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Nr. 9.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
lerischer Genuß geboten. Das Eintrittsgeld beträgt 30 Pfg. 1 l
h. Kriegervereinliches. Daß man es bei den Kriegervereinen mit arbeiterfeind⸗ lichen Organisationen zu thun hat, ist eine be⸗ kannte Sache. Das trat in einer Versammlung des Kreiskriegerverbandes, die am Sonntag in Wetzlar tagte, wieder klar hervor. Dort fühlte sich Hauptmann Hardt bemüßigt, seine getreuen Kriecher vor dem Verband der Fabrik- und Hilfsarbeiter zu warnen, indem er diesen als sozialdemokratische Organisation denunzierte. Wir wollen mit ihm nicht rechten, denn was kann ein Hauptmann von gewerkschaftlicher Organisation wissen. Aber für die im Krieger⸗ verein befindlichen Arbeiter ist es unverzeihlich, wenn sie sich derartiges bieteu lassen. Sie müßten wissen, daß der Fabrik und Hilfs- arbeiter⸗Verband stets für die Besserung der Lage der Arbeiter eintritt, was ein Kriegerverein nicht thut. Diesen bleibt deshalb auch jeder Arbeiter fern, der nur einigermaßen zur Er⸗ kenntnis gekommen ist.
Aus dem Nreise Marburg-Rirchhain.
St. Todesfall. Ein braver, treuer Partei⸗ enosse, der Schriftsetzer Fritz Schäfer aus Marburg wurde am 24. Februar von seinem langen, schweren Leiden durch den Tod erlöst. Im vorigen Jahre siedelte er mit seiner Familie(Frau und 3 unmündige Kinder) nach Gießen über, wo er wegen eines schweren Magenleidens mehrere Operationen bestehen mußte. Mit allen Fasern seines Herzens treu zur Partei stehend, jederzeit bereit, seine Kräfte dem Dienste derselben zu widmen, vergaß er aber auch nicht, den Pflichten seiner Organi— sation voll und ganz nachzukommen. Es dürften wohl wenige Partei- oder Gewerkschafts⸗ versammlungen oder sonstige Veranstaltungen derselben gewesen sein, denen er nicht beigewohnt hätte. Ein Lichtblick während seiner langen Leidenszeit brachte ihm zu Weihnachten eine Liebesgabe der Marburger Kollegenschaft, im Betrage von 35 Mark, welche ihm der Gießener Vorsitzende mit den herzlichsten Wünschen zu baldiger Genesung als Zeichen der Anerkennung und Freundschaft an das Krankenbett brachte. Leider sollte ihm die erhoffte Genesung nicht zu teil werden; im 43sten Lebensjahre, also im besten Mannesalter, wurde er uns durch den unerbittlichen Tod entrissen. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren.
—„Oppositioneller“ Stadtverord⸗ neter. In einer der letzten Sitzungen der Stadtverordneten-⸗Versammlung, wo über Lohn⸗ erhöhung der städtischen Waldarbeiter beraten wurde, wovon wir s. Zt. berichteten, müssen wir noch nachträglich unserer Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß der neugewählte Stadtverordnete Engel, dem man doch vorher soviel soziales Verständnis nachrühmte, mit
keinem Wort sich an der Debatte beteiligte. Die Arbeiter, denen er doch hauptsächlich seine Wahl mitverdankt, werden sich dies jedenfalls merken und bei künftigen Wahlen etwas vor⸗ sichtiger zu Werke gehen.
