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Nr. 35.
Gießen, Sonntag, den 31. August 1902.
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Redaktion: Kirchenplatz 11. Schloßgasse.
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Mitteldeutsche
Untags⸗ Zeitung.
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Zum Todestage Ferdinand Lassalles.
Wo in Deutschland klassen- und zielbewußte Arbeiter wohnen, treten sie am 31. August zusammen, um in bescheidener Feier des Mannes zu gedenken, der als Grün der der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei bezeichnet werden kann. Ferdinand Lassalle,„der Denker und Kämpfer“, wie die Inschrift seines einfachen Grabsteines auf dem israelitischen Friedhofe in Breslau lautet, schloß an diesem Tage des Jahres 1864 die Augen für immer. In Genf erlag er der Wunde, die ihm der wallachische Junker v. Rackowitz im Duell bei⸗ gebracht hatte. Es ist hier nicht der Ort, auf die Ursache des Dnells einzugehen oder zu untersuchen, was Lassalle, der ein entschiedener Duellgegner war, veranlassen konnte, selbst einen Zweikampf einzugehen. Es ist auch unmöglich, das Leben, Wirken und die Bedeutung dieses Riesengeistes nur annähernd zu schildern. Wir können nur kurz daran erinnern, was er für die deutsche Arbeiterklasse, die sozialdemokratische Arbeiterpartei war, was sie ihm zu danken hat.
Lassalle war es, der die Arbeiter zuerst auf ihre Klassenlage hinwies, ihnen die Mittel und Wege zeigte, die zur Befreiung der Arbeiter aus politischer Bevormundung und wirtschaft⸗ licher Unterdrückung führen.
„Die Arbeiter sind der Fels, auf dem die Kirche der Gegenwart gebaut werden soll!“ Diese Worte rief er den Arbeitern in seinem „Arbeiter⸗Programm“ zu. Diese Bro⸗ schüre erschien im Frühjahre 1862 und sie ver⸗ fehlte ihre Wirkung in Arbeiterkreisen nicht. Lassalle führte darin aus, daß die Herrschaft des Bürgertums durch den Besitz begründet sei, wie unter dieser Herrschaft die soztale Ungleich⸗ heit zu Tage trete, die Besitzenden sich Vorrechte anmaßten, während die Bestitzlosen durch indirekte Steuern belastet, durch den Wahlzensus entrechtet würden. Aufgabe des Staates müsse sein, seine Angehörigen der höchsten Kultur teilhaftig werden zu lassen, indem er das Volk zur Bil⸗ dung und Freiheit erziehe. Darum müsse die Forderung des allgemeinen Wahlrechts erneut erhoben und die Verbesserung des Loses der arbeitenden Klassen als Staatszweck aus⸗ gesprochen werden. Am Schlusse macht Lassalle die Arbeiter auf ihre geschichtliche Aufgabe auf⸗ merksam und weist sie auf die Notwendigkeit hin, die politische Herrschaft zu erobern. Diese Broschüre gab den Anstoß zur Gründung des „Allgemeinen deutschen Arbetiter— vereins.“
— Seine weiteren Ansichten und Forderungen in Bezug auf die Arbeiterbewegung entwickelte Lassalle in einer im Februar 1863 erschienenen Broschüre, in dem„Offenen Antwort⸗ schreiben“ an das Leipziger Komitee zur Berufung eines Allgemeinen Arbeiterkongresses. Hierin berief er sich auf das„eherne ökonomi⸗ sche Lohngesetz“, nach welchem der Arbeitslohn durchschnittlich immer auf den notwendigen Lebensunterhalt beschränkt bliebe, der in einem Volke gewohnheitsmäßig zur Fristung der Exi⸗ stenz erforderlich sei. Weiter forderte er Arbeiter⸗ Assoziationen mit Staatshülfe. Schließlich
nachdrücklichen
forderte er die Arbeiter zur
Agitation für das allgemeine Wahlrecht auf und zur Bildung einer eigenen politischen Partei, weil sie doch nur auf dem Wege politischer Freiheit zum Ziele gelangen könnten.
Der Allgemeine deutsche Arbeiterverein blühte nicht so schnell empor, wie Lassalle glaubte. Der„Unverstand der Massen“, der heute noch die Arbeiterbewegung mehr als alle Gegner in der Entwickelung hemmt, war damals noch viel undurchdringlicher als jetzt. Trotzdem und trotz unsäglicher Verfolgungen ihrer Vertreter steht die deutsche Sozialdemokratie heute mächtig da und auch Lassalle würde mit ihrer Entwicke— lung zufrieden sein. Und mit Recht singt Au⸗ dorf in der Arbeiter-Marseillaise:
Ist auch der Säemann gefallen, Auf guten Boden fiel die Saat!
Lassalle hat nicht umsonst gelebt und gekämpft. Die deutsche Arbeiterbewegung hat die Bahn nie verlassen, die er ihr zeigte. Wenn auch manche Grundsätze und Forderungen, die Lassalle aufstellte, heute überholt sind, so wird doch jeder aufgeklärte Arbeiter dankbar des Mannes gedenken, der die deutsche Arbeiterbewegung ins Leben rief, die zur politischen und wirtschaft— lichen Freiheit u. zur Wohlfahrt des Volkes führt.
Bei Lassalles Todestag gedenken wir aber zugleich unserer übrigen toten Vorkämpfer. Wir gedenken eines Marx, Engels, Lieb⸗ knecht, Brake, Geib, aller der Männer, die ihr Leben den Besitzlosen weihten! Es ist schon eine ziemlich lange Reihe! Unsere Auf— gabe aber, die eines jeden denkenden Arbeiters ist es, mit ganzer Kraft an der Erreichung des Zieles mitzuarbeiten, das jene Denker und Kämpfer der Arbeiterklasse gesteckt haben und das im Interesse der Gesamtwohlfahrt erreicht werden muß.
