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wandter Albuquerques; ausgeruüſtet mit allen Verdienſten eines gemachten Hoflings, genoß er die beſondere Gunſt
oni Don Pede. 5 2 700 ald dieſen Annehmlichkeiten, war er doch nicht glücklich; er war von großer Eitelkeit, und ſo bildete eine Mißgeſtaltung die Qual ſeines Lebens 1 er war krumm, d. h. er hinkte.——— Er hörte von der Geſchicklichkeit des Schuhmachers Perez, und nahm ſeine Zuflucht zu ihm; aber alle Geſchicklichkeit Antonios ſchei⸗ terte an einer ſo auffallenden Unförmlichkeit. 6
„Deine Ungeſchicklichkeit verdient den Galgen! ſchrie der Stiftsherr, und warf die Sandalen deinem Vater in's Geſicht!—— obgleich nur ein ſchlichter Handwerker, achtete Perez auf ſeine Würde ſo gut als ov das geiſt⸗ liche Kleid oder der Degen ihn geſchmuckt hätte; er mäßigte ſich jedoch und erwiederte ihm ruhig und gelaſſen: Es wäre beſſer, ihr beſchuldigtet die Natur der Ungeſchick— lichkeit.“ 8 Bei dieſer Antwort ſteigerte ſich der Zorn des Don Henriquez zur Wuth; er erhob ſich, faßte nach ſeinem Stocke und führte einen ſolchen Hieb nach dem Kopfe deines Vaters, daß er zuſammenfiel um nie mehr aufzu—
ſtehen! Die Hände Gil's ballten ſich krampfhaft. Was ſoll ich weiter noch ſagen?——— Als
deine Mutter den Leichnam Antonio's in ihr Haus bringen ſah, faßte ſie Wuth und Verzweiflung....— ſie nahm einen Dolch, und wollte in dem Blute des Stiftsherrn den Mord ihres Gatten rächen; aber da erinnerte ſie ſich, daß ſie noch ein Kind hatte, eine arme Waiſe, für die ſie ſich erhalten mußte. Sie baute nun auf die Gerechtigkeit, den feigen Mörder zu beſtrafen; ſie brachte ihre Thranen, ihren Schmerz, zu den Stufen des Kapitels. J
Gott weiß welch' rührende Bitten ſie an dieſe Voll⸗ ſtrecker des Geſetzes richtete, welch' demüthiges Flehen, ihr die Verzweiflung eingab, ſie zu rühren und zu erwei⸗ chen. Die Richter hörten ſie mit Theilnahme an und verſprachen ihr eine glänzende Genugthuung..... und acht Tage darauf wurde der Stiftsherr verurtheilt.
„Zum Stricke?“ unterbrach ihn Perez. 5
„——— während der Dauer eines Jahres keiner Verſammlung des Kapitels beiwohnen zu dürfen!“
Es erfolgte eine lange Stille; Gil erhob ſich.
„Ich danke dir, Gomez, ſagte er, mit bleichen Lippen und die Zähne knirſchend, aber du haſt dich getäuſcht:— das Kind, das ſeinen Vater nicht rächt, iſt mehr als eine Memme, es iſt ein——— Schurke!“ 1
Als der alte Fiſcher dieſes bleiche Geſicht und die in Wuth ſpielenden Muskeln deſſelben ſah, fühlte er Reue, in dieſem friedlichen und ſorgloſen Gemüthe, dieſen Sturm, dieſe Rachegedanken heraufbeſchworen zu haben. 0 5
„Wo gehſt du hin, Perez?“ fragte er ihn ängſtlich.
„Grüßt mir meine gute Mutter!“
„Und dann?“ N
„Dann?——— Lebe wohl Julietta, denke liebend F leb wohl Gomez! und er verließ die Hütte.“ 8
„O mein Vater, ſagte ſchluchzend die junge Spa⸗ nierin, was habt ihr gethan?“ (Fortſetzung folgt.) Miszellen.
Ein Tuchhändler ſtand erwartend vor ſeiner Markt— bude, nachdem er die Waaren zum Verkauf ausgelegt hatte. Plötzlich wurden ſeine Augen von kräftigen Fingern be⸗ deckt und auf die Frage:„Wer iſt's?“ nennt der Kauf⸗ mann rathend der Reihe nach die Namen ſeiner Bekann— ten. Nach jedem einzelnen ertönt ein luſtiges Lachen.
