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Nr. 6.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
buben nachliefen. f sehr bedauert; denn er war vorher allgemein beliebt, und muß, solange er noch den Verstand
Ich hatte schon zu viel gehört. wie erlahmt in einen Sessel.
Sobald ich vom Aufwärter mein Zimmer an⸗ gewiesen erhalten hatte, fragte ich ihn, ob beim Regiment in hiesiger Besatzung nicht ein Frei⸗ herr von Flyeln fel
„Sie meinen den Major?“ fragte der Auf— wärter.
„Major kann er wohl sein. Ist seine Woh⸗ nung entfernt von hier? Trifft man ihn um diese Zeit an? Es ist schon spät; aber ich wünsche, daß mich jemand zu ihm führe.“ „Verzeihen Sie, der Herr ist nicht mehr beim Regiment, schon lange nicht mehr. Er hat den Abschied genommen oder nehmen müssen.“
„Müssen? Warum?“
„Er hat allerlei Geschichten getrieben, wun⸗ derliches Zeug; ich weiß selbst nicht, was. Er ist zuletzt nicht recht im Kopf gewesen, über⸗ geschnappt, verrückt geworden. Man sagt, er habe sich um den Verstand studiert.“
Die Botschaft erschreckte mich so, daß ich die Fassung und die Frage verlor.
„Und wie denn?“ stammelte ich endlich, um doch etwas zu fragen und Genaueres zu ver⸗ nehmen.
„Verzeihen Sie,“ sagte der dienstfertige Aufwärter,„was ich weiß, hab' ich nur vom Hörensagen, denn er ist früher weggeschickt, als ich in dies Haus kam. Man erzählt aber noch viel von ihm. Zum Beispiel hat er mancherlei Händel mit Offizieren gehabt und jeden Du geheißen, sogar den General, jeden, er mochte sein, wer er wollte. Als er eine reiche Erbschaft von seinem Oheim in Empfang genommen hatte, bildete er sich ein, er sei bettelarm geworden, könne seine Schulden nicht zahlen, und verkaufte, was er um und an sich hatte. Er soll auch gotteslästerliche Reden in seinem Wahnsinn ausgestoßen haben. Das Lustigste aber ist, daß er seiner Familie zum Trotz ein unehrliches Mädchen, ein Gaunerkind, geheiratet hat. Auch sein Anzug soll zuletzt gar toll gewesen sein, gar hanswurstmäßt„ so daß ihm alle Gassen⸗
Man hat ihn in der Stadt
hatte, ein vortrefflicher Herr gewesen sein.“
„Und wo befindet er sich jetzt?“
„Ich kann es nicht sagen. Er hat die Stadt verlassen. Man hört und sieht nichts von ihm. Vermutlich hat ihn seine Familie irgendwo untergebracht, um ihn heilen zu lassen.“
Mehr wußte der Auswärter nicht zu berichten. Ich warf mich Ich dachte mir
1 1 noch die Heldengestalt eines geistvollen Jüng⸗ llings, von dessen Zukunst ich hohe Erwartungen
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m Sarge betrachten mag,
Gestalt ö 1 0 oder wle ich's meide, Zimmer, die ich
gehegt hatte, der sowohl durch seinen Stand
als durch seine großen Familien verbindungen
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15 Ansprüche auf die ersten Stellen im Heere oder im Staat hätte machen können, der durch seine 0 Kenntnisse, durch seine seltenen Geistesgaben zu 41
und der unn war einer der Unglücklichen, vor
allem Großen berufen zu sein geschienen—
deren Anblick die Menschheit mitleidig zurück⸗ schaudern muß! Hätt' ihn doch der Engel seines
Lebens lieber aus der Welt hinweggerückt, denn ihn zum traurigen Schauspiel, als klägliches
errbild, stehen gelasten! 5 1 Wie 5 ich 1 55 guten Olivier gesehen hätte, war mir's nun doch lieb, ihn nicht mehr in der Stadt zu wissen. Ach, er wäre ja doch nicht mehr Olivier, nicht mehr mein herrlicher Achilles gewesen, sondern ein kläglicher, unkennt⸗
er Torso)! Ich wollte ihn nicht sehen, auch
es mir leicht gewesen wäre, ihn zu finden.
Dann hätt' ich meinen Göttingischen Achilles im Gedächtnis auswechseln müssen mit der Geestalt eines Wahnsinnigen; das hätte mir eine
der liebsten und anmutigsten Erinnerungen ge⸗ raubt. 5 wollte ihn aus demselben Grunde
ie ich keinen meiner Freunde icht wiedersehen, wie ich e
es Lebendigen in Gedanken bewahren
orzeiten bewohnte, die nun von andern bewohnt
bwerden, die nun ganz anders eingerichtet sind, W 15 zu besuchen.
