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Nr. 15.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
ertragen. Er besserte sich, um unter ehrlichen Leuten ehrlich zu sein.
Den guten Pfarrer kostete sein Bart beim Konsistorium vielen Verdruß. Umsonst bewies er, daß der Bart nicht für und wider den wahren Glauben sei; umsonst berief er sich auf die heiligen Männer des alten und neuen Bundes; umsonst zeigte er, daß er, indem er sich seiner Gemeinde in allem gleich mache, am besten wirken könne, daß er eben dadurch wirk⸗ lich einen für unverbesserlich gehaltenen Menschen im bisherigen Lebenswandel geändert habe. Der Bart gab zu vielen Konststorialverhand⸗ lungen Anlaß. Erst nachdem mein Pfarrer ärztliche Zeugnisse beibrachte, daß er, sonst
immer vom Zahnweh leidend, nur durch den
Bart gegen diese Not geschützt sei, ward ihm derselbe seiner Gesundheit willen, doch unter Beschränkungen, gestattet.
Ich bestelle jetzt nicht nur mit meinen freien Leuten das Dorfgericht, sondern habe ihnen auch das Recht erteilt, sich unmittelbare Vor⸗ steher zu ihrer Gemeindeverwaltung zu wählen. Ihr Ehrgefühl ist geweckt; sie fühlen ihre Menschenwürde. Von Zeit zu Zeit speisen ausgezeichnet wackere Leute an meinem Tische mit ihren Frauen. Ich bin ihresgleichen. Die Gleichförmigkeit der Kleidertracht stellt eine gewisse Vertraulichkeit her, ohne die Ehrfurcht zu schwächen. Vor alten Leuten müssen die Kinder aufstehen und das Haupt entblößen; aber keiner entblößt vor seinesgleichen das Haupt. Jede erwiesene boshafte Lüge gehört bei uns zu den Verbrechen, wie der Diebstahl. Die Leute, nun sie sich selbst richten, sind strenger, als ich es ehemals war. Ich muß ihre Urteile oft mildern. Unsere Schulen sind brav. Die fähigern Knaben lernen auch Ge⸗ schichte der Welt, Kenntnis der Erde und ihrer Länder und Völker, Feldmeßkunst und etwas vom Bauwesen. In der Kirche haben wir schönen vierstimmigen Gesang und Andacht.
Doch, lieber Norbert, besser, du bleibst eini ge Tage bei uns und siehst selber; kannst du, so verweile einige Wochen.
(Fortsetzung folgt.)
Muster⸗Wahlreden für Ordnungs⸗ parteiler.
Der Sonntagsplauderer im„Vorwärts“
—
hat sich der menschenfreundlichen Mühe unter⸗ rr
zogen, den Entwurf einer Wahlrede zum Gebrauche für Mischmaschkandidaten zu ver⸗ öffentlichen. Hier einige Sätze daraus:
„Meine Herren! Wir leben in einer Zeit tiefster Interessengegensätze. Der Krieg aller gegen alle ist ausgebrochen. Materielle Inte⸗ ressen haben den alten deutschen Idealismus getötet. Darum schlage ich Ihnen vor, den Idealismus, der in der deutschen Landwirt⸗ schaft, wie auch der Thron und Altar, wurzelt, wieder herzustellen und zu kräftigen und für einen Mindestzoll von siebeneinhalb Mark ein⸗ zutreten. Meine Herren! Nur so gelingt es uns, alle gutgesinnten Bürger zu einigen gegen den gemefnsamen Feind, den Umsturz. In diesem Sinne bitte ich Sie, einzustimmen in den Ruf: Der deutsche Idealismus, die deutsche Landwirtschaft und der Siebeneinhalbmarkzoll — sie leben hoch, hoch, hoch!
