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Nr. 40.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung
Seite 7.
f schloß man sich, eine Kaserne zu bauen, und
nach mehrerenßz„geheimen“ Sitzungen wurde der Antrag,„die zu erbauende Kaserne soll eine Kavalleriekaserne sein“, mit der nötigen Majorität angenommen.
Die Kaserne war fertig. Nun brauchte man noch die Soldaten dazu. Der Bürgermeister, der„Vize“ und zwei Stadträte fuhren in die Restdenz und gingen zum Kriegsminister. Dem berichteten ste vom Baue der Kaserne, von der „Gefahr“, die achthundert Arbeiter für die fried⸗ Itebende, patrtotische Bürgerschaft bilden es sei allerdings noch nichts vorgekommen allein man könne nicht wissen„eine Gefahr liege stets in der Luft... es sei immerhin besser...“ Und so weiter.
Seine Exzellenz der Herr Kriegsminister hörte zu, nickte ab und zu mit dem Haupte und versprach schließlich,„dem Ansuchen nach einer Garnison nach Tunlichkeit zu entsprechen.“ Die Deputation fuhr beglückt nach Hause. Vierundzwanzig Stunden später hatte der Herr Kriegsminister bereits ganz vergessen, daß Zopf⸗ feld zu seiner Kaserne keine Soldaten habe. Es war aber auch etwas viel verlangt, an derartige Dinge zu denken; denn erstens waren die Herbstmannöver vor der Tür, zu denen sich einige ausländische Offiziere eingefunden hatten, und zweitens hatte Seine Exzellenz die Ent⸗ deckung gemacht, daß sein Adjutant und seine 2% na, seine.. seine„Flora“, eine Trapez⸗ künstlerin vom Wintergarten ihn schmählich betrogen.
Es vergingen sechs Monate, acht Monate, ein Jahr, anderthalb Jahre Zopffelde hatte noch immer keine Garnison, dafür aber war die Zahl der Arbeiter auf neunhundert angewachsen. Nun ereignete es sich an einem Sylvesterabend, daß einige Arbeiter und einige junge Bürgerssöhne in Streit gerieten. Beide Parteien waren der Sylvesterfeier angemessen bezecht; es kam zu hitzigen Worten, und als einer der jungen Bürschchen mit dem Spazier⸗ stocke auf einen Arbeiter losschlug, gab es eine solenne Keilerei, bet der die Bürgerssöhne und der Nachtwächter ziemlich blaue Flecken davon⸗ trugen.
Der Bürgermeister, der„Vize“ und zwei Stadträte fuhren abermals in die Residenz, be⸗ richteten dem Ministerium des Innern über den„unliebsamen“ Vorfall und baten ihn, er möge ein gutes Wort einlegen, daß Zopffelde endlich seine Garnison erhalte. Der Minister versprach,„dem Ansuchen nach Tunlichkeit zu entsprechen“.
Wieder verflossen vier Monate. Endlich aber wurde der Bürgermeister von Zopffelde im Amts weg davon verständigt, daß die Stadt im Herbste eine Eskadron des zwanzigsten grünen Dragonerregiments in Garnison erhalten werde.
War das ein Jubel! Die Stadtväter be⸗ schlossen, der einrückenden Garnison ein Fest zu geben, Triumphpforten sollten gebaut werden, die Stadt beflaggt und des abends beleuchtet werden, der Turnverein, der Gesangverein und der Veteranenverein sollten Spalier machen, vierundzwanzig weißgekleidete Ehrenjungfrauen
den Kriegern Blumen streuen und fünf andere
auserwählte Mädchen in patriotischen Kostümen dem Eskadronskommandanten einen Riesen⸗
sollte ein„Festkränzchen“ für geladene Tell⸗ nehmer sein.
Die ganze Bürgerschaft war in Aufre ung. Anfangs in freudiger, als aber aus der char der Mädchen, die für die nötigen neunundzwanzig Jungfrauen kandidierten, ein beträchtlicher Teil
urückgewiesen wurde, kam es zu Streitigkeiten. amilien, die Jahrzehnte lang im besten Ein⸗ vernehmen gelebt, überschütteten sich mit ge⸗ hässigen Reden und die Vergangenheit der neun⸗ undzwanzig auserwählten Ehrenjungfrauen wurde öffentlich bespöttelt. Es flossen Tränen genug, um mehrere Gebirgsbäche damit zu füllen.
Einer der Stadtväter, der fünf Töchter besaß und dem man nur die jüngste in das Korps der Ehrenjungfrauen aufnahm, während der„Vize“ seine drei Mädeln unterbrachte, legte sein Mandat nieder und erzählte im Gasthaus ganz merkwürdige Dinge über die bisherige Tätigkeit des„Vize“ und seiner drei Mädeln. Das Bezirksgericht bekam einige Schock Ehren⸗ beleidigungsklagen zu erledigen.
Inzwischen kam der Herbst heran. Die Eskadron rückte ein. Ein Rittmeister, ein Ober⸗ leutnant, zwei Leutnants, ein Kadett und hundert⸗ dreiundvierzig Mann vom Wachtmeister abwärts.
Die Festlichkeiten verliefen glänzend. Der Bürgermeister blieb nicht ein einziges Mal in seiner Rede stecken, nur das eine Mädchen, die den„Handel“ darstellte, hatte das Unglück, daß ihr während des Tanzens der Trikot auf der Wade zerriß und die darunter befindliche Watte zum Vorschein kam.
