Ausgabe 
14.12.1902
 
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Nr. 50.

Mitteldenische Sonntags⸗Zeit ung.

Soite 5.

Brauser und Frl. Schwekowsky werden die Ans⸗ führungen des Herrn Gerold durch gesangliche Wieder⸗ gabe der besprochenen Lieder unterstützen. Bisher haben die Veranstaltungen der rührigen Lesevereinigung sich immer der besten Aufnahme zu erfreuen gehabt und so ift auch diesmal wieder ein starker Besuch zu erwarten. Es wird 50 Pfg. Eintritt erhoben; das mag manchem Arbeiter für die heutigen Zeitläufte etwas hoch gegriffen erscheinen, allein man muß berücksichtigen, daß hier etwas Vorzügliches geboten wird und daß ein derartiger Vortrag ziemlich bedeutende Kosten verursacht.

Aus dem Rreise Marburg⸗Nirchhain.

St. Ein großes Feuer entstand am

Montag Abend in dem ungefähr 1000 Ein⸗ wohner zählenden Flecken Niederklein im Kreise Kirchhain. Bei dem herrschenden Wasser⸗ mangel war an ein Löschen des Feuers, trotz⸗ dem die benachbarten Wehren mit ihren Spritzen zahlreich zur Hilfe herbeigeeilt waren, nicht zu denken; man mußte sich vielmehr darauf be⸗ schränken, die brennenden Gebäude niederzu⸗ reißen, um ein Weitergreifen des Brandes zu verhindern. Hierbei stellte es sich heraus, daß kein einziger Feuerhaken vorhanden war! Erst nach dem Eintreffen des telephonisch von Kirchhain herbeigerufenen Steigerzuges mit Geräten konnte dem verheerenden Elemente wirksam entgegengearbeitet werden. Aber erst am Dienstag mittag 1 Uhr war man des Feuers Herr geworden, dem 12 Wohnhäuser und eine Anzahl Nebengebäude zum Opfer fielen. 15 Familien sind obdachlos und meistens nur gering versichert. Da Brandstiftung ver⸗ mutet wurde, so ist noch in derselben Nacht die Staatsanwaltschaft in Marburg telegraphisch benachrichtet worden. Verschiedenes. Am Mittwoch wurde von der hiesigen Polizei ein junger Mann ver⸗ haftet, welcher in Gießen verschiedene Zech⸗ prellereien verübt hatte. Vor etlichen Tagen hatte sich ein obdachloser Mann einen am Bahnhof leerstehenden Möbelwagen als passende Wohnung ausgesucht und sich häuslich darin niedergelasseu. Der Wagen war dann aber von den dabei beschäftigten Arbeitern, ohne daß diese den Insassen bemerkt hatten, geschlossen worden. Erst zwei oder drei Tage später entdeckte man den vor Kälte halb erstarrten Bewohner des Möbelwagens, dessen Klopfen und Rufen im Innern man draußen nicht gehört hat. In Ockershausen stahl vor einigen Tagen ein 12jährigen Junge einem Ziegelmeister aus dessen Wohnung 42 Mark bares Geld. Bei der Untersuchung wurden noch 16,60 Mark bei ihm vorgefunden.

Dynamit⸗Explosion.

Auf der Zeche Gneisenau bei Dortmund erfolgte am Donnerstag beim Abladen von Dynamit eine fürchterliche Explosion, die fast alle Gebäude des Ortes Derne zerstörte. Fünf oder sechs Menschen wurden getötet, eine größere Anzahl schwer verletzt.

Kleine Mitteilungen.

* Un geratener Sohn. In Hohensolms wurde ein Bursche wegen schwerer Mißhandlung seiner eis Mutter. dle inzwischen verstorben ist, verhaftet und in das Wetzlarer Gefängnis eingeliefert.

In Frankfurt brach in der Kronprinzenstraße 41 am Montag Vormittag ein bedeutendes Feuer aus, bei dem Menschen in Lebensgefahr gerieten. Es dauerte lange, bis die Feuerwehr den durch Entzündung von Terpentin entstandenen Brand gelöscht hatten.