Meine Herren, ich leugne nicht, daß der Konsument durch den Zoll schwer belastet wird. Aber Sie wissen alle, daß der deutsche Konsu⸗ ment die Grundlage unserer nationalen Kraft ist. Darum müssen wir einen Ausgleich finden und eine mittlere Linie, das kann nur geschehen, indem wir die Wittwen und Waisen desselben schützen. Je früher der deutsche Konsument männlichen Geschlechts stirbt, um so eher werden die Wittwen und die Waisen in den Genuß ihrer Rente kommen, und mithin ist die Brodverteuerung direkt ein Mittel, um die Wittwen und Waisen so schnell wie möglich zu fördern. In diesem Sinne bitte ich Sie ein⸗ zustimmen in den Ruf: Die Wittwen und Waisen des deutschen Konsumenten, sie leben hoch, hoch, hoch! 75
Meine Herren! Der Panzer der Militär⸗ und Flottenlasten wird immer drückender, die Schulden betragen bereits drei Milliarden. Wir sind am Ende unseres Lateins. Die Reichskasse ist vankrott. Es gilt also den nationalen Wohlstand zu heben, die Finanzkraft des Volkes zu vermehren. Das kann aber nur geschehen, wenn das Reich der Industrie neue große Aufträge erteilt. Somit sind weitere große Heer⸗ und Flottenvorlagen unbe⸗ dingt notwendig zur Hebung der Industrie, der Arbeiterschaft, der Steuerkraft und infolge⸗ dessen auch der Reichsfinanzen. In diesem Sinne bitte ich Sie, stimmen Sie ein in den Ruf: Unser herrliches Herr und unsere herrliche
Flotte, sie blühen, wachsen und gedeihen!“
372 millionen mark
darunter Haupttreff. jahr. von Mk. E
So und ähnlich werden die Herren, die es jedem recht machen wollen, allerdings reden!
Die größte Meerestiefe.
Im Mittelländischen Meer giebt es, wie mit ziemlicher Sicherheit behauptet werden kann, keine größere Tiefe als 3500 m. Im Atlantischen Ozean sinkt der Boden nur selten unter 6000 m. Die größten bekannten Meeres⸗ tiefen befinden sich im Stillen Ozean. Im ganzen werden jetzt 43 bedeutende Versenkungen des Meeresboden gezählt, die als besondere Tiefen auf den Karten verzeichnet werden. Davon kommen 24 auf den Stillen, 15 auf den Atlantischen, 3 auf den Indischen Ozean und eine auf das Südliche Eismeer. Die Lotungen haben gelehrt, daß 8 dieser Tiefen unter 7200 m herabgehen. Die tiefste jetzt bekannte Stelle des Meeresboden ist die Aldrich⸗Tiefe, östlich von den Kermadecinseln im südlichen Pazifischen Ozean, nordöstlich von Neu⸗Seeland, mit 9429 m. Sie liegt nicht unerheblich mehr unter als der höchste Berg der Erde(8840 m) über dem Meeres⸗ spiegel, und zwischen diesen beiden Punkten beträgt der Höhenunterschied demnach 18269 m.
——
Splitter.
Sie sind allzumal Baalspfaffen! Ja, Baals⸗ pfaffen! Ihr Wanst ist mit Sünde gemästet und ihr Herz ist voll Fäulnis. Wahrlich, ich sage euch, eher springt ein klarer Quell aus einem Misthaufen, denn das lautere Wort Gottes aus ihren weintriefenden Mäulern. Der Teufel hat sich den Ornat angezogen und läutet mit dem Schwanz zur Messe.
R. Schweichel.
Humoristisches.
Der Erbprinz.„.. Meine Herren, es giebt nichtswürdige Verleumder, die den Ruf unsres Heeres anzutasten wagen und unablässig über Soldatenmiß⸗ handlungen schreien. Ich gehöre jetzt mehrere Monate der Armee an und muß gestehen, daß ich mich über meine Vorgesetzten nicht beklagen kann.“—
Wahl⸗Aengste. Man schlägt Wahlzettel im Umschlag vor Zum nächsten Waffengange. Da schreckt die Junkerschaft empor,— Ihr ist vor'm Umschlag bange.
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