Einige Tage nach dem Feste kam man langsam zur Erkenntnis, daß man sich allzu große Hoffnungen gemacht, wenigstens was die heiratsfähigen Mädchen des Bürgerstands an⸗ langte. Es gab ihrer etwa hundert, und da der Rittmeister ebenso wie der Oberleutnant bereits mit Lebens begleiterinnen versehen waren, so blieben nur die zwet Lentnants. Den Ka⸗ detten konnte man nicht recht zählen.
Abermals große Balgerei, wer diese zwei Offtziere in Quartier nehmen sollte. Man be⸗ schloß, das Los entscheiden zu lassen., aber nachdem die zwei Leutnauts ausgespielt waren, munkelte man, es sei bei der Ztehung geschwindelt worden.
Allmählich aber begann sich die Aufregung zu„legen“, denn man machte die Bemerkung, daß die beiden Offiziere merkwürdigerweise lieber mit den Damen des Theaters verkehrten als mit den Bürgerstöchtern.
Der Theaterdirektor, der früher nur seine Frau und seine Schwägerin, sowie eine ziemlich alte Heroine beschäftigt hatte, war nach dem Einrücken der Dragoner zur Erkenntnis ge⸗ kommen, daß er sein Personal„auffrischen“ müsse. Er ließ sich eine„naive“ und eine „sentimentale“ Liebhaberin senden. Die zwei Damen waren aber weder naiv, noch sentimental, sondern wußten recht gut mit den Dragoner⸗ offtzieren auszukommen.
Die Bürgerssöhne, die in die beiden pikanten Dämchen ebenfalls verschossen waren, ärgerten sich, und dret Monate nach dem Einrücken der Dragoner wurde bereits der eine Sohn eines Stadtrats im Duell erschossen.
Auch die übrige„Ordnung“ im Städtchen ließ zu wünschen übrig. Es kam gar oft zu
blumenstrauß überreichen. Um neun Uhr Abends
selbst oder zwischen dem Militär und den Hand⸗ werkern. Der Stadtrat sah sich alsbald ge⸗ nötigt, acht Polizisten und vier Nachtwächter anzustellen, und auch das genügte kaum.
Die Moral wurde auch wenig durch die Anwesenheit der Dragoner gehoben. Zwei Jahre sind es her, daß die Dragoner in Zopf⸗ feld liegen, und schon besitzt das Städkchen einen„Kindergarten“ und einen„Verein zur Pflege armer Wöchnerinnen“.
Die Gefahr aber, die durch die neunhundert Fabrikarbeiter„fortwährend in der Luft lag“, ist durch die Anwesenheit der Dragoner glück⸗ lich abgewendet.
Allerlei.
Kleritale Unduldsamkeit bis über das Grab.
Unter dem Titel„Sezessionisten des Todes“ kommt Peter Rosegger in seinem„Heim⸗ garten“ auf die immer wieder auftauchenden Klagen zu sprechen, daß evangelischen Christen auf katholischen Friedhöfen das Grab versagt wird, und bemerkt dazu folgendes: Mich wundert oft das eine, daß die Leute, selbst Atheisten, gar zu viel halten auf ein Grab im katholischen Friedhof. Geweihte Erde! Was heißt das? Die Erde ist Gottes überall. Oder ist es der Geselligkeitssinn des Menschen, der noch als Toter unter seinesgleichen sein will? Ich würde mir selbst als Christ nichts daraus machen, hübsch allein in„ungeweihter“ Erde zu ruhen. Wenn Menschen, denen auf Kirchhöfen das Grab verweigert wird, sich ruhig in ihrem trauten Hausgarten bestatten lassen, dann werden die Friedhöfe bald billiger zu haben sein. Der Friedhof ist keine religidse, sondern eine soziale Angelegenheit, und das Vorurteil, gerade auf dem allgemeinen Leichenacker begraben sein zu wollen, muß und wird sich wohl einmal über⸗ leben, das es auch anderswo gottesfriedliche Ruheplätze gibt. Sollte es den Behörden nicht recht sein, dann müßten sie halt den gegen⸗ wärtigen abscheulichen Friedhofsstreit selbst lösen. Sie können es.
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Humoristisches.
Der Pantoffelheld.„Wie ist das nur möglich, daß Deine Frau über Dein verspätetes Nachhausekommen aufwachen konnte?“„Ach, ich sag' Dir.. sie ist eben zu schlau! Schnupftabak hat sie mir aufs Kopfkissen gestreut!“(Fl. Bl.)
Boshaft.„Vor drei Wochen am Ersten habe ich Euch in der Rechenstunde einen Hundertmarkschein gezeigt..“—„Herr Lehrer, bitte zeigen Sie ihn uns noch einmal— wir haben ihn vergessen!“(Fl. Bl.) Das läßt tief blicken. Unteroffizier: Na, Kinder, da ihr heute entlassen werdet, wollen wir zum Abschied noch ein schönes Lied aus dem Gesangbuch singen. Sucht euch selbst eins aus! Soldat Müller: Zu Befehl, Herr Unteroffizier, dann wollen wir fingen: Nun danket alle Gott!
Bedauerliche Ausnahme. „Aufgeklärt“ sind unsre Zeiten, Wie man täglich neu erfährt;
Nur die eine, ach wie schade! Nur die eine Mirbachiade
blutigen Raufereien zwischen den Dragonern
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