Ausgabe 
1.6.1902
 
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Nr. 22.

Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.

Seite 7.

und den knochigen, braunen, gefalteten Händen der alten Frau. Einzelne Linden⸗Flieder⸗ blüten taumelten in ihren Schooß.

Der Gesang der 1 55 verstummte!.

Ringsum tiefe, feierliche Stille!

Und die alte Frau horchte auf es klang so traulich, so lieb!

Und sie war so müde!

Ihr Kopf sank leise nach vorn auf die Brust. Die müden Augen schlossen sich lang⸗ sam. Und der Flieder und die Linde dufteten stärker, der Fink schmetterte sein Lied heller und jubelnder, als wollte er sich die klein., zarte Brust zersprengen, die Sonne schien gol⸗ diger und prächtiger, der Horizont prangte in wundervollen Farben. Der Fink verstummte. Hin und wieder noch ein leises, ganz leises

irpen. Sonst kein Laut hörbar. Die Luft o lau, so mild, so duftig.

Leise, harmonische Glockentöne zittern durch den Abend. 5

Man läutete Feierabend.

Mütterchens Herz aber hatte seinen letzten Schlag gethan sie war am Ziel.

Martinique.

Mit Befriedigung und Stolz pflegen wir von der Höhe unserer Kultur zurückzublicken auf die unabsehbare Zeit der Entwickelung, die hinter uns liegt, auf die Jahrtausende müh⸗ seligen Ringens, in denen sich der Mensch aus einem dem Tierleben noch verwandten Natur⸗ zustande heraus zu dem ganzen Reichtum moder⸗ ner Civilisation emporgearbeitet hat. Und ehe der Mensch überhaupt auf der Erde erschien, welche wunderbaren Entwicklungsvorgänge sind es gewesen, deren stumme und doch so vielsagende versteinerte Ueberreste der Forscher mit Staunen studiert. Es waren gewaltige Verschiebungen der Land-, Eis⸗ und Wassermassen nötig, ehe

die Ozeane, die Festländer, die Inselwelten

unsrer Tage sich bilden konnten. Es waren ungeheuerliche Veränderungen der Pflanzen- und Tterformen erforderlich, ehe die heute leben⸗ den Arten und Gattungen hervortraten. Es ist ein Werden und Wachsen gewesen, dem gegenüber das Wort des alten griechischen Philo⸗ sophen HeraklitAlles fließt noch einen viel tieferen Sinn gewonnen hat, als er selbst zu seiner Zeit ahnen kounte.

Auch wir treiben in diesem Strome der Allentwicklung. Mit jedem Tage fast sehen wir unsere Geisteswelt reicher und tiefer werden. Zu immer neuen Erkenntnissen, neuen Ent⸗ deckungen, neuen Erfindungen schreitet die Wissen⸗ schaft fort; in immer großartigeren und packen⸗ deren Schöpfungen giebt die Kunst den Gefühlen der Menschheit Ausdruck; und die Aenderungen und Verbesserungen, die wir an unsern Staats- verfassungen und an unsern wirtschaftlichen Verhältnissen erstreben, gehören ebenfalls in dieses allgemeine Vorwärts⸗ und Aufwärtsstreben hinein. Der Blick auf die ane Errungen⸗ schaften und die Hoffnung auf Verwirklichung unserer Zukunftsideale hat uns jene kühne

Siegesgewißheit gegeben, mit der wir vom Triumph des oe über die Natur zu sprechen gewohnt sind.

Inzwischen aber sind die Veränderungen in der Natur keineswegs zum Stillstand ge⸗ kommen. Die kleinen alltäglichen Vorgänge zwar fallen uns nicht weiter mehr auf und die meisten, wie etwa der Wechsel einer Küsten⸗ linie, gehen so langsam vor sich, daß wir kurz⸗ lebenden Menschen mit unsern leiblichen Augen sie kaum wahrzunehmen vermögen. Hin und wieder jedoch erinnern auch im Großen einmal Ereignisse daran, daß die äußere Gestalt unserer Erde so fest gegründet und dauernd nicht ist, als sie scheint. Mit leisem Schauern erfüllt uns die Thätigkeit jener unheimlichen Berg⸗ riesen, die dauernd ihre drohenden Rauchsäulen gen Himmel senden, um dann in längeren oder kürzeren Zwischenräumen gewaltige glühend⸗ flüssige Steinmassen aus geheimnisvollen Tiefen hervorzuschleudern.

Wo der Mensch und sein Werk in ein solches Naturereignis hineingerät, da geht es erbarmungslos über ihn und alle Früchte seiner Thätigkeit hinweg. Gestern noch eine blühende, lebensfrohe Stadt, heute ein Ruinen⸗ und Leichenfeld! Der Opfer mehr, als die Grau⸗ samkeit eines langen Krieges zu kosten pflegt. Die Menschheit im Ganzen mag sich und soll sich ihres Sieges über die Natur freuen. Der Mensch im Einzelnen ist nichts vor ihr.

