Ausgabe 
11.5.1902
 
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ien innehalten Stirn wischen. als er endlich urzer Rast im er sich gleich die Malfeier vöffnet werden aal war schon r mit Mühe unde eroberte. e ihm bekannt ls dann aber a 65 Jahren n der hageren einen alten der nun das ahrhaft volks⸗ vom Welt⸗ kündete. Kon⸗ ewegung. Wie sozialisten Ge⸗ dig! Der ge⸗ rüber so zähe ar endlich doch reboluttoniert der Versam⸗ wies, daß seile smpathie seiner d saß noch in der Stille ein⸗ ne tiefe klang ibüne her sein fuck durch sein die Stimme! auf der Welt ut eulfrönte! Saal fallende , daß er die Sinne 5 Frau zu 16. Scl U ihren Apes, letarierin 0 1. 32 und Fabril dung dec

Nr. 19.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 7.

deren ganzes Wesen ihn so wundersam ergriffen

hatte, ins Angesicht zu sehen. Da stand sie in⸗ mitten einer Schar von Frauen und Mädchen, die ihr alle die Hand drücken wollten, und Anna! rief Konrad so laut, daß sich Viele nach ihm umblickten. Sie sah ihn einen Augen⸗ blick wie erstarrt an, ein Zittern durchlief sie und sie wurde ganz bleich. Dann faßte sie sich, bot ihm anscheinend ruhig die Hand und sagte: Guten Tag, Konrad! Wo kommst Du her? Ihr müßt schon entschuldigen, wandte sie sich an ihre Freundinnen,das ist ein guter Be⸗ kannter von mir aus meiner Heimat!

Aber Anneli, sagte Konrad,ich traue ja meinen Augen und Ohren nicht. Bist Du's denn wirklich? Und wie hast Du's denn nur angestellt, daß Du so eine Prachtsozialdemo⸗ kratin geworden bist?

. Leben hat dafür gesorgt! sagte sie ernst.

Ich weiß, ich weiß, fiel Kourad ein,Du hast Schweres durchzumachen gehabt. Aber ich mein' halt, Kopf und Herz müssen bei Dir doch besondes dazu geeignet gewesen sein. Andere packt das Leben auch hart an, ohne daß sie sich so resolut damit abzufinden wissen, wie Du.

Ja, fiel ein altes Weiblein dem Konrad in die Rede,resolut, das ist sie, die Anna Wehrle. Wie sie hierher kam und Arbeit nahm in der großen Uhrenfabrik, gar nicht lange hat's gedauert, so hat sie hier einen Arbeiterinnen⸗ verein gegründet. Und ste versteht's, die Leut', die sich da zusammengefunden haben, auch zu⸗ sammenzuhalten.

Du bist Uhrenarbeiterin geworden, Anna 2* fragte Konrad. i

Ja, geschickte Finger hatte ich, die konnte ich hierbei am besten verwerten. Nach Vaters Tode und all dem Unglück, das sich vorher er⸗ eignete, blieb mir auch nichts anderes übrig, als mich auf eigene Füße zu stellen.

Mit fast scheuer Bewunderung streiften Konrads Blicke das ernste Gesicht des Mädchens. Es war nicht mehr das unerfahrene Anneli von früher mit den weichen, fast kindlichen Zügen. Das war ein Weib, das dem unerbitt⸗ lichen Leben ins Angesicht geblickt hatte.

Bald saßen beide an einem Tische im Gar⸗ ten des Wirtshauses, einen Schoppen leichten Landweins vor sich, Konrad erzählte von seiner Wanderschaft und Anneli hörte so ruhig und freundschaftlich zu, als hätte sie nie Küsse und Liebesschwüre mit ihm getauscht. Sie erzählte ihm dann auf seine Frage, wie sie nach des Vaters Tode zuerst in der Gegend von Frei⸗ burg Arbeit gesucht und gefunden habe. Ihr Interesse für sozialistische Bestrebungen sei eigentlich durch Konrad geweckt worden, gestand sie errötend, wenngleich ste damals ein recht dummes Ding gewesen set. In Freiburg sei sie dann zufällig in eine sozialdemokratische Arbeiterinnenversammlung, wo eine beruhmte Rednerin sprach, geraten. Jener Abend sei von entscheidender Bedeutung für sie geworden. Ich habe dann des Abends nach der Arbeit und Sonntags fleißig sozialdemokratische Schrif⸗ ten gelesen und so allmälig es dahin gebracht, daß ich von meinem geistigen Eigentum anderes besaß ich ja nicht mehr anderen Bedürftigen mitteilen konnte. Und wer wäre bedürftiger als unsere Arbeiterinnen? schloß sie.

