Ausgabe 
1.2.1851
 
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Herrn Grafen Eberhard zu Erbach⸗Erbach auf die evangeliſche Pfarr⸗ ſtelle zu Brensbach, im Regierungsbezirke Dieburg, praͤſentirte Mit⸗ prediger Wilhelm Flach zu Erbach für dieſe und der von dem Herrn Grafen Otto zu Solms Laubach auf die erangeliſche Pfarrſtelle zu Wetterfeld, im Regierungsbezirke Gießen, praſentirte Pfarrer Ludwig Wahl zu Ruppertsburg für letztere Stelle beſtätigt. 9) Charakter- verleihung. Am 12. Nobr. wurde dem Stadtbaumeiſter Joh. Jor⸗ dan dahier der CharakterBaumeiſter verlichen. 10) Dienſtent⸗ laſſungen. Am 7. November wurde der Schullthrer Johann Schmitt zu Beſſungen von ſeinem Amte entlaſſen. Am 19. November wurde der Friedensrichter des Friedensgerichtsbezirks Pfeddersheim, Jacob Andreas Reiling, ſeines Dienſtes entlaſſen. Am 25. November wurde der evangeliſche Lehrer Georg Martin Großmann zu Lollar, im Regierungsbezirke Gießen, auf Nachſuchen, von der ihm über⸗ tragenen Schulſtelle entlaſſen. 11) Verſetzung in den Ruheſtand. In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 28. Okober der ordentliche Profeſſor bei der philoſophiſchen Fakultät der Landes⸗Univerſität, Dr. Hillebrand zu Gießen; am 11. November der Berginſpector Auguſt Storch auf dem Dorheimer Braunkohlen-Bergwerke. 12) Con⸗ currenzeröffnung. Erledigt iſt: die evangeliſche Pfarr- und Schul⸗ ſtelle zu Ermenrod, im Regierungsbezirke Gießen, mit einem jähr⸗ lichen Gehalte von 574 Gulden 41 Kreuzer. 13) Geſtorben ſind: am 20. Juli der Fruchtmeſſer Johannes Kreiling zu Gießen; am 21. September der penſionirte Regierungsrath Johann Aloys Becker zu Mainz; am 4. November der penſionirte Schullehrer Georg Con⸗ rad Weis zu Schöllenbach, im Regierungsbezirke Erbach; am 10. November der Diſtriktsſteuereinnehmer und Salzmagazinsverwalter Carl Ludwig Ernſt Schwabe zu Vöhl; am 11. November der pen⸗ ſtonirte Pulvermagazinsverwalter Valentin Kramer zu Beſſungen; am 13. November der evangeliſche Pfarrer Ludwig Magnus zu Beuern, im Regierungsbezirke Gießen; am 18. November der Ober⸗ gerichtsrath Stephan Metz zu Mainz; am 24. November der Ober⸗ gerichts⸗Präſident Franz Philipp Aull zu Mainz. 14) Berich⸗ tigung. Der katholiſche Schullehrer Simon Ahlbach zu Obermörlen iſt ncht, wie früher angegeben, am 7. Juli, ſondern nach einer ſpä⸗ teren berichtigenden Anzeige am 8. Juli d. J. geſtorben.

Zur Wetterauer Chronik.

Daß es auch in unſerer Zeit nicht an rühmlicher, dankbarer Anerkennung der auf göttlichem Grunde beruhen⸗ den geiſtlichen Wirkſamkeit und des perſönlichen anſpruchs- loſen Wirkens auch in der Stille armer Landgemeinden wirkender Geiſtlichen daß es auch in unſerer Zeit nicht an rührender Pietät gegen ſolche gebricht: Davon hat im verfloſſenen Jahre die benachbarte Gemeinde Langenhain

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mit Ziegenberg ein Beiſpiel gege ben, welches in weiteren Kreiſen bekannt und nachgeahmt zu werden verdient.

Ihr würdiger Seelſorger, Pfarrer Draudt, der 19 Jahre

lang bei ihr gewirkt und wie man nach allem Vernommenen allerdings ſagen muß, mehr ihr, den Seinigen und ſeinem heiligen Berufe, als ſich und der Welt gelebt hatte, erkrankte plötzlich und ward abgerufen zur Rechenſchaft vor ſeinen himmliſchen Oberhirten. Da hätte man ſehen ſollen, wie die guten Leute ſich während der ſie alle betruͤbenden Krank heit zu unentgeltlichen Gängen anboten und hören, wie ſie allerwärts betheuerten, daß die Gemeinde es ſich Summen würde koſten laſſen, wenn ſie damit ihren theuren Seel ſorger ſich erhalten könnte! Und daß dies nicht leere Verſicherungen waren, das bewieſen ihre Thränen, womit ſie ſolche Worte begleiteten; das bewieſen ihre gemeinſchaft⸗ lichen, reichlichen Thränen beim Leichenbegängniſſe und ihre bei dieſer Gelegenheit der Wittwe gemachten ernſtlichen Anerbietungen zur Erleichterung des ihr gewordenen trau rigen Looſes. Mit welcher Liebe und Dankbarkeit die ganze Gemeinde an dem Entſchlafenen gehangen haben mußte, davon konnte ſich Einſender dieſes, der bei der Be erdigung gegenwärtig war, durch den Augenſchein überzeugen; aber er mußte in dieſer Ueberzeugung befeſtigt werden als er vernahm, wie die ganze Gemeinde um ihren zur Freude ſeines Herrn eingegangenen Hirten 6 Wochen lang Trauerkleider trug. Die von Pfarrer Decker aus Hochweiſel uber Ebräer 13, 7 am Grabe deſſelben gehaltene ergreifende Trauerrede sauf ihre Koſten drucken und unter ihre Glieder vertheilen und ein anſehnliches marmornes Kreuz, worauf in vergoldeten Buchſtaben das Wirken und der Charakter des Verewigten paſſend ge⸗ ſchildert iſt, ihm ſetzen ließ, eine für ihre öconomiſchen Verhältniſſe nicht unbedeutende Ausgabe.