Zum Parteitag.
Vor der Tagung des Parteitages, 13. Sept., findet im Saale des Kreuzbräu in München eine Konferenz soztaltstischer Frauen statt, die von der Vertrauensperson Ottilie Baader einberufen ist. Auf der Tagesord— nung figurieren folgende Punkte: 1. Thätig⸗ keitsbericht. 2. Wie bilden wir Agita⸗ torinnen heran? 3. Gesetzlicher Schutz der Frauen, Kinder⸗ und Heimarbeit. 4. Die politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts, insbesondere auf dem Gebiete des Vereins⸗ und Ver⸗ sammlungsrechtes. Das ist die zweite der⸗ artige Konferenz. Die erste fand vor zwei Jahren kurz vor dem Mainzer Parteitage statt. Dort wurde damals ein Regulativ für die Organisation der Vertrauenspersonen beschlossen, die Agitation unter den Frauen erörtert und schließlich die Wahl einer Zentralvertrauens— person vorgenommen. Während der letzten zwei Jahre hat die sozialistische Frauenbewegung gute Fortschritte zu verzeichnen. Sie weiter auszu⸗ bauen, intensiver zu gestalten, muß unsere Auf— gabe sein und über das Wie? wird die Münchener Konferenz zu beraten haben. Es handelt sich darum, sagt die„Gleichheit“,„Klarheit zu schaffen über die zur Zeit nächstliegenden praktischen Aufgaben, die zweckmäßigsten, erfolgreichsten Mittel und Wege zu suchen, diese undsäclie in Uebereinstimmung mit unserer grundsätzlichen Auffassung in Angriff zu nehmen. Das hehre
sozialistische Zukunftsziel im Auge, heißt es in nüchterner Sachkenntnis die thatsächlichen Be⸗ dingungen unserer praktischen Gegenwartsarbeit zu erörtern. Dabei ist es denn von größter Wichtigkeit, daß auch die Genossinnen zu Worte kommen, die in unserer Bewegung die agitato⸗ rische und organisatorische Kleinarbeit von Tag zu Tag leisten. Die Erfahrungen, die sie ge— wonnen haben, die Anregungen, die sie zu geben vermögen, sind besonders wertvoll für die Be⸗ antwortung der Fragen: Was weiter und wie weiter? Die Konferenz wird nicht wie so viele Tagungen bürgerlicher Frauenrechtlerinnen eine Schaubühne sein, auf der die„bekanntesten Führerinnen“ in mehr oder minder glänzenden Reden herumturnieren und paradieren. Viel⸗ mehr ein Werkplatz, auf dem auch die beschei— densten und schüchternsten Kräfte als gleich⸗ berechtigt zu nutzreicher Mitarbeit berufen sind. Wer die Beratungen der sozialistischen Frauen vom Standpunkt eines„sensationellen Ereig⸗ nisses“, einer äußerlich effektvollen Parade be⸗ trachtet, der wird mithin sicherlich eine arge Enttäuschung erfahren“. Wir hoffen und wünschen, daß die Münchener Konferenz einen weiteren Fortschritt für die sozialistische Frauenbewegung bringen möge!
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Von den bis jetzt bekannt gewordenen An— trägen zum Parteitag seien hier die wichtigsten angeführt.
Im vierten Berliner Reichstagswahl⸗ kreise gelangte ein Antrag zur Annahme, nach dem die Landtags- und Reichstagsabgeordneten verpflichtet werden, in den betreffenden Parla⸗ menten die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit für alle staatlichen Betriebe zu beantragen.— Ein Antrag im zweiten Ber— liner Wahlkreise, der Stimmenenthaltung bei Stichwahlen und das Verbot von Wahl- bündnissen forderte, wurde abgelehnt, ebeuso ein Antrag, der verlangte, daß für das Jahr 1903 die Alkoholfrage auf die Tagesordnung gesetzt wird.— Eine Nürnberger Parteiversamm⸗ lung beschloß folgenden Autrag einzubringen: „Der Parteivorstand ist zu ersuchen, in seinem Rechenschaftsbericht Auskunft zu geben, was er zur Durchführung der früheren Parteitags— beschlüsse gethan hat.“
Vom Solinger Volksverein wird beau⸗ tragt:„Der Parteivorstand möge durch Bereit⸗ stellung von Mitteln Sorge dafür tragen, daß eine regere und wirksamere Agitation gegen das Zentrum in den Rheinlanden entfaltet werden kann.“ Anträge, die sich auf Bekämpfung des Zentrums beziehen, liegen übrigens von mehreren Seiten vor.— Auch der fünfte Berliner Wahlkreis will von der Reichstagsfraktion einen Initiativantrag auf Ein⸗ führung des Achtstundentages für alle Arbeiter eingebracht wissen. Der Vorschlag, daß die Punkte„Zentrum“ und„Wahlrechtskämpfe in den Einzelstaaten“ auf die Tagesordnung des Parteirags kommen sollen und der Punkt „Kommunalpolitik“ eventuell wegfallen soll, wurde von der betreffenden Versammlung ebenfalls angenommen.— Die Genossen des sechsten Berliner Wahlkreises beauftragten ihre Delegierten Protest gegen die Maßnahmen des Parteivorstandes betreffend die Versicherung der Partei⸗Angestellten einzulegen.— Die Ge— nossen des 7. sächs. Wahlkreises wünschen die
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