Das Ehemals und Jetzt erwirrt sich immer in meinen Vorstellungen uf eine unausstehlich peinliche Weise.
) Rumpf, besonders einer Statue.
„Ich war noch in allerlei Betrachtungen über die Natur des menschlichen Wesens verloren, und wie derselbe Geist, welcher die Räume des Weltalls mißt, das Höchste ahnt, durch Druck oder Verletzung eines unsichtbaren Teils seines Nervengewebes zum widerlich verstimmten Saitenspiel werden muß, sich und der übrigen Welt ein unverständlicher Fremdling: da trat der Aufwärter herein und rief zum Nachtessen.
Die Wirtstafel im hellerleuchteten Speisesaal war von vielen Gästen besetzt. Es traf sich, daß mir ein Platz in der Nachbarschaft einiger Ofsiziere der hiesigen Stadtbesatzung angewiesen ward. Natürlich leitete ich das Gespräch, so⸗ bald es einmal unter uns angeknüpft war, auf meinen Freund Olivier. Ich gab von ihm die genauesten Einzelheiten an, so viel ich deren wußte, um jede Verwechslung der Personen zu verhüten. Denn es war ja möglich, und ich glaubte die Möglichkeit, daß der wahnsinnige Freiherr von Flyeln ein ganz anderer als mein Achilles von Göttingen sein konnte. Allein alles, was ich sagte, alles, was ich dagegen hörte, bestätigte zu sehr, daß hier keine Verwechslung stattfinde.
„Es ist jammerschade um den Baron!“ seufzte einer der Offiziere.„Jedermann hatte ihn gern. Er war einer der Brapsten beim Regiment, ein verwegener Teufel. Das sahen wir beim letzten Feldzug in Frankreich. Was keiner von uns wagte, das wagte er spielend. Aber es glückte ihm auch alles. Denkt nur ai die Batterie bei Belle⸗Alliance! Wir hatten sie verloren. Der General riß sich die Haare aus dem Kopf. Flyeln rief:„Wir müssen sie wieder nehmen, sonst ist alles dahin!“ Drei Angriffe hatten wir vergebens getan. Da geht Flyeln mit seiner Kompagnie noch einmal vor, nimmt's mit einem ganzen Bataillon Garden auf und, bei Gott! schlägt in gräßlicher Metzelei durch, nimmt die Batterie!“
„Aber es kostete auch die halbe Kompagnie!“ rief ein alter Hauptmann neben mir.„Ich war Augenzeuge. Er kam, wie gewöhnlich ohne Schramme davon. Ungeheures Glück be⸗ gleitete den Menschen. Der gemeine Soldat läßt sich's jetzt noch nicht ausreden, der Baron habe sich hieb⸗, stich- und kugelfeß machen können.“
Ich hörte mit wahrer Wollust dem lobreichen Gespräch über den guten Olivier zu. Ich er⸗ kannte ihn wieder an allen seinen Tugenden. Man pries besonders seine wohltätigen Hand⸗ lungen. Er war der Gründer und Verbesserer einer Schule für Soldatenkinder und hatte da— für großen Aufwand gemacht. Er hatte im stillen viel Gutes gewirkt, immerdar ein ein⸗ faches, eingezogenes Leben geführt, nie zu dem Mutwillen, nie zu den Ausschweifungen sich geneigt, zu welchen Jugend, Schönheit, Kraft— fülle und Reichtum so leicht verlocken. Ja, die Offiziere gestauden mir, daß der Freiherr bedeutenden Einfluß auf Veredlung des Tons unter dem Offizierkorps, auf die ernstern Sitten desselben und auf dessen wissenschaftlichere Bildung gehabt. Er selbst habe Vorlesungen über verschiedene, dem Krieger nützliche Gegen— stände gehalten, bis es untersagt worden set.
„Und warum untersagt?“ fragte ich ver— wundert.
„Eben in diesen Vorlesungen,“ antwortete mir einer meiner Tischnachbarn,„offenbarten sich die ersten Spuren seiner beginnendeu Geistes⸗ zerrüttung. Kein Jakobiner im Pariser Natio⸗ nalkonvent hat jemals rasender gegen unsere monarchischen Einrichtungen gewütet und gegen die verschiedenen europäischen Höfe und ihre Politik als er zuweilen. Er sagte geradezu, die Völker selber würden früh oder spät sich helfen, sich und den Königen, gegen Minister- willkür, Priesterherrschaft und Handelsbedrän⸗ gung. Er meinte auch, die Revolution werde unvermeidlich von Volk zu Volk mild oder stürmisch übergehen und werde binnen einem halben Jahrhundert die politische Gestalt Europas verändern. Genug, die Vorlesungen wurden ihm untersagt, und billig und mit Recht. Ebenso toll deklamierte er zuweilen auch gegen den Adel und dessen Vorrechte. Wenn man ihn dann erinnerte, daß er ja selbst Baron wäre, antwortete er:„Ihr habt die Torheit, mich so
zu nennen; ich bin ein vernünftiger Mensch und von Geburt ebensoviel wie uuser Profoß., (Fortsetzung folgt.)
