Ausgabe 
23.11.1902
 
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Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Nr. 47.

demokratie,

Als in der

Antrags, hatte Mühseligkeit seines

Antrages: wie den Antrag.

1 ordnung ein.

spater schonen. begründete Singe

als Abgeordneter gerebet hat.

hinweg usetzen. Antrag Singer.

er mit fröh

Aussicht stellte.

1 lehnt. Die 1 Aichbichler nahm

und

10 schrien

100 Leute wegen Die Linke rief f die wohl verdient 1 0 Murren 10 sich die Herren 1 Zentrum

zerpflückte Heine empfahl unsere

0 schloß, 0 zur Stelle.

Aichbichler.

rechte schützt und allein daz Mittwo Reichstags der Zentrumsmann Spa Prästbenten ersuchte, den der eine Aenderung des auf die namen Abstimmungen bezüglichen Paragra Geschäftsordnung vorsicht, nung zu setzen, protestiert gegen und verlangte Uebergang zur nung. Es entwickelte heftige Geschäftsorduungsde

er machte sich die

4 der Kampf der Minderheit Genosse Singer und beantragte Uebe ordnung über den Die Mehrheit war ihre gewohnten Wo 1 vielleicht wollte sie sich

der neugebackene Vorsitzende de 0 vativen Reichstagsfraktion, Herr 1 der in den dreizehn Jahren seiner

Dieser unbezwinglichen Neigung behaftet zu nicht nur über die Vorschristen der ordvung, sondern au folgend über die Regeln Natürlich

** seiner Junkergenossen . besserungen der Geschäftsordnung in

Die Abstimmung über den 5 war namentlich. Es stimmten 65 davon 76 mit Ja, 201 mit Nein; einem war die Wahl zu schwer und er enthielt sich. Der Uebergang auf Tagesordnung war somit abge⸗ Diskussion

durchaus

entgegen.

Linke und die Tribüner amüsierte bei den zahlreichen scherzhaften Bemerkungen, . die Genosse Heine in seine Rede einstreute. Allmählich füllten sich die Bänke auf der Rechten 0 und in der Mitte wieder, und als Heine 00 gegen 6 ¼ Uhr seine 3 stündigen Ausführungen war wieder ein stark besetztes Haus

Graf in der Rolle des und des Parlamentarismus aus. seiner Ausführungen kam natürlich die beliebte versteckte Drohung von der Entziehung mißbrauchter Rechte zum Vorschein.

welche allein noch die Staatsbürger⸗ u im Stande ist. chs⸗Sitzung des

auf die T

N Genossen den Junkern und den pfäffischen 155 Volksverrätern ihr schamloses, die Rechte des 5 Reichstags schädigendes Treiben vorhielten. 5 Doch es nützte nichts; der Antrag kam für

Donnerstag auf die Tagesordnung. 1 Herr Aichbichler, Taufp sich

zur Erholung Antragsstellens au

ner übernahm Herr Reichs⸗

1 begeben. Statt sei 0 1 gerichtsrat Spahn dieBegründung dieses

elbst. Kraftvoll

rgang zur Antrag Aich o verblüfft, das

Ju einer r den Antrag. Ihm

bisher gerade fünf Herr scheint mit einer

der deutsch

führungen war allein das von Bedeu zicher Unbefangen d auf weitere Verschlimm

über de

ihren Fortgang.

8 Nunmehr bestieg Genosse Heine die Tribüne. f Er hielt vorsichtig Haus mit seine * mitteln und dämpste zunächst abs

b Ton seiner Worte. lärmten. der Zuruf: lauter, lauter! Ruhe erklärte Heine, er werde sich unhöflicher nicht überanstrengen.

Beifall, die Mehr

e Abfertigung mit erneutem verkrümelten

All mählich

von der Rechten

trum in die Restsurationsräume. grotzer Sachkenntnis und glänzendem Humor Antrag Aichbichler und

den

Verbesserungsauträge. n sich göttlich

Nächster Redner war Graf Limburg⸗ Stirum. Natürlich war er für den Antrag Sehr komisch nahm sich der Herr Hüters der Verfassung Am Schluß

Antrag Aich bichler,

e Singer sofort da⸗ Tagesord⸗ sich eine lange und äußerst batte, in der unsere

ate des berühmten

Sache ebenso leicht, setzte fofort für die Geschäfts⸗ erhob sich

rtausbrüche unterließ auch ihre Lungen für wuchtigen

1 deutschkonser⸗ von Normann, Thätigkeit

Geschäfts⸗ ch Herrn von Podbielski

0 bekämpfte er den Von seinen dürftigen Aus⸗

heit die edle Absicht

ichtlich den Die Junker und Plaffen Fortwährend ertönte Aber mit stoischer

hu den

tlichen] im Zentrum entfesselte. Einige Junker über⸗ phen der schlugen sich fast vor Freude; die Zentrums⸗ agesord⸗ leute und die Antisemiten schrien sich vor

