Zimmer⸗ mann doch das Loch gezeigt, mögen die Antisemiten jetzt vor Vergnügen Purzelbäume schlagen. So schlau wie Ihr, daß wirden Fall so kommen sahen waren wir allerdings nicht, wir erwarteten vielmehr bestimmt, daß unsere sächsischen Genossen den Rückständigsten der sächsischen Rückschrittler aus dem Felde schlagen würden.

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