Ausgabe 
12.4.1851
 
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fuͤr die

9 Provinz Oberheſſen

le, empfeblt dtes Lager in wollenen und

zerſt bil

im Allgemeinen,

den Regierungsbezirk Friedberg

B im Beſonderen. Sabwanzlech 30. Sonnabend den 12. April 1851. und politen

0 en Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche

Regierungscommiſſion des Regierungsbezirk

Friedberg

an ſämmtliche Gr. Bürgermeiſter und Polizei-Offizianten

. ö des Regierungsbezirks.

Hucgtrath⸗ Betreffend: Anzeige des Gr. Beigeordneten Jung zu Hauſen wegen Entfernung ſeiner Tochter Margaretha.

Nach geſchehener Anzeige hat ſich Margaretha, die Tochter des Gr. Beigeordneten zu Hauſen, am 20. März 2. Abends von dort entfernt, ohne daß man weiß wohin. ** Wir beauftragen Sie daher, falls ſich die Vermißte in einer

fen Ihrer Gemeinden aufhalten, oder ſonſt etwas von ihr be⸗ ſen. kannt ſein ſollte, ſie in ſchonender Weiſe Behufs ihrer

Schwab n Heimverbringung anzuhalten resp. Anzeige hierher zu er⸗ ſtatten. Friedberg den 4. April 1851. Ouvrier.

ie ſel ban, Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Konrad Löffler von

Gelnhaar wegen Widerſetzung. N Sie haben auf den ſich in der Wetterau herumtreiben bollenden Rubrikaten zu vigiliren und ihn bei deſſen Betre ren zu arretiren und an uns abzuliefern.

Friedberg den 4. April 1851. Du vr ier

1. Der Schlachter und der Advokat.

Ein Schlachter beſuchte dieſer Tage ſeinen Freund den * Advokaten, um ihn wegen folgender Sache um Rath zu

fragen. Eine Dame betrat geſtern, ſo erzählte der Schlachter,

meinen Laden, um ein recht ſchönes Stück Ochſenfleiſch zu kaufen, beſtimmt für ihres Ehegemahls Mittagstiſch. Ihr Lieblingshund, der ſie begleitete, vergeſſend Recht und Schick lichkeit, zog von dem Tiſch ein Stück Fleiſch herab, und es auf den Dielen umherſchleifend, beſchmutzte er es mit Sand. Die Frage iſt nun: Iſt die Dame gehalten, mir das Fleiſch zu bezahlen und wenn ſo, wie viel kann ich fordern? Der Advokat fragte, ob die Dame eine gute Kundin ſei, und als der Schlachter dies bejahte, fuhr er fort: Ich würde Euch als Freund rathen, die Zahlung der 75 Ed., welche das Fleiſch koſtet, nicht zu erzwingen, weil, wenn Ihr da⸗ rauf beſtändet, Ihr nicht allein die Kundſchaft der Dame, ſondern auch vielleicht die ihrer Freunde verlieren könntet. Wenn Euch aber einmal der Mann dieſer Dame in den Weg kommt, ſo könnt Ihr dieſe Gelegenheit benutzen und in höflicher Weiſe ihm die Sache erzählen; gewiß, er wird Euch Euren Schaden erſetzen.Wahrhaftig, Sie haben Recht. Ich will ſogleich Ihren Rath befolgen und nehme mir die Freiheit, Ihnen mitzutheilen, daß Ihre eigene werthe Frau Gemahlin es war. Der Advokat, obgleich ſichtbar auf dieſen Ausgang nicht gefaßt, machte gute Miene zu boſem Spiel und zahlte lachend 75 Cd. Der Schlachter ging ſchmunzelnd nach Hauſe, ſtolz darauf dem Advokaten eine Naſe gedreht zu haben. Er erzählte ſeinen pfiffigen Streich den Nachbaren, Conditor, Gewurzkrämer und Apo⸗ theker, und dieſe ſtimmten in ſeinem Triumphgeſang mit ein. Den andern Morgen ſtand der Schlachter, ſein Pfeifchen dampfend, in ſeiner Thür, noch immer mit Schmunzeln an ſeinen klugen Streich denkend, als ſich der Briefträger ihm naht, und ihm einen Brief überreicht. Er erbricht ihn; er war von ſeinem Freund den Advokaten und enthielt eine Rechnung auf der die Worte ſtanden: Für Rathertheilung 1 Pfund 1 Schilling.

Stühle mit Rohr geflochten nebſt einem großen Spiegel, ſollen Montag den 14. April, Mor⸗ gens 9 Uhr anfangend, auf hieſigem Rathhaus an die Meiſtbietenden gegen baare Zahlung

Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Mobiliar⸗Verſteigerung. (610) Montag den 14. April d. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr anfangend, werden in der Woh⸗ nung der dahier verſtorbenen Heinrich Dienſt⸗

1651 Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. g. lt. NU 7 7 5 verſteigert werden. 5 253 Verſteigerung. Friedberg den 3. April 1851. 478(378) Die von der Ehefrau des Kaufmanns % 8. C. Nagel dahier herrührenden Mobilien, 98.70 als: Schreibſecretär, Commode, Pfeilerſchränk⸗ 5 Hen, Bettſtellen, Näh-, Waſch⸗ und Nachttische, 1* klappentiſch, alles von Nußbaumholz und erſt dor 5 Jahren neu und modern gearbeitet, ſo⸗ vie ein Sopha mit 6 Stühlen und mehrere

bachs Eheleute vor dem ehemaligen Mainzerthore,

die zu deren Nachlaß gehörenden Mobiliar⸗ Gegenſtände, als: Gold, Silber, Bettſtellen, Tiſche, Stühle, Schränke, ein Schreibſeeretär, Kleider, Bettung, Weißzeug, ein vollſtändiges Schreinerhandwerksgeſchirr, eine Parthie Werk- holz und Bohlen verſchiedener Holzarten, ſowie ſonſt allerlei Haushaltungs-Gegenſtände öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 7. April 1851. Ju Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben deer.

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