Ausgabe 
1.5.1904
 
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Nr. 18.

Mitteldentsche Sonutags⸗Zeitung

Seite 7.

Der König N sich.

Friedrich Wilhelm II. von Preußen war schon als Kronprinz ein vollendeter Luͤdrian; die Weiber und der Suff gingen ihm über Alles. Als König schien er sich anfangs bessern zu wollen, denn Mirabeau schreibt:Der König scheint seiner gewohnten Lebensart ganz entsagen zu wollen; das heißt doch wohl die Saiten hoch spannen. Er hat drei Reisen nach Schönhausen gemacht, ohne nur die Fräulein von Voß an⸗ zusehen; seitdem er auf dem Thron ist, hat er sich nie ausschweifend betragen, hat nie einem Frauenzimmer in den Busen gelangt. Einer von den Vertrauten seiner Schwachheiten schlug ihm vor, nach Charlottenburg zu gehen; nein, sagte er, meine ganze alte Kun d⸗ schaft befindet sich daselbst.

Bienen⸗Arbeit.

Ueber den Wert eines Bienenvolkes für die Landwirtschaft stellte der Ingenieur Ferdinand Lupsa in derCarinthia eine interessante Be⸗ rechnung auf. Ein Bienenvolk zählt im Sommer durchschnittlich 18 000 Stück. Etwa 75 Bienen fliegen in der Minute aus; von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends wären somit 49500 Flüge zu zählen. Jede Biene besucht während ihres Fluges ungefähr 45 Blüten, ein Bienenvolk an einem Tage also 2 227,500 Blüten. Rechnet man ungefähr 100 schöne Tage für das Jahr, so erhält man 222,750,000 Blüten, die von einem Bieuenvolke in einem Jahre besucht wer⸗ den. Wird nun auch nur der 10. Teil der 222,750,000 Blüten befruchtet, so wären das immer noch 22,750,000 Befruchtungen, die ein Bienenvolk in einem Jahre besorgt. Rechnet man den Wert von 1000 Befruchtungen nur auf einen Pfennig, so hätte die Landwirtschaft einem einzigen Bieuenvolke immer noch 222,75 Mark im Jahre zu verdanken.

Wer hat die Schuld? Von F. E. im Ulk.

Jungens vom Rhein und Söhne der Mark,

Sachsen und Bayern wie Bäume so stark,

Prächtige Kerls von der Waterkant

Ziehen nun hin durch das Negerland,

Singen so fröhlich und fiebern vor Mut, Grau ist die Steppe und rot ist ihr Blut.

Waten durch Sand und suchen den Quell,

Finden ihn nicht und die Sonne sticht grell,

Immer voran und allzeit getreu

Hören sie sausen des Feindes Blei.

Wehe, das traf! Das traf gar gut Grau ist die Steppe und rot ist ihr Blut.

Blühendes Leben, und ist nun tot,

Mußte das sein und war uns das not?

Wer hat die Schuld? Besteh'n wird er nicht,

Nicht vor der Menschen, noch Gottes Gericht;

Stahl uns die junge, die tapfere Brut Grau ist die Steppe und rot ist ihr Blut.

Splitter.

Erst indem wir es mit Zweckgedanken er⸗

füllen, erheben wir unser Dasein zum Leben. 5 Reichel. *

Ein Charakter ist ein Mensch, der weiß, was er will, der nicht nach Launen und Stimmungen handelt, sondern nach festen Grund⸗ sätzen. 5 Treu.

*

Es kann einem nichts Schlimmeres passieren, als von einem Hallunken gelobt zu werden. . Schumann.

Im 1 Jahnbundert wird der Krieg aussterben, aussterben werden die Ge⸗ fegen de und der Haß, und der Mensch wird eben.

Erhaben über alle steht das große Vater⸗ land, das ganze Weltall, und eine große Hoff⸗ nung beseelt ste, der Himmel. Wir haben den Glauben, wir fühlen uns gleich als Brüder, in der Brüderlichkeit fühlen wir uns als Men⸗ schen, und in der Freiheit fühlen wir die Kraft des menschlichen Geistes. Wir lieben die, welche uns lieben. Wir lernen das Gute erstreben zum Nutzen aller, und dann wird sich alles umgestalten, das Wahre wird sich offenbaren, das Schöne wird in seinem Glanze erstrahlen und die Leuchter des Erhabenen werden das Weltall erhellen. Viktor Hugo.

Humoristisches

Sekundärbahn⸗Idyll.Sind die Züge auf dieser Strecke immer so leer?

