Ausgabe 
9.3.1902
 
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ver felbstverständlich mit der Vernichtung der

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Sozialdemokratie enden wird.

Wie nämlich ein demVorwärts in die Hände gefallenes Zirkular des Innungs⸗ verbandes deutscher Baugewerksmeister verkündet, soll eine Broschüre herausgegeben werden, die kurz vor der Wahl jedem Reichs⸗ tagswähler unentgeltlich in die Hand gedrückt werden und die bewirken soll, daß nicht ein einziger Sozialdemokrat in das hohe Haus ein⸗ zieht, unsere Partei vom Erdboden verschwindet. In dem famosen Schriftstück heißt es unter anderem:

Die Sozialdemokratie ist im Deutschen Reiche während der beiden jüngsten Jahr⸗ zehnte in außerordentlichem Maße gewachsen. Die Parteiführer rechnen für die bevor⸗ stehenden Wahlen auf etwa 3 Millionen Stim men, was deren Erfüllung bedeuten würde, daß die Sozialdemokratie zu weit über 100 gewonnenen Mandaten und damit zur maßgebenden Stellung im deutschen Reichstage gelangt.

Einer solchen Gefahr rechtzeitig und that⸗ kräftig vorzubeugen, ist eine Pflicht, der wir uns aus nationalen, wirtschaftlichen, sozial⸗ politischen und sittlichen Gründen nicht ent⸗ ziehen dürfen.

Vor allem gilt es, was bisher allzu sehr versäumt worden ist, für die gründliche Auf⸗ klärung(J) der sämtlichen Wahlberechtigten in allen von der Sozialdemokratie bereits eroberten oder wieder bedrohten Wahlkreisen über die Sinn- und Haltlosigkeit der sozialistischen Hauptlehren zu sorgen. Uns liegt eine sehr geschicktausgeg rbeitete Broschüre vor, die diese Aufgabe ohne alle Redensarten ausschließlich durch fest stehende, unanfechtbare Zahlen und That⸗ sachen erfüllt.

Aus naheliegenden Gründen kann die Schrift jetzt noch nicht allgemein der Oeffentlichkeit übergeben werden. Sie soll in einer so großen Auflage herge⸗ stellt werden, daß kurz vor der Wahl jedem Wähler der in Betracht kommenden Kreise ein Exemplar verabfolgt werden kann.

Für diese gute Sache werden die Herren Innungskollegen aufgefordert, die nötigen Moneten aufzubringen. Nur einen Nickel pro Kopf der von ihnen beschäftigten Arbeiter sollen sie herausrücken. Man sollte meinen, derartiges Zeug wäre schon genügend produziert worden. Nach Richter mit seiner Spar⸗Agnes haben doch schon eine ganze Anzahl tapferer Kämpen, Korbmacher Fischer, Max Lorenz, Schweinburg und ähnliche die Sozialdemokratie widerlegt oder garvernichtet. Mit Recht fragt der Vorwärts, warum denn nicht einfach die gelben Hefte des Pastors Hülle und Denk⸗ schrift zur Zuchthausvorlage, deren doch für 12000 Mark hergestellt wurden, verbreitet werden? Ob das nicht genugzieht?

Nun, mögen sie kommen! Für unsere Ge⸗ nossen muß aber die scharfmacherische Mobil⸗ machung eine Mahnung sein, wirksam zu agi⸗ tieren und die Organisationen auszubauen. * auf dem Posten! muß unsere Losung

ein!

Frecher Schwindel.

Welcher schmutzigen Mittel die Gegner sich im Kampfe gegen die Sozialdemokratie be⸗ dienen, zeigt der Wahlkampf im Kreise Ger⸗ dauen⸗Friedland. In einem dort ver⸗ heißt es konservativen Wahl-Flugblatte

eißt es:

Die Sozialdemokratie kämpft nicht für den Arbeiter, sondern für den Geldsack. Sie will die Grenzen öffnen und den deutschen Arbeiter schutzlos der Konkurrenz von all dem ausländischen Gesindel überlassen.

