Rr. 19.
dichter! 5 Ain 5 ein un: lalkelich m
ohl di wird, 1 n Seiten den. Man Meinun n Mörders dappte.— haben, in en.
mie.
aldemokra⸗ sierten Ar⸗ ssichtiung immungen die Fabrik. interstützn übertragen fahrungen kg. auch Jerwaltung über die aus den u gerichtet
Juli 1900 ugen über Hiervon länglichen n die Ge⸗ einige auf den Sicher⸗ rungen be⸗ d. h. in den rey Grad telbar, in⸗ keit der irkung der indem ste uf Mängel een durch⸗ rwägt die Lählbarket dicherheits⸗ „ daß die eihe solchet der Werk⸗ ondern aus eutsprechen, Da zeigt mungen der
zahler,
ungsgemäß In der bol: de sichische heltern ließ, steuer und der Edeln
stet hätte. 1 Hole
Nr. 19.
Mitteldeutsche Sountagä-gelensg.
5
—.—.—
nahme der ordentlichen Gerichte durchgeführt werde. Man ist wohl der Ansicht, daß, wenn alle Steuerhinterzieher vor die Gerichte gestellt würden, die zu leistende Arbeit nicht zu be⸗ wältigen sein werde. Der Landrat ersucht da⸗ her diejenigen Patrioten, welche unrichtige An⸗ aben gemacht haben, und gegen welche das ormelle Ermittlungsrerfahren noch nicht er⸗ öffnet ist, schlennigst ihre Steuerdeklarationen zu korrigieren, da sie dann laut 5 66 des Ein⸗ kommensteuergesetzes straffrei bleiben. Die Be⸗ kanntmachung endet mit folgender Mahnung: „Bei der Häufigkeit der Fälle bin ich nach Ein⸗ leitung der Untersuchung genötigt, auf Fest⸗ lere der allerempfindlichsten Strafen hinzu⸗ wirken.“
Ein urkundliches Zeugnis für den Patrio⸗ tismus des Geldsacks!
Auch ein„freisinniger“ Wahlvorschlag.
Einen famosen Plan hat ein freisinniger Redakteur in Lübeck, ein gewisser Herr Wie⸗ nand ausgeheckt. Der gute Mann will unter allen Umständen den Sozialdemokraten das Lübecker Reichstagsmandat abjagen und diesen edlen Zweck will er damit erreichen, daß er den Prinzen Heinrich als Reichstagskan⸗ didat für Lübeck empfiehlt. Wirklich kein übler Witz. Ein Prinz als Volksvertreter! Schlimm für die Freisinnigen ist nur, daß der Vorschlag thatsächlich ernst gemeint ist, und noch schlim⸗ mer, daß sie schon soweit gesunken sind, daß sie nicht mehr auf irgend welche sachlichen Gründe Wert legen, sondern nur noch durch persönliche, sogar dynastisch⸗persönliche Momente Erfolge zu erzielen hoffen. Dieses für den Liberalis⸗ mus sehr beschämende Eingeständnis hat denn auch den ernsteren Blättern des Freisinns die Schamröte auf die Wangen getrieben.— Die Sozialdemokratie kann der weiteren Entwicke⸗ lung der Sache mit der größten Seelenruhe entgensehen, ste wird ihre Stellung zu vertei⸗ digen wissen, der Ordnungsbrei wird geschlagen mit und ohne Prinzen an der Spitze.
Schlechtere Ernährung!
Von verschiedenen Orten, besonders Groß⸗ städten, wird in der letzten Zeit eine nicht un⸗ bedeutende Verminderung des Fleischkon⸗ sums, also eine Verschlechterung der Lebens⸗ haltung, die natürlich in erster Linie die Min⸗ derbemittelten trifft, gemeldet. In Mannheim zum Beispiel ging der Verbrauch des Schweine⸗ fleisches im Monat März gegen den gleichen Monat des Vorjahres um etwa 50 000 Kilo⸗ gramm zurück; dagegen stieg der Pferdefleisch⸗ verbrauch um ca. 2000 Kilogramm.
Der Rückgang des Schweinefleischkonsums erklärt sich, wenn man die Fleischpreise der letzten Jahre vergleicht, wie sie in einzelnen Großstädten amtlich festgestellt wurden. Pro 100 Pfund Lebendgewicht kosteten fleischige Schweine im Monat März in:
1900 1901 1902
Mk. Mk. Mk. Berlin 44.20 53.60 59.16 Magdeburg 46.70 55.10 60.63 Dresden 47.80 55.63 59.88 Hamburg 44.75 55.38 59.42 Dortmund 47.67 56.38 60.38 Frankfurt a. M. 50.50 59.33 65.50 Mannheim 50.50 58.63 66.— Stuttgart 50.90 58.50 64.13 Köln 58.60 56.33 61.38
Die Preise haben sich an allen Orten gegen das Vorjahr wesentlich erhöht und stehen durch⸗ schnittlich um 33 Prozent höher als 1900. — Und dabei sind die höheren Zolle noch nicht einmal in Kraft!