Na, ich sag' Ihnen, neulich bin ich'mal in ein, Coupé eingestiegen, da war sogar a Maus fall' n aufg'stellt.

Kleiner Irrtum. Fremder:... Also eine Trinkerheilanstalt ist dies hier?! Ich dacht's mir gleich, wie ich den dicken Herrn mit der roten Nase da am Fenster stehen sah! Hausmann:Erlauben Sie, das ist aber unser Herr Direktor!

Ein Verdächtiger. Maier: Herr Sekretär ich tät schön bitten: warum habens mich denn in den Militärverein nit aufgenommen?

Sekretär: Aber, mein Lieber wenn man Maier heißt und noch dazu am 1. Mai geboren ist!! Unverändert.

Auch in der schönsten Maienluft Bleibt doch der Denunziant ein Schuft.

Ein weißer Rabe.

Es war einmal ein Fabrikant,

Dem blieb Profitgier ferne.

Er hat den Achtstundentag anerkannt, Und reichlichen Lohn zahlt er gerne. Und wer da gefeiert am ersten Mai, Dem hat er nicht gekündigt

Die Seinigen haben mit Wehgeschrei

Den braven Mann entmündigt.

GHSieschichtskalender.

1. Mai. 1890: Erste Maifeier. 1851: Erste Weltausstellung in London. 1805: Joh. Jakoby, So⸗ zialist.

2. 1898: Brotkrawalle in Italien. 1849: Aufstand in Dresden. 1519: Leonardo da Vinci, berühmter ital. Maler 7.

3. 1791: Revolution in Polen. 1469: Macchla⸗ vellt, ital. Staatsmann 5.

4. 1897: Erschießung der fünf Barcelonaer Anar⸗ chisten. 1896: Zweiter Gewerkschaftskongreß in Berlin.

5. 1818: Karl Marx geboren. 1789: Anfang der franz. Revolution.

6. 1901: Scharfmacher Möller wird Handels⸗ minister. Ludwig Börne*.

7. 1899: Dritter Gewerkschaftskongreß in Frank⸗ furt. 1898: Hungerrevolte in Mailand. 1866: Attentat Blind's auf Bismarck in Berlin.

Marktbericht.

Auf dem Wochenmarkt in Gießen kosteten am 26. April: Butter per Pfund Mk. 1,00 1,20, Hühnereier 1 St. 56 Pfg., Käse pr St. 68 Pfg., Käsematte 2 St. 56 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 6,00 7,00 Mk., Weißkraut pr. Stck. 9 12 Pfg., Zwiebeln per Ztr. Mk. 7,00 10,00, Tauben per Paar 0,80 bis 1,00 Mk., Hühner per St. 1,301,40 Mk. Hahnen per St. 0,80 1,70 Mk., Enten per St. 1,70 bis 2,20 Mk., Gänse per Pfd. 00 70 Pfg.

Fleischpreise in Gießen am 25. April: Ochsen⸗ fleisch per Pfd. 68 78 Pfg., Kuh⸗ und Rindfleisch 62 bis 68 Pfg., Schweinefleisch 69 bis 72 Pfg., Schweine⸗ fleisch, gesalzen, 76 Pfg., Kalbfleisch 69 74 Pfg., Hammelfleisch 5074 Pfg. pr. Pfund.

Viehpreise in Frankfurt am 25. April(Amtl; Notier.): pr. 100 Pfd. Schlachtgew. Och sen: a. vollfl. ausgem. bis 6 Jahre Mk. 71 73, b junge fleischige, nicht ausgem. ältere ausgem. 64 67, c. mäßig gen. junge, gut genährte ältere 5962, Bullen: a. vollfl. höchst, Schlachtw. 61 63, b. mäßig gen. jüngere und gut genährte ältere 58- 60. Färsen: a. vollfl. ausgem. höchsten Schlachtw. 61 63, b. vollfl. ausgem. Kühe höchsten Schlachtw. 5860, c. ältere ausgem. Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 4547, d mäßig gen. Kühe und Färsen 42 bis 44. Bezahlt wurde für 1 Pfund Kälber: a. feinste Pfg. 8588, b. mittlere 8084,», geringe Saugkälber 6466, d. ältere gering gen. Kälber (Fresser) 00 00. Schafe, Mastlämmer und jüngere Masthämmel, 68 70, b. ältere Masthämmel 60 62. Schweine: a. vollfl. der feineren Rassen 53 00, b. fleischige 51 52, c, gering entwickelte, sowie Eber 44 46 Pfg.

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