Endlich tritt der hinter ihm ſtehende gut gekleidete Mann hervor, ſcheint ſehr verlegen und bittet unter den artigſten Entſchuldigungen den Tuchhändler um Verzeihung, inden er ihn verkannt habe. Während dieſer Höflichkeit rieb ſich der Entrüſtete die gedrückten Augen, und rief dem Weg
eilenden nach:„Das war ein dummer Spaß!“ Bald aber wurde er gewahr, daß es kein Spaß geweſen, denn er
bemerkte zu ſeinem großen Schrecken, daß man ihm ein huge:„cdu
Paar Stücke feinen Tuchs geſtohlen hatte. 05
Man hat ſchon manche Probe von dem köſtlichen Humor der deutſchen Kanoniere in Schleswig Holſtein, die das heißeſte Gefecht mit der Gleichgültigkeit eines Hand⸗ werkers bei ſeiner Arbeit mitmachen, erfahren. So von der Südbatterie bei Eckernförde am 5. April, wo ein Ka— nonier durch eine Kugel die Pickelhaube verlor und bewußt⸗ los niederſtürzte; als er nach einiger Zeit wieder zu ſich kam, war ſeine erſte Frage:„Wie wiet ſünn Jü nu?“ Einer der Kameraden, die ſich nicht hatten ſtören laſſen, 0 warf die Gegenfrage zurück:„Wat? büs du nich dod“
Ju diese gekommen
ſoßen Hang ale, der Po agte. Et
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— So hat Bonin erzählt, daß mehrere Kanoniere einer Inmodi Zwölfpfünderbatterie, die in herrlicher Poſition mit ſichtbarer(985) Denne Wirkung bedient wurde, als er zu ihnen geritten und in ö 10 1968 ſeiner leutſeligen Manier ſie belobt habe, ihn ganz cot 17 8 N00 amore umarmt und dabei dankend geäußert hätten:„Her“ haus un General, wie ſünd Sie ok dankbar; dat Se uns ſo'n ſchöne Seen
Schlacht makt hebben.“ in dem hieftge
Nach dem Bombardement Dresdens ſchrieb Rabener an bed den im Cölibat gleichgeſinnten Gellert folgende Zeilen: Ich Friedberg habe Alles verloren, und würde nun mit einer Frau hungern f müſſen, wäre ich ſo dumm geweſen, mich zu verheirathen; ſo hungere ich doch nur allein.— Meine Zukünftige muß wenigſtens 3000 Thlr. mehr haben, ſo hoch ſteigt mein pi Verluſt, nur kein eigenes Haus. Ich ſtelle mir das, d! ſchrecklich vor, eine Frau wegen des Hauſes zu nehmen, 3 5 und das Haus durch's Feuer zu verlieren— ohne daß die ſchenden Gru werthe Hälfte mit verbrennt. lh de
Ein Blatt„Der Staatsbürger“ bringt unter„Ein he zun geſandt“ folgende komiſche Anzeige: Mit Rückſicht auf die Zu gun nächſtens wieder beginnenden Schießübungen der Bürger⸗ 1 8
5 5 5 zu Se wehr empfiehlt ſich zur ſchleunigen Anfertigung von Teſta⸗ Aglit wädin. menten, Fix, Notarius.. N
Vormals hatte man auf der Bühne zu London, wie] mat, hat ſolc auf ſo vielen andern, keine Frauenzimmer. Als Karl J u 19 10 einſt ungeduldig wurde, daß das Schauſpiel noch nicht I e anfange, entſchuldigte ſich der Director,„daß die Königin] den genannten noch nicht raſirt ſei.“ den wird.
Ein junger Engländer— ſo erzählt deſſen Reiſege“ dungen d fäbrte— knüpfte in Valenzia mit einem Zigeunermädchen ein zartes Verhältes an. Die Mutter ſchlug ihm vor, ihre Tochter zu heirathen. Der Engländer lehnte das ab, weil D 0 Ed er nach London zurückkehren müſſe und nicht reich genug e ſei, dort einen Hausſtand zu erhalten.„Wie!“ rief die] dn Glad Zigeunerin und lachte laut auf,„nicht reich genug in der Stadt der Guineen? Mit einer ſo ausgefeimten Spitzbübin, wie meine Tochter, ſind Sie in einem Jahre Millionär.“
Ein junger Pankee-Hauſirer machte einer woblhaben— den Wittwe in Pennſylvanien den Hof und ließ bei ſeiner Liebeserklärung den Wink fallen, daß ihrer ehelichen Ver bindung nur zwei Hinderniſſe im Wege ſtünden.„Nennt ſie!“ verſetzte die verliebte Wittwe.—„Das Erſte iſt, daß es mir an Mitteln fehlt, mir einen Kramladen einzurichten, ſagte der Hauſirer; und die Wittwe ſchickte ihm den andern Morgen einen Wechſel über die hiezu nöthige Summe. Als ſie wieder einander trafen, hatte der junge Mann ſich einen Laden gemiethet und einen store etablirt und die lächelnde dungen Schöne wollte nun auch das andere Hinderniß wiſſen, wel—
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