Das fürchterliche Ereignis auf Martinique und den Nachbarinseln muß jeden denkenden Menschen zu ernster Teilnahme erwecken. Wie finden sich unsere frommen Theologen mit ihm ab? Da ist gewiß zu Pfingsten auf vielen Kanzeln wieder die Rede gewesen vomFinger Gottes, von denwunderbaren Wegen des Herrn, die wirMenschen nicht verstehen können. Was heißt das schließlich? Der gläubige Christ steht hier mindestens ebenso ratlos dem rücksichtslosen Walten der Natur⸗ gesetze gegenüber, wie der vorurteilslose Philo⸗ soph. Und trotzdem werfen es uns die Priester alsSünde vor, wenn wir an diesen wunder⸗ lichen himmlischen Vater, an diese unmensch⸗ liche Persönlichkeit eines Gottes nicht zu alauben vermögen? Wer's kann, mag es thun! Wir werden ihn beten und reden lassen, wie er will und wie er muß. Er sollte aber uns nicht schelten, wenn auch wir zweifeln und reden, wie wir wollen und müssen.

Wir sehen in schöner Sternennacht in den unbegrenzten Aether hinauf. Wir denken daran, daß all diese flimmernden kleinen Pünktchen dort oben Welten sind, wie die unsrige, riesen hafte feurige Kugeln wie unsere Sonne, um die sich in ihren regelmäßigen Bahnen kleine unscheinbare bewegen, wie unsere Erde. Dann gemahnen uns die Feuerströme, die dem Innern unseres Planeten entquellen, an den wunder⸗ baren Zusammenhang, in dem auch er und wir zu diesen ungeheurn Weltall stehen. Aber wir bilden uns ein, diesen Zusammenhang in irgend einer Formel, in irgend einem kindlichen Glaubenssatz ergründet zu haben. Wenn wir

uns Gedanken darüber machen und wer wäre geistig so stumpf, daß er es nicht zuweilen thäte? Da fordern wir wenigstens von keinem andern, daß er unsre Vermutungen zu seinen Ueberzeugungen mache. Wie immer einer über das Rätsel des gesamten Daseins, über dessen Woher und Wohin und Warum denken mag, nicht danach werden wir ihn be⸗ urteilen, sondern nach seinen Thaten, nicht nach seinen Gebeten und Besorgnissen für sein eigenes, wenn auch ewiges Heil, sondern nach dem, was er und sein Wirken für diese unsre Welt, für seine Mitmenschen bedeutet.

Auch wirGottlosen sind keineswegs so flache Naturen, daß wir nicht die erschütternde Wirkung eines solchen memento mori(Bedenke, daß Du sterben mußt!) wie es das Unglück auf Martinique ist, empfinden. Aber nicht den Schluß ziehen wir daraus, daß alles irdische Dasein in seiner Kleinheit und Flüchtigkeit wertlos sei, sondern vielmehr jenen andern praktischen, daß wir die kurze Zeit doppelt aus⸗ nutzen wollen, vor allem in der Erfüllung alles dessen, was wir nach unserm Gewissen für unsere Pflicht halten müssen. Und dazu gehört nicht in letzter Linie unsere Mitarbeit an der sozialen Bewegung. Das aber ist schönste Unsterblich⸗ keit: Gutes gewirkt zu haben. Denn die Folgen guter Thaten sind es, welche allein in der Welt ewig sein werden.

Humoristisches.

Der Tapferste.Was spielt Ihr denn da Kinder?Wir spielen Krieg.Warum weint aber der Fritz da oben?Der hat Weltmacht spielen wollen, ist auf die chinesische Mauer gestiegen und traut sich jetzt nicht mehr runter!

Im Dusel.Du, sag' mal Eda, is das nu der Mond oder'ne Bogenlampe?Ja, das kann ich Dir ooch nich sagen da muß ich erscht mal fühlen, ob'n Pfahl d'runter is!

Einen lustigen Druckfehler leistet sich der Koblenzer General-Anzeiger. Er teilt seinen Lesern mit, daß Miß Roosevelt in diesem Jahre weder nach London noch nach Berlin kommen wird.Der Präsi⸗ dent glaubt, seine Tochter sei bet ihrer großen Tugend den Aufforderungen, die der Aufenthalt in London und Berlin an sie stellen würde, nicht gewachsen.

Geschichtskalender.

1. Juni. tage eingebracht.

2. 1882: Garibaldi gestorben. Attentat auf Wilhelm I.

3. 1898: Paul Grottkau, soz. Agitator, früher in Berlin, in Milwaukee gestorben.

4. 1899: Adeliger Rowdy⸗Krawall gegen Präsi⸗ dent Loubet in Paris.

5, 1897. Kriminalkommissar sprochen. 1728, Adam Smith, National-⸗Oekonomie geboren.

1899: Zuchthausvorlage im Reichs⸗

1878: Nobiling⸗

Tausch freige⸗ Begründer der

6. 1901: Waldersee verläßt China, ohne Lorbeer. 1867: Attentat auf Alexander II. von Rußland.

7. 1870: Charles Dickens, Dichter, gestorben.

1826: Fraunhofer, Optiker, gestorben.

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