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Nr. 24.
Mitteldentsche Sonntags⸗Jeitung.
Seite 7.
der Welt gebe? Dann fehlte es außerdem
nicht an allerlet Gängen und Länfen, Prozeß⸗ händeln und Schritten und Tritten vor Richter und Obrigkeit. Das brachte viel Versäumnis und Ausbaben, wenig Gewinn und Vorteil. Folglich nahm in allen Häusern das Vermögen eher ab als zu. Und darum fluchte der eine wie der andere über schlechte Zeiten, über Re⸗ gierung und über die Leute im Dorf.
3. Was der verständige Müller erzählt.
Als Oswald in seinem Dorfe so viel Laster und Sünden sah, ist ihm vor Zorn das Herz geschwollen. Er ging in die Mühle, wie er
allemal that, wenn er voll Unmuts war. Und
wenn ihn da die holdselige Elsbeth anlächelte, verschwand sein Verdruß wie eine Nebelwolke an der Stirn des Berges vor dem Glanz der Sonne.
Oswald sprach zum Müller:„Nein, wie sind doch die Leute so gottlos und die Hütten so voll Jammers! Das ist vor Zeiten nicht so gewesen. Da war der Fleiß auf den Feldern, die Zierlichkeit im Dorfe, die Eintracht in den Häusern und der Reichtum in den Scheunen. Da wurden die Bauern hochgeehrt von den Städtern, und man nannte sie auch wohl die Herren Goldenthaler. Nun ist alles umge⸗ kehrt, und die Armut sitzt neben der Bosheit unter den Dächern. Wie hat der Krieg so viel Uebels angerichtet!“
Der Müller antwortete und sprach:„Unser Dorf hat vom Kriege viel gelitten, gleichwie andere Dörser und Städte. Es lagerten sich fremde Völker bei uns ein und verzehrten unsere Vorräte, wir mußten den Kriegsleuten dienen und liefern, was sie wollten; wir mußten der Obrigkeit Zins und Steuern zahlen; wir hatten schlechten Verdienst, denn Handel und Wandel standen still, alles Gewerb war Verderb, und schlechte Jahre und Witterungen kamen dazu, daß das Gras auf den Feldern, das Getreide auf den Aeckern, das Obst an den Bänmen und die Trauben an den Reben umkam. Aber unser Unglück stammt nicht von Krieg und Teuerung her. Denn andere Dörfer und Städte haben gelitten wie wir, und fangen doch wieder an, heiter aufzuschauen. Aber in unserm Dörflein wird es alle Tage schlimmer. Andere Städte waren in Trübsal und Ar ut untergesunken, wie wir; doch heben sie sich wieder daraus mit Gottes Hilfe hervor. Aber, dem Himmel ser's geklagt, wir gehen nun darin unter.“ 4
„Das wolle Gott verhüten!“ rief Oswald. „Woher kommt das?“ f
Der Müller antwortete:„Das kommt daher: die andern strengen ihre Kräfte an und schwimmen an das Ufer; wir überlassen uns dem Spiel der Unglückswogen und unsere Rettung dem Zufall. Ja, diejenigen, welche uns helfen können, ziehen uns noch tiefer in den Wasserstrudel hinein.“
„Wer sind die?“
„Ich will es dir wohl im Vertrauen unter vier Augen offenbaren!“ sagte der Müller. „Wenn es mit einer Gemeinde den Krebsgang
geht, so kannst du dich darauf verlassen, hat sie schlechte Obrigkeit. Und das ist bei uus der Fall. Unsere Ortsvorgesetzten sind entweder elgennützige Menschen, oder einfältige, schwache Leute. Zwei von ihnen haben eigene Wirts⸗ häuser, und der Schwiegersohn des dritten hat auch ein Trinkhaus. Da ist es ihnen eben recht, wenn die Leute lieber bei ihnen hinterm Tisch, als bei der Arbeit sind. Wird die Ge⸗ meinde versammelt, so ist es bald in diesem, bald im andern Wirtshaus, und da muß am Ende eins getrunken werden. Haben die Dur⸗ stigen dein Geld, so wird ihnen geborgt. Können sie nicht zahlen, so kauft man ihnen ein wohl⸗ gelegenes Stück Land um das andere ab, oder nimmt es für die Schuld an; oder, was die Leute haben, wird öffentlich versteigert. Dann sind die Bettler fertig. Daher kommt nach und nach alles liegende Gut in die Hand ein⸗ zelner reicher Leute. Wer Geld leihen will, geht zu ihnen und bekommt um doppelten und dreifachen Zins. So werden die Bedürf⸗ tigen durch unchristlichen Wucher desto schneller zu Grunde gerichtet.“
„Ei, warum borgen die, welche Geld brau— chen, nicht lieber das Geld an den andern Orten, oder in der Stadt bei rechtschaffenen Leuten?“ rief Oswald.
