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Nr. 33.
Gießen, Sonntag, den 16. August 1902.
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Redaktion: Kirchenplatz 11, Schloßgasse.
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Max Kegel.
In München starb am Sonntag unser Genosse Max Kegel an einer Herzlähmung, zu der eine Lungenentzündung hinzukam. In Mar Kegel hat die Partei einen ihrer älteren Genossen und einen begabten Schriftsteller und Dichter verloren. Vor 52 Jahren als Sohn eines Dresdener Proletariers geboren, besuchte Kegel dort die Volksschule und erlernte dann das Schriftsetzergewerbe. Als ganz junger Mann hatte er sich bereits der sozialdemokra⸗ tischen Bewegung angeschlossen und als unsere Dresdener Genossen ihr erstes Parteiblatt, den „Volksboten“, gründeten, trat Kegel in die Offizin ein, in der das Blatt hergestellt wurde und war von Stunde ab einer der fleißigsten Mitarbeiter. Damals, anfangs der siebziger Jahre, war es um die Herstellung der Partei⸗ blätter manches Mal schlimm bestellt. Die Gelder waren knapp und wohl auch gar nicht
porhanden, Wenn die Blätter trotzdem er⸗
schienen, so nur infolge eines Opfermutes der Genossen, von dem unsere jüngeren Freunde sich heute kaum eine Vorstellung machen können. Wie manches Mal verzichtete Kegel auf einen Teil seines Wochenlohnes, um die Fertigstellung des Blattes zu ermöglichen, daneben aber be⸗ sorgte er in Abwesenheit des Redakteurs Walster auch noch die Redaktion, d. h. er setzte den Leitartikel direkt, ohne Niederschrift, aus dem Kopfe. Eine Gabe, um deretwillen er damals viel bewundert wurde. Später übernahm er selbst die Redaktion des„Volksboten“, leitete nachdem die Chemnitzer„Freie Presse“ und redigierte auch den„Nußknacker“, das erste Parteiwitzblatt.— Von dem Sozialistengesetz wurde unser Kegel ebenfalls hin- und hergehetzt. Viele Zeitungsgründungen, an denen er sich beteiligte, fielen dem Schandgesetze zum Opfer, was unsern Freund immer aufs Neue zum Kampfe mit dem Hunger verurteilte. Sein goldiger, unversieglicher Humor wurde aber dadurch in keiner Weise getrübt. Seit 1886 war Kegel am„Wahren Jakob“ thätig, nach⸗ dem er vorher an der„Fränk. Tagespost“ und der„Südd. Post“ beschäftigt war. Am„Wahren Jakob“ war er seit 1888 fest angestellter Re⸗ dakteur und lebte seitdem abwechselnd in Stutt⸗ gart und München, wo er jetzt die Augen für immer geschlossen hat. 4 Max Kegel hat mit seinen satirischen Versen die Sozialdemokratie Jahrzehnte hindurch im Kampfe gegen die Feinde lachend und spottend begleitet. Zahllos sind seine heiteren und in der Form gefälligen Gedichte, die im„Wahren Jakob“ und den früheren Witzblättern erschienen, an denen er arbeitete. Er hat sie aber auch durch seine Gedichte ernst und feurig geführt. 1889 erschien von ihm eine Biographie Lassalles. Weiter gab er eine Sammlung„Lichtstrahlen der Poesie“ und das„Sozialdemokratische Lieder⸗ buch“ heraus. Eine Sammlung seiner eigenen Gedichte erschien 1893. 8 Am volkstümlichsten 9 sein viel gesungener ialistenmar eworden: 8 5. schließt die Reihen! Die Trommel ruft, die Banner wehn. Es gilt, die Arbeit zu befreien, Es gilt der Freiheit Auferstehn! Der Erde Glück, der Sonne Pracht, Des Geistes Licht, des Wissens Macht,
Dem ganzen Volke sei's gegeben!
Das ist das Ziel, das wir erstreben. Das ist der Arbeit heil'ger Krieg! Mit uns das Volk, mit uns der Sieg!
Die Gabe der Rede war ihm versagt und er selbst hat es oft bitter beklagt, daß ihm nicht vergönnt war, in öffentlicher Versammlung für die Ziele zu kämpfen, denen er sein Leben weihte.
Um so mehr wirkte er aber durch seine Dichtungen auf die Arbeiterklasse ein. Viele Tausende ergötzten sich an seinen humorvollen Liedchen und trösteten sich damit über das tägliche Elend und über das was sie durch Verfolgungung der Gegner auszustehen hatten, hinweg. So hat sich unser Genosse ein Denk⸗ mal in den Herzen der Arbeiter geschaffen, sie werden ihren Dichter nie vergessen!
Ehre seinem Andenken!
Von den„Arbeitergroschen“.