* Seine Gattin ermordet hat am Samstag der 80 jährige Gärtner Dietzel in Frankfurt⸗Sachsen⸗ hausen. Das Ehepaar hatte erst kürzlich die guns, Hochzeit gefeiert. Der arme Alte ist offenbar geistes⸗ 1 Kohlengas vergiftet. Am Montag Nacht fand der in der Pfeilerstraße in Köln wohnhafte Bäcker Salomon seine Leute, 3 Gesellen und 2 Lehr⸗ linge, die er wecken wollte, bewußtlos im 177 Die Lehrlinge starben, die Gesellen konnten ins Leben zurückgerufen werben. Es liegt Kohlengasvergiftung 1 Fernrr erstickten in Stockstadt, bei Aschaff enburg vier Kinder eines Arbeiters, während die Mutter

kanne das Essen brachte. e 75 Arbeit. Auf der Zeche 191 Iserlohn wurden drei Bergleute durch hereinbrechende

Gestelnsmassen verschüttet. Zwei sind tot, einer konnte noch hervorgezogen werden, war aber sehr schwer verletzt.

a Alter frommer Sünder. Der 65 jährige Bäckermeister Kelterborn aus Dransfeld wurde von der Strafkammer zu Göttingen wegen Sittlichkeits verbrechen zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Der alte Wüstling, der das Amt eines Waisenrates, Kirchenvorstandes und Kirchenrechners bekleidete, hat sich an schulpflichtigen Mädchen schändlich vergangen.

* Sensationelle Verhaftung. In Rom ist einer der Führer der klerikalen Partei, der Bankier Chippa, unter der Anschuldigung, in Genua eine reiche Witwe, die Frau Ghiglino, umgebracht zu haben, ver⸗ haftet worden.

* Der Dreschgraf nochmals verurteilt. In dem Prozeß gegen den Grafen Pueckler wegen Beleidigung der Richter der zweiten Strafkammer des Landgerichts J Berlin wurde der Angeklagte zu 60 0 Mark Geldstrafe verurteilt. Wegen viel geringfügiger Beleidigungen haben Sozialdemokraten schon Jahre Gefängnis bekommen.

Gewerkschaftl. u. Arbeiterbewegung.

7 Ueber die Gewerkschaften hat der französische Marineminister andere An⸗ schauungen, als wir sie in Deutschland bei den Regierungsleuten wahrnehmen. Der Minister richtete ein Schreiben an den Seepräfekten und die Direktoren der seinem Ministerium unter⸗ stellten Anstalten, worin er nach der Soz. Praxis sagt: Er habe wiederholt bemerkt, daß bei den Lokalbehörden der Marineverwaltung gewisse Bedenken beständen über den Verkehr mit den Arbeitervereinen. Demgegenüber ver⸗ weise er auf das Syndikatsgesetz, das auch für die Zivilarbeiter in der Marine gelte.Die Regierung ist seit einer Reihe von Jahren mit den Vereinen von Arbeitern und Angestellten, die sich in anderen Verwaltungszweigen gebildet haben, in Verbindung getreten. Unmöglich kann gestattet werden, daß in der Marine ein anderes Verhalten beobachtet werde. Die wahrgenom⸗ menen Bedenken entbehren daher jeder Begrün⸗ dung und die Behörden der Häfen und der Marinebetriebe haben keinerlei Anlas zu zögern, mit den unter ihren Untergebenen bestehenden Organisationen gemäß dem Gesetz vom 21. März 1884 in Beziehung zu treten. Das klingt anders, als der Scharfmacher-Ton, den man in Deutschland gegen die Gewerkschaften anzu⸗ schlagen beliebt.

T Christliche Gewerkschaft verboten! DerVerband deutscher Eisenbahn⸗Handwerker und Arbeiter(Sitz Trier) ist sicherem Ver⸗ nehmen nach in Altona von der königlichen Eisenbahndirektion verboten worden. Auf An⸗ weisung der Inspektion haben eine Anzahl Bedienstete aufEhre und Gewissen ein Schriftstück unterzeichnen müssen, der oben genannten Organisation nicht anzugehören und in Zukunft nicht beizutreten. Diese Organi⸗ sation ist eine Gründung der Zentrumspartei, und die hervorragendsten Angehörigen derselben, wie die Brotverteuerer Dasbach, Cahensly, Euler und andere sehr christliche Sozialpolitiker sind seine Hintermänner. Ihren Bemühungen ist es gelungen, die Mitgliederzahl bis auf 32 000 zu bringen.

Also alle Staats⸗ und Königstreue nebst Christentum nütz nichts, man will die Organi⸗ satiouoben selbst in der harmlosesten Form nicht.

Partei-Nachrichten.