von der f Urlaub

Tages⸗ bichler. sie sogar

Rede erwiderte

f Worte

sein, sich

e Sprache

tung, daß

erfreuliche

Antrag Singer 278 Abgeordnete,

n Antrag

n Stimm⸗

heit nahm

und dem Mit

Die

so

Linken fortfahren blieb konsequent. Aichbichler, einen Beifall wie noch nie auf

2 Der Vater der Sparagnes Er sprach gegen den Antrag aber in einer Weise, die

gewiß; der Rechten und

Entzücken die Kehle wund. Hierauf kam Bassermann an die Reihe. Der badenser Rechtsanwalt sprach für den Antrag Aichbichler, und zwaraus Liebe zum allgemeinen Wahlrecht. Wer lacht da? Die trefflichen Ausführungen des Abge⸗ ordneten Schrader bewiesen, daß auch die mehr nach rechts stehenden Mitglieder der freistunigen Vereimgung im Kampfe gegen die Vergewaltigung ihren Mann zu stehen gedenken. Auch der Pole Glebocki sprach gegen den Ver⸗

gewaltigungs-Antrag. N

Der regelmäßige Schlußantrag der Volks⸗ ausbeuter, der in namentlicher Abstimmung angenommen wurde, schnitt weiteren Rednern, darunter auch unserem Genossen Bebel, das Wort ab. Es gab dann eine lange Reihe persönlicher Bemerkungen, worauf die Zöllner unter Führung Spahn's und Tiedemanns Uebergang zur Tagesordnung über sämtliche zum Antrag Aichbichler gestellten Abänderungs⸗Anträge beantragten. Nun erhob sich eine äußerst erregte Geschäftsordnungsdebatte. Singer wies sofort mit überzeugender Logik nach, daß dieser Antrag den schlimmsten Bruch der Geschästsordnung, einen unerhörten Gewalt⸗ akt bedeute, der einen Zustand der Rechtlosigkeit im Reichstage herbeiführen müsse. Ihm schlossen sich Barth und Richter an; ebenso wandte sich Bebel mit aller Entschiedenheit gegen die Zulässigkeit des Antrags und nannte das Ver⸗ halten der Mehrheit schamlos. Bis beinahe 10 Uhr hatte sich die Debatte ausgedehnt. Daun beschloß der Reichstag die Zulässigkeit des Antrages durch Abstimmung. Gleich dar⸗ auf ging das eleltrische Licht zu Ende und es konnten daher die Reaktionäre an diesem Tage ihren Zweck trotz aller Anstreugung nicht er⸗ reichen. So kam es erst am Freitag zur Ab⸗ stimmung über den Vergewaltigungsautrag. Er wurde selbstverständlich angenommen und zwar mit 197 gegen 78 Stimmen. Wenn das Junkertum aber etwa glaubt durch diesen Ge⸗ waltstreich etwas gewonnen zu haben, dürfte es sich schwer täuschen. Die Gegner verfügen noch über Waffen genug, um den. Kampf gegen die Volksausbeuter wirksam zu führeu. Unsere Genossen werden ihren Mann stellen. Nach dieser Abstimmung wurden am Freitag noch die§§ 9 und 10 des Tarifgesetzes erledigt. Die neue Abstimmungs⸗Methode gelangte dabei zum ersten Male zur Anwendung.

Politische Rundschau. Gießen, den 20. November.

Der Reichstag

beschäftigte sich in seiner Samstagssitzung aus⸗ nahmsweise nicht mit dem Zolltarif. Deswegen hatte sich auch der größte Teil der Zöllner wieder gedrückt, die sind blos anwesend, wenn sie sich durch die Gesetzes⸗ macherei die Taschen füllen können. Die Beratung der Petitionen, die auf der Tagesordnung stand, und wobei außer dem Vereins⸗ und Versammlungs⸗ recht auch sogenannte Mittelstandsfragen, wie der von den Zünftlern heißbegehrte Befähigungsnachweis zur Erörte⸗ rung gelangten, interessierte dlese SorteVolksvertreter nicht. Der biedere Handwerker ist ja gut genug, bei den Wahlen als Stimmvich für diestaatserhaltenden, Konservativen zu fungieren; im Uebrigen huldigt man lieber dem edlen Waidwerk. Zuerst kam die am 14. Oktober abgebrochene Beratung der Frauenpetition zum Versammlungsrecht zur Verhandlung. Die Redner unserer Partei, Stolle, Baudert, Heine, Dr. Herzfeld, Sachse, Thiele, geißelten die parteiische Handhabung des Vereins⸗ und Versammlungsrechts, wie sie zumal in Sachsen, den thüringischen Staaten und

suchten vergeblich ihre Interessant war die Konstatieruug der Schwänzerr

Er beantragte wegen schwaah er die nächste Petition betr. den doch angeblich die

Rechten durch Singer. Besetzung der Rechten

Befähigungs nachweis, die Herren Konservativen so sehr ordnung abzusetzen.

Regierungen

Mit Dr. Barth und beizuführen.

fähigkeit. Wegen der konservativen

ist die kaiserli nen in Westpreußen auch nicht

Es muß sich in sehr befunden haben; von wohnungen sagte damals der schlechter als Schweineställe.

