Ausgabe 
23.8.1851
 
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Intelligenz-Vlatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

f im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

I 66.

Sonnabend den 23. Auguſt

1851.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung,

der Preisvertheilungen in der Provinz Oberheſſen im Jahre 1831.

In Folge Beſchluſſes des Ausſchuſſes des landw. Ver⸗ eins von Oberheſſen ſollen im Jahre 1851 drei Preisver⸗ theilungen in der Provinz Oberheſſen abgehalten werden, und zwar:

1) zu Vöhl den 4. September 2 Melbach 8. 6

8 3)Gedern 10.*

Die zur Beförderung der Viehzucht ausgeſetzten Preiſe ſind auf jede dieſer drei Stationen: f

a) Für die beſten Zuchtbullen von Gemeinden oder ſolchen Privaten, welche ſie nicht zur ausſchließlich eigenen Zucht benutzen, 45 fl. zu Preiſen von 510 fl.

b) Für junge Bullen, zum Verkaufe an Gemeinden taug⸗ lich, mindeſteus Jahr alt und ſeit/ Jahr Eigen⸗ thum des Beſitzers, 20 fl. zu Preiſen von 35 fl.

c) Für ſelbſtgezogene Rinder, von 23 Jahren, die entweder ſichtbar trächtig ſind oder erſt kürzlich das erſtemal gekalbt haben, 70 fl. zu Preiſen von 5-8 fl.

Die lech Kalbin erhält zugleich eine Preisglocke ſammt Halsriemen. Bemerkt wird, daß nur das Aus ge zeichnetere einen Preis zu erwarten hat. b N

Solchen, denen wegen ſtarker Concurrenz keine Preiſe mehr zuerkannt werden können, wird, wenn ſie zwei Stunden und weiter hergekommen ſind, eine Wegentſchä⸗ digung zugeſichert, beſtehend für ältere Bullen in 24 kr. und für junge Bullen und Rinder 12 kr. für jede Stunde der Entfernung, jedoch mit der ausdrücklichen Bedingung, daß das betreffende Vieh jedenfalls preis wür⸗ dig iſt.

g Die ſonſtigen Beſtimmungen ſind:

1) die Muſterung des Viehes beginnt jedesmal um 8 Uhr morgens und es haben die Preisbewerber Be⸗ ſcheinigungen ihres betr. Bürgermeiſters(auf ſtem⸗ pelfreiem Papiere) beizubringen, worin bezüglich der Zuchtbullen bemerkt iſt, daß ſie auch wirklich zur Zucht verwendet werden und ſich hierbei brauchbar erwieſen, ob ſie noch mit den weiblichen Zuchtthieren

zur Weide getrieben werden, ob der Ankauf der Bul⸗ len durch die Gemeinde ſelbſt beſchafft wird, und ob deren Unterhaltung nicht mehr an den Wenigſtneh menden verpachtet iſt, oder gar durch Reihumhalten geſchieht in Bezug auf die jungen Bullen, daß ſie ſeit/ Jahre dem Beſitzer eigenthümlich ge⸗ hören, in Bezug auf die Rinder aber, daß ſie von dem Eigenthümer ſelbſt gezogen worden ſind.

Wer die Bedingungen bezüglich des Beibringens nach obiger Vorſchrift abgefaßter Beſcheinigungen (wäre es auch von Bewerber aus dem Orte ſelbſt, wo die Preisvertheilung ſtattfindet) nicht erfüllt, kann ohne Anſehen der Perſon zur Preisconcurrenz nicht zugelaſſen werden;

2) die älteren Bullen müſſen wohl gefeſſelt und mit ge⸗ höriger Vorſicht vorgeführt werden;

3) die Concurrenz an den Stationen iſt an keine Kreis⸗ oder Bezirksabtheilung gebunden.

Als Experten wurden gewählt für die Station Gedern: die Herren Oberverwalter Hildebrand auf Louiſenluſt, Verwalter Hensler in Ranſtadt, Oeconom Weſternacher auf dem Herr n⸗ haag bei Büdingen. Für die Station Melbach: die Herren Oeconom Kloch auf dem Schleifelderhof, Oeconom Grein in Wickſtadt, Bürgermeiſter Diehl in Münzenberg. Für die Station Vöhl: die Herren Oeconom Eigenbrod auf dem Hofe Lau terbach. Oeconom Moritz Wolf in Höringhauſen, Oeconom Wilhelm Staudinger in Tha⸗ liter.

Der Ausſchuß des landw. Vereins von Oberheſſen hat für das Jahr 1851 auch Preiſe für gute Pflüger, be⸗ ſtehend in ſilbernen Uhren ꝛc., ausgeſetzt.

In Vollziehung dieſes Beſchluſſes wird hiermit folgen⸗ des bekannt gemacht: a

10 das Preispflügen wird ſtatthaben an den Preisſta⸗ tionsorten an dem Tage der Preisvertheilungen, 2) die Anmeldungen zur Concurrenz um die Pflüger⸗ preiſe haben bei der betreffenden Station ſpäteſtens bis 10 Uhr morgens bei einem der oben erwähnten Experten zu geſchehen. Die Reihen folge der Anmel⸗