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so dumm ist sie. Vondrie enen der Gesinnung sondergleichen aber zeugt es, wenn dieselben Leute, denen die ausländischen Arbeiter als Arbeiter hochwillkommen sind, weil sie ihnen die Ernte hereinbringen und ihnen auch noch gestatten, in bisher geübter Weise die deutschen Arbeiter niederzuhalten, die Polen und andere Ausländer alsausländisches Gesindel bezeichnen.

Noch schamloser ist aber die weitere Behaupt⸗ ung des Flugblattes, daß die Sozialdemokraten an der Erhöhung der indirekten Steuern schuld wären. Es klingt unglaublich, daß Derartiges in einem Flugblatt steht, das die Wahl eines Mannes empfiehlt, der sich ver⸗ pflichtet hat, für eine gewaltige Erhöhung der indirekten Steuern einzutreten.

Dann schließt das Machwerk:

Auf denn zum Kampfe gegen die Lügner

und Hetzer, gegen die Feinde des Volkes und des Vaterlandes! Das ist sicher der Gipfel der Gemeinheit. Es zeigt aber, daß die Gesellschaft der Junker und staatstreuen Ordnungsstützen total auf den Hund gekommen ist. Sie können sich nicht mehr anders, als mit Verleumdungen und Lügen helfen. Und so, wie im Osten die Konservativen, machen es im Westen Christlich⸗Soziale, Anti⸗ semiten, Zentrum und sonstige Verteidiger der Religion, Sitte undOrdnung.

Gleiches Recht für alle!

An der Generalverfammlung des Bundes der Landwirte im Eirkus Busch haben, obwohl es sich offenkundig um eine politische Versamm⸗ lung handelte, auch Frauen als Zuhörerinnen teilgenommen. Auf diese Thatsache aufmerk⸗ sam gemacht, erklärte es der preußische Polizei⸗ minister Herr v. Hammerstein im preußischen Landtage für einen allgemeinen Grundsatz, daß Frauen in Preußen an politischen Versamm⸗ lungen teilnehmen könnten, aber nur unter der Voraussetzung die im Cirkus Busch freilich nicht erfüllt war daß die Frauen ihnen bestimmte Zuhörerplätze einnähmen oder, wie er sich geschmackvoll ausdrückte, daß sie sich mit den Männern nicht vermischten. Unsere Berliner Genossen machten darauf gleich die Probe auf's Exempel. Als aber am Mittwoch bei einer sozialdemokratischen Versammlung in Berlin auf den Tribünen Frauen als Zu⸗ hörerinnen erschienen, verlangte der überwachende Polizeibeamte gleichwohl deren Entfernung aus dem Saale. Die Versammlung kam dem Wunsche des Beamten nach, beschloß aber, beim Polizeipräsidenten Beschwerde zu führen. Einer sozialdemokratischen Versammlung in Hannover widerfuhr das Gleiche. Jawohl, wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht dasselbe solange es eben geht.

Aufgezwungene Dekoration.

Vor kurzem kam im Reichstage zur Sprache, daß ein zu einer achtwöchentlichen Uebung ein⸗ gezogener Oekonomie⸗Handwerker, Redman aus Werne, vor das Standgericht zu Bochum unter die Anllage gestellt ist: durch dieBeant⸗ wortung der an ihn auf dem Hauptmeldeamt gerichteten Frage, warum er die China⸗Denk⸗ münze nicht annehmen wolle, mit der Erklärung, seine Ueberzeugung als Sozialdemokrat verbiete ihm das, sich des Vergehens gegen den Kriegs⸗ ministerialerlaß und Korpsbefehl, sozialdemo⸗ kratische Gesinnungen nicht zu betätigen, schuldig gemacht zu haben. Die im ersten Termin vertagte Verhandlung hat am 24. d. M. mit Bestrafung des Angeklagten zu drei Tagen Mittelarrest geendet. Es mag auf sich beruhen, ob der Angeklagte zur Zeit der Beantwortung der Frage als unter Militärgesetzen stehend erachtet werden konnte. Das Urteil ist absolut unhaltbur. Es wird sich bei der dritten Lesung

Das sagen die Leute, die zu Tausenden russisch⸗polnische Arbeiter ins Land holen und

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f Sozialdemokraten im Rirchenvorstaub.