Ueber den Generalstreik
als politisches Kampfmittel ist die Meinung unter den sozialistf chen Parteien der vers chiedene Länder eine geteilte. Wir Deutschen haben nie einen Hehl daraus gemacht, daß wir den General⸗ streik für ein ungeeignetes Mittel im politischen Kampfe halten. Dieser Ansicht gab auch unser Zentralorgan nach Beendigung der b el gischen Bewegung Ausdruck. Demgegenüber sagt das Brüsseler Parteiblatt, daß man in Belgien nicht
schaft deutscher Konsumvereine dar.
daran denkt, auf dieses Mittel zu verzichten. Es sagt unter Anderem: Wenn der General⸗ streik in einem ausgebreiteten Lande wie Deutsch⸗
land oder Fraukreich schwierig oder gar un⸗
möglich ist, so ist er dagegen ausführbar ja sogar leicht zu organisieren in einem kleinen, industriellen, dichtbevölkerten Lande wie Belgien. Die letzten Exeignisse haben diese Thatsache klar bewiesen. Ist es vielleicht nicht wunderbar, im Zeitraume von nur dret Tagen 350 000 Streikende, auf ein einfaches Wort hin, ohne jede Vorbereitung, auf die Beine zu bringen? Die belgische Arbeiterklasse ist plötzlich zum Bewußtsein ihrer Stärke gekommen, die sie bis dahin nicht gekannt hatte. Trotz der Prahlereien der klerikalen Presse hat die Bour⸗ geoisie und die Regierung einen Schlag bekom⸗ men, dem sie sich nicht oft mehr aussetzen wer⸗ den. Darum wird der Generalstreik eines unserer Aktionsmittel bleiben. Aber wenn wir ihn nochmals entfesseln, wird er vorbereitet sein und zwar von weiter Hand her, die Kassen der Gewerkschaften werden nicht leer sein, die Arbeiter werden Munition haben und werden es länger als nur einige Tage aushalten kön⸗ nen. Wir sind weder abgeschlachtet noch ent⸗ mutigt; mit uns ist man noch nicht fertig. Wir besttzen noch die Mittel, unseren Feind zittern zu lassen, und das nächste Mal werden wir ihn an seiner einzigen verwundbaren Stelle treffen: seiner Kasse.
Ueber diese Frage kam es übrigens am Sonntag in Brüssel auf dem außerordent⸗ lichen Pateitag der sozialistischen Partei zu scharfen Auseinandersetzungen, aber der Ton blieb, wie der„Fkf. Ztg.“ geschrieben wird, durchaus würdig und die Einigkeit der Partei wurde keinen Augenblick in Frage gestellt. Schließlich wurde die Entscheidung des Gene⸗ ralrats mit bedeutender Majorität gebilligt.
Schofle Bekämpfung der Arbeiterpresse.
Vor etwa zwei Jahren versuchte ein gegnerischer Zeitungsverleger in Straßburg unser dortiges Parteiorgan auf ganz nieder⸗ trächtige Weise zu schädigen. Er schickte das Parteiblatt an die Inserenten desselben, strich die dort veröffentlichten Anzeigen mit Rot oder Blaustift an und machte Bemerkungen dabei wie: Inserate haben keinen Wert, das Blatt hat keinen Wert, das Blatt hat keine Abon⸗ nenten, es wird bald eingehen, wie können Sie nur das Geld so zum Fenster hinauswerfen ꝛc. Nach Verlauf eines Jahres ist es gelungen, den Versender dieser Zeitungen zu entdecken, und zwar in der Person des Herausgebers der „demokratischen“ Bürgerzeitung. Wegen dieses unlauteren Wettbewerbs wurde dieser zu 500 Mk. Geldstrafe verurteilt. Auf seine Kosten wird das Urteil in mehreren Straßburger Zeitungen veröffentlicht. Seine Reviston wurde vom Oberlandesgericht ver⸗ worfen.— Hoffentlich unterläßt der dunkle Ehrenmann nun sein hinterlistiges Treiben.
Soziales.
Eine großartige Konsum⸗Or⸗ ganisation stellt die Großeinkaufsgesell⸗ Sie hielt kürzlich ihre General⸗Versammlung in Braun- schweig ab, wobei berichtet wurde, daß sie im letzten Geschäftsjahre ihren Umsatz auf 15 Millionen Mark gesteigert hat. f
Die wirtschaftliche Depresston, die Ringe und Kartelle, selbst die Zölle können diesem kaufmännischen Großbetrieb nichts anhaben. Im Gegenteil, diese gefährlichen Klippen des privatkapitalistischen Geschäftes haben das Hamburger Unternehmen nur flott machen helfen, denn die Großeinkaufsgesellschaft machte die Erfahrung, daß die geschäftlichen Nöte der Gegenwart den genossenschaftlichen Gedanken hob, den Konsumvereinen Massen neuer Mit⸗ glieder zuführte und den Zusammenschluß des organisterten Konsums zu einer großen ge⸗ meinsamen Einkaufsinstanz außerordentlich günstig beeinflußte. Rund 300 Konsumvereine decken bereits ihren Bedarf ganz oder teilweise bei ihrer Einkaufs zentrale. Freilich stehen
noch immer viele hunderte von Vereinen Jah- wartend oder gleichgiltig bei Seite. Aberd Allgemeinen zeigt sich doch, welch' große, Nutzen für die Fonsumenten eine derakki⸗ Organisation bietet, die auch ihren Angestellf bessere Löhne zahlt, als es die privaten Größ⸗ handlungen thun.
