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kein Gas.
Nr. 2.
Mitteldenutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
—„Ich habe Ihnen schon gesagt, daß ich den Engel mit dem aufgesperrten Mund nicht reizend finde.“—
Meine Frau sitzt wie auf glühenden Kohlen. Ich sehe es ihr an, sie sucht nach einem Mittel⸗ ding zwischen Gas und Petroleum. Aber da giebts diesmal nichts! Eine Fackel kann man meiner Schwiegermutter— o, Pardon!— eine Fackel kann man dem sogenannten Engelskopf doch nicht in den Mund stecken.
—„Aus lauter Dickköpfigkeit wollen Sie Nur weil ich gesagt habe, Ihr müßt Gas legen lassen, wollen Sie——“
—„Nein, weil ich nicht einsehe, daß ich unnützer Weise eine Gaskrone kaufen—“
—„Sie verschänden aus Eigensinn Ihr Zimmer, wenn Sie dem Engel eine Petroleum⸗ lampe in den Mund stecken.“
—„Aber verzeihen Sie doch, sehr verehrte Schwiegermutter! Ihr schöner Engel soll ja keine Petroleumlampe in den Mund haben. Er kriegt eine in hübsch gefältetes Tuch gehüllte Eisenstange———“
—„Ach, du lieber Gott, eine Eisenstange will er ihm in den Mund stecken—“
—„Ei zum Donnerwetter, allerdings möchte ich Ihnen lieber ein spanisches Fliegenpflaster auf den Mund kleben.“
—„Allmächtiger Gott, welche Herzlosigkeit
—„Aber lieber Mann, wie kannst Du nur—“
Herzbrechendes Schluchzen! Und viele Thränen fließen, wies Bächlein auf der Wiesen! —— Ich war zerknirscht und floh, floh in meine Stammkneipe.“—
Hier machte Gottlieb Schulze eine kleine Pause, dann fuhr er in seiner Erzählung fort:
„Am nächsten Morgen, es war Montag, erschien bereits der Installateur auf der Bild⸗ fläche. Er schraubte dem Engel ein Gasrohr in den Mund, befestigte die kleine Gaslampe, warf mir nebenbei eine kleine Goethe⸗Büste vom Schreibtisch, so daß der große Heide die Nasenspitze einbüßte und ging dann vergnügt, als ob er ein Meisterstück sonder Gleichen voll⸗ bracht hätte, von dannen.
Am Nachmittag kommt ein Angestellter des Gaswerks und bringt eine Gasuhr in der Küche an. Er versichert beim Fortgehen hoch und heilig, die große Scheibe in der Küchenthür sei ganz von selbst zerbrochen.
Abends erster Beleuchtungsversuch. Er kostet einen Zylinder und ein Glühstrümpfchen.
Dienstag will unsere Siebenjährige fest⸗ stellen, ob sie schon mit dem Lineal an das Gas reichen kann. Leider geht dabei die Stülpe flöten.
Mittwoch Früh war unser Kanarienvogel an Gasvergiftung selig entschlafen; es stellte sich heraus, daß die Leitung nicht ganz dicht war.
Donnerstag geht beim Dichten der Röhrenansätze ein Glühstrümpfchen entzwei.
Freitag platzt der Zylinder.
Samstag ist großes Reinemachen. An die Berührung mit Besenstielen noch nicht ge⸗ wöhnt, ging die zweite Stülpe zum Kuckuck.
Während Gottlieb Schulze diese traurigen Erlebnisse schilderte, durcheilte er mit großen Schritten mein Zimmer; offenbar wollte hin und wieder der alte Aerger und Verdruß wieder zum Durchbruch kommen. Schließlich aber hatte die Freude endgiltig die Oberhand ge⸗ wonnen und in lustigster Stimmung erzählte Gottlieb weiter: i
„Kreuzfidel kam ich am Sonntag Vormittag
egen 7 Uhr vom Maskenfest des Gesangvereins euchhusten heim, nichts ahnend von der zer⸗ brochenen Stülpe.... Eiskalt überlief es mich, als ich, ein Zündholz in Brand setzend, die Beleuchtungsruine sah. Unbeschreiblicher Zorn überkommt mich—— ein Griff, ein 75 Klirrrrrr! und der Zylinder liegt zer⸗ chellt in der Kohlenschaufel—————.