„Weil man unserer Gemeinde an andern Orten keinen Kreuzer mehr anvertraut!“ er⸗ widerte der Müller.„Denn weil die Ge⸗ meindevorgesetzten bisher die Geldaufbruchscheine für Bedürftige auf die lüderlichste und leicht⸗ sinnigste Weise ausgestellt haben, sind die, welche Geld darauf liehen, hintennach darum halb oder ganz betrogen worden. So haben wir durch Nachlässigkeit der Vorsteher allen Credit ver⸗ loren und alle Hoffnung auf fremde Hilfe. Weil uns niemand in der Stadt mehr borgen will, so schimpfen und fluchen unsere Leute tagtäglich auf die Städter und drohen mit Mord und Brand. Wiederführe einmal der Stadt ein Unglück, so würde das die größte Freude unseres Lumpengesindels sein, obgleich wir von der Stadt noch viel Verdienst und Almosen haben.“
„Das ist abscheulich,“ schrie Oswald,„aber wir haben ja noch ein ordentliches Gemein⸗ gut.“
(Fortsetzung folgt).
Splitter. Halte dich im Stillen rein, Und laß es um dich wettern; Je mehr du fühlst ein Mensch zu sein, Desto ähnlicher bist du den Göttern.
Goethe, ***
Ein jeder giebt den Wert sich selbst. Wie
hoch ich Mich selbst anschlagen will, das steht bei mir. So hoch gestellt ist keiner auf der Erde, Daß ich mich selber neben ihm verachte. Den Menschen macht sein Wille groß und klein.
Schiller.
Humoristisches.
Ein Wohlthäter. Bäckermeister:„Wer ist denn der alte Herr, den Du so freundlich gegrüßt hast?“— Metzgermeister:„A' Wohlthäter von mir! Der war schuld, daß ich aus der Lateinschul' hinansgeworfen word'n bin! Wenn der nicht g'wes'n wär', hät' ich heut' keine vier Häuser und wär' höchstens a' armseliger Beamter statt a' reicher Metzgermeister!“ 2.
Geschichtskalender.
15. Juni. 1893: Reichstagswahlen, 1750 000 soz.⸗dem. Stimmen. 1381: Wat Tylor, engl. Bauern⸗ führer auf kgl. Befehl ermordet.
16. 1898: Reichstagswahlen, 2 105 305 soz.⸗dem. Stimmen.
17. 1789: Dritter Stand erklärt sich als National⸗ versammlung.(Paris.)
18. Wilh. II. Arbeitswilligendrohrede in Bielefeld. 1815: Schlacht bei Waterloo.
19. 1899: Erste Lesung der Zuchthausvorlage. 1867: Kaiser Maximilian von Mexiko erschossen.
20. 1898: Jakob Audorf, Dichter der Arbeiter⸗
Marseillaise gestorben. 1792: Ludwig XVI. von
Frankreich muß die phrygische Mütze aufsetzen. 21. 1746: Letzte Hexenverbrennung in Deutsch⸗ land(Würzburg).
D—————— 2
Empfehlenswerte sozialistische Schriften.
Seit Monatsfrist hat der Wahlverein Gießen den Vertrieb der sozialistischen Litteratur übernommen. In⸗ dem wir unsere Genossen darauf hinweisen, richten w': die Bitte an sie, sich ihrerseits um die weiteste Verbreitung unserer Parteischriften mit zu bemühen, damit unsere Anschauungen in die weitesten Kreise dringen. Auch alle hier nicht angeführten Bücher und Zeitschriften be⸗ sorgt die Kommission. Es sei noch bemerkt, daß der etwa erzielte Gewinn wieder im Interesse der Agitation verwendet wird. Wir machen auf folgende Broschüren und Zeitschriften aufmerksam.
Das Kommunistische Manifest. Von Karl Marx und Friedrich Engels. Preis 15 Pfg.
Das im Jahre 1847 verfaßte Manifest ist die be⸗ deutungsvollste Schrift der sozialistischen Litteratur. Trotz der 45 Jahre Zeitfortschritt haben die darin gf⸗ gestellten allgemeinen Grundsätze im Ganzen heute noch ihre Richtigkeit.
Lohnarbeit und Kapital. Separatabdruck aus der Neuen Rheinischen Zeitung vom Jahre 1849 von Karl Marx. Preis 20 Pfg.
In der Einleitung, die Friedrich Engels dieser vorzüglichen Agitationsschrift über das Wesen der heutigen Produktionsweise vorausschickt, entwickelt er die Gründe, warum einzelne Stellen und Wendungen geändert sind und knüpft daran eine klare ökonomische Ausainander⸗ setzung über die verschiedenartigen Begriffe: Arbeit und Arbeitskraft.
Grundzüge und Forderungen der Sozial⸗ demokratie. Von Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Preis 10 Pfg.
Enthält eine kurzgefaßte, allgemein verständliche Er⸗ läuterung des Erfurter Programms. Muß jeder Genosse besitzen!
Christentum und Sozialismus. Von A. Bebel. Preis 10 Pfg.
Diese religiöse Polemik zwischen unserm Genossen und dem Kaplan Hohoff fand bereits in den Jah zen 1873/74 statt. Der Inhalt des Schriftchens ist aber noch heute durchaus zeitgemäß.
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