daheim hatten Hühner, und ich war immer der„Eierfac⸗ tor“ geweſen, das heißt, ich hob die Neſter aus und kannte die Schliche der Hühner, ihre Eier dem Auge des ſuchen⸗ den Feindes zu verbergen. Mein Auge fuhr im Ställchen herum. Alles leer! Da aber ſah ich unter der Krippe, die von Holz war, ein Loch, das aus dem Stroh hervor⸗ hing. Halt', dachte ich, in ſolch ein Mauerloch legte daheim der getippelte Gumpel ſo gerne. Guck'mal vielleicht— 2 Ich fuhr mit der Hand hinein und— hatte mich nicht be⸗ trogen. Ein Neſt mit ſechs Eiern fand ich. O liebſter Herr, das war ein Schatz!— In der Küche war noch eine Pfanne von Eiſenblech zum Backen der Pfannkuchen. Die waren all mein Lebtag mein Leibeſſen geweſen, und wie lang war ſolch ein Duft nicht mehr in meine Naſe geſtiegen! Voll Freude lief ich in die Küche zurück, um mir wieder Feuer anzumachen und die Eier zu backen; aber ein Zugwind wehte mir Rauch entgegen. War die Thür offen? Nein, die hatte ich ja zugemacht. Ich ging raſch zu— aber wie erſchrack ich! Die Thür war offen und als ich in die Küche trat, war mein Mantel fort.—
„Raſch zog ich meinen Säbel und lief hinaus— allein das war umſonſt. Dort jagte noch ſo ein Halunk von Koſack, der meinen grauen Mantel um ſich geſchla— gen hatte und ich— hatte das Nachſehen! i
„Trübſelig ſchlich ich in die Küche. Das Eierbacken war mir vergangen. Ich begnügte mich ſie abzuſieden.
„Und als ich ſo beim Heerde ſaß und ſie verzehrte, ſtieg ein trüber Gedanke nach dem andern auf. In des Mantels Taſche ſteckte Pfeife und Tabak. Mein ganzes Unglück kannte ich indeſſen noch nicht. Als ich die Eier gegeſſen und nun die Nothwendigkeit fühlte, weiter zu wandern, wollt' ich nach meinem Torniſter greifen, und nun erſt ſah ich daß, daß der auch fort war!—
„So wenig es einem Soldaten paſſen mag, ſo hab' ich doch kein Hehl, daß mir ein paar Thränen in die Au⸗ gen traten. Was ſollt' ich denn nun anfangen? Mein Gewiſſen ſagte: das haſt du verdient, als du dem Todten das Seine nahmſt. Unrecht Gut gedeiht nicht gut! Bei ſolchem Bedenken trockneten die Thränen und es kam eine recht tiefe Scham über mich. So ſchnell ich konnte, machte ich mich auf den Weg.
„Wohin? das war die Frage. Die Heerſtraße durfte ich nicht wandern, denn da wurde ich als Franzoſe gefan— gen; ich trug ja noch die Uniform meines Regiments. Wär' ich die los geweſen! Doch wer ſollte mit mir tau— ſchen wollen?— Ins Land hinein gehen, das ſtand mir frei, allein wo fand ich Obdach und Brod?
„Meine Lage war damals verzweifelt ſchlimm und ich konnte zu keinem Entſchluß kommen. Endlich wanderte ich auf gut Glück ins Blaue hinein und hielt mich links von der Gegend und Richtung, welche die Armeen mußten genommen haben. Daß mir's mit den Koſacken ging wie unſerm alten Kurfürſten mit dem Napoleon, nämlich daß ich kein Vaterunſer für ſie betete, glauben Sie mir. Aber was half's? Er hatte es und ich war ſeiner quitt!
„Nachdem ich fünf bis ſechs Stunden immer links gewandert war, ſah ich ein gebirgig und waldbedeckt Land vor mir. Die Dörfer hatte ich vermieden und manchmal mußte ich mich in Gräben legen oder hinter Hecken mich verbergen, weil ich in kleiner Entfernung Koſacken ſah, die auf Plündern und Raub aus waren.
„Nach einer großen Anſtrengung gelangte ich end— lich gegen Abend auf eine Anhöhe, die mit Wald bedeckt war. Links in der Entfernung einer halben Stunde lag ein anſehnliches Dorf und zu meinen Füßen eine kleine Mühle.
„Geh in die Mühle, ſagte ich zu mir ſelbſt, und ſage
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traf mich nun.
ben Leuten, wer du biſt; vielleicht ſind es wohldenkende eute.
