Ausgabe 
21.9.1902
 
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Nr. 38.

Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

zu geben. Wenn das so weiter geht, werden die Fleischpreise bald noch höher steigen. Wie wir bereits in voriger Nr. mitteilten, hat es die Stadtverordneten⸗Versammlung noch nicht für nötig befunden, sich mit dieser brennenden Frage zu beschäftigen. Uns steht kein Saal zu einer Versammlung zur Verfügung. Wir müssen es daher abwarten, ob nicht von anderer Seite eine Protestversammlung einberufen wird; für zahlreichen Besuch einer solchen und für tüchtige Redner würden wir eventl. schon Sorge tragen.

E Eine edle Dame. Am Mittwoch fanden zwei aus der Schule kommende Mädchen ein Portemonnaie mit 200 Mark Inhalt, das ein Fräulein verloren hatte. Die glücklichen Finderinnen erhielten eine Belohnung von 50 Pfg.!

Die hiesige Schneider⸗Innung, welche am Dienstag Abend über einen Antrag aufAuflösung der Zwangsinnung beschließen wollte, mußte unverrichteter Sache auseinander gehen, da der Vertreter der Behörde erklärte, daß die Versammlung wohl den Statuten, aber nicht dem Gesetz entsprechend einberufen sei, daß somit ein Beschluß uugiltig sein würde. Die Hoffnung einiger Zünftler, daß das Leben der Innung nun geretket sei, dürfte sich trotz⸗ 1 nicht sehr lange mehr aufrecht erhalten lassen.

Zur Landtagswahl in Offenbach.

Als Mischmasch⸗Kandidat in Offenbach wird auch der berühmte Bürgermeister Brink genannt. Den Schwarzen paßt aber dieser Vorschlag durchaus nicht. Schließlich beißen sie doch in den sauren Apfel.

Wenn man die Hauptsache vergißt!

DerLeipz. Volks⸗Ztg. wird aus Mann⸗ heim geschrieben: Die demnächst hier statt⸗ findenden Gewerbegerichtswahlen sollten zum ersten Male nach dem Proportionalsystem stattfinden. Dasselbe war auf das eifrige Be⸗ treiben der christlichen Gewerkschaften eingeführt worden, denen es nicht gelungen war, bei der bisherigen Masoritätsvertretung neben den freien Gewerkschaften eine Vertretung zu erhalten. Seit Monaten hatten sie nun für die Wahlen agitiert, ihre Anhänger zur Einzeichnung in die Wählerlisten aufgefordert, mit Zeitungsartikeln und Flugblättern dafür gearbeitet, und nun, wo die Frist zur Einreichung der Kandidaten⸗ Vorschlagsliste abgelaufen ist, stellt es sich her⸗ aus, daß sie die Einreichung einer solchen vergessen haben! Der Vorschlag der freien Gewerkschaften ist jetzt also ohne Gegner, und wenn nicht noch besondere Umstände eintreten, beschränkt sich die Arbeit der Wahlkommission am 22. September darauf, die Liste der Ge⸗ werkschaften als einstimmig gewählt zu erklären. Im Interesse der praktischen Erprobung des Proportionalsystems ist die Vergeßlichkeit der Christlichen, denen zum Schaden der Spott natürlich nicht erspart bleibt, lebhaft zu bedauern.

Züchtung von Duellmördern.

Der militärische Rechtsbegriff hat im christ⸗ lichenMusterländle Baden wieder eine hübsche Illustration erhalten. In Pforzheim ist der Rechtsanwalt und Reserveleutnant Dr. Kratt, als Offizier verabschiedet worden, weil er eine Duellforderung seines Kollegen Dr. Dammert, ebenfalls eines Reserveoffiziers, abgelehnt hat. Die beiden Anwälte sollen aus Anlaß in Differenzen geraten und stark hintereinander gekommen sein. Beide zählen zur liberalen Partei, Rechtsanwalt Kratt ist Vorsitzender des jung⸗ liberalen Vereins. Dr. Dammert soll ebenfalls mit einer Rüge bedacht worden sein. Auch wieder ein krasses Beispiel für den Duellunfug. Der Mann, der die Gesetze des Staates befolgt, wird gemaßregelt, der Andere, der eine unge⸗ setzliche Handlang begangen hat, darf heute mit demRock des Königs paradieren. Und da wundert man sich noch, wenn im Volke das Vertrauen auf die Gerechtigkeit des bürgerlichen Ordnungsstaates immer mehr schwindet!

Aus fromm ⸗tatholischem Lande.

