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Aunterzeichne in Eupfe
im Allgemeinen,
Hahn.
r F. J. Wi
n Auswanderrr
den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
ert cthalten N d Schweinen. g
N 80.
Sonnabend den 11. October
1851.
Words
Neuats und zw
Amtlicher Theil.
n. 3 Die Großherzoglich Heſſiſche
g Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks 1 Friedberg
an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirk.
u. · Betreffend: Die Errichtung einer Staatsaſſekuranz-Anſtalt für die 7 Stellvertretung im Militärdienſte.
2 1 Mit Bezug auf die in Nr. 28. des Regierungsblattes Boe. bekannt gemachten Statuten der wiedererrichteten Aſſekuranz⸗
Anſtalt weiſen wir Sie an, den ſich zu verſichern Wollen— den mit Rath an die Hand zu gehen und die vorſchrifts⸗ mäßige Beitritts⸗Erklarung auszuſtellen; auch gemäß der Statuten gemeſſen zu belehren. Zu dieſem Ende laſſen wir Ihnen die erforderliche Anzahl Formulare zu Beitritts⸗ Erklärungen und Belehrungen für die weitere Behandlung der Sache zugehen.
Jedem, dem Sie eine Beitritts-Erklärung ausfertigen, werden Sie auch eine Belehrung zuſtellen, damit der zu verſichernde darnach ſich bemeſſen kann.
1 Friedberg den 6. Oktober 1851. f
4 On fei ear.
Reimers.
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* Miszellen.
0 König Friedrich von Schweden, aus dem Hauſe Heſſen⸗ Kaſſel(regierte von 1720—1751), bereiſte einſt ſeine deut⸗ ſchen Staaten. In jenen Zeiten war es ſehr gewöhnlich, daß Könige, Fürſten und große Herren auf ihren Reiſen in jeder großern oder kleinern Stadt von dem Magiſtrat bder auch von dem Prediger des Ortes feierlich angeredet bder bewillkommt wurden, wobei man dem Regenten meiſt die Schluſſel der Stadt übergab. König Friedrich kam nter andern auf dieſer Reiſe in eine kleine Stadt, wo der rediger dieſe feierliche Anrede übernommen hatte. Dieſer prediger, ein feiner Kopf, erwog, daß wenn er auf die gewöhnliche Art den König anredete, dieſer, der gute und „ 10 ſhlechte Anreden ſo viele auf ſeiner Reiſe ertragen mußte, wohl eben nicht ſehr ſeine Aufmerkſamkeit darauf verwenden fürfte. Er glaubte alſo eine Ausnahme von der Regel 1 zu müſſen, und da er muſikaliſch war, ſo ſetzte er nige Bewillkommnungsverſe ſchnell in Muſik, und da nun
der König wirklich anlangte, ſo ſang er ihm dieſes Bewill— kommnungsgedicht mit einer nicht unebnen männlichen Stimme vor. Der Monarch, von dieſem neuen Auftritt überraſcht, hörte mit Aufmerkſamkeit zu und fand die Verſe und Muſik ſo gut, daß er nach Endigung derſelben dem ſingenden Pre— diger das in der Muſik bekannte bis(noch einmal) zurief. Der Prediger ſäumte keinen Augenblick, ſeine muſikaliſche Anrede von vorn anzufangen und ſie, wie das erſte Mal, zur Zufriedenheit des Monarchen zu endigen. Dieſer glaubte, eine ſo neue Idee verdiente Belohnung, und befahl ſeinem Reiſemarſchall, ihm 50 Stück Dukaten zu geben. Um ſich indeſſen ein Feſt mit dem Prediger zu machen, übergab er ihm dieſe 50 Stück Dukaten ſelbſt, indem er dazu die Worte nach einer ihm ſo eben einfallenden Muſik ſang. Kaum hatte ſie der Prediger mit allen Merkmalen der Demuth empfangen, als er ſie ſchnell einſteckte, die Hand auf's Neue aufhielt und dem Könige ebenfalls zurief: bis. Friedrich lachte aus voller Seele und befahl ſogleich, daß ihm noch eine zweite Summe von 50 Stück Dukaten gereicht wer⸗ den ſollte.
Es gibt verſchiedene Arten von Karten. Es gibt Landkarten, Spielkarten, Weinkarten, Eintrittskarten, Muſterkarten, Legitimationskarten, Aufenthaltskarten, Viſi⸗ tenkarten, Taufkarten, Verlobungskarten, Gratulations— und Kendolationskarten.
Landkarten ſind Documente, welche darthun, wie oft ſich die Grenzen eines Staates vergrößert und wieder ver— kleinert haben.
Spielkarten ſind Surrogate für Fächer, hinter wel— chen man in fader Geſellſchaft ohne Umſtände gähnen kann. Sie ſind der Kitt, der unſere Geſellſchaft zuſammenhält.
Weinkarten ſind gewöhnlich nichts Anderes, als Mährchen im Münchhauſen'ſchen Style. Grüneberger z. B. wird unter dem Namen Rüdesheimer aufgetiſcht.
Eintrittskarten zu Theatern, Bällen und Concerten ſind Köder, an welchen Damenherzen und auch Recenſenten— kiele picken bleiben.
Muſterkarten ſind feine Proben von groben Tüchern.
Viſitenkarten ſind Opfer, die man auf den Altar und in die Antichambre großer Thiere legt, um denſelben die gebührende Ehrfurcht zu erzeigen.
Taufkarten ſind maskirte Bettelbriefe.
Verlobungskarten ſind Verſicherungen, daß ſich zwei Leute ewig zu lieben verſprochen haben, die ſich deſſen un— geachtet ein Paar Jahre nach der Hochzeit wieder trennen.
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ntelligenz-Vlatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
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