ben leewärts fort, in wenigen Minuten gefolgt von großen Maſſen der Trümmer und Ladung des unglück⸗ lichen Schiffes. Schrei auf Schrei rang ſich empor von der mit dem Tode ringenden Mannſchaft. Aber ſie war in dem Bereiche einer Macht, die kein Erbarmen kennt. Der Sturmkönig nahm ſie Alle zur Beute!
Am nächſten Morgen ſtieg ein kleines Häufchen Wreckers an den Felſen herab und ging am Strande hin. Er war mit Trümmern des Wracks bedeckt, und hie und da lagen die verletzten und verſtümmelten Leichen der Mannſchaft. Unter dem Häufchen befand ſich Robert Kintock, der begierig die durch den Tod verzerrten Züge prüfte, als gäbe es eine unter ihnen, die er zu finden wünſchte.
Endlich blieb er ſtehen und beugte ſich über eine, an deren Schulter ein goldenes Epaulette prangte. Es war der Capitain der Brig— der Mörder ſeines Vaters! Der Knabe ſtellte ſeinen Fuß auf den hingeſtreckten Kör— per,— ſeine Augen funkelten befremdend,— ein Schauer fuhr uber ſein Geſicht,— er ſtammelte:
„Vater, Du biſt furchtbar gerächt.“ 0 8 Der Knabe ſprach die Wahrheit. Furchtbar in ihrem Plane und furchtbar in ihrer Ausfuhrung war die Rache des Lootſen geweſen. 0
Miszellen.
Cin koloſſaler und unglaublich verwegener Diebſtahl wurde unlängſt in London ausgeführt. Abends um 6 Uhr ging der Nachtzug auf der großen Weſtbahn von Plymouth nach London ab; auf der Station Bridge⸗ water wurden die unterwegs angehäuften Briefe wie ge⸗ wöhnlich in einem Tender unmittelbar hinter dem Poſtwa⸗ gen verſchloſſen und der Zug fuhr dann ohne weitern An⸗ halt in 70 Minuten nach Briſtol, wo man entdeckte, daß der Tender erbrochen, die Briefſäcke aufgeſchnitten und alle Geldbriefe und Packete für Banquiers entwendet wor⸗ den waren. Selbſt die Verzeichniſſe, in welche alle recom⸗ mandirten Briefe und werthvollen Packete eingetragen wer⸗ den, hatten die Diebe mitgenommen, ſo daß man den Um⸗ fang des Verluſtes nicht genau feſtſtellen kann. Einige wollen denſelben auf zweimalhunderttauſend Pfund Ster⸗ ling berechnen. Die Londoner Polizei wurde gleich nach Ankunft des Zuges in der Hauptſtadt von dem unglück⸗ lichen Vorfalle in Kenntniß geſetzt und ihre geſchickteſten Agenten machten ſich ſofort auf, um wo möglich den Die⸗ ben auf die Spur zu kommen. Noch hiermit beſchäftigt, erfuhren ſie, daß ſchon wieder an demſelben Abend auf der- ſelben Bahn der Poſttender des von London nach Plymouth beſtimmten Zuges, welcher um 9 Uhr abgeht, zwiſchen Briſtol und Bridgewater erbrochen und ausgeplündert worden ſei. Diesmal aber gelang es, ſich der muthmaß⸗ lichen Uebelthäter zu bemächtigen. So wie die Entdeckung des Diebſtahls gemacht wurde, ließ einer der mitfahrenden Bahndirectoren, Herr Barlow, alle Paſſagirwagen ſchließen und zwei anſtändig gekleidete Herren, die von Briſtol aus mitgefahren waren und allein in einem Coups erſter Claſſe dicht hinter dem Poſttender ſaßen, verhaften. Man fand bei ihnen mehrere der entwendeten Packete und zwei Krepp⸗ Masken, falſche Bärte und ähnliche Gauner-Utenſilien. Die Gefangenen befinden ſich gegenwärtig in den Händen der Polizei; der eine heißt Poole, der andere weigert ſich ſei⸗ nen Namen anzugeben. Von den auf dem erſten Bahn⸗ zuge geſtohlenen Sachen iſt bis jetzt noch keine Spur ent⸗ deckt worden, indeſſen iſt wohl kaum zu bezweifeln, daß beide Verbrechen von derſelben Gaunerbande, wahrſcheinlich von deuſelben Individuen verübt wurden und zwar muth⸗
206 maßlich in folgender Weiſe. Die Diebe wußten ſich Plätze