Für die stttlichen Verhältnisse in Tyrol bezeichnend ist das Verzeichnis der Straffälle, die vor dem Schwurgericht in Bozen am 9. September zur Verhandlung standen. Es waren nach der Frankfurter Zeitung folgende: 1. der 17 jährige Bauernsohn Jos. Bödenter aus Dölfach wegen Notzucht; 2. der 19jährige Bauernknecht Jos. Pradler in Lajen wegen Notzucht; 3. der 20 jährige Schuhmacher Ferd. Fischnatter in Kollmann wegen Not⸗ zucht; 4. der 45 jährige Sägschneider Nikol. Bellante aus Cavaleser, zuletzt in St. Peter, wegen Notzucht; 5. der 32 jährige Knecht Jos. Moroier in St. Martin in Enneberg wegen Notzucht; 6. der 17jährige Knecht J. Crepaz in St. Lorenzen wegen Notzucht, Schändung und Unzucht wider die Natur und 7. Phil. Horalek, Ingenieur, zu⸗ letzt bei der k. k. Tracirungsexpositur der Vintsch⸗ gaubahn in Meran, wegen Veruntreuung im Amte. Ein ganzes Stück Kulturgeschichte desglaubenstreuen Tirol!

Kleine Mitteilungen.

** Der Teufel traue den Frommen. In Dorf Gill stahl vorige Woche ein sich sehr fromm stellender, arbeitsuchender Schreiner eine Summe Geld aus der Schublade.

** Eine Feuersbrunst vernichtete am Sonntag in Gedern ein Wohnhaus nebst Scheune und Stallung. Auch in Herbstein brannte am Montag Vormit⸗ tag eine Hofsraithe vollständig nieder.

* Familien⸗Tragödie. Vorige Woche starb in Richen bei Groß⸗Umstadt das Kind eines Heil⸗ gehilfen. Die Mutter des Kindes vergiftete sich aus Gram über den Verlust ihres Kindes.

e Der Offenbacher Hafen wurde am Montag dem Betrieb übergeben. Er ist eine großartige Anlage. Die Rheinschiffe können nun auch bis Offen⸗ bach fahren.

en Wegen Verbrechen gegen das keimende Leben wurden vorige Woche in Dresden nicht weniger als 25 Frauen und Mädchen verurteilt. Eine Heb⸗ amme erhielt 7 Jahre Zuchthaus.

* Verhaftet wurde in Wien der mutigeAnti⸗ semit Böckler, früherer Redakteur derStaatsbürger⸗ zeitung. Böckler hatte sich einer sechs monatlichen Ge⸗ fängnisstrafe durch die Flucht nach Wien entzogen, wo er für Antisemiten⸗Blätter schrieb.

Vom Parteitage in München.

(Fortsetzung von Seite 2.)

Nachdem der Parteitag bis Dienstag Abend die Diskussion über den Partei- und Kassenbericht und die dazu gestellten Anträge beendet hatte, wurde noch der PunktMaifeier erledigt, der eine ziemlich lebhafte Debatte hervorrief. Von verschiedenen Seiten wurde empfohlen, mehr als bisher auf allgemeine Ar⸗ beitsruhe hinzuwirken. Es fehlte aber auch nicht an Stimmen, die sich mit Entschiedenheit dagegen aus⸗ sprachen. Schließlich wurde die vom Referenten vorge⸗ schlagene Resolution angenommen. Mittwoch Vormit⸗ tag kam dann der Thätigkeitsbericht der Reichs⸗ tagsfraktion zur Verhandlung. Rosenow, der hier referirte, wies besonders anf die Verhandlungen über den Zolltarif hin, den zu Fall zu bringen die Hauptaufgabe der Fraktion sei. Eine Obstruktion von unserer Seite sei bisher noch nicht nötig gewesen; die Fraktion würde selbstverständlich davor nicht zurück⸗ schrecken, wenn es sich als notwendig erweisen sollte. Dann ging der Referent auf die Sozialgesetzgebung ein. Auf diesem Gebiet sucht das Unternehmertum selbst die kümmerlichen Reförmchen zu verhindern, zu denen sich die Regierung etwa bequemte. Dem Referat folgte eine sehr angeregte Debatte, die sich in der Hauptsache um die Arbeiterschutzgesetze drehte. Sie wurde am Mittag abgebrochen, weil an diesem Tage die Dampferfahrt auf dem Starnberger See stattfand. Diese war vom besten Wetter begünstigt, doch konnte merkwürdigerweise der sonst stets vorhandene fröhliche Humor nicht recht zur Geltung gelangen. Donnerstag früh wurde die Dis⸗ kusston über den Fraktionsbericht beendet. Darauf hielt Abg. Molkenbuhr ein ausgezeichnetes Referat über Arbeiterversicherung, an das sich eine recht interessante Debatte anschloß. Der Punkt Internationaler Arbeiter-Kongreß wurde darauf noch erledigt, wo⸗ rauf Genosse Lindemann mit seinem Referat über Kommunalpolitik begann. Das setzt er Freitag fort und dann wird Bebel über die Reichstagswahlen sprechen.