Gutes veröffentlicht. Dil

nach und nach völlig heute 150 Haupt. wird mit erfreulichem

zucht. Insassen,

Vervollkommungen des zunehmen, soweit Mittel aus

vorwärts gekommen. Kraft, so würden sich Betriebes noch weiter der Armen. Derartige anführen. durch die sächsische Presse:

Riesa. Ein Stadt mit der Rittergutes in eigene Bewirt Das Rittergut erbrachte einen Reingewinn vo

zu den großen; es muß also Landwirtschaft wirklich nicht

so leicht ein anderer Betrieb

Verunglückte Ueber die Wirkung der U rückständiger Kreise in vielen eingeführt wurde und die helfen sollte, schrieb

letzten Jahren in etwa 45

die Zahl der Konsumvereins höhte. gunst, mit der gewisse Kreise betrachten. sumvereine von voll in Anwendung gebracht nur gegen die ist

erschweren sucht. Doch so Vereinigungen bisher eine pol

hindern können. sächsischen Konsumvereine thuung fest, daß trotz Daseinserschwerungen konsumvereine in Mitglieder gewonnen

Mecklenburg heimisch ist; die Freisinnigen Dr. Müller⸗

Meiningen, sicke⸗Dessau, der die anhaltische Reaktion

von 35 auf etwa 50 So erweisen

interessiere, feinem Lächeln widersprach bat, einen Beschluß des Hauses her⸗ Sofort bezweifelte Singer die Beschluß⸗

Gut Cadinen wurde dem Kaiser verwahrlostem Zustande den dortigen Arbeiter⸗ Kaiser, sie wären

für solche Zwecke bereit gewesen sind. mit diesen Grundsätzen ist das Tritt der Zolltarif in die Einnahmen dieses steigern auf Kosten Veispiele lassen sich mehr Vor kurzem ging f

Uebernahme

Und das ist geschehen, trotz der

Arbeiterkonsumvereine. bekannt, wie mau ihnen unter dem Verdacht, der Sozialdemokratie zu dienen,

den letzten Jahren 50000 und ihren Jahresumsatz Millionen erhöht haben. sich alle von den Rückschrittlern

Seite 2. 5 5 5 th,

Beseitigung des Reichstags⸗Wahl⸗ Nun erhoo sich mit gewohntem mürrischen an den Pranger stellte, und Dr We e an

rechts. Man hätte es viclleicht längst ange-] Gesicht der Abgeordnete Richter von seinem lich dak Weimaraner Goethevortrags vir een bei. 55

tastet, fürchtete man sich nicht vor der Sozial⸗ Platze. Allgemeine Spannung. Wird er mit legener Ironie verspottete, pflieneten ihten rtreter ver⸗

dem Verrat an der gemeinsamen Sache der nuten ber und der ssächsshe unden 1

wei 5 eiß in: ei der

von der Tages⸗

Schwänzerei wurde

also die handwerkerliche Petition auf den Sankt Nim⸗ merleinstag, und der Reichstag bis Donnerstag vertagt.

Von derNot der Landwirischaft che Gutsverwaltung auf Cadi⸗

überzeugt. Das s. Zt. geschenkt.

Jetzt wird eine

Schilderung über den Wirtschaftsbetrieb jenes den vier Jahren, in denen der Kaiser das Gut besitzt, heißt es da, ist es möglich gewesen, die aufzufrischeu. Auch die Schweinezucht Nutzen betrieben, ebenso wie die allmählich wieder belebte Schaf⸗ Der Schweinestall zählt etwa 100 der Schafbestand 180 Mutterschafe. Für die ganze Wirtschaft ist ebenso wie für die Brennerei das Prinzip maßgebend gewesen, Wirtschaftsbetriebs vor⸗

Rindviehheerde Sie zählt

eigenem Betriebe Und Gut offenbar

folgende Notiz

gutes Geschäft hat die

me des hiesigen schaftung gemacht. im letzten Jahre

n 40 000 Mk. Das erwähnte Gut gehört noch nicht einmal

mit der Not der so schlimm sein.

40000 Mark Reingewinn jährlich wirft nicht

ab.

Pittelstandsretterei.

msatzsteuer, die

auf das Geschrei der Antisemiten und sonstiger

Orten Sachsens

dem Mittelstand

0 man neulich von dort der Frankftr. Ztg.:Die Steuer ist zwar in den

Orten eingeführt,

aber es ist nicht bekannt geworden, daß dort mit jener Maßregel eine günstige auf die genannten Erwerbszweige(Kleingewerbe und⸗Handel) erzielt wurde, doch ist es bemerkens⸗ wert, daß in vielen Orten mit der Umsatzsteuer

Rückwirkung

mitglieder sich er⸗ Miß⸗ die Konsumvereine

Natürlich sind die agrarischen Kon⸗ dieser Mißgunst

ausgenommen; wird sie eigentlich Es

das Leben zu

wenig man diesen itische Parteinahme

im angegebenen Sinne nachzuweisen vermochte, so wenig hat man ihr weiteres Erstarken ver⸗ Auf dem Verbandstage der stellte man mit Genug⸗ Umsatzsteuern und anderer die sächsischen Verbands⸗

neue

f