g. Soziales Elend. Aus Cappel schreibt man uns: Schon sehr oft und auch mit Recht haben einzelne Gemeindemitglieder die Frage gestellt, auf welche Weise die Er⸗ ziehung der hiesigen sehr armen Kinder gefördert werden könnte. In letzter Zeit nun wurde von der Schul⸗Aufsichtsbehörde die Errichtung einer Kleinkinderschule geplant. Das Baugrundstück sollte der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, ebenso wollte der Kreis die Besoldung der Lehrerin und sonstigen Ausgaben auf eine Zeitdauer von zwanzig Jahren übernehmen. Der wohllöbliche Gemeinderat hat aber die Errichtung abgelehnt. Ungefähr 50—60 Kinder liegen das ganze Jahr hindurch auf der Straße, zerlumpt und verwahrlost, die Köpfe voller Unrat, keine richtige Nahrung, wie überhaupt ohne jegliche Aufsicht und Erziehung; der Vater und die Mutter gehen von morgens bis abends dem täglichen Erwerb nach und können sich infolgedessen nicht um ihre Kinder kümmern. Es ist schon oft zugestanden worden, daß es mit den Kindern in hiesiger Gemeinde am schlechtesten in der ganzen Umgegend bestellt ist. Der„Vater⸗ ländische Frauenverein“ wollte aus diesem Grunde eine jährliche freiwillige Beihilfe zu einer Kinderschule leisten, aber trotz alledem ist es von den Herren Gemeindevertretern(ein Arbeiter ist leider im Gemeinderate nicht ver⸗ treten) welche größtenteils eifrige Kirchenbesucher sind, abgelehrt worden. ö dafür verantwortlich, wenn von ohne Aufsicht
Wer wäre denn
herumlaufenden Kindern einmal ein Brand⸗
oder sonstiges Unglück verursacht würde? Daß
diese Kinder Streichhölzer in den Taschen herum⸗ g Beachtung geschenkt zu haben. Man kam dort
tragen, öfter an versteckten Plätzen kleine Feuer anzünden, mit Schießwaffen und dergleichen spielen, ist hier gar nichts Neues.
Ueber diese traurigen Verhältnisse setzen sich behäbige und wohlgenährte Spießbürger in der Regel mit albernen, für ihre Rückständigkeit bezeichnenden Redensarten hinweg.„Wer keine Kinder ernähren kann, soll sich keine anschaffen; die Alten mögen sehen, wo sie etwas zu fressen und Lumpen für ihre Jungen kriegen!“ Weis⸗ heiten dieser Art bekommt man oft zu hören und zwar von Leuten, die verpflichtet wären für geordnete Zustände zu sorgen.— Nur ein Beispiel des Elends sei hier angeführt. Vorigen Sommer wurde die Ehefrau eines armen Mannes krank und mußte in die Klinik übergeführt werden, der Vater mußte auf den Arbeitsplatz und so waren sich die fünf oder
als gerade ein Mühlenbesitzer aus Unte⸗ ein Schwein wiegen ließ. Zur Rede gestand der Wiegenmeister ein, im Einverß nis mit einigen hiesigen Schlachtermeistern Betrug vollführt zu haben. den Betrüger als seine Helfershelfer zu
überlassen. Die Mutter blieb/ Jahr in der Klinik, nachdem sie als unheilbar entlassen und mehrere Wochen wieder zu Hause war, starb sie. Die kleinen Kinder wurden bei Gemeinde⸗ gliedern untergebracht, vorher aber ist von seiten der Gemeinde nicht das Mindeste für diese Familie geschehen. Aehnliche Fälle kommen oft vor. Gezwungen müßte eine derartige Gemeinde werden, ein Armenhaus und auch eine Kleinkinderschule zu bauen— dies wäre das Richtige. Aber es geht hier, wie es vor mehreren Jahren mit der Telephonanlage gegangen ist, dieselbe sollte staatlicherseits unentgeltlich ausgeführt werden, aber dennoch wurde sie abgelehnt.
(Ob damit die traurigen Zustände beseitigt werden, ist mehr als fraglich. Gegen eine solche nach vernünftigen erzieherischen und humanitären Grundsätzen geleitete Anstalt wäre gewiß nichts einzuwenden. Meistens werden derartige Einrichtungen aber vom Muckertume mißbraucht, das die Jugend für seine Zwecke präpariren möchte. Deswegen wandten sich 9 15 die Heuchelheimer Genossen dagegen.
Gemeinderatswahlen.
Am Montag fanden in Bieber und in Bürgel im Kreise Offenbach zwei Nachwahlen zum Gemeinderat statt. Die Wahlen vom Herbst waren für ungültig erklärt worden. In Bieber siegten die Kandidaten unserer Partei, die im dortigen Gemeinderat nun über sechs Sitze verfügt.— In Bürgel hingegen unterlagen die sozialdemokratischen Kandidaten. Sie standen allein dem vereinten Mischmasch gegenüber und von den Zertrümlern wurde der Wahlkampf in der schäbigsten Weise geführt.
Falsche Waage ist dem Herrn ein Greuel.