Einer der ältesten Sozialdemokraten des Rheinlandes ist gestorben, nämlich der Bäcker meister Gerhardt Meyer in Solingen. Der 76 Jahre alt gewordene Genosse beteiligte sich schon vor 1848 in Köln an geheimen Versammlungen. Später trat er dem Kommunistenbunde bei und als Lassalle auftrat, schloß er sich der wiedererstandenen Arbeiter⸗ bewegung an, der er unentwegt treu geblieben ist. Wiederfrei. Genosse Breden beck in Dort⸗ mund. der gefesselte Redakteur, verließ am Sonntag das Gefängnis in Herford, wo er acht Monate hinter⸗ einander Gelegenheit hatte, über die preußisch⸗deutsche Freiheit nachzudenken. Damit sind seine sämtlichen Preß⸗ fündengesühnt. Genosse Fleißner in Dresden verließ Samstag das Gefängnis, in dem er z wei

Monate wegen Beleidigung des Prof. Hasse hat zu⸗ bringen müssen.

Als Reichstagskandidat im Kreise Wies⸗ baden stellte die am Sonntag in Biebrich stattgefundene Kreiskonferenz den Genossen Lehmann in Mannheim auf. Lehmann gelernter Schreiner, war früher Redakteur

am Dortmunder Parteiorgan, später an der Mannheimer Volksstimme tätig.

Versammlungskalender.

Genossen! Besucht regelmäßig Eure Versammlung en!

Samstag, den 13. Dezember.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Brauer. Abends 2/9 Uhr Versammlung bei Löb, Wiener Hof. Glaserverband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Sitzung bei Orbig.

Marburg. Konsum verein. Abends 9 Uhr Ordentliche Generalversammlung bei D. Jesberg.

Wieseck. Oeffentliche Versammlung Nachmittags 4 Uhr bei Schneider.

Sonntag, den 14. Dezember.

Gießen. Metallarbeiter. General⸗Versammlung

Nachmittags 2 Uhr bei Orbig.

Gießen. Freie Turnerschaft. Turnstunden jeden Mittwoch, Abends ½9 Uhr, Sonntag, Vormittags 10 Uhr imPfau.

Briefkasten.

R. Marbg. Zurückgestellt. Weiteres.

Abends 9 Uhr

Sie erhalten brieflich

Bitte um Unterstützung.

Durch langwierige Krankheit ist ein Genosse in D. in großer Notlage geraten. Wir veranstalten zu seiner Unterstützung eine Sammlung und bitten diejenigen, die eine Kleinigkeit beisteuern können, diese recht bald an uns, die Expedition oder den Genossen A. Bock, Dammstraße 22. gelangen zu lassen.

Red. d. M. S.⸗Ztg.

Eingesandt.

Weihnachtsfest und Uhrenbedarf. Ein besonderes beltebtes Weihnachtsgeschenk sind Uhren. Bei keiner anderen Ware aber kann der Käufer so herbe Enttäuschungen erleben als gerade bei einer Uhr. Jedem Käufer sei daher geraten, sich an Firmen zu wenden, deren Inhaber nicht nur mit Uhren handeln, sondern den Bau und die Qualität derselben auch gründlich kennen, sodaß sie in der Lage sind, dem Käufer eine thatsächliche Garantie zu ge⸗ währen. Ferner sei bemerkt, daß die von vielen Bazaren und Versandthänsern angepr iese nen billigen Uhren keine verläßlichen Zeitmesser abgeben können. Wer den⸗ noch solche billigen Uhren zu kaufen wünscht, dem kann sie der Uhrmacher zum gleichen und oft noch billigeren Preise verschaffen.

Der Zolltarif wurde in zweiter Lesung en bloc(Antrag Kardorff) mit 183 gegen 136 Stimmen ange⸗ nommen.

Zur Veachtung!

Die Nr. 52(Weihnachtsnummer) unseres Blattes gelangt Dienstag, den 23. Dezember zur Ausgabe. Wie bitten unsere geehrten Inserenten und Spediteure dies beachten zu wollen.

Expd. d. M. S.⸗Zig.

Empfehlenswerte sozialistische Schriften. Die Kolportage⸗Kommission des Wahlvereins Gießen, Wirtschaft Orbig empfiehlt:

Der Neue Welt⸗Kalender für 1908. Preis 40 Pfg. Die katholische Kirche und die Sozial⸗ demokratie. Von Karl Kautsky. Der Verfasser giebt in der soeben erschienenen Broschüre eine historische Darstellung der ökonomischen und politischen Grundlagen der katholischen Kirche und skizziert die prinzipielle und taktische Stellung, welche die Sozialdemokratie ihr gegen⸗ über einnimmt. Gerade jetzt, wo in Frankreich der Kulturkampf tobt und in Deutschland das Zentrum nicht blos in der Frage des Zollwuchers, sondern allgemein die Schutztruppe der protestantischen Reichsregierung ist, kommt die Schrift zeitgemäß. Preis 30 Pfg.(Agi⸗ tationsausgabe)

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