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Religions statistik.
Direktor Zeller vom württembergischen Statistischen Landesamt giebt in der Allgem. Miss.⸗Zeitschrift von den vorhandenen Religions- bekennern folgende Schätzungen:
Auf 1000
Menschen
kommen: 1) Christen 534940 000 gleich 346 2) Israeliten 10 860000„ 1
3) Mohammedaner. 4) Brahmanen
5) Buddhisten
6) Konfuiseanhänger
7) Shinioisten..
175 290 000„ 114 214570 000„ 139 120 750 000„ 78 300 630 000„ 196 „foods 8) Polytheisten... 173000 000„ 112 9) Bekenner sonstiger Religionen 170000„ 0,1 Summa aller Erdenbewohner 1544510000 gleich 1000.
Die Gruppen 6—9 werden unter die„Heiden“ rubriziert und sind es deren 823 420000, also weit über die Hälfte aller Erdenbewohner— mit anderen Worten: die Majorität der Erd⸗ bevölkerung ist heidnisch.
Splitter.
Die Leidenschaft macht die besten Beobach⸗ tungen und die elendesten Schlüsse. 1 „ Paul.
*
* Wirft man dich zum alten Eisen, Laß dich's keine Träne kosten. So allein kannst du beweisen, Daß du sicher bist vorm Rosten. Paul Heyse.
D
Humoristisches.
Der Werdegang des Staatsanwaltes. Stud. jur Böhlicke schimpft einen harmlosen Studenten einen„Saukopf“——— und sticht ihn ab. Kand. jur Böhlicke schimpft den Dr. Schwarz einen„Schwelneproleten“——— und sticht ihn ab. Referendar Böhlicke schimpft den Oberleutnant Schnell einen„dreckigen Affen“——— und sticht ihn ab. Staatsanwalt Böhlicke:„——— Die Angeklagten gingen so weit, sich mit schmutzigen Schimpfworten zu belegen, dann mit Blergläsern auf⸗ einander loszuschlagen. Diese unsägliche Roheit widert mich in tiefster Seele an, und ich verlange von Ihnen die strengste Bestrafung im Namen des Staates, der durch solche Rohlinge gefährdet wird.“—
Für die Armen! In einem kleinen Orte Oberösterreichs starb ein Mann an einer ansteckenden Krankheit. Es fand die Todesfallsaufnahme statt und in das betreffende Protokoll wurde eingetragen:„Der Verstorbene hinterließ 300 Gulden bar, ein Mobiliar im Werte von 100 Gulden und einige alte Kleider. Da der Verstorbene mit einer ansteckenden Krankheit behaftet war, wurden seine Kleider den Armen geschenkt!“
Unter Geistlichen.„Laß doch Deine Grübe⸗ leien, lieber Bruder. Das ist klar, Religion muß sein — wovon sollten wir sonst leben!“
(Simplic.)
Geschichtskalender.
6. Februar. 1897: Hafenarbeiterstreiks.
7. 1902: Reichstagsdebatte über den Tirpitz'schen Marinevorlage⸗Erlaß. 1898: Zola-Prozeß in Paris.
3. 1898: Landarbeiter-Unruhen in Ungarn. 1894: Bülow, Komponist des Arbeiterliedes„Bet und arbeit'“,.
9. 1901: Gray, Erfinder des Telephons, F. 1896: Konfektions-Arbeiterstreik in Berlin.
10. 1901: Pettenkofer, Naturforscher in München. 1887: Kleiner Belagerungszustand über Offenbach ver⸗ hängt.
11. 1902: Die sächsischen Minister geben ihre Ent⸗ lassung. 1901: Musterkönig Milan, 1.
12. 1867: Allgemeines Wahlrecht zum no dd. Reichstage eingeführt. 1804: Kant, Phllosoph, f.
13. 1895: Sächsischer Bergarbeiterverband aufgelöst. 1837: L. Börne, Dichter, 5.
14. 1902: Kasseler Trebertrocknungsprozeß. 1889: Kleiner Belagerungszustand über Stettin verhängt.
Ende des Hamburger
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