Drei Stunden Schlaf lagen hinter mir. Der Angstschweiß stand mir auf der Stirn; ich hatte nämlich geträumt, daß mich meine Schwiegermutter unter allen Umständen küssen wollte. Ich floh förmlich aus dem Bett!! Ich fürchtete, daß sich der Traum wiederholen
könne... Ich trat in die gute Stube. Da fiel mein Blick wieder auf das Scheusal von sogenanntem Engel, das Pfeifenrohr im Munde und daran das Gerippe des Beleuchtungskörpers. Ein Brief, der auf dem Tisch liegt, lenkte meinen Blick ab. Na, das hatte gerade noch gefehlt: die Rechnung des Installateurs. Fort da lies selbst.“
Gottlieb brachte aus der Rocktasche ein zerknittertes Papier zum Vorschein, gab es mir und ich las:
Rechnung des Installateurs Häusl! für Hochwohlgeboren Herrn Ober-Brennmaterial⸗ verwaltungsanwärtergehilfe erster Klasse Gott⸗
lieb Schulze.
Auf Bestellung Ihrer Hochwohlgeboren Frau Schwiegermutter, der Oberschweinestecherswittwe Giftschnabel:
1 Lampe mit kpl. Steifarm u. Glühlicht M. 8.50 1 Augenscho ne„
1 Zylinderschutz decken„—.50 1 Monteur(3 Stunden 1.80
2 75 Gasuhr verbunden, 0.40 Meter Rohr /¼“,—.32 oe!, Gasarm verlängert 0.25 Meter Rohr„—.15 Ff 1 Mantenr(2% Stunden); 1.43 Fb:: 0 2 Glühstrümpfchen extra.„—.80 2 Zylinder extra 0 Summa M. 16.80
„Ja, 16 Mark 80— Das macht sich! fiel mir hier mein Freund in's Wort. Und dazu eine zerbrochene Goethebüste, die zerschmissene Küchenthürenscheibe und ein gasvergifteter Ka⸗ narienvogel! Kreuzdonnerwetter!
Mir wurde dunkel vor den Augen, als ich die Rechnung gelesen hatte und an meinen toten„Piepmatz dachte“, fuhr Gottlieb fort. „Rache, Blutwurst! Auch du, unglückseliger Augenschoner, du einziger noch lebender Zeuge unserer unvergleichlichen Gasbeleuchtung auch du mußt sterben! Komm herunter, stolzer Por⸗ zellanschirm— und hinein— klirrklirr!!— in den Kohlenkasten!“
Wahrscheinlich um mir zu zeigen, mit welcher Vehemenz er den Augenschoner zer⸗ trümmert hatte, warf Gottlieb seine kaum viertels aufgerauchte Zigarre in meinen Kohlen⸗ kasten, daß die Funken im Zimmer herumflogen. Dann erzählte er weiter:
„Ein teuflischer Plan reifte innerhalb einer Sekunde in mir.
Ich drehte den Haupthahn in der Küche ab. Dann schraubte ich dem sogenannten reizenden Engel die Gasröhre aus dem Mund.
Und wie pries ich nun meinen Maskenkauf! Die scheußlichste Schreckenmaske, die im Laden war, hatte ich Abends zuvor für unser Faschings⸗ vergnügen erstanden; ein altes schieläugiges Weibergesicht, das die Zunge aus dem gräß⸗ lichen Rachen streckt— Warzen im Gesicht und lange Haare drauf!.
Die Maske stülpte ich nun dem Engel in der Deckenrosette auf und auf die Zunge klebte ich die Installateurs⸗-Rechnung! N
Meine nichtsahnende Frau wußte ich dem Zimmer fernzuhalten und als wir dann nach Tisch die vielgeliebte Schwiegermutter ankommen hörten, verduftete ich schleunigst.————“
Gottlieb Schulze hielt sich den Bauch vor Lachen— sein Gesicht glänzte vor Freu de und Genugthuung, wie eine Speckschwarte. Ich wollte einige Einwendungen machen, daß es doch nicht schön sei, eine alte Dame in dieser Weise zu behandeln, da kam ich aber schlecht an.
„Hast Du je eine Schwiegermutter gehabt?“
„Leider nein!“
„Mensch, dann rede nix! Im Vertraun: Weißt Du, was die Alte zu meiner Frau gesagt hat? Im Vergleich mit mir müßte der Mat⸗ thias Kneißl ein Muster von einem Schwieger⸗ sohn sein!“
—
Splitter.
Die Schulen, das wissen Sie Alle, erziehen die Menschen nicht zur Freiheit, sondern zur Knechtschaft. Sie nagen die Wurzeln der jungen Menschenpflanze an, so daß sie verkrüppelt.
Wir alle haben es mehr oder weniger an uns selbst erfahren; wie außerordentlich schwer es hinterher ist, die Lähmung abzuschütteln, in welche der Geist durch die Schule versetzt worden, welche Anstrengungen es kostet, um aus den Banden des Autoritätsglaubens zu selbständiger Prüfung und selbständigem Denken zu gelangen. Denn die Grundlage der Freiheit ist das Denken und das ist's, was die Schulen systematisch nicht lernen.
Humoristisches.
Fatales Wiedersehen. Erster Bedienter: „Schau her, da ist mir vor der Soiree plötzlich ein Knopf von meiner Livree verschwunden!“— Zweiter Bedienter:„Hat er sich wiedergefunden?“— Erster Bediener:„Ja, da ist e? soeben hat ihn mir jemand als Trinkgeld in die Hand gedrückt!“
Die Antisemiten wollen die Juden verbrennen; sie kommen aber über das Kohlen nicht hinaus.
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Litterarisches.
Das Januarheft der„Sozialistischen Mo⸗ natshefte“(Berlin) enthält: Ignaz Auer: Partei und Gewerkschaft.— Ria Claassen: Stefan George. — Richard Calwer: Der Zolltarifentwurf.— Carl Legien: Tarifgemeinschaften und gemeinsame Verbände von Arbeitern und Unternehmern.— Eduard Ber n⸗ stein: Der Gang der wirtschaftlichen Entwickelung.— Heinrich Kauffmann: Zur Frage der genossen⸗ schaftlichen Produktion durch Produktivgenossenschaften. — Wilhelm Düwell: Wohlfahrtseinrichtungen.— Dr. Conrad Schmidt: Ein neues Buch über die Frauenfrage.— Rundschau: Politik; von Richard Calwer.— Wirtschaft; von Max Schippel.— Sozialistische Bewegung; von Oskar Petersson und
Dr. Ladislaus Gumplowicz.— Gewerkschafts⸗ bewegung; von Heinrich Bürger.— Genossenschafts⸗ bewegung; von Gertrud David.— Soziale Kom
munalpolitik; von Dr. Hugo Lindemann(C. Hugo) — Frauenbewegung; von Henriette Fürth. Preis des Heftes 50 Pfg.
Geschichtskalender.
5. Januar. 1595: Frz. Drake, Seefahrer, angebl. Entdecker der Kartoffel, gestorben. 1898: Poli⸗ zei⸗Kommissar Tausch vor dem Disziplinargericht.
6. Januar. 1816: Aufhebung des zu Königs⸗ berg gegründeten sittlich-wissenschaftlichen Vereins„Tugend⸗ bund“ durch den König von Preußen.
7. Januar. 1895: Negerschinder Wehlan vor Gericht.
3. Januar. 1892: Umsturzd ebatte im Reichs⸗ tage. 1868: 7 Stolze, Stenograph.
9. Januar. 1893: Westphälischer Ber garbeiter⸗ Streik.
10. Januar.
11. Januar. des russ. Zareu.
—. k. K————K—
Aus dem Gießener Standesamtsregister.
Aufgebotene. 30. Dezember: Friedrich S ie⸗ wer, Schneider dahier mit Friederike Seckler in Darm⸗ stadt. 2. Januar: Theodor Pfeiffer, Sergeant dahier mit Karoline Hörr in Launsbach. Karl Wagner, Kauf⸗ mann dahier mit Johanna Hochkirchen in Frankfurt a. M. 3. Karl Menk, Hilfsheizer dahier mit Karoline Will in Großen⸗Buseck. Johann Klein, Taglöhner mit Elisabethe Schmidt dahier.
Eheschließungen, 3. Januar: Dr. Franz Kummer, Gymnasial⸗Oberlehrer in Chemnitz mit Marie Rudolph dahier. 7. Karl Horn, Bäcker mit Elisabethe Prang dahier.
Geborene. 29. Dezember: Dem Taglohner Friedrich Jeschke e. T. 30. Dem Schreiner Karl Wirt zwei T. 31. Dem Wirt Karl Schmid e. T. 1, Ja⸗ nuar: Dem Kutscher Heinrich Seibel e. T. 3. Dem Fabrikant Georg Noll e. S. Dem Möbeltransporteur Friedrich Schnierle e. T. Dem Schnetder Heinrich Klee e. T. 5. Dem Taglöhner Johann Amend e. T. Dem Kaufmann Georg Seng e. S.
Gestorbene. 31. Dezember: Zulius Annusseck, 39 Jahre alt, Agent. 3. Januar: Katharine Burk, geb. Käppchen, 38 Jahre alt, Ehefrau. Elisabethe Schlicht, geb. Eidam, 62 Jahre alt, Ehefrau. 5. Her⸗ mann Weimer, 1⅛ Jahre alt. 6. Johannette Mar⸗ einer, geb. Thorn, 68 Jahre alt, Ehefrau. Katharine Becker, geb. Stoll, 42 Jahre alt, Ehefrau. Adolf Schepers, 15 Jahre alt. 7. Johannes Bernhardt, 56 Jahre alt, Rentner.
1898: Esterhazy⸗Prozeß in Paris. 1889: Zweites Abrüstungs zirkula r


