Ausgabe 
26.7.1851
 
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Intelligenz-Dlatt

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0 8 Juli en l 58. Sonnabend den 26. Juli 1851. in Friedben 8 Das Burſchenband. 1 915 9 5 22 11 e verwundert 5 1 5 1 f ab'. Nu, s'is hübſch ſo kommen. acht's bald, da bein dan Erzählung aus der Wundermappe von Hugo Goering. Hochzeit wird, an mir ſoll's nimmer 1 15 4 5 en.(Schluß.) Beſeligt ging der Foͤrſter nach Hauſe. Am folgen

berg hal Am folgenden Abend war er richtig wieder im Haus ber en gu des reichen Grubenbeſitzers, der recht freundlich um den ſcäthſchaften qt age herumſchmunzelte, als er ſah, wie dieſer ſeine Tochter auszeichnete. Lorchen ging wieder mit dem För⸗ kfabrik ter zum Tanz und wieder geleitete er ſie Nachts nach net ü gauſe. ertwig 5 Nachdem nun die Kirmſen vorüber waren, wurde es beiter ſtill in der einſamen Gegend des Waldes. Die . uchenwälder hatten ſich nun gar entlaubt und auf den 1 Paier und Tannen lag manchmal weißer Reif. Das Förſterhaus ſtand auch oft recht einſam, ohne daß der Schimmer eines Lichtes durch die umdufteten Fenſter fiel. chtbrieſt Ein Hund umkreiſ'le manchmal anſchlagend den inneren bei Hofraum, um das Haus zu bewachen, denn der Herr var gewöhnlich Abends im Dorf und ſaß an Lorchens ndernagel Seite und fing ihr den Faden weg am Spinnrocken. So gingen die Monate November und December hin und der Förſter wußte nicht wie. Während Lorchens Vater des Abends beim Krug Bier in der Schenke ſaß, weilten die beiden ſich Liebenden daheim und verkoſ'ten in die Abendſtunden unter herzlichem Küſſen. Schon manch⸗ 9 mal hatte der Förſter wohl von den künftigen Tagen und ſeinem Glücke geſprochen, aber zu einer feſten beſtimmten * Buchau Erklärung war es noch nicht gekommen. Eins liebte das nuunndere, wezu bedurfte es da noch vieler Worte. Als aber Weihnachten herankam und die Liebenden ſich auf ſinnige Weiſe gegenſeitig beſchenkt hatten, da konnte der Foͤrſter nicht länger mehr an ſich halten und ſprach: Lorchen,

Lupin was braucht's noch langen Hinausziehens; wenn d'mich

ſo liebſt, wie ich dich, ſo komm' und laß uns heut' an

einander verbunden ſein für immer und ewig.

fut, auh Und als er bei dieſen Worten ſeinen Arm um Lor⸗ Sof, m chens vollen Nacken ſchlang und ſie an ſein Herz zog, da gaben,. ließ ſie es willig zu und antwortete mit lieblich verſchaͤm⸗ e de, ter Stimme: Weißt's ja lang, wie ich dich lieb hab. tb, un Wendſt's meinſt, daß mer z'ſammen paſſen, ſoll's ſo ſein.

a Jan 4 Innig hielten ſich beide umſchlungen, und konnten

RN die Zeit kaum erwarten, bis der Alte nach Hauſe kam

15 U% und ſie ihm beide um den Hals ſtürzen konnten mit ihrer . Herzensbotſchaft.

ang du. Der Alte war lange auf eine ſolche Scene gefaßt geweſen und antwortete: Habs lang ſo im Stillen mit

den Tag wurde viel hin und her geſprochen und endlich ausgemacht, daß zwiſchen Oſtern und Pfingſten Hochzeit ſein ſollte. Nun ging es gleich nach dem neuen Jahr an ein Schaffen und Wirthſchaften, daß Lorchens Vater oft ganz mißmuthig war über das viele Lärmen in ſeinem Hauſe.

Aber Lorchen, die alles gern allein beſorgen wollte, ihre Mutter war ſchon lange geſtorben, ließ ſich das nicht kümmern und wirthſchaftete ſo emſig fort. Wie freute ſie ſich, als erſt die Tage länger waren und wie ſelig war ſie mit ihrem Bräutigam, wenn ſie an einem wärmeren Märzabend einmal zuſammen durch die Wieſen wandeln konnten.

Schon blickten die Schneeglöckchen mit ihren weißen Kelchen wieder munter und ſchmucker aus dem gelblichen Gras hervor und läuteten von wärmeren Lüften hin und hergewiegt den Frühling wieder ein. Die Wieſen fingen an zu grünen und die Bäume zu knospen. Hie und da lugte ſchon ein Veilchen aus ſeinem dunkelgrünen Laub hervor und überall zeigte ſich frohes, freudiges Erwachen. Während aber draußen alles friſch zu leben begann, fing eine andere Blume an zu kränkeln und zu bleichen, und die Blume war Lorchen. Anfangs ließ ſie nichts von ih⸗ rem Unwohlſein merken und ordnete noch immer ſo fleißig zur bevorſtehenden Hochzeit, bis es nicht mehr ging und ſie todtkrank aufs Lager ſank. Alles wurde angewendet, um Lorchen bald wieder geneſen zu laſſen, jede mögliche Freude ſuchte ihr der Förſter zu bereiten, aber vergebens. Sie wurde bleicher, und ſchwächer. Als die Roſen knospten und die erſten Blüthen in die reine Frühlings- luft dufteten, ſammelte der Förſter einen Strauß und brachte ihn ſeinem Lorchen. Als er ihr ihn aber in die Hand gab, wurde dieſe ſchon kalt, und die erſten Roſen des beginnenden Frühjahrs waren Lorchens Todtenſtrauß.

* Die beiden Gäſte, Walther und Heinrich, traten ein in die Stube des Foͤrſters. Rings an den Wänden hingen koſtbare Hirſchgeweihe in ſeltenen Bildungen und darunter eine lange Reihe ſchoͤner Pfeifen. Ganz verbor⸗ gen aber erblickte Heinrich das Burſchenband um ein Frau enbild geſchlungen und mit Epheu- und Immergrünkranzen umzogen. Was, rief er aus, ſoll denn das bedeuten, Förſter?