. ñ—————ũ— 1101
Deutscher Reichstag 8
Am Mittwoch beschäftigte sich der Reichs⸗ tag mit Wahlprüfungen, nachdem einige Rechnungssachen debattenlos erledigt waren. Die Wahl unseres Genossen Grünberg wurde für gültig erklärt, ebenso die von konservattver Seite angefochtene Wahl des freisinnigen Abg. Gothein. Ueber die Wahlen der nattonallibe⸗ ralen Abgeordneten Sieg und Prietze sollen Be⸗ weiserhebungen gepflogen werden; diese dürften jedoch an der Ungültigkeitserklärung nichts ändern.— Donnerstag erledigte man zu⸗ nächst den Richterschen Antrag auf Schutz des Wahlgeheimnisses in dritter Lesung; er wurde gegen die Stimmen der Rechten ange⸗ nommen. In der Debatte wurden die unsau⸗ beren Wahlpraktiken der Konservativen von ver⸗ schiedenen Rednern einer scharfen Beleuchtung unterzogen. Genosse Ledebour machte den Vorschlag, die Mitglieder des Bundesrats, die zu den Schwerinstagen nicht erscheinen, für ihre Pflichtvernachlässigung durch Abzug der Diäten zu bestrafen.
Dann kam der„Toleranz-Antrag“ des Centrums an die Reihe. Bei der Erörterung desselben stritten sich die Vertreter der katho⸗ lischen und evangelischen Kirche darüber, welche von beiden die größte oder auch die wenigste Duldsamkeit übe. Davon ist in Wirklichkeit von keiner Kirche viel zu erwarten; jede möchte eine Andere nicht aufkommen lassen. Im Grunde ihres Herzens sind alle Kirchen intolerant. Durch einen von dem Centrum und den Kon⸗ servativen beschlossenen Zusatz zu§ 1 sollten die zum Schutze des religiösen Bekenntnisses gegebenen Bestimmungen eingeschränkt werden. Deshalb stimmten unsere Genossen dagegen.
Am Freitag erfolgte die zweite Lesung der Regierungsvorlage betreffend Diäten für die Zollkommtssionsmitglieder. Ausnahmsweise war das Haus einmal beschlußfähig. Alle Ab⸗ änderungsanträge wurden abgelehnt,
die Brotwucherdiäten genehmigt und zwar mit 143 gegen 84 Stimmen.
Die Debatte bewegte sich im wesentlichen in denselben Bahnen, wie bei der ersten Lesung. Große Aenderungen hat die Kommission ja auch nicht an der ursprünglichen Vorlage vorgenom⸗ men; man hat nur an der Pauschalsumme 400 Mk. abgeknapst und außerdem beschlossen, den Mitgliedern der deutschen Landtage, die in der Zoll⸗Kommission sitzen, ihre etwaigen Tage⸗ gelder in Abrechnung zu bringen. Die eigent⸗ lichen Schwierigkeiten, die Auswahl des Ver⸗ teilungsmodus an die Fraktionen, sind dem Präsidenten überlassen worden. Nur insofern vereinfacht sich die Abrechnung, als die frei⸗ sinnigen Parteien durch die Abgeordneten Wie⸗ mer und Dr. Barth erklären ließen, daß ihre Mitglieder den Empfang dieser Zolltarif⸗Diäten ablehnen würden. Unsere Fraktion wird be⸗ kanntlich die aus der Reichskasse fließenden Gelder zur Agitation gegen den Brotwucher verwenden.
Bei aller prinzipiellen Geguerschaft gegen die Vorlage hatte Genosse Bebel doch den Ver⸗ such gemacht, wenigstens die Pauschalsumme, in der etwas besonders Herabwürdigendes liegt, zu beseitigen und durch Anwesenheitsgelder zu ersetzen, aber seine Anregung fiel auf unfrucht⸗ baren Boden. In der Hauptsache drehte sich die Diskussion wieder um die höchst gleichgültige Frage, ob Genosse Stadthagen in der Zolltarif⸗ Kommission eine Aeußerung gemacht habe, die als Billigung des Vorschlages gedeutet werden könnte. Eine ganze Gruppe von Zwischen⸗ trägern hatte sich zusammen gefunden, unter deren Händen dann die Geschichte die übliche Entstellung erfahren hat. Genosse Stadthagen legte den Vorgang dar, und seine Ausführungen mußten auch in allen wesentlichen Punkten von
A
2
—
3 ů—•


