Ausgabe 
1.2.1903
 
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Nr 5.

Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 7.

die Buchstaben C. v. O. im S ines gezackten Krönchens. e

Der Träger dieses Namens drehte sein Haupt nach den Schlägen und warf einen flüchtigen Blick auf das Zifferblatt; dann trat er schweren Schrittes in einen Nebenraum.

Mit seinem Abgange lagerte die Stille eines von den Kämpfern verlassenen Schlachtfeldes in dem prachtvollen Saale. Die Stühle glichen geräumten Schanzen; ansehnliche Reihen halb⸗ geleerter Flaschen, totbringenden Geschützen, auf deren Forschaffung kriegerischer Mut ent⸗ sagend verzichtet hatte; trüb brennende Lichter harrten gleich tötlich Verwundeten der mit⸗ leidigen Hand, die sie von der Qual eines halben Daseins erlöse.

Es war ein Bild trostloser Vergänglichkeit, das im Rahmen dieser von Reichtum strotzenden Saalwände erschien. Der Kreis, der hier ge⸗ schmaust, gezecht, gelärmt, gesungen, war offenbar gewohnt sich an den süßen Inhalt des Augenblicks zu klammern und den berauschenden

Schaum des Gegenwartsweines mit dem tröst⸗ lichen Zukunftsworte zu schlürfen:Hinter uns die Sintflut!

Im Garten verglommen die letzten Lampen, welche an diesem Vorabende des großen Jubel⸗ festes die vielsprachige Blütenfülle durch einige Stunden mit dem Scheine einer geheimnisvollen Märchenpracht überstrahlt hatten. Tiefschwarz ragten die ernsten Zedern gegen den Nacht⸗ himmel, auf dem sich die späte Mondsichel zu einer trüben Beleuchtung anschickte. Inmitten der glänzenden Reihe der Fami⸗ lienzimmer des eleganten deutschen Wohnhauses lag ein merkwürdiges Gemach; eine jener sonder⸗ baren Stuben, denen der Stempel einer gewissen Zwecklosigkeit aufgeprägt ist; weder Empfangs⸗ noch Speisezimmer, weder Wohn⸗ noch Schlaf⸗ zimmer. Man ging flüchtig hindurch und warf einen gleichgültigen Blick auf den kunstgewerb⸗ lichen Wandschmuck, der dem Künstler gerade auch für diesen Raum einige Mühe gemacht haben mochte: einige Hilflofigkeit atmete aus dem Figuren⸗ und Ornamentenreichtum. Das Zimmer diente gewöhnlich dem Mädchen als Schlafgemach, das zum speziellen Dienst der 57 Herrschaft für die Nacht bestimmt war.

Um eben diese Stunde bargen die schnee⸗ weißen Kissen, die in dem reichgeschnitzten Himmelbette fast verschwanden, Aennchens ge⸗ schmeidige Gestalt. Ein bleicher Strahl des Mondes fiel durch das Bogenfenster und ver⸗ lieh dem figurenreichen Schmuck der Wände ein geheimnisvolles Leben.

Das junge Mädchen lag regungslos mit offenen Augen da. Aennchen war ruhiger ge⸗ worden. Sie hatte den Bruder in ihrer Weise von dem herben Unglücke verständigt, das ihm die Untreue der Braut zugefügt. Aber das Bild dieser Braut stand beständig vor ihr.

Die jammernden Augen, das bleiche Antlitz

.. sah so die Untreue aus?

An der Zimmerwand lebte jetzt im Strahle der Mondsichel ein Bild auf, so plötzlich, daß das einsame Mädchen unwillkürlich das Köpf⸗ chen nach jener Richtung wandte. Eine schöne weibliche Gestalt wehrte sich gegen einen lüsternen

Faun, der die sinkende Hülle von ihrem halb

entblößten Körper zu ziehen bemüht war. Es

lag eine Ruhe, eine Hoheit in den Zügen des

Weibes, die der ohne Zweifel etwas sinnlich

geratenen Gruppe einen besonderen Reiz verlieh. Aennchen starrte unverwandt das Bild an;

geraume Zeit hing ihr Blick an dem Antlitz der Frau... ihr kleines Köpfchen neigte sich plötzlich und eine trostlose Erkenntnis schien dies fröhliche Kind mit einemmale zu erfüllen. Vielleicht war es eine Folge dieser grausamen Erkenntnis, daß ein jugendlich Herz stärker zu klopfen anfing, und ein Paar zierlicher Händ⸗ chen ein müdes Gesicht bedeckten.

Das arme Mädchen weinte bitterlich. Da knarrt ein leiser, vorsichtiger Schritt.