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Partei-Machrichten.

Parteitags⸗Berichterstattung.

Alle zu den Agitationsbezirken Gießen und Friedberg gehörigen Parteiorte, die Bericht⸗ erstattunug über die Parteitagsverhandlungen wünschen, wollen sich recht bald direkt an Genosse Vetters⸗Gteßen bezw. Busold⸗Fried⸗ berg wenden. Vom 23. September ab stehen die genannten Geuossen zur Verfügung. Wo es möglich ist, lege man die Versammluugen auch auf audere Tage, als Samstag und Souutag, weil dadurch alle Wünsche in dieser Beziehung schueller befriedigt werden können.

Wieder in Freiheit gesetzt wurde am Samstag Vormittag 9 Uhr Genosse Dr. Quark aus derFeste bei Preungesheim, in der er 11 Wochen lang als Preßsünder zu büßen hatte. Es ist nun das zweit e Mal, daß Genosse Quark jene Mauern kennen lernte; bereits im Jahre 1899 mußte er dort vier Monate zubringen. Hoffentlich hat seine Gesundheit nicht Not gelitten.

Versammlungskalender.

Samstag, den 20. September.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Brauer. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Löb, Wiener Hof.

Lollar. Wahlverein. lung bei Wirt Schupp. Landeskonferenz.

Sonntag, den 21. September.

Alsfeld. Wahlverein. Nachmittags 4 Uhr Ver⸗ sammlung bei Wirt Kloos. T.⸗O.: Bericht von der Landeskonfexenz.

Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Nach⸗ mittags 3 Uhr Versammlung bet Wirt B. Keil. Sonntag, den 28. September. Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig. Lauterbach. Wahlverein.

Versammlung bei Wirt Kaut.

der Landeskonferenz. A.

Empfehlenswerte sozialistische Schriften.

Der Neue Welt⸗Kalender für 1908.

Preis 40 Pfg. Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. Allwöchentlich ein Heft. Preis 25 Pfg.

Sozialistische Monatshefte. Jeden Monat ein zirka 80 Seiten starkes Heft. Preis pro Heft 50 Pfg.

Freie Stunden. Beste Romanlitteratur. Illu⸗ striert. Wöchentlich ein Heft. à 10 Pfg.

Die Hütte. Zeitschrift für das Volk und seine Jugend. Illustriert. Prachtvoll ausgestattet. Alle 14 Tage ein Heft. à 25 Pfg.

Wahrer Jakob; Süddeutscher Postillon, Witzblätter. Erscheinen alle 14 Tage. Preis 10 Pfg. die Nummer.

Wilhelm Liebknecht. Sein Leben und Wirken. Unter Benutzung ungedruckter Briefe und Aufzeichnungen. Herausgegeben von Kurt Eisner. Mit Porträts und Abbildungen. Preis 30 Pfg.

Handelspolitik und Sozialdemokratie. Von Karl Kautsky. Eine populäre Darstellung der handelspolitischen Srreitfragen. Preis 30 Pfg.

Grundzüge und Forderungen der Sozial⸗ demokratie. Von Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Preis 10 Pfg.

Enthält eine kurzgefaßte, allgemein verständliche Er⸗ läuterung des Erfurter Programms. Muß jeder Genosse besitzen!

Das Erfurter Programm. Von Karl Kautsky. Preis brosch. 1.50 Mk., gebd. 2 Mk.

Das Kommunistische Manifest. Von Karl Marx und Friedrich Engels. Preis 15 Pfg.

Das im Jahre 1847 verfaßte Manifest ist die be⸗ deutungsvollste Schrift der sozialistischen Litteratur. Trotz der 45 Jahre Zeitfortschritt haben die darin auf⸗ gestellten allgemeinen Grundsätze im Ganzen heute noch ihre Richtigkeit.

Christentum und Sozialismus. Bebel. Preis 10 Pfg.

Diese religiöse Polemik zwischen unserm Genossen und dem Kaplan Hohoff fand bereits in den Jahren 1873/74 statt. Der Inhalt des Schriftchens ist aber noch heute durchaus zeitgemäß.

Wie ein Pfarrer Sozialdemokrat wurde. Eine Rede von Paul Göhre, Pfarrer a. D. Preis 10 Pfg.

Weltkrach und Weltmarkt. Eine weltpoli⸗ tische Skizze von Fr. Mehring. Preis 25 Pfg.

Weltpolitik, Chinawirren und Trans⸗ vaalkrieg. Von W. Liebknecht. Liebknecht's letzte Rede, gehalten zu Dresden imTrianon am 28. Juli 1900. Preis 15 Pfg. Die Kommission.

Abends 9 Uhr Versamm⸗ T. O.: Bericht von der

Nachmittags 4 Uhr T.⸗O.: Bericht von

Von A.

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