unmittelbar hinter dem Tender in einem Coupé zu ver⸗
ſchaffen und als der Zug in Bewegung war, ſtiegen ſie mit größter Lebensgefahr aus dem Wagen, traten hinüber
auf den ſchmalen Gang, der auf der Seite des Tenders herläuft und öffneten die Thür deſſelben mit den Inſtru⸗ menten, wie ſie Gauner bei ſich zu führen pflegen. Dies gethan, hatten ſie gewonnen Spiel, um ſo mehr, da das Innere des Tenders von einer Lampe erleuchtet iſt. Ob einer von den Poſtbeamten dabei hilfreiche Hand leiſtete, wird die eingeleitete Unterſuchung ergeben; vor der Hand hat der Vorfall die Folge, daß man eine Wache in alle Poſttenders ſetzen wird. N
Ein Advokat erzählte folgenden ſpaßhaften Vorfall: Bei irgend einer Klagſache mußte eine Dame als Zeuge vor Gericht erſcheinen und wurde natürlich von dem Richter vor allen Dingen nach ihrem Namen und ihrem Alter ge— fragt. Sie antwortete, daß ſie 28 Jahre alt ſei und ſagte dann aus, was ſie wußte. Nach ihr trat ein anderer auf, ein Mann, der aber ſo handgreiflich log, daß das Gericht ſich genöthigt ſah, ihn mit ſtrenger Strafe zu bedrohen, wenn er aſichtlich auch nur die geringſte Unwahrheit ſage. Der Mann ließ ſichl indeſſen in ſeinem Luͤgen nicht irre machen und der Richter mußte Gerichtsdiener rufen laſſen, die den Zeugen ins Gefängniß abführen ſollten, wenn er noch ein⸗ mal von der Wahrheit abweiche. Die Dame hatte die ganze Zeit zitternd leichenbkaß da geſtanden und endlich ſprach ſie mit bewegter Stimme:„Herr Präſident, ich habe Ihnen etwas mitzutheilen.. Der Vorgang hat mein Ge⸗ wiſſen gerührt und ich muß geſtehen, daß ich auch von der Wahrheit abgewichen bin und das Gericht getäuſcht habe.“ —„Erklären Sie ſich näher.“—„Herr Präſident, ich gab an, daß ich 28 Jahre alt ſei, ich ſtehe aber wirklich im drei⸗ unddreißigſten;“ antwortete die Dame mit geſenktem Blick und ſchamroth. Alle Anweſenden mußten bei dieſem mehr naiven als verdienſtlichen Geſtänduiſſe lächeln und der Prä⸗ ſident erklärte zur Beruhigung der Dame, daß, ſo ſtreng auch das Geſetz ſei, ein wenig Koketterie ſelbſt dem Gerichte gegenüber kein Verbrechen ſei.
Auch eine Genugthuung! Der Herzog von Lewis er zählt in ſeinen„Denkwürdigkeiten“ folgendes: Der Präſident
der Londoner Gemeindekammer hat das Recht, daß, wenn l
ein Mitglied in der Rede ſich zu einem ſehr ungebührlichen Ausdruck hinreißen läßt, er verlangen kann, daß der Schul⸗ dige am Fuße der Tribüne niederkniee und fußfällig um
Verzeihung bitte. Nun hatte eines Tages in der Hitze des
Streits ein Mitglied geäußert: die Kammer ſei durch und durch der Beſtechlichkeit zugänglich. Als er deshalb der oben erwähnten Strafe unterlag, ſagte er, während er ſich
bei dem Aufſtehen dem Anſchein nach die Kniee abklopfte:“ Auf Ehre, in meinem Leben iſt mir keine ſo ſchmutzige Kammer
vorgekommen!
Der Sohn des cleviſchen Canzlers von Hymnen kam bei Friedrich Wilhelm I. um eine Anſtellung ein. Friedrich
Wilhelm ſchrieb eigenhändig an die Räthe des General- directoriums:„Sollen examiniren, ob er Verſtand und
Kopf; hat er das, ſoll er in die kurmärkiſche Kammer, iſt er ein dummer Teufel, ſoll ihn die cleviſche Regierung zum Rath machen, dazu iſt er gut genug!“
Auf einem Jahrmarkte bemerkte ein Kaufmann, wie eine geſchickte Hand aus dem Gedränge hervor einen uner— laubten Griff thun wollte.„Heda!“ rief er,„ſo kann ich's
nicht geben!!“—„Ja,“ ſagte eine Stimme,„anders kann
ichs nicht brauchen.“
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