Bei der Kirchenvorstandswahl in Nürn⸗ berg siegte zum Entsetzen aller Rechtgläubigen die Sozialdemokraten. Dieselben hatten sich, dated der sonstigen Gepflogenheit, sich um erartige Wahlen nicht zu kümmern, diesmal an der Wahl beteiligt, um eine geplante Kirchen⸗ steuer illusorisch zu machen. Sie haben die Gläubigen im Herrn überrumpelt und siegten im Sprengel St. Jobst mit 100 gegen 20 Stimmen.

Anheilbar geisteskrank.

Neulich hat in Berlin der tolle Dresch⸗ graf Pückler aus Klein⸗Tschirne unter dem Beifallsgeheule seiner antisemitischen Horde wieder eine seiner bekannten Reden gehalten, die aber noch mehr als die früheren den Geistes⸗ zustand dieses Junkers sowie auch den seiner Zuhörer im bedenklichsten Lichte erscheinen lassen. Er sprach von den roten und goldenen Ratten, womit er die Sozial⸗ demokraten und die Juden meinte und deren Ausrottung er vom Kaiser forderte. Mit aus⸗ gestreckten Armen und verdrehten Augen schrie

er:Landgraf, werde hart! Deutscher Kaiser! f

sei hart gegen die Ratten, namentlich gegen die goldenen. Schon hat es dreiviertel zwölf geschlagen, um 12 Uhr geht das Reich zu Grunde. Die Höflinge sind Juden⸗ genossen und Jammerlappen und auch die Behörden und Gerichte stehen längst unter dem Einfluß der Juden.Ich hätte für mein forsches Auftrefen gegen das Judenpack eher eincn hohen Orden verdient, als eine Verurteil⸗ ung. Der König sollte die Behörden aahalten, Spitzbuben und anderes Gesinoel zu verhaften,

aber den unschuldigen Pückler unbehelligt zu

lassen. Sollte sich wieder einmal ein Polizet⸗ kerl herausnehmen, mich verhaften zu wollen, schieße ich ihn eine Portion Schrot

in den Bauch. Landgraf Landgraf Landgraf, Du gehst einem dunklen Schicksal entgegen! Es wird endlich Zeit, daß die

Fürsten Buße thun, im Sock und in der Asche. Wir aber müssen endlich einmol anfangen, auf die Judenbande wirklich loszugehen. Wenn Euch auf dem Heimwege schwarzgelockte Jünglinge und Dan en begegnen, tretet auf sie zu und gebt ihnen patsch, patsch rechts und links ein paar Oheseigen, hebt dann den Fuß und versetzt den Se warzgelockten noch einen tüchtigen Fußtritt. Auf diese Weise muß der Anfang gemacht werden. Alle diese Be⸗ merkungen fanden bei den Anwesenden tosenden Beifall. Ob Bindewald dabei war, geht aus dem Berichte nicht hervor. Der ist eigent⸗ lich mit dafür verantwortlich, wenn Pückler vollends verrückt wurde, denn er hat ihn immer

begleitet und wohl auch zu solchen Reden an⸗

gereizt. Wahlrechts ⸗Petition in Sachsen⸗

Das Zentralagitationskomitee unserer sächsi⸗ schen Genossen hat eine Petition um Aenderung des jetzt dort bestehenden Dreiklassenwahlrechts und Einführung eines gerechten Wahlsystems an den Landtag gelangen lassen. ist mit eingehender gründung versehen. Augenblick im Zweifel darüber,

Trotzdem sind wir keinen

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Die Einführung der zweijährigen Militärdieunstzeit

steht in Frankreich bevor. 0 die neulich über diese Frage in der Deputirten⸗

kammer geführt wurden, legte der Abgeordnete

des Etats herausstellen, ob das allerdings

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