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Intelligenz-Blatt
Provinz
fuͤr die
Oberheſſen
im Allgemeinen,
den Regierungsbezirk Friedberg
im Beſonderen.
M25.
Mittwoch den 27. März
1830.
Der Oſterfeiertage wegen erſcheint naͤchſten Mittwoch keine Nummer dieſes Blattes.
Amtlicher Theil.
Ein ba dung.
Zu der in Folge Beſchluß der Generalverſammlung vom 14. April v. J., Montag den 15. April d. J., Morgens 10 Uhr, auf dem Rathhauſe dahier ſtattfinden⸗ den Generalverſammlung des Mathildenſtifts, werden die Mitglieder des Stifts, ſowie die betreffenden Gr. Bürger⸗ meiſter hierdurch eingeladen. Friedberg am 18. März 1850. Der Dirigent der Großh. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg als Präſident des Mathildenſtifts: irie r.
Aus dem Tagebnche eines Nechtsanwalts. Von Samuel Warren.. Der Mord von Craig Farm.
(Schluß.)
Ich konnte an jenem Tage keinen Biſſen eſſen und war vollkommen herzkrank, denn mir war, als klebte mir das Blut zweier Mitmenſchen an den Händen. Am Abend ſuchte ich den Richter in ſeiner Wohnung auf; er hörte mich geduldig an, war aber unerſchütterlich. Der hart— näckige alte Mann war ganz zufrieden mit dem gefaͤllten Spruche und nicht davon abzubringen. In fieberhafter Verzweiflung kehrte ich in meinen Gaſthof zurück, wohl wiſſend, daß ich ohne die Zuſtimmung des Richters mich vergebens an den Staatsſekretär wenden würde. Auch reichte die Zeit nicht einmal, um eine Bittſchrift zur Straf— umwandlung nach London ſchicken zu können, wenn der Richter nicht einen Aufſchub gewähren wollte.
Den ganzen Sonnabend und Sonntag war ich wie auf der Folter, nannte die Todesſtrafe eine grobe Unge— rechtigkeit, eine nationale Sünde und Schande, und die
Erinnerung an den unglücklichen Harvey(deſſen Schickſal ich in einem früheren Artikel erzählt habe) geſellte ſich noch dazu, um mich recht elend geſtimmt zu machen. Es gelüſtete mich, den Advokatenberuf aufzugeben und mich nach irgend einem anderen, wenn auch noch ſo beſcheide— nen Auskommen umzuſehen.— Am Montag früh ſtieg meine Pein und Bangigkeit aufs Höchſte. Mit ſtarken Schritten ging ich in meinem Zimmer in der nächſten Aſ— ſiſenſtadt auf und ab, und gedachte des traurigen Endes der beiden Armſtrong'ſchen Eheleute, die ich nun fur un— ſchuldig hielt, als auf einmal eine vierſpännige Poſtchaiſe die Straße herunter vor meinen Gaſthof raſſelte, und der Conſtable Johnſon herausſprang. Was er zu ſagen hatte, war bald erzählt. Am geſtrigen Abende hatte die Wir— thin zum ſchwarzen Schwan, einer Schenke an der Land— ſtraße etwa vier Meilen vom Schauplatz des Mordes, als ſie in der Zeitung der Grafſchaft die Schilderung des Armſtrong'ſchen Proceſſes und darin den Namen Pearce geleſen, nach Johnſon geſandt, um anzugeben, daß der ge— nannte, ihr wohlbekannte Mann an jenem Unglücksabend in ihrer Schenke geweſen und ihr einen Reiſeſack zur Auf— bewahrung übergeben, welchen er in einer Stunde wieder abzuholen verſprochen, aber ſeither nicht abgelangt hatte. Bei Eröffnung des Reiſeſacks hatte man darin Wilſon's Uhr nebſt Kette und Siegelſtöcken und anderen Sachen Wilſon's gefunden, und Johnſon hatte dann nach Auf— nahme eines Protokolls ſich ſogleich aufgemacht, um mich aufzuſuchen. Da nun kein Augenblick zu verlieren war, ſo ging ich ſogleich mit Johnſon und Armſtrong's Ver— theidiger zu dem Richter und erlangte nach langer Wei— gerung endlich von ihm einen förmlichen Vefehl an den Sheriff zum Aufſchub der Hinrichtung bis auf weiteren Befehl. Mit größter Eile machte ich mich dann mit John— ſon auf den Rückweg und kam juſt noch zeitig genug, um die Hinrichtung zu hindern und den verſammelten Poͤbel