Diesem Bibelspruche scheint man im städti⸗ schen Schlachthause zu Koburg nicht die nötige
einem raffinierten Betruge auf die Spur, Ein Zufall führte zu der Entdeckung, daß der Wiege⸗ meister Eberhard, vermutlich schon lange Zeit, die Viehverkäufer betrog. Er hatte unter der Gewichtsschale der Waage ein 450 Grumm schweres Stück Eisen befestigt, sodaß das ge⸗ wogene Stück Vieh jedes Mal 9 Pfund leichter befunden wurde, als es in Wirklichkeit war. Vor einigen Tagen fiel nun das Eisen, weil der Bindfaden brüchig geworden war, herunter,
Die sowohl fi er⸗
wartende Strafe dürfte ziemlich hart ausfallen.
sechs Kinder, von denen das alteste ungefähr
10 Jahre alt ist, Tag für Tag ganz allein
Eberhardt ist zur Zeit„plötzlich erkrankt“; von einer Verhaftung ist noch Abstand genommen.
Kleine Mitteilungen.
** Opfer der Arbeit. Auf Grube„Mark“ bei Weilburg, die den Buderusschen Eisenwerken gehört, verunglückte der Bergmann Gottlieb Müller von Aulen⸗ hausen. Er wollte sich in einem Förderkorb in das Gesenk hinablassen, das Seil riß und der Kübel stürzte mit Müller auf die Stollensohle. M. starb an den Verletzungen.— Jedenfalls befand sich das Seil in einem mangelhaften Zustande.— Ferner wurden in einem Kruppschen Steinbruch bei Essen vier Arbeiter durch herabstürzende Felsmassen getötet und zwei schwer verletzt.—
In Höchst a. M. wurden am Mittwoch dem Bahn⸗ hofsarbeiter Müller durch eine Limburger Maschine beide Füße abgefahren.
— Verschüttet wurde der Arbeiter Schulz aus Seckbach beim Aufladen eines Müllhaufens in der Nähe von Fechenheim. Er konnte nur als Leiche her⸗ vorgezogen werden.. 255
** Ausgebrochen aus dem Militär⸗
efängnis in Kassel sind in der Nacht zum ontag zwei gewesene Musketiere des 85. bezw.
167. Infanterie-Regiments.
* Der Treber ⸗Schmidt, der Haupt⸗ gauner bei der Kasseler Trebertrocknung ist
bdiorige Woche in das Kasseler Landgerichts⸗ gefängnis eingeliefert worden.
Mau wird ihm wegen betrügerischen Bankrotts den Prozeß
machen. Wenn er auch in's Zuchthaus käme, die von ihm Geprellten haben nichts davon.
——
Arbeiterbewegung.
* Handschuhmacher. Ein seit Anfang November v. Is. in der Handschuhfabrik von Möller in Arnstadt dauernder Streik ist nun⸗ mehr durch Vergleich beigelegt worden.
Ein Schuhmacherstreik ist in der Schuhfabrik von Rosenbusch in Mainz ausgebrochen. Ursache des Ausstandes ist eine ganz erhebliche Lohnreduktion, welche die Firma vorgenommen hat. Der von dem Unternehmer jetzt so frivol durchbrochene Tarif war schon seit 12 Jahren maßgebend. a
T Die Schreiner in Isenburg bei Frankfurt sind zu einem Teile in Abwehr⸗ streik eingetreten, weil die Möbelfabriken mit Maschinenbetrieb die Akkordpreise einer Anzahl Artikel des seit 1896 giltigen Tarifs bedeutend herabgesetzt hatten. An dem Ausstand sind 81 Mann aus 5 Geschäften beteiligt. Schreiner, Lackierer und Maler wollen Isenburg meiden. Uebrigens sei darauf hingewiesen, daß Schreiner, die auf die Isenburger Möbelspezialität nicht eingeübt sind, dort gar nicht bestehen können.
Partei-Nachrichten.
Versammlungskalender. Samstag, den 1. März.
Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 1½9 Uhr Versammlung im Lokale Orbig. Vortrag.
Wieseck. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Wacker. Tagesordnung: 1. Rechnungs⸗ abschluß vom letzten Jahre. 2. Die Beitragser⸗ höhung. 3. Festlichkeit.
Sonntag, den 2. März.
Marburg. Buchdrucker. Nachmittags 2 Uhr Versammlung bei D. Jesberg.
Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig.
Dienstag, den 4. März.
Gießen. Gewerkschaftskartell. Sitzung bei Orbig.
Freitag, den 7. März.
Gießen. Fabrik- und Hilfsarbeiter. 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Samstag, den 8. März.
Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 8 Uhr bei Hch. Volkmann Familienabend, Gesangs⸗ und humoristische Vorträge.
Abends 9 Uhr
Abends
Hierzu eine Beilage.


