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die der Erwachsene als vollendet voll, als daß es sich vom vollendeten Spielzeug schränken lassen will.
oder weniger lebhafter Bewegung oder doch
Nr. 50.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 7.
fass', immer gerat' ich wieder in meine Dumm⸗ heiten und henehme mich— nein, ich bin's nicht wert,* für mich geschieht!“
Der äbe war der Ton, den der Bursch anschlug, zu ernsthaft; sie erwiderte munter und wohlwollend:„Lassen wir jetzt die Humm⸗ heiten Dummheiten sein! Ich hab' dich nun einmal gern mit samt deinen Dummheiten!“
Dem Burschen gefiel diese Entgegnung un⸗ gemein; aber seine im Glücke bereuende und nach Absolution strebende Seele ging unwill⸗ kürlich weiter.„'s merkwürdig,“ fuhr er fort, „daß man so sein kann, wie ich bin! Einmal ist's mir, als könnt' ich alles tun und es müßt' mir alles durchgehen! Und wenn's nun drum und dran kommt, läuft mir plötzlich alles davon, und es ist mir, als ob ich gar nichts könnt'!“ Er hatte bei dieser Selbstbeurteilung den Arm von dem Mädchen niedersinken lassen auf den Schrein und schüttelte seinen Kopf so bedenklich, daß die Heitere fast gelacht hätte.
Sie fand es auch jetzt„merkwürdig, daß man so sein konnte, wie er war“, und versetzte mit freundlicher Ungeduld:„Mach dir doch keinen Kummer! Das sind menschliche Dinge, die du schon ablegen wirst.“
„Ich hoff's,“ erwiderte Tobias;„und Mühe will ich mir geben. Aber ich sag' dir's voraus, Bäbe, so schnell wird das nicht anders werden. Es kommt über mich wie ein großes Wasser, auf einmal, so daß alles ersäuft wird.“
„Uebertreib's doch nicht,“ entgegnete die Bäbe.„So etwas steckt in jedem Menschen, und es kommt nur darauf an—“
(Fortsetzung folgt.)
Ueber Kinderspielzeug.
Der Stadtschulrat Dr. Kerschensteiner in München beantwortet die Frage, was man den Kindern zu Weihnachten schenken solle, folgendermaßen:
1. Schenke dem Kinde nichts an Spielsachen, bezeichnet. Denn das normale Kind ist viel zu phantasie⸗
das Spiel der Phantasie auf die Dauer be⸗ Je einfacher das Spiel⸗ zeuge, desto besser.— 2. Schenke dem Kinde nichts an Spielsachen, die es nicht in mehr
Tätigkeit erhalten. Denn das normale Kind ist durchaus aktiv, durchaus schöpferisch; es will nicht beschäftigt werden, sondern es will sich
beschäftigen.— 3. Schenke dem Kinde nichts
an Spielsachen, die nicht auf den Boden fallen dürfen. Denn das wirklich spielende Kind lebt in einer anderen Welt, als in der es spielt, und es gibt andere Gelegenheiten als das Spiel, das Kind zur Achtsaͤmkeit zu erziehen. — 4. Schenke dem Kinde nichts an Bilder⸗ büchern und Bildern, wo nicht der Humor zum Durchbruch kommt und die Tugend auf Stelzen geht. Denn das Kind soll beim Sptkelen fröhlich sein, und die Tugend will in diesem Alter nicht gepredigt, sondern geübt werden.— 5. Schenke dem Kinde nichts an Bilderbüchern, aus denen es lesen, schreiben, rechnen lernt. Das kann es in der Schule noch früh und lange genug treiben. — 6. Schenke dem Kinde nichts an Bilderbüchern, die künstlerisch wertlos sind. Du brauchst da⸗ bei nicht die allerhöchsten Ansprüche zu machen. Aber bedenke: Was lebhaft in des Kindes Geist bis zum siebenten Lebensjahre eingeht, gräbt sich in sein Gehirn unauslöschlich wie auf eine Erztafel ein.