ö Aeunchen heb. den Kopf und sieht das Wandbild plötzlich in der Helle eines Licht⸗ scheines, der aus der Türe eines zweiten Ge⸗ maaches fällt.

1 Ehe noch sie recht denken kann, tappt eine

unsichere Hand nach ihrem Lager, ein

beruhe neigt sich weinschweren Hauches erab

Mit einem lauten Schrei springt Aennchen auf, entringt sich einem beg⸗hrlichen Arme, der sie zu fassen bemüht ist, und eilt auf den Korridor. Da steht das arme Kind, zitternd vor Frost, eine Summe von Schreck und grenzenlosem Ekel in den jungen Gliedern!

Die stumme Sprache des lüsternen Wand⸗ bildes ward ihr mit einemmale verständlich. Arme Martha! hauchte das Mädchen.

Von diesem Augenblicke an dachte Aennchen nicht mehr an sich. Sie fühlte es kaum, daß sie mit nackten Füßchen eine kalte Steintreppe emporstieg, um Marthas einsame Kammer aufzusuchen. Arme Martha! N

Sie fühlte nur noch, daß die gefallene Freundin ihr ganzes Mitleid verdtene, und es schten fast, als ob dies Mitleid die Zuneigung weit überträfe, die das arme Kind dem fernen Bruder stets entgegenbrachte.

Die Türe der Kammer war halb geöffnet, und Aennchen stürzte hinein; beim nächsten Atemzuge stand sie am Bette der Freundin und sank in die Knie. Der trübe Glanz des Mondes schien auf ihre bußfertige Gestalt; aber das Lager war leer

Ueber eine kleine Weile lief Aennchen durch den Garten; lautlos lag die scheidende Sommer⸗ nacht auf Blatt und Baum. Aber im Osten begann der Tag zu grauen, dem der Inhaber der Firma C. v. O. die Ehre seines Jubelfestes zugedacht hatte.

Es ließe sich schwer bestimmen, wie vielen Blüten der eilende Fuß des Mädchens das Stenglein knickte: Aennchen gedachte nur der einen stillen Blume, die ein roher, selbstsüchtiger Männerfuß in den Kot getreten.

So kam das Mädchen an den Teich.

Der Drachenkopf am Bug des Wikinger⸗ bootes hob sich gespenstisch über die Wasser⸗ fläche empor. Aber Aenncheu sah nur in das leere Fahrzeug. Als sie endlich darin stand, glitt ihr angstvoller Blick nach der Ruderbank.

Auf dem zierlichen Schnitzwerke lag ein armselig Gebetbuch, ein gedörrtes Sträußlein, ein kleiner Goldreif; Dinge, die ein junges Menschenherz an ein freundliches Dasein ge⸗ knüpft hatten.

In unendlicher Ruhe lag die glatte Wasser fläche und harrte des goldenen Strahles, der den jungen Morgen bringen sollte.

Bald entzündete dieser Strahl die tausend Farben der Blüten. Aber am Ufer kniete die Gestalt eines schluchzenden Mädchens, dessen grenzenloser Schmerz dem Gedanken entgquoll, daß jener wärmende Strahl das Leben nicht mehr zu erwecken vermöge, das in der feuchten Tiefe vor ihm schlummerte.

An diesem Tage feierte der Inhaber der Firma C. v. O. sein Jubelfest.

Gegen den Krieg.

In ihrer reizenden Erzählung:Geschichte eines Rekruten von anno 1813 legen die beiden elsässischen Schriftsteller Erckmann und Chatrian, deren fesselnde ErzählungFrau Therese eben jetzt in der fllustrirten RomanbibliothekIn freien Stunden veröffentlicht wird, einen flammenden Protest ein gegen Exoberungskriege oder Kriege in dynastischem Interesse. An einer Stelle heißt es:Könnten unsere Herrscher, die nach ihrer Behauptung von Gott zu unserm Glücke in die Welt gesandt sind, beim Beginn eines Feldzuges all die armen Greise und un⸗ glücklichen Mütter sich vorstellen, denen sie ge wissermaßen das Herz und Eingeweide aus dem Leibe reißen, um ihren Ehrgeiz zu befriedigen, könnten sie ihre Tränen sehen, ihre Seufzer hören bei der Nachricht:Euer Kind ist tot, nie werdet ihr es wieder sehen, es hat sein Leben unter den Hufen der Pferde ausgehaucht, oder ist, von einer Kugel zerschmettert oder in der Fremde in einem Krankenhause verstümmelt, im Fieberwahnsinn, trostlos dahingestecht und hat euch gerufen, wie es als kleiner Junge tat, könnten sie sich die Tränen dieser Mütter vorstellen, nicht einer, glaube ich, würde so roh sein, weiter zu kriegen. Aber sie denken