Nicht blos mit jedem jungen Jahr wie das Mädchen aus der Fremde, sondern in jedem Vierteljahr mehrmals kehren in der sozialisten⸗ fresserischen Presse die Artikel über die Ver⸗ geudung der Arbeitergroschen wieder, deren sich die sozialdemokratischen Führer schuldig machen sollen. Das Lied ist zwar mehr als abge⸗ droschen; Schweinburg trägt es aber unver⸗ drossen immer wieder vor und die kleine Pro⸗ vinzpresse kläfft ihm nach.— Vor Kurzem machte folgendes Geschwätz durch die Kreis⸗ und Amtsblattpresse die Runde:
„Vor einiger Zeit hatte das sozialdemokra⸗ tische Hauptblatt„Vorwärts“ eine Rechnung über die Verwendung des Einkommens eines Arbeiters aufgestellt. Danach hat der zur Sozialdemokratie haltende Arbeiter zu bezahlen an Vereins⸗ und Kassen⸗Beiträgen 77 Mk., für Zeitungen und sonstige Lektüre 28 Mk. Da von den Kassenbeiträgen mindestens die Hälfte sozialdemokratischen Organisationen, der Posten für die Zeitungen aber ausschließlich der roten Partespresse zu gute kommt, weil ein richtiger„Genosse“ nur Parteiblätter halten darf, so hat also der zielbewußte Arbeiter für sozialdemokratische Zwecke an direkten Ausgaben 66 Mk. zu entrichten. Dazu kommen noch die Aufwendungen für allerlei ebenfalls zur Orga⸗ nisation bestimmte gesellige Veranstaltungen, die der„Vorwärts“ in seiner Rechnung nicht berücksichtigt. Gerade aber hier werden die Arbeiter zu Ausgaben veranlaßt, die weit über ihre Kräfte gehen. Man denke nur an die Teller⸗Sammlungen, die selten fehlen. Wenn man alles zusammenrechnet, wird man zu dem Ergebnis kommen, daß die Arbeiter bis zu einem Viertel ihres Jahresverdienstes der Partei opfern müssen.“
Dann wird noch dreist und gottesfürchtig hinzugelogen, daß über die Einnahmen der Parteikasse keine Rechnung abgelegt würde. Auf diese alberne Verdächtigung einzugehen,
erübrigt sich, jeder Parteigenosse weiß daß
alljährlich die Abrechnung des Parteivorstands veröffentlicht wird, die bierteljährlich von den Revisoren genau geprüft wird. Andere Parteien
würden sich freuen, wenn sie eine so geordnete Verwaltung und Kassenführung hätten!
Dann ist aber auch der baare Unsinn, was da über die Beitragsleistung unserer Partei⸗ Parti gesagt wird. Die sozialdemokratische Parteikasse könnte sich Glück wünschen, wenn jeder Genosse den obigen Betrag an die Partei⸗ kasse abführte, das würde bei etwa 2/ Millionen Parteiangehörigen ein recht nettes Sümmchen ergeben. Leider ists nicht so. Es giebt im Gegenteil Orte, wo die Genossen wegen weniger Pfennige, die sie der Partei opfern solleu, ge⸗ waltigen Lärm schlagen. Aber einige Zahlen der obigen Rechnung sollen doch richtig gestellt werden. Zunächst hat der betreffende Arbeiter nicht 77 Mk., sondern nur 73,49 Mk. für Vereins⸗ und Kassenzwecke aufgewendet. Davon entfallen 34,50 Mk. auf die Krankenkasse, 5,04 Mk. für Invaliden versicherung, 2,50 Mk. auf Feuerversicherung, 6 Mk. für die Freireligtöse Gemeinde, 10 Mk. für den Gewerkschaftsverband, 13,05 Mk. für den Berliner Lokal⸗Streikfonds und allein der Rest von 2,40 Mk. zum Sozialdemokrgtischen Verein. Für Lektüre und Zeitung konnke der Arbeiter leider nur 24,15 Mk. ausgeben; mancher Ar⸗ beiter kann auch das noch nicht, obwohl es im Interesse der Volksbildung wie auch im In⸗ teresse der Schriftsteller und der Buch- und Zeitungsindustrie läge, wenn er das vierfache davon für diesen Zweck aufwenden könnte. Daß das Geld in die sozialdemokratische Partei⸗ kasse fließt, wie der Waschzettel behauptet, ist natürlich wieder handgreiflicher Unsinn. An⸗ genommen, daß die ganze Summe für sozial⸗ demokratische Lektüre verwendet wurde, so fließt das Geld natürlich in die betreffenden Verlags⸗ geschäfte, die davon den größten Teil für die Herstellungskosten verwenden müssen.
In dem oben erwähnten Amtsblatt⸗Artikel wird auch noch kühn behauptet, daß der Staat dem Arbeiter für weit geringe Steuer, bedeutend größere Vorteile biete. Hierzu muß noch einiges gesagt werden. Der Arbeiter zahlte 18 Mk. Steuern, wovon die Hälfte, 9 Mk., in die Staatskasse fließt. Wenn damit seine Leistungen für den Staat erfüllt wären, könnte er wohl zufrieden sein. Leider ist das nicht der Fall. Die indirekten Steuern betragen das vierfache der direkten, und während der Waschzettel schwindelt, der Arbeiter zahle bis zu einem Viertel seines Einkommens an die sozialdemokratische Parteikasse, könnte man weit eher umgekehrt behaupten, er zahlt bis zu einem Viertel seines Einkommens in Gehalt von Steuern und Abgaben an den Staat, der davon allerdings einen sehr erheblichen Teil seinen vielgeliebten Junkern in die Tasche steckt. Nach dem statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1902, betrugen bei Nahrungs⸗ und Ge⸗ nußmitteln sowie Vieh allein die Zölle 23 p Zt. vom Werte der Waren. Das heißt also, daß von allem, was der Arbeiter für die
Nahrung ausgiebt, fast ein Viertel als Zoll
iu die Staatskasse fließt. Dazu kommen für eine ganze Reihe Nahrungs- und Genußmittel die weit höheren inländischen Verbrauchsabgaben. Auf andere Verbrauchsgegenstände liegt gleich⸗ falls hoher Zoll, so auf alle Industriefabrikate 17 pzt. des Wertes im Jahre 1901. Da der Arbeiter den größten Teil seines Einkommens
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