Nun gehe hin und suche. Und wenn du deine Auswahl unter sorgfältiger Berücksichtig⸗ ung dieser sechs Verbote getroffen hast, und dein Kind gleichwohl sich nicht dauernd in einem stillen Winkel beschäftigt, sondern dich immer und immer wieder mit der ewigen Frage quält:
„Was soll ich tun?“, so habe Geduld mit den
armen Kleinen; denn dann fehlt es entweder an der geistigen Entwicklung des Kindes— oder an deiner vorausgegangenen Erziehungs⸗ tätigkeit.
Er bat sich seine Sünden vergeben.
Der fromme Pastor Krösell nämlich, nebenbei antisemitischer Reichstagsab⸗ geordneter. Gelegentlich eines Beleidigungs⸗ prozesses, den Pastor Krösell vor dem Schöffen⸗ gericht Stargard gegen den Gutsbesitzer v. Derenthall führte, ging der Verteidiger Derent⸗ halls auf die Lebensführung des Paßtdrs ein.
Dabei trat denn eine gar wunderliche e 1 r
auffassung des Herrn Pastors zu Tage. gab den nicht mehr hinwegzuleugnenden intimen Verkehr mit seiner Wirtschafterin zu. Er habe sich, sagte Herr Kröfell,„in dieser Person leider getäuscht“ und nicht gewußt, daß er es mit einer geschiedenen Frau zu tun habe. Dann habe er„gehandelt wie es einem Pastor zukomme“, und sie aus dem Hause ge⸗ wiesen. Nach einer eingehenden Rücksprache mit einem über ihm stehenden Amtsbruder habe er das heilige Abendmahl empfangen, und damit habe er sich dieser Sünde ledig gefühlt.— Das ist in der Tat sehr bequem.
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Und diese Gesellschaft weiß nicht genug über
die„verderbte“ Sozialdemokratie zu schimpfen!
Humoristisches.
Immer protzig. Hausdame:„Wir haben ein großes Unglück, unser Sohn ist gemütskrank geworden.“ Be such:„Ach, der arme Junge!“ Hausherr:„Nu, nu, wir haben ihn in eine Irrenanstalt ersten Ranges gebracht.“
Aus dem„„Tagebuche eines Offiziers“ giebt die neuste Nummer des„Simplicissimus“, die den Vorgängen in der„kleinen Garnison“ gewid⸗ met ist, folgende Notizen:
Eines fürcht' ich immer: daß mal plötzlich eine Kriegserklärung kommt, weun gerade die ganze Garnison besoffen ist.
*
Kein Ort in der Welt ist so langweilig, daß man dort nicht mehr Schulden machen könnte, als man je bezahlen kann.
*
Man wird hier allmählich so stumpfsinnig, daß man
die Frauen der Kameraden mit seiner eigenen verwechselt. *
Habe heute aus lauter Stumpfsinn versucht, Goethe zu lesen. Furchtbar langweiliges Zeug. Man merkt, daß der Mann auch in einer kleinen Garnison gelebt
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Der verfluchte Bilse! Nun werden wir bald alle unsere Kenntnisse als Zivilmenschen verwerten müssen. Na, das wird eine schöne Ueberproduktion an Tur n⸗ lehrern geben.
—
Geschichtskalender.
13. Dezember. 1902: Zollwuchererdebatte im Reichstage; 20 stündige Sitzung. Antricks 8 Stunden ⸗ Rede.
14. 1902: Zollvorlage im Reichstage morgens 5 Uhr angenommen. 1900: Bankier Sanden erhält einen Orden.(Im vorigen Jahre wegen großer Schwindeleien verurteilt.) 1844: Bürgermeister Tschech in Spandau hingerichtet
15. 1896: Barcelonaer Anarchisten in Montejuch
16. 1898: Daudet, franz. Romanschriftsteller, f. 1897: Wilh. II. Rede von der„gepanzerten Faust.“
17. 1896: Wilh. II. lobt die Hamburger Rheder wegen Abweisung der Arbeiterforderungen
13. 1896: Hamburger Senat weist das Gesuch der streikenden Hafenarbeiter um Vermittelung ab. 1773: Beginn des nordamerik. Befreiungskrieges.
19. 1890: Cäsar de Paepe, sozialistischer Schrift⸗ steller in Brüssel,.
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