an nichts, glauben gar, andere Leute lieben ihre Kinder weniger als sie, und halten die Leute für dumm. Doch sie irren sich, all ihr Genie, alle ihre hochfliegenden Ruhmesgedanken sind eitler Wahn, denn nur um einer einzigen Sache willen muß das ganze Volk mit Mann, Weib, Kind und Greis ins Feld ziehen: wenn unsere Freiheit angegriffen wird, wie anno 92; dann stirbt oder siegt man zusammen, wer dann zurückbleibt, ist ein Feigling, der andre ihre Haut für sich zu Markte tragen lassen will; da ist der Sieg nicht Sache einiger weniger, sondern aller, da verteidigen Vater und Sohn die Familie, und fallen sie, so ist das zwar ein Unglück, doch sie sind im Kampfe um ihr Recht gefallen. Das ist der einzige gerechte Krieg, über den Niemand klagen darf, alle anderen sind schmachvoll, und der Ruhm, den sie bringen, ist nicht der Ruhm eines Mannes, es ist der Ruhm eines wilden Tieres. An einer anderen Stelle heißt es vom Ruh me: Ruhm ist für andere Leute gut als für uns, für Leute, die gut essen, schlafen und ein Wohl⸗ leben führen, die da tanzen und fröhlicher Dinge sind, wie man aus den Zeitungen sieht, und obendrein noch Ruhm gewinnen, den wir mit unserm Schweiße, unserm Hunger und unserm Blute errungen haben. Wenn so arme Teufel wie wir, die gewaltsam fortgezwungen sind, schließlich heimkehren, so haben sie die Gewöhnung an Arbeit, zuweilen auch ein Glied verloren, doch Ruhm nur wenig gewonnen. Viele ihrer früheren Genossen, nicht besser als sie und vielleicht nicht einmal so gute Arbeiter, haben während der sieben Jahre Geld verdient, haben einen Laden eröffnet und die Schätze der anderen geheiratet, haben hübsche Kinder, sind gesetzte Leute geworden, Gemeinderäte, wohl gar Standespersonen. Und wenn nun die anderen von ihrer Jagd nach Ruhm, die in der Tötung von Menschen besteht, zurückkehren und mit ihrem Streifen auf dem Arme vorübergehen, so sieht man sie über die Achsel an, und sollten sie unglücklicherweise eine rote Nase haben von wegen des Branntweins, den sie getrunken haben, um sich bei Regen, Schnee und Gewalt märschen den Mut zu erhalten, während die andern zu Hause ihren guten Wein geschlürft haben, so heißt man sie gleich Trunkenbolde, und so wird aus diesen Soldaten, die so gern zu Hause geblieben wären und gearbeitet hätten, eine Art Bettler. Das ist meine Meinung, ich halte das gar nicht für recht, und mir wäre es weit lieber, wenn jeder, der den Ruhm liebt, sich allein schlüge und uns zufrieden ließe.

Humoristisches.

Ländlich sittlich. In einem mecklenburgischen Dorfe war eine Bauernhochzeit gefeiert worden. Am folgenden Tage fragt der Lehrer die Schulkinder:Was ist eine Hochzeit? Ein kleines Mädchen hebt die Hand hoch.Na Mile? Mile, die schon viele Hochzeiten mitgemacht hat, sagt:Wenn ein kleines Kind ein' Vata bekommt.(Jug.)

Zarte Andeutung. In einer vornehmen Gesellschaft befindet sich ein Student, der den aufge tischten Getränken in allzu lebhafter Weise zuspricht. Sein Sitznachbar, den dies mit Rücksicht auf die Gast⸗ geber peinlich berührt, stoßt den Student an und flüstert' ihm zu:Aber so trinken Sie doch!Was wollen Sie? erwidert der Musensohn,ich trinke ja!Par⸗ don, versetzt der andere lächelnd,Sie trinken nicht, Sie saufen.

Geschichtskalender.

1896: Stöcker muß aus der kon⸗ 1558: Universität

1. Februar. servativen Parteileitung ausscheiden. Jena gegr.

2. 1868: Ledru⸗Rollin, franz. 48er Sozialdemo⸗ krat f. 1829: Brehm, Naturforscher*.

3. 1899: Löbtaner Zuchthausurteil. 53 Jahre Zuchthaus, 8 Jahre Gefängnis über 10 Arbeiter weßen geringfügiger Vergehen verhängt.

4. 1897: Achtstundentag⸗Debatte im Reichstage. 1890: Wilh. II. Arbeiterschutzerlasse.

5. 1880: Tynamit⸗Attentat im kalserl. Winter⸗ palast in Petersburg. 1682: Böttger, Erfinder des Porzellans*.

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