In gleichem Maaße ehrt dies Alles die Gemeinde, welche dabei nur ihrem eigenen Antriebe folgte, wie den Heimgegangenen und ſeine Hinterbliebenen, und daß ein ſolches Beiſpiel der verdienten öffentlichen Kunde nicht entgehen möge, iſt gewiß ſo wünſchenswerth, daß Ein⸗ ſender dieſes ſich für entſchuldigt halten darf, wenn er, wie hiermit geſchieht, für deſſen Verbreitung Sorge trägt.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

d ν Grundſtücke-Verſteigerung.

(23) Montag den 17. Februar l. J., Mor⸗ gens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das von dem hieſigen Bürger Johannes Gerſter von dem Peter Möbus'ſchen Immobiliar nachlaß ſeiner Zeit erſteigertes, in der Ge markung Burg⸗Friedberg liegendes Grundſtück meiſtbietend verſteigert, als: Pag. u. Nro.

732 6 77,9[◻Klafter= 40 Ruthen Acker zwiſchen der Pfingſtweide an Philipp Klein.

Friedberg den 2. Januar 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Oeffentliche Aufforderung.

(160) Forderungen jeder Art an den Nach⸗ laß des dahier verſtorbenen penſionirten Stabs⸗ arzt Renz ſind bis zum Donnerſtag den 27. Februar d. J.

anzumelden, widrigenfalls auf dieſelben bei Rich⸗ tigſtellung des Inventars keine Rückſicht genom⸗ men werden kann. Zugleich werden die Schuld⸗ ner der Verlaſſenſchaftsmaſſe aufgefordert, bis zu obigem Termin ihre Schuld an den beſtellten

Curator Hofgerichtsadvokat Trapp II. dahier zu bezahlen, gegenfalls Klage gegen dieſelben erhoben werden wird. Friedberg den 20. Januar 1851. Großhb. Heſſ. Landgericht e el Dre.

Verſteigerung eines Gebäudes mit Garten in der Stadt Friedberg. (174) Das in dahieſiger Stadt gelegene fis⸗ caliſche Speichergebäude, das Salzmagazin ge⸗ nannt, mit dem hinter demſelben befindlichen

Garten, wird Mittwoch den 26. März d. J., Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhauſe dahier, als Eigenthum öffentlich verſteigert.

Die nähere Beſchreibung beider Objekte iſt in der bis zu dem Tage der Verſteigerung an dem Rathhauſe angeſchlagenen deßfallſigen Be kanntmachung enthalten.

Friedberg am 29. Januar 1851.

Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Obligations-Verlooſung. (175) Bei der in der Sitzung des Vorſtan⸗ des vom 26. d. Mts. vorgenommenen Ver looſung der Partial⸗Obligatlonen der hiefigen israelitiſchen Gemeinde wurde die Nr. 1., d. d. 1. April 1846, ad fl. 100. Kapital durch das Loos zur Rückzahlung beſtimmt. Dieſes wird mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß ge⸗

bracht, daß der Kapitalbetrag der herausgekom. menen Obligation am 1. April l. J. gegen Rückgabe derſelben und der dazu gehörigen bis dahin nicht völligen Zinsabſchnitte bei dem israelitiſchen Gemeinderechner dahier in Empfang zu nehmen iſt, indem von da an weitere Zinſen nicht vergütet werden. Friedberg den 28. Januar 1851. Der Vorſtand der israel. Religionsgemeinde e ee Werte ger nig; (176) Montag den 10. Februar, Morgens 10 Uhr, werden auf hieſigem Rathhauſe eirca 500 Centner eichen Lohrinden meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Dabei wird bemerkt, daß von dieſem Loh der größte Theil vorzüglicher Qualität it. Pfaffenwiesbach den 27. Januar 1851. Der Bürgermeiſter a u p p. Holzverſteigerung. (177) Dienſtag den 11 Februar l. J., Mor⸗ gens 10 Uhr anfangend, werden in hieſigem Gemeindewald, Diſtrikt Süſſeberg: 25 17 5 505 und Werkholzſtämme, 10 klafter buchen und 5 6 10 2295 Scheitholz, 85% buchen Erdſtöcke, und 1000 Stück buchen und eichen Wellen, an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert. Wehrheim den 25. Januar 1851. Der Bürger meiſter Jäger.

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