Ausgabe 
1.3.1851
 
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Intelligenz-VBlatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

. 18.

Sonnabend den 1. März

1831.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks.

Betreffend: Die Muſterung und Conſcription für 1851. Sie werden alsbald zur öffentlichen Kenntniß bringen,

daß die Hauptbezirksliſten und zwar

1) die für den Diſtrict Friedberg

auf dem Bureau Gr. Regierungscommiſſion und 2) die für den Diſtrict Hungen:

auf dem Bureau des Großh. Bürgermeiſters zu

Hungen vom 1. k. Mts. an 14 Tage lang zu Jedermanns Ein⸗ ſicht offen lägen.

Friedberg den 27. Februar 1851. On her i e v.

Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 4 enthält: 1) Allerhöchſtes Edict vom 9. Februar, die Berufung der außerordentlichen Mitglieder des Staatsraths für das laufende Jahr betreffend. 2) Ueberſicht der in dem Jahre 1850 durch die Großh. Gendarmerie geſchehenen Arreſtationen(4604 wegen 59 verſchiedenartiger Contraventionen) und Denunciationen (8285 wegen 33 verſchiedenartiger Indicien.) 3) Erledigt iſt: die evangel. Pfarr⸗ und Schulſtelle zu Wilsbach, Reg.-Bez. Bieden⸗ kopf, mit jährl. 500 fl.

Miszellen.

Wenn König Friedrich Wilhelm III. von Preußen wegen immer gefürchteter Uebertheuerung etwas mißtrauiſch war, ſo war es ſein Anherr Friedrich Wilhelm I. in noch viel höherem Grade und dabei ſehr jähzornig. Von ihm wird Folgendes erzählt: Einſt ging er, wie er gern that, einſam durch die Straßen von Potsdam; es war gerade 12 Uhr und eben trug eine Bürgersfrau das Mit tagsgericht für ihre Familie auf den gedeckten Tiſch in dem offenen Hausflur. Durch den Duft der rauchenden vollen Schüſſel gelockt, trat der ſogleich erkannte und gefürchtete König ein.Was hat Sie da gekocht? Das riecht ja appetittlich! fragte er die Hausfrau, die ſchüchtern erwie derte:Ach, Ihre Majeſtät, es iſt ein gewöhnliches Eſſen, wie es uns Handwerkern zukommt, Kaldaunen und weiße

Rüben. Der König ſetzte ſich zwiſchen die Hausgenoſſen nieder und ſagte:Das kenn' ich nicht, bin doch verläng⸗ lich, will miteſſen. Es ſchmeckte ihm gut und beſonders gefiel ihm, daß das ganze Gericht nach Ausſage der Haus mutter nur 2 Groſchen koſtete. Auf der ſonſt ſo bürgerlichen, knappen Tafel des Königs war dieſe Speiſe noch nicht erſchienen, er trug alſo ſeinem Koch gleich auf, dieſelbe für den nächſten Tag, berechnet auf 20 Perſonen, zu bereiten. Das Eſſen wurde aufgetragen und der König, unter Erzählung wie es ihm geſtern gegangen, wieder mit Appetit davon; nicht ſo die Königin und die Prinzeſſinnen, die ſich lächelnd zurückhielten. Bei der Reviſion des Küchenzettels hatte der Koch die Kaldaunen und Rüben zu 10 Thlr. an⸗ geſetzt, während der König höchſtens Einen Thaler ausge rechnet hatte. Den offenbaren Betrug beſtrafte er damit, daß er den Koch mit eigener Hand mit ſeinem ſpaniſchen Rohre durchprügelte.

Im Jahr 1471, ſchreibt man aus London, klagten zwei ſeit einigen Jahren angeſeſſene Buchdrucker in einer dem Papſt überreichten Bittſchrift, daß ſie keine Käufer fänden für die 12,000 Bände, die ſie gedruckt und zu denen ſie 1200 Ries Papier gebraucht. Gewiß, ſo meinten ſie, werde Seine Heiligkeit darob ſtaunen, daß ſie ſo viel Papier hätten auftreiben konnen! Man vergleiche damit Folgendes: Im Jahr 1848 erſchienen im vereinigten Königreich Groß⸗ britannien allein 447 Zeitungen(news- papers), für welche nicht weniger als 121,184 Ries Papier, zum Theil von ungeheurer Größe, verbraucht wurden, und ſeit Ende vorigen Monats werden die Times auf einer Maſchine gedruckt, welche in jeder Stunde 12,000 Bogen abwirft. Das eng liſche Volk verwendet alljährlich für Zeitungen die ungeheure Summe von 1,250,000 Pfund Sterling, das iſt: fünfzehn Millionen Gulden. Außerdem zahlt es noch für Monats ſchriften, von welchen monatlich 500,000 Hefte in den drei Königreichen vertheilt werden, 300,000 Pfund Sterling. Nimmt man hiezu, daß jetzt einem engliſchen Blatte zufolge jährlich etwa 100,000 Pfund für woͤchentliche Veröffent lichungen und 435,600 für neue Werke und Wiederauflagen ausgegeben werden, ſo ergibt ſich, daß der Buchhandel im ganzen genommen jetzt in den drei Königreichen jährlich einen Aufwand von 2,085,600 Pfund Sterling erheiſcht, alſo etwa 25 Millionen Gulden, während derſelbe vor 100 Jahren nur auf 1,200,000 Gulden angeſchlagen wird.