Von den mannigfachsten Empfindungen be⸗ wegt, hatte Konrad ihr zugehört. Es drängte ihn seinem übervollen Herzen wenigstens etwas Luft zu schaffen. Aber keine Möglichkeit! An⸗ nelis gute Freunde und Bekannte waren all⸗ mälig ungeduldig geworden und litten es nun nicht länger, daß Konrad sie ihnen ganz ent⸗ zog. In gemeinsamem anregenden Gespräch, das zwischen Scherz und Ernst pendelte, ver⸗ brachte man den Rest des Nachmittags, den dann ein munteres Tänzchen beschloß..

*

Durch silbernes Gewölk segelte der Mond und goß seine milde klare Helligkeit auch über Menschen, die eug aneinander geschmiegt auf einer Bank vor einem Hause saßen. Es war Anneli Wehrle mit Konrad, der ihr nach der schönen, harmonisch verlaufenen Maifeier das Geleit durch den Wald nach dem Hause, wo sie wohnte, gegeben.

Vor fünf Jahren trennte uns der 1. Mai,

und heute führt er uns wieder zusammen, damit wir nie mehr von einander lassen, Liebster.

So sprach das Anneli, dessen Antlitz im holdesten Liebreiz strahlt, zu Konrad. flüsterte seinem endlich eroberten Liebchen ins Ohr:Manche großartige erhebende Maifeier habe ich daheim und in der Fremde erlebt, aber die schönste von allen ist doch die heutige!

Splitter. Alles kann sich umgestalten, Mag das dunkle Schicksal walten! Mutig auf der steilsten Bahn! Laßt den Schwä bling angstvoll zagen, Wer um Hohes kämpft, muß wagen, Leben gelt es oder Tod! Laß die Woge donnernd branden, Nur bleib immer, du magst landen Oder scheitern, selbst Pilot!*)

) Pilot- Steuermann.

Matthisson.

Humoristisches.

Schlau. Der Herr Bürgermeister kommt von der Distriktsrat⸗Sitzung zurück und erscheint abends beim Gocklwirt, woselbst eine Anzahl hervorragender Gemeinde⸗ bürger seiner Berichterstattung mit um so größerer Neugierde entgegensehen, als sie ganz sicher erwarten, daß es dem Bürgermeister gelungen, den Gemeinde⸗ zuschuß zur neuen Distriktsstraße uicht unbedeutend zu ermäßigen.

Gut is ganga! sagt der Bürgermeister.G'red't hob' i' wie an Avakat, und nachher hob' i' dengerst so weit bracht, daß wir statt wie bisher den vierten, künftighin bloß mehr den dritten Teil von den Unter⸗ haltungskosten zu zahl'n brauch'n!

Ein beifälliges Schmunzeln fliegt über alle Gesichter nur der Riedhofbauer, der immer der Gescheitere sein will, bemerktJa, meine Leut', dös waar' ja no' mehra wie zu erst! Aber der Bürgermeister hat's ihm ordentlich gesagt:O Du Rindvieh, hat er gesagt seit wann is denn drei mehra als viere?!

[Fl. Bl.

Gemütlich. Der Doktor, der Apotheker, der Forstmeister und der Notar sitzen um halb zwölf Uhr noch beim Schoppen. Der Polizeidiener kommt zum zweiten Mal herein:Meine Herren, jetzt ischt aber d' Polizeistund' ganz g'wiß vorbei; aber Se könne no net furt,'s regnet grad' saumäßig!

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