„Geſagt, gethan! 8
„Ich ſchritt die Anhöhe hinunter und erreichte die Mühle. Ein Greis ſah aus dem Fenſter. Recht beweg— lich erzählte ich ihm Alles und bat ihn um eine Herberge und um ein Stück Brod. Mein Wort hatte durchgeſchla⸗ gen. Er kam und öffnete die Thüre, die er aber hinter mir vorſichtig wieder ſchloß. f
Brauchtet Ihr nicht einen Mahlknecht? fragte ich den Alten. Ich habe ſchon in einer Mühle gedient; dann
bleib' ich bei Euch, bis die Straße frei und der Feind
fort iſt.
„Das läßt ſich hören, ſagte der Müller. Wir wol⸗
len's einmal mit einander probiren. Er ging mit mir in
die Mühle, wo er bald fand, daß ich ihm die Wahrheit geſagt. Der alte Mann wurde immer freundlicher. Er führte mich in die Stube und hieß mich zum Ofen ſetzen.
„Gerne folgte ich ſeinem Befehle, denn müde war ich zum Umſinken. Dennoch mußte ich ihm erzählen, wie
gut ſchmecken ließ, hörte er mir aufmerkſam zu.
es mir ergangen, und während ich mir Käſe und Brod 0
Gtoß Oer Gre
Oarmftadt
.„Höre, Kaspar, ſagte er darauf, wenn du ein ehr⸗ gerkauf aus ran licher Menſch biſt, wie ich hoffe, ſo kannſt du wohl bei 1617) Freitag de
mir bleiben, denn ich bin alt und mein Sohn, der die
Stütze für mich ſein ſollte, iſt mir geſtorben. Ich will's einmal mit dir probiren. N
„Als er das eben geſagt, ging die Thür auf und leichten Schrittes trat ein friſches, freundliches Mädchen herein, die mich ganz erſchrocken anblickte,
„Brauchſt nicht zu erſchrecken, Chriſtinchen, ſagte der alte Mann; das iſt ein Mahlburſche, der das Geſchäft verſteht, und will bei uns bleiben.
„Ein recht ſcharfer, prüfender Blick des Chriſtinchen's Es war ihm nichts Unfreundliches beige— miſcht. Sie fragte nach dies und das, und dann ging ſie hinaus, mir das Bett zurecht zu machen, weil ich der Ruhe bedurfte. Ich legte mich auch mit des Alten Zu⸗ ſtimmung gleich zu Bett und begann ſchnell und tief den Schlaf der Ermüdung. War ja doch das Schlafen in den früheren Nächten kein rechter Schlaf geweſen.
„Und in dieſer Nacht träumte ich einen Traum, der
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meine Seele lange und wunderſam bewegte.—— 1
„Denken Sie ſich, liebſter Herr,“ fuhr Kaspar fort,
„ich träumte, ich ſei verlumpt, verhungert und im elende⸗ ſten Zuſtande heimgekommen und ſei Nacht geweſen, aber hoher Sommer. Das Fenſterlein in meines Vaters Haus habe aufgeſtanden und ich habe hineingeblickt. Da ſaßen alle meine Geſchwiſterchen und meine liebe Mutter, und gegenüber mein Annebärbelchen, ſchön wie ein Engel, aber
bleich, und ich hörte ſie reden laut und deutlich. Glaub!
dem Gerede nicht, ſagte meine Mutter, er iſt nicht todt! Wer weiß, vielleicht lag er irgendwo und war krank! (Fortſetzung folgt.)
Markt⸗ Bericht. Friedberg, am 24. September 1851.
Aufgefahrenſ Verkauft a b
Gattung wurden wurden itte
(Mltr.)(Mltr.) fl. kr. Wai. 12 12 9 34 r 6 6 8 25 Gefe 25 25 6 54 Dafe xx 7 7 3 15 Kartoffeln 15 9 2 30 SU 3 3 0 4⁵ Mohnſamen. 5—— 25
2
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Glück ausrangicte ſaherde zu Darm N N. 2 Sſücz dergle kaserne öffentlich an geich baare Zahlung it dem Bemerken
buͤngt, daß ausland
nicht angenommen w.
Die Verſteigerung nen Vormittags un Bubßbach den 18.
Cellari Obligation (1630) Bei der be rlooſung det Jtam ihnen wurde Nr. 2 herfür ad 200 fl. kan perrn S. Lindheime 1. Januar 1852, 1. u Empfang genom Framersheim Der
emeinde Armshei Hut Vertrag